Zum Tag des offenen Denkmals, am 13. September 2026, lädt das ERZ Sie herzlich zu einem Tag der offenen Tür ein! Zwischen 10:00 und 16:00 Uhr wird in den Räumlichkeiten am Domplatz 7 in Merseburg die Ausstellung “Antlitz der Ewigkeit. Romanische Grabmale in Sachsen-Anhalt” präsentiert.
In der Romanik bildet sich eine besondere Form des Bestattungskultur heraus: das figürliche Grabmal. Einzigartig ist die Dichte dieser frühen, figürlich gestatlteten Grabmonumente in Sachsen-Anhalt. Den Auftakt bildet die Grablege des 1080 in der Schlacht von Hohenmölsen gefallenen Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden (um 1025–1080) im Merseburger Dom. Dieser künstlerisch herausragenden, in einem Stück gegossenen Bronzeplatte folgen die beeindruckenden, ebenfalls als Bronzegüße ausgeführten Grabplatten der Magdeburger Erzbischöfe Friedrich I. von Wettin (gest. 1152) und Wichmann von Seeburg (vor 1116–1192) im Magdeburger Dom. Doch auch die Quedlinburger Äbtissinen Adelheid I. (977–1044), Beatrix I. (1037–1061) und Adelheid II. (wohl 1045–1096) erhielten postum in der Mitte des 12. Jahrhunderts eine einzigartige Grabanlage in der Quedlinburger Stiftskirche St. Servatii.
Diese figürlichen Grabplatten halten die Erinnerung an die Verstorbenen bis heute aufrecht und sind wichtige Monumente romanischer Kunst. Mit Fotografien erlaubt die Präsentation im ERZ das Eintauchen in eine faszinierende Welt des Totengedenken, der Memoria und der Bergräbniskultur des Hochmittelalter. Die Idee zur Ausstellung entstand im Rahmen der Vorbereitung der Tagung “So ehrenvoll begraben… Rudolf von Rheinfelden und die frühen figürlichen Bronzegrabplatten bis 1200“, die das ERZ gemeinsam mit dem Institut für Kunstgeschichte, Archäologien und Klassische Altertumswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 16. bis zum 18. Oktober 2026 ausrichten wird.

