Erdgas-Sportpark


Der Stolz von Halle – der Erdgas Sportpark. Die Arena dürfte jedem Hallenser ein Begriff sein, die meisten werden auch schon im Stadion gewesen sein. Hier ist der Hallesche FC, der größte und erfolgreichste Verein der Region, zuhause. Die Arena ist ein kleines, aber stimmungsvolles Stadion, was der kompakten Bauweise zu verdanken ist. Mittlerweile ist die Arena seit fünf Jahren die Heimstätte des HFC und löste das Kurt-Wabbel-Stadion ab.

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Steffen Kluge, Teil des Fanprojekts Halle, über die Stimmung in den Stadien und Arenen in Halle:

Von der Kampfbahn bis zum Erdgas

Der Bau des Stadions wurde 1920 beschlossen. Der damalige Verein FC Wacker 1900 Halle wurde mitteldeutscher Fußballmeister und benötigte eine neue Spielstätte. Die dazu nötige Finanzierung von 1.000.000 Reichsmark wurde von der Stadt Halle ein Jahr später geleistet. Baumeister war der Stadtbaurat Wilhelm Jost. Geplant war ursprünglich eine Kapazität von 35.000 Plätzen. Zwei Jahre später wird das Stadion als „Kampfbahn der Stadt Halle“ eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt war die Anlage aber nur halbfertig, Tribünen und Umkleidemöglichkeiten wurden noch nicht angelegt. Verwendet wurde die Arena aber trotzdem.

1926 wurde der Weiterbau des Stadions beschlossen, was jetzt unter dem Namen „Stadion am Gesundbrunnen“ firmierte. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise stockte der Bau aber auch diesmal und die Sportstätte blieb weiter ein Provisorium. Es dauerte einige Jahre, bis der Bau fortgesetzt werden konnte. Erst 1935 wurde die Fertigstellung der Sportstätte beschlossen, was 1936 umgesetzt wurde. Das Stadion bekam den Namen „Mitteldeutsche Kampfbahn“ und sollte für viele Jahre eine der größten und wichtigsten Sportstätten der Region bleiben. Neben Fußball wurden hier auch Wettkämpfe im Radfahren, Boxen und der Leichtathletik durchgeführt. Bis zum endgültigen Namen dauerte es aber fast weitere zehn Jahre. 1939 bekam das Stadion im Zuge der veränderten Machtverhältnisse in Deutschland den Namen „Horst-Wessel-Kampfbahn“. Nach Ende des Krieges wurde das Stadion nach Kurt Wabbel benannt, einem halleschen Sportler, der in einem Konzentrationslager den Tod gefunden hatte.

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In den darauffolgenden Jahrzehnten war das Stadion Zeuge von vielen sportlichen Highlights, unter anderem die internationale Friedensfahrt und die deutsche Handballmeisterschaft. Und natürlich diente das Stadion hauptsächlich den Fußballern. 1969 gab es eine Premiere im Kurt-Wabbel-Stadion. Der HFC Chemie spielte damals das erste Mal mit Flutlicht, Spiele konnten also auch in die Abendstunden verlegt werden. 1991 wurde die Arena sogar Austragungsort eines Uefa-Pokal-Spiels. Der Hallesche FC spielte gegen Tornado Moskau und gewann sogar mit 2:1. 1995 kam der große FC Bayern und schoß Halle mit 12:2 aus dem Stadion. 13 Jahre später wurde das Ende des Stadions beschloßen: Aufgrund des Aufstiegs des Halleschen FC in die Regionalliga Nord wurde eine umfassende Sanierung der Arena beschloßen. Im Juni 2010 fand das letzte Spiel im alten Stadion statt.

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Moderne Fußballkultur

Der Stadionneubau kostete etwas 17 Millionen Euro, was weitestgehend von der Stadt Halle getragen wurde. Die Stadt ist Eigentümer des Stadions und hält auch die Namensrechte, der HFC ist Mieter der Anlage. Der Erdgas-Sportpark bietet Platz für 15.000 Besucher, darunter 6000 Sitzplätze und 8.800 Stehplätze. Die Tribünen sind von einem Stadiondach bedeckt, worauf eine Photovoltaik-Anlage installiert wurde. Die Flutlichtanlage auf dem Dach ermöglicht auch Live-Fernsehübertragungen bei Nacht. Die Rasenfläche besteht aus Naturrasen, der mehrfach pro Jahr neu verlegt wird. Darunter befindet sich eine Rasenheizung, um auch Spiele bei Schneefall zu ermöglichen. Die Spielfläche hat die Maße 105 x 65 Meter und liegt damit im Durchschnitt der dritten Liga.

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Eröffnet wurde das Stadion am 17.09.2011 mit einem Tag der offenen Tür. Das erste Spiel fand vier Tage später statt, zwischen dem Halleschen FC und dem Hamburger SV. Das erste Tor beim 4:1-Erfolg für Hamburg schoß ein gewisser Sören Bertram, der zwei Jahre später zum HFC wechseln sollte. Die Arena erfüllt alle Bedingungen des DFB bis zur zweiten Liga. Sollte der HFC irgendwann bis in die Bundesliga vorstoßen, müsste die Arena wieder ausgebaut werden.

Wie fußballbegeistert sind die Hallenser, Steffen Kluge?