{"id":7837,"date":"2020-06-26T08:20:48","date_gmt":"2020-06-26T06:20:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/?p=7837"},"modified":"2020-06-26T08:20:50","modified_gmt":"2020-06-26T06:20:50","slug":"zur-rolle-der-amerikanischen-hauptstadt-washington-dc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/2020\/06\/zur-rolle-der-amerikanischen-hauptstadt-washington-dc\/","title":{"rendered":"Zur Rolle der amerikanischen Hauptstadt Washington DC"},"content":{"rendered":"\n<p>Die f\u00fcr heute angesetzte <a href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/politics\/congress\/d-c-statehood-vote-make-history-house-s-about-all-n1232099\">Abstimmung<\/a> des US-Repr\u00e4sentantenhauses zur Frage, ob die US-amerikanische Bundeshauptstadt Washington DC zum 51. Bundestaat der Vereinigten Staaten erkl\u00e4rt werden soll, z\u00e4hlt sicher nicht zu den dr\u00e4ngendsten politischen Themen unserer Zeit, interessant ist sie gleichwohl. <\/p>\n\n\n\n<p>Passend zu dieser Abstimmung findet sich in der aktuellen Ausgabe des <a href=\"https:\/\/www.katapult-magazin.de\/index.php?id=2\">Katapult-Magazins<\/a> ein ausf\u00fchrlicher Artikel \u00fcber den sonderbaren Status der amerikanischen Hauptstadt, die aktuell etwa 700.000 Einwohner umfasst und mit der Metropolregion (die auch Teile von Maryland bzw. Virginia umfasst) auf ca. 5,6 Millionen Einwohner kommt. Und wie so vieles im politischen System der Vereinigten Staaten hat dieser Status mit deren Gr\u00fcndungsgeschichte zu tun. Die Gr\u00fcnderv\u00e4ter rund um George Washington entschieden sich damals, die Hauptstadt des neuen Landes komplett neu zu erschaffen, nachdem James Madison im Jahre 1788 in den Federalist Papers geschrieben hatte, es gebe &#8222;eine unabdingbare Notwendigkeit einer vollst\u00e4ndigen Autorit\u00e4t des Regierungssitzes&#8220;. Ab dem Jahre 1800 war Washington dann st\u00e4ndige Hauptstadt der USA &#8211; ein <em>Bundesdistrikt<\/em> (&#8222;District of Columbia&#8220;), kein <em>Bundesstaat<\/em> (und nicht zu verwechseln mit dem Bundestaat Washington an der amerikanischen Pazifikk\u00fcste). Einen eigenen B\u00fcrgermeister d\u00fcrfen die Einwohner Washingtons seit 1973 w\u00e4hlen, und erst mit der Ratifizierung des 23. Zusatzartikels der amerikanischen Verfassung  im Jahre 1961 ist es der Washingtoner Bev\u00f6lkerung erlaubt, in den Pr\u00e4sidentschaftswahlen Wahlm\u00e4nner und -frauen zu w\u00e4hlen. <\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende wird &#8211; aller Voraussicht nach &#8211; die oben erw\u00e4hnte Vorlage <a href=\"https:\/\/www.congress.gov\/bill\/116th-congress\/house-bill\/51?q=%7B%22search%22%3A%5B%22h.+r.+51%22%5D%7D&amp;s=1&amp;r=1\">H. R. 51<\/a> im US-Senat scheitern. Denn wenn man ber\u00fccksichtigt, dass bei der vergangenen Pr\u00e4sidentschaftswahl die Einwohner Washingtons zu 90 Prozent f\u00fcr die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gestimmt haben, ist unter Umst\u00e4nden nachvollziehbar, dass die Republikanische Mehrheit in dieser Parlamentskammer nicht daf\u00fcr stimmen wird, zwei (weitere) mutma\u00dflich Demokratische Senatoren oder Senatorinnen zu akzeptieren, gerade in Zeiten knapper Mehrheiten. Aber auch vor gut zweieinhalb Jahrzehnten konnte sich das Vorhaben, aus Washington einen Bundesstaat zu machen, im Kongress nicht wirklich gro\u00dfer Beliebtheit erfreuen. Eine entsprechende Abstimmung im Repr\u00e4sentantenhaus scheiterte im Jahre 1993 mit 153 zu 277 Stimmen, der Senat selbst hat bislang noch nie \u00fcber diese Frage abgestimmt. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Hintergr\u00fcnde zum Thema finden sich <a href=\"https:\/\/www.brookings.edu\/blog\/fixgov\/2020\/06\/25\/the-politics-and-history-of-the-d-c-statehood-vote\/\">hier<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2020\/06\/Katapult_Magazin_2020-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7838\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2020\/06\/Katapult_Magazin_2020-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2020\/06\/Katapult_Magazin_2020-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2020\/06\/Katapult_Magazin_2020-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2020\/06\/Katapult_Magazin_2020-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2020\/06\/Katapult_Magazin_2020-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Auch abseits des Washington-Artikels immer einen Blick wert: die neue Ausgabe 18 (Juli-September 2020) des Katapult-Magazins. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die f\u00fcr heute angesetzte Abstimmung des US-Repr\u00e4sentantenhauses zur Frage, ob die US-amerikanische Bundeshauptstadt Washington DC zum 51. 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