{"id":8641,"date":"2021-08-23T10:25:21","date_gmt":"2021-08-23T08:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/?p=8641"},"modified":"2021-08-23T10:27:08","modified_gmt":"2021-08-23T08:27:08","slug":"neuerscheinung-demokratie-unter-schock-von-martin-debes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/2021\/08\/neuerscheinung-demokratie-unter-schock-von-martin-debes\/","title":{"rendered":"Neuerscheinung: &#8222;Demokratie unter Schock&#8220; von Martin Debes"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 5. Februar 2020 kam es in Erfurt zu einer Z\u00e4sur: erstmals wurde mit Thomas Kemmerich (FDP) ein Kandidat mit Stimmen der AfD zum Ministerpr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Im dritten Wahlgang hatte die AfD-Fraktion nicht den eigenen Kandidaten, sondern Kemmerich gew\u00e4hlt &#8211; gemeinsam mit den Stimmen von CDU und FDP reichte es zu einer Mehrheit, Ministerpr\u00e4sident Bodo Ramelow wurde eine weitere Amtszeit (vorl\u00e4ufig) versagt. Nach wenigen Tagen und einem Proteststurm, der weit \u00fcber die Landesgrenzen Th\u00fcringens hinausreichte, trat Kemmerich zur\u00fcck, im Anschluss traten die CDU-Spitzen in Th\u00fcringen, aber auch auf Bundesebene zur\u00fcck, die Frage nach dem Umgang mit der AfD stand im Fokus der politischen Debatte(n). Wie aber konnte es zu diesem Ereignis kommen? Der Th\u00fcringer Journalist <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/twitter.com\/Martin_Debes\" target=\"_blank\">Martin Debes<\/a> von der Funke-Mediengruppe, der u. a. auch f\u00fcr die ZEIT und den SPIEGEL schreibt, hat in seinem neuen Buch &#8222;Demokratie unter Schock&#8220; die Ereignisse im Umfeld des 5. Februar 2020 minuti\u00f6s rekonstruiert. Dabei greift er in seinen Schilderungen zeitlich weit zur\u00fcck, um die Hintergr\u00fcnde der Ereignisse im vergangenen Jahr nachvollziehen zu k\u00f6nnen: &#8222;War die Wahl Kemmerichs ein Komplott von AfD, CDU und FDP, ein &#8218;von langer Hand&#8216; geplanter &#8218;Pakt mit dem Faschismus&#8216;, wie es einige Linke, Sozialdemokraten und Gr\u00fcne bis heute behaupten? Oder handelte es sich eher um einen &#8218;perfiden Trick&#8216; der AfD, auf den ahnungslose Christdemokraten und Liberale hereinfielen? So jedenfalls m\u00f6chte es Thomas Kemmerich gerne betrachtet haben&#8220;, schreibt Debes im Prolog seines Buches auf S. 12. Und er f\u00e4hrt fort: &#8222;Es war komplizierter. Programme mischten sich mit Prinzipien, Ideale mit Ideologien, Ambitionen mit Anspr\u00fcchen. Hinzu kamen Dreistigkeit, Dickk\u00f6pfigkeit und Dummheit &#8211; und der eine oder andere Zufall. Gleichzeitig lassen sich die Geschehnisse nicht ohne die handelnden Personen und deren Vorgeschichte erkl\u00e4ren. Denn dies ist eine Fortsetzungsserie, mit mindestens zwei Prequels, die in den Jahren 2009 und 2014 spielten. Das Sequel d\u00fcrfte nach der kommenden Landtagswahl folgen&#8220; (ebd.). <\/p>\n\n\n\n<p>Debes st\u00fctzt sich in seinem Buch auf zahlreiche Gespr\u00e4che mit den beteiligten Protagonisten, zitiert private Textnachrichten, greift auf interne Protokolle zur\u00fcck und beleuchtet das mediale wie politische Echo der Ereignisse in Th\u00fcringen. Herausgekommen ist ein Buch, das sich stellenweise wie ein Krimi liest. Auch heute ist die Th\u00fcringer Regierungskrise augenscheinlich (noch) nicht \u00fcberwunden, denn mit der j\u00fcngsten Verschiebung der damals vereinbarten Neuwahl des Landtages, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Tag der Bundestagswahl am 26. September 2021 geplant war, bleibt das Thema auf der politischen Tagesordnung. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Debes: &#8222;Demokratie unter Schock. Wie die AfD einen Ministerpr\u00e4sidenten w\u00e4hlte&#8220;, Klartext-Verlag, Essen 2021, 248 Seiten, 18,95 Euro, ISBN: 9783837524314.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2021\/08\/Martin_Debes_Thueringen-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8642\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2021\/08\/Martin_Debes_Thueringen-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2021\/08\/Martin_Debes_Thueringen-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2021\/08\/Martin_Debes_Thueringen-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2021\/08\/Martin_Debes_Thueringen-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2021\/08\/Martin_Debes_Thueringen-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 5. 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