{"id":237,"date":"2022-08-15T14:42:43","date_gmt":"2022-08-15T12:42:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/schimpfworte\/?page_id=237"},"modified":"2022-08-31T12:32:40","modified_gmt":"2022-08-31T10:32:40","slug":"historische-schimpfwoerterbuecher","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/schimpfworte\/historische-schimpfwoerterbuecher\/","title":{"rendered":"Historische Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Dokumentation von Sprache hat eine lange Geschichte. Aus Glossaren und Wortlisten hat sich im Laufe der Zeit das W\u00f6rterbuch entwickelt. Die historische Entwicklung des W\u00f6rterbuches k\u00f6nnen Sie im ersten Teil dieses Blogs nachvollziehen, der unter anderem die Frage kl\u00e4rt, welche gesellschaftlichen Einfl\u00fcsse das W\u00f6rterbuch als kulturhistorische Errungenschaft gepr\u00e4gt haben:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#kurze_geschichte_des_woerterbuches\">Eine kurze Geschichte des deutschsprachigen W\u00f6rterbuchs bis Jacob und Wilhelm Grimm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Historische W\u00f6rterb\u00fccher sind aufschlussreiche Dokumente ihres zeithistorischen Kontextes. Der zweite Teil des Blogs besch\u00e4ftigt sich mit einer spezifischen Art dieser W\u00f6rterb\u00fccher \u2013 den Schimpfw\u00f6rterb\u00fcchern. Den Einstieg in das Thema erm\u00f6glicht ein Zeitstrahl, der Ihnen einige historische Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher und Sammlungen pr\u00e4sentiert:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#schimpfwoerterbuecher\">Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wie k\u00f6nnte ein historisches Schimpfw\u00f6rterbuch aussehen, das den wissenschaftlichen Anspruch eines Standard-W\u00f6rterbuchs hat? Diese Frage stellt der dritte Teil dieses Blogs. In diesem k\u00f6nnen Sie diverse mittelalterliche Schimpfw\u00f6rter kennenlernen, die kultur- und sprachwissenschaftlich eingeordnet werden. Weitere mittelalterliche Schimpfw\u00f6rter k\u00f6nnen abschlie\u00dfend spielerisch im Rahmen eines Quiz entdeckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#schimpfwoerter_mittelalter\">Schimpfw\u00f6rter im Mittelalter<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"kurze_geschichte_des_woerterbuches\">Eine kurze Geschichte des deutschsprachigen W\u00f6rterbuchs bis Jacob und Wilhelm Grimm&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<span id=\"Vorberlegungen\"><h3>Vor\u00fcberlegungen<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Im Alltag dienen W\u00f6rterb\u00fccher oft einem normativen Sprachverst\u00e4ndnis und sollen uns vor allem eine Antwort dar\u00fcber geben, ob diese oder jene Schreibweise die korrekte ist. Dabei wird oft vergessen, dass sie keine, vom gesellschaftlichen Kontext, losgel\u00f6sten Instanzen sind, deren Bestimmungen immer widerspruchsfrei sind, oder die zu jeder Problemstellung die eine L\u00f6sung anbieten k\u00f6nnen. Vielmehr m\u00fcssen sie in ihrem jeweiligen kulturhistorischen Zusammenhang betrachtet werden, da weder das Sprachverst\u00e4ndnis, das in ihnen zur Geltung kommt, noch die angewandten wissenschaftlichen Methoden als statisch und immer g\u00fcltig verstanden werden k\u00f6nnen. Hinzu kommen die spezifischen gesellschaftshistorischen Umst\u00e4nde, unter deren Einfluss W\u00f6rterb\u00fccher entstehen, auf die sie aber gleichzeitig auch r\u00fcckwirken: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>W\u00f6rterbuch- und Gesellschaftsgeschichte sind [\u2026] insofern verbunden, als die Lexikografie selbst nicht unerheblich zur Entwicklung der Sprache wie der kulturellen Orientierung einer Gesellschaft beigetragen hat. <\/p><cite>Ha\u00df-Zumkehr, Ulrike: Deutsche W\u00f6rterb\u00fccher &#8211; Brennpunkt von Sprach- und Kulturgeschichte. 2001. S. 1<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es scheint selbstverst\u00e4ndlich, dass sich ein*e Autor*in der Produktion eines W\u00f6rterbuchs angenommen haben muss. In Anbetracht der oben genannten Faktoren, die ihre Wirkung beim Erstellen eines solchen Buches entfalten, ist diese Person allerdings nicht au\u00dfer Acht zu lassen, da erst durch sie eine bestimmte Perspektive der Kulturgeschichte pr\u00e4sentiert wird. Dieser ideologische Einfluss mag in \u00e4lteren Darstellungen gr\u00f6\u00dfer gewesen sein, pr\u00e4gt die Lexikographie aber nat\u00fcrlich bis heute und ist bei jeglicher Betrachtung wissenschaftlicher Arbeiten zu beachten. Die geistige Orientierung der Autor*innen hat \u201eunmittelbare Auswirkungen auf die methodisch-allgemeinen wie auf die praktisch-konkreten Entscheidungen der W\u00f6rterbucharbeit.\u201c (Ha\u00df-Zumkehr: Die kulturelle Dimension der Lexikografie. 2012. S. 248) In diesem Sinne ist ein W\u00f6rterbuch auch immer als Zeitdokument zu verstehen. \u201eW\u00f6rterb\u00fccher entstanden und entstehen n\u00e4mlich in erster Linie als Gebrauchsgegenst\u00e4nde. Sie werden zu bestimmten [\u2026] Zwecken geschaffen und erf\u00fcllen [\u2026] bestimmte Funktion.\u201c (Schaeder: Germanistische Lexikographie. 1987. S. 48) Diese Zwecke und Funktionen variieren in verschiedenen Epochen und resultieren in unterschiedlichen Ergebnissen und Herangehensweisen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein W\u00f6rterbuch gibt Aufschluss \u00fcber die konkreten Zeichen, die Menschen nutzten und nutzen, um sich sozial zu orientieren und die konstitutiv f\u00fcr die Herausbildung eines historisch spezifischen Bedeutungssystems sind. D.h., dass die sprachlichen Zeichen einen gemeinsamen Geltungsbereich ben\u00f6tigen, um \u00fcberhaupt als solche Anwendung zu finden und somit auch in Form eines W\u00f6rterbuchs fixiert werden k\u00f6nnen. Dabei ist von besonderem Interesse, wie sich der Geltungsbereich in welchen sozialen Gruppen ausgestaltet und inwiefern eine Bedeutung zwischen diesen gesellschaftlichen Gruppen variiert; ganz zu schweigen von der historischen Komponente.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den genannten Gr\u00fcnden scheint es wenig sinnvoll f\u00fcr eine kulturhistorische Betrachtung von W\u00f6rterb\u00fcchern einen normativen Kulturbegriff heranzuziehen, wie er uns h\u00e4ufig im Alltag begegnet, da dies allein auf eine wertende und gleichsam moralische Ebene hinaus liefe. Gerade im Hinblick auf die vielf\u00e4ltigen Faktoren, die Einfluss auf Sprach- und somit auch W\u00f6rterbuchgeschichte nehmen, bedarf es einem analytischen Verst\u00e4ndnis. \u201eMithilfe dieses analytischen Kulturbegriffs wird der Blick auf die Orientierung gelenkt, mit denen soziale Gruppen sich selbst und ihre materielle wie nichtmaterielle Umgebung zu einem halbwegs sinnvollen Ganzen machen.\u201c (Ha\u00df-Zumkehr: Die kulturelle Dimension der Lexikografie. 2012. S. 250)<\/p>\n\n\n\n<p>Dem W\u00f6rterbuch kommt insofern eine Sonderstellung zu, als es nicht blo\u00df Ausdruck der gesellschaftlich-kulturellen Umst\u00e4nde seiner Zeit ist, sondern diese auch in einer vermittelnden Funktion wiedergibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Betrachtung von W\u00f6rterb\u00fcchern ist weiterhin zu beachten, dass sie niemals dem utopischen Anspruch der Vollst\u00e4ndigkeit gen\u00fcgen k\u00f6nnen. Allein in Anbetracht des zeitlichen Aspekts k\u00f6nnen nicht die aktuellsten Entwicklungen vertreten sein, bedenkt man die Bearbeitungsdauer eines solchen Projekts. Au\u00dferdem stellt sich den Autor*innen ein weiteres Problem: Im Zuge der Dokumentationsarbeit, die die Erstellung eines W\u00f6rterbuchs vorrangig ist, bleiben wenig Kapazit\u00e4ten auf die methodischen Fragestellungen der Darstellungen zu reflektieren und w\u00e4hrend der Sammelt\u00e4tigkeit auch die sprachtheoretischen Entwicklungen mit einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichtsdestotrotz waren und sind W\u00f6rterb\u00fccher unentbehrliche Werkzeuge, die uns Orientierung bei der Nutzung der Sprache geben und uns Einblicke in das Sprach- und Weltverst\u00e4ndnis vergangener Epochen erm\u00f6glichen. So ist es f\u00fcr eine Analyse der Geschichte der Sprache unerl\u00e4sslich die lexikographischen Produkte der Vergangenheit zu untersuchen, da diese uns Aufschluss geben k\u00f6nnen \u00fcber:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>\u201edie Herausbildung des Wortschatzes in verschiedenen Sprachstadien und in seinen verschiedenen Variet\u00e4ten, u.a. auch der Standardsprache;<\/li><li>Die lexikalische Struktur des Wortschatzes auf den einzelnen Entwicklungsstufen;<\/li><li>Das semantische und pragmatische Wissen einer Zeit;<\/li><li>Die Semantik und Pragmatik einzelner W\u00f6rter, deren Kenntnis u.a. f\u00fcr das Verstehen von Texten aus zur\u00fcckliegenden Sprachstadien unverzichtbar ist;<\/li><li>Sprachwandel, sprachliche Stratifikation und Diversifikation;<\/li><li>Die Ausbildung von Sonder- bzw. Spezialwortsch\u00e4tzen und den lexikalischen Austausch zwischen verschiedenen Variet\u00e4ten [\u2026];<\/li><li>Gesellschaftliche (politische, soziale, kulturelle usw.) sowie sachgeschichtliche Entwicklung.\u201c (Schaeder: Germanistische Lexikographie. 1987. S. 50)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Dementsprechend soll im Folgenden ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte der deutschsprachigen W\u00f6rterbucharbeit gegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<span id=\"Die_Glossographie_bis_zum_15._Jahrhundert\"><h3>Die Glossographie bis zum 15. Jahrhundert<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Die W\u00f6rterbucharbeit in Form der Dokumentation von Wortmaterial, wie wir sie uns heute vorstellen, setzte erst im Laufe des 16. Jh. ein. Zuvor dominierten Glossare, vor allem um sich die lateinische Sprache anzueignen. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist das \u00e4lteste bekannte Buch in deutscher Sprache, der <em>Abrogans<\/em>, geschrieben ca. 765. Sie fanden vor allem Verwendung in Dom- und Klosterschulen, wo sie dem Lehrbetrieb dienten und sind in der Form lateinisch-deutsch abgefasst. In erster Linie dienten sie der Bibelexegese, was auch erkl\u00e4rt, warum die \u201e(alt-)hochdeutsche Sprache nur in glossierender, also erkl\u00e4render bzw. \u00fcbersetzender Funktion\u201c Anwendung findet (Henne: Nachdenken \u00fcber W\u00f6rterb\u00fccher. 1977. S. 13). Allerdings wurden mit Hilfe der Glossare auch schon Quellen des r\u00f6mischen Rechts oder antike Texte bearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"388\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/schimpfworte\/files\/2022\/08\/abrogans-1024x388.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-580\" \/><figcaption>Ausschnitt aus dem Abrogans; St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 911, p. 3 + p. 4 \u2013 Abrogans &#8211; Vocabularius (Keronis) et Alia (https:\/\/www.e-codices.ch\/de\/list\/one\/csg\/0911)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die zu den lateinischen Vokabeln gegebenen Erkl\u00e4rungen finden sich am Rand, zwischen den Zeilen oder im Text und werden dementsprechend als Marginal-, Interlinear- oder Kontextglossen bezeichnet. Wurden die Glossen anfangs noch in den Text integriert und folgten somit dessen Chronologie, entstanden Glossensammlungen, die sich an dieser Reihenfolge orientierten und schlie\u00dflich in alphabetischer Ordnung verfasst wurden. Allerdings ist die alphabetische Ordnung nicht als selbstverst\u00e4ndlich zu betrachten. Die Anordnung innerhalb der Glossare erfolgte auch in Sachgruppen, wie beispielsweise das <em>Summarium Heinrici<\/em>, entstanden im 11. Jahrhundert, zeigt, das nach den Bereichen des Quadriviums, der Rechte und der <em>artes mechanicae<\/em> sortiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberliefert wurden die Glossensammlungen in offener Form, d.h. dass \u201eintensiv und erfolgreich abgeschrieben, erweitert, hinzugef\u00fcgt und modifiziert wurde.\u201c (Henne: Nachdenken \u00fcber W\u00f6rterb\u00fccher. 1977. S. 13)<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem 14. Jahrhundert trat eine richtungsweisende \u00c4nderung ein, die einen wichtigen Schritt hin zum W\u00f6rterbuch darstellt. Es werden Glossare erstellt, \u201edie zum ersten Mal entweder die semantische Erkl\u00e4rung auf deutsch gaben oder die Lemmatisierung in deutscher Sprache ansetzten.\u201c (Szle\u031ck: Zur Deutschen Lexikographie Bis Jacob Grimm. 1999. S. 20) Ein deutsches Stichwort mit entsprechender Erkl\u00e4rung findet sich erstmalig bei Dietrich Engelhus, der den <em>Vocabularius quadriidiomaticus<\/em> verfasste. Mit dieser Entwicklung nimmt das Deutsche eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Stellung bei der Bearbeitung der Glossare ein \u2013 es wird, ab dem 15. Jahrhundert, explizit zum Gegenstand der Arbeit, nicht zuletzt, weil das Lesepublikum mit dem aufkommenden Buchdruck stetig zunahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <em>Vocabularius ex quo <\/em>ist wohl eines der bekanntesten Beispiele f\u00fcr die, im 15. Jahrhundert vorherrschende, alphabetische Anordnung in der Lexikographie und macht den Hilfsmittelcharakter der, in dieser Zeit entstehenden, Werke deutlich. Er ist am Nutzungsinteresse der Rezipient*innen orientiert, d.h. als Werkzeug f\u00fcr den Unterricht, f\u00fcr Pfarrer, an Universit\u00e4ten usw. Hier finden sich auch deutsche Sacherl\u00e4uterungen mit grammatikalischen Informationen, wie Angaben zur Wortart und Flexionsklasse. Au\u00dferdem werden, f\u00fcr heutige W\u00f6rterb\u00fccher selbstverst\u00e4ndlich, Siglen genutzt, um den Text zu komprimieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der voranschreitenden Entwicklung und den nun teilweise vorhandenen deutschen Erkl\u00e4rungen waren die Glossare bis zu diesem Zeitpunkt noch dem Lateinischen verpflichtet. Das \u00e4ndert sich mit dem W\u00f6rterbuch <em>Te\u00fctsch Spraach. Dictionarium Germanicolatinum<\/em> von Josua Maaler, das 1561 erschien und in dem die deutschen Ausdr\u00fccke den lateinischen vorangestellt wurden.<\/p>\n\n\n\n<span id=\"Das_17._und_18._Jahrhundert_und_das_Projekt_des_groen_deutschen_Wrterbuchs\"><h3>Das 17. und 18. Jahrhundert und das Projekt des gro\u00dfen deutschen W\u00f6rterbuchs<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Nachdem im Zuge des Humanismus das Interesse an der eigenen Sprache geweckt wurde und immer mehr volkssprachliche Elemente Einzug in die W\u00f6rterbucharbeit fanden, entstand eine Tendenz des \u201enationalsprachlichen Bewusstseins in- und au\u00dferhalb der Lexikographie [\u2026].\u201c (Ha\u00df-Zumkehr: Deutsche W\u00f6rterb\u00fccher. 2001. S. 51) Der Wunsch einer einheitlichen Sprache resultierte aus mehreren Gr\u00fcnden. Zum einen aus den&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Interessen von Adel und B\u00fcrgertum, die ein effektives Sprachinstrument zur Bew\u00e4ltigung ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Aufgaben forderten; dann ein nationales und kulturpatriotisches Motiv, das die sprachliche Einigung an die Stelle nationaler und politischer Zerrissenheit [\u2026] zu setzten w\u00fcnschte; schlie\u00dflich das Bestreben der humanistischen Gelehrten, das auf Ordnung und einheitliche Formung der Sprache zielende Prinzip humanistisch-lateinischer Sprachpraxis auch auf die deutsche Sprache zu \u00fcbertragen.<\/p><cite>Henne, Helmut: Nachdenken \u00fcber W\u00f6rterb\u00fccher. 1977. S. 16<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es bildeten sich Sprachgesellschaften, die die Sprache ordnen und einem normativen Ma\u00dfstab unterwerfen wollten. Diese bestehen aus elit\u00e4ren Zirkeln, was sich im Sprachverst\u00e4ndnis \u00e4u\u00dfert, das vermittelt werden soll. Die bekannteste unter diesen Gruppen ist die \u201eFruchtbringende Gesellschaft\u201c. Gegen \u201eschlechtes\u201c Deutsch m\u00fcsse vorgegangen werden, das vor allem durch vermeintlich fremde Einfl\u00fcsse entstehe. Sprachpatriotismus kommt auf und kulminiert in der Vorstellung einer \u201eErzsprache\u201c, die gott- und naturgegeben sei \u2013 somit also auch anderen Sprachen \u00fcberlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese sprachideologische Entwicklung entfaltete, aufgrund der Verz\u00f6gerung, die der W\u00f6rterbucharbeit eigen ist, erst im 18. Jahrhundert ihre volle Wirkung. Die Ansicht einer \u201crichtigen\u201d Sprache und die, vor allem durch die Sprachgesellschaften eingef\u00fchrte, Ablehnung der Mundart &#8211; dialektale Einfl\u00fcsse seien regellos und somit zu verwerfen &#8211; f\u00fchrte zu einer Hierarchisierung der Sprachvarianten: der sogenannte \u201cProzess der Vertikalisierung des Variantenspektrums.\u201d (Ha\u00df-Zumkehr: Deutsche W\u00f6rterb\u00fccher. 2001. S. 89f) An der Spitze dieser Rangordnung steht eine Leitvariet\u00e4t, die mit verschiedenen Begr\u00fcndungen gerechtfertigt wurde: vereinheitlichte und klare Sprache sei innerhalb des Wissenschafts- und Technikbetriebs unerl\u00e4sslich f\u00fcr eine unmissverst\u00e4ndliche Kommunikation; sie trage zur \u201csittlich-moralischen Entwicklung\u201d der Bev\u00f6lkerung bei und sie diene als kulturpatriotisches Symbol, das die Einheit der Nation gewisserma\u00dfen vorwegnehme, wobei letzteres Argument als das wohl dominanteste einzuordnen ist. Als geeignetste Variet\u00e4t wurde das \u201cMei\u00dfnische Deutsch\u201d aus dem Raum Leipzig\/Dresden angesehen, unter anderem auch aus dem Grund, weil Luthers Bibel\u00fcbersetzung in dieser Mundart vorlag. Die Durchsetzung erfolgte durch die Nutzung im Rechtskontext, der Orientierung an bestimmten Texten und nat\u00fcrlich der Fixierung in W\u00f6rterb\u00fcchern und Grammatiken.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der sich allm\u00e4hlich etablierenden Leitvariet\u00e4t und der damit verbundenen Vereinheitlichung der Sprache, lockerte sich das, im 17. Jahrhundert aufgekommene, Sprachverst\u00e4ndnis im Laufe des 18. Jahrhunderts, jedoch ohne es vollkommen zu verdr\u00e4ngen. In den Vordergrund gelangte ein aufkl\u00e4rerischer-dokumentarischer Anspruch, der das gesamte Material des deutschsprachigen Raumes, mit Einbezug regionaler und sozialer Spezifik, fixieren sollte, allerdings nicht ohne deren Besonderheiten deutlich zu machen und das Bestreben, die Leitvariet\u00e4t als Standard zu setzen, in Abgrenzung zu bekr\u00e4ftigen. Die Idee eines gesamtsprachlichen W\u00f6rterbuchs kam auf, die auch einen betr\u00e4chtlichen Wandel im Sprachverst\u00e4ndnis mit sich brachte: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Erst durch die Praxis der abstrahierenden und verallgemeinernden Bestimmung der Wortbedeutung konnte die Vorstellung eines sprachsysteminh\u00e4renten und kontextenthobenen semantischen Potenzials im Unterschied zur je konkreten, einmaligen kontextspezifischen Bedeutung entstehen [&#8230;].<\/p><cite>Ha\u00df-Zumkehr, Ulrike: Deutsche W\u00f6rterb\u00fccher &#8211; Brennpunkt von Sprach- und Kulturgeschichte. 2001. S. 93<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es seien hier die beiden bekanntesten Projekte dieser Phase der W\u00f6rterbucharbeit benannt. Zum einen Johann Christoph Adelungs <em>Versuch eines vollst\u00e4ndigen grammatisch-kritischen W\u00f6rterbuchs der Hochdeutschen Mundart mit best\u00e4ndiger Vergleichung der \u00fcbrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen<\/em>, dessen f\u00fcnf B\u00e4nde der ersten Auflage zwischen 1774 und 1786 ver\u00f6ffentlicht wurden. Die hochdeutsche Mundart legte Adelung nach dem Sprachgebrauch der \u201cobern Classen\u201d der \u201cs\u00fcdlichen Churs\u00e4chsischen Lande\u201d (Mei\u00dfnisches Deutsch) fest, bestimmte sie also zugleich regional, wie sozial. Methodisch sollten vor allem die Sprachregeln beobachtet und analysiert werden, wobei das Augenmerk gleicherma\u00dfen auf der semantischen Ebene lag. Mit ca. 55 000 Stichw\u00f6rtern ist es das bis dahin umfangreichste W\u00f6rterbuch der deutschen Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach Adelung publizierte Joachim Heinrich Campe das <em>W\u00f6rterbuch der deutschen Sprache<\/em>, das in f\u00fcnf B\u00e4nden von 1807 bis 1811 erschien und von ihm explizit in Konkurrenz zu Adelung verfasst wurde. Seine Kritik galt unter anderem der Grundlage des \u201cMei\u00dfnischen Deutsch\u201d, das bei Adelung als Standard galt und somit den Eindruck entstehen lassen k\u00f6nne, es handele sich nicht um ein gesamtsprachliches W\u00f6rterbuch. Campes Zielsetzung war nach eigenem Anspruch eine p\u00e4dagogische. Es solle nicht \u201cein W\u00f6rterbuch f\u00fcr eigentliche Sprachforscher von Beruf, sondern vielmehr zum allgemeinen Gebrauch, f\u00fcr Schriftsteller, Leser, Sprachsch\u00fcler und Ausl\u00e4nder, die Deutsch lernen wollen [&#8230;]\u201d sein (Campe, Joachim Heinrich: <em>W\u00f6rterbuch der Deutschen Sprache Erster Theil. A-E.<\/em> 1807. Vorrede V). Mit einer Anzahl von 141 000 Stichw\u00f6rtern betr\u00e4gt der Umfang bei Weitem mehr als bei Adelung.<\/p>\n\n\n\n<span id=\"Das_Grimm8217sche_Wrterbuchnbsp\"><h3>Das Grimm&#8217;sche W\u00f6rterbuch&nbsp;<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Das bekannteste und umfangreichste W\u00f6rterbuch der deutschen Sprache ist das <em>Deutsche W\u00f6rterbuch<\/em> (DWB) von Jacob und Wilhelm Grimm. Bereits 1852 begann die Ver\u00f6ffentlichung, wurde allerdings erst 1960 vollendet. Betrachtet man den gesellschaftlichen Kontext, in dem die Bearbeitung ihren Anfang nahm, st\u00f6\u00dft man, \u00e4hnlich wie bereits im 17. und 18. Jahrhundert, auf die \u201cIdee eines Nationalw\u00f6rterbuchs\u201d, nun jedoch ohne den aufkl\u00e4rerischen Anspruch. (Ha\u00df-Zumkehr: Deutsche W\u00f6rterb\u00fccher. 2001. S. 120) Die ideologische Komponente, die dieser Konzeption zugrunde liegt, l\u00e4sst sich wie folgt beschreiben: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>In politischer Hinsicht soll das DWB das Verst\u00e4ndnis der Sprache aus ihrer Geschichte vermitteln und damit das Selbstverst\u00e4ndnis der Deutschen als Angeh\u00f6rigen eines Volkes und ihr Streben nach politischer Einheit f\u00f6rdern.<\/p><cite>Bahr, Joachim: <em>Periodik der W\u00f6rterbuchbearbeitung: Ver\u00e4nderungen von W\u00f6rterbuchkonzeptionen und -praxis<\/em>. 1991. S. 6<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es hat also den Anspruch, zur Konstruktion eines gemeinsamen sogenannten \u201cVolkes\u201d beizutragen; auf der Basis sprachlicher \u00dcbereinstimmung. Entsprechendes \u00e4u\u00dfert sich im Sprachverst\u00e4ndnis. Der Fokus bei der Erkl\u00e4rung von Wortbedeutungen lag nicht auf dem gegenw\u00e4rtigen Gebrauch, sondern auf der Etymologie, nicht zuletzt aus dem Grund, dass Jacob Grimm u.a. die Entdeckung des \u201csog. indoeurop\u00e4ischen Sprachzusammenhangs\u201d gelang (Ha\u00df-Zumkehr: Deutsche W\u00f6rterb\u00fccher. 2001. S. 122f). Diese historische Wortforschung ist der politischen Intentionen der Konstruktion einer Nation h\u00f6chst dienlich, da eine \u201curspr\u00fcngliche deutsche\u201d Sprache gro\u00dfes identit\u00e4tsstiftendes Potential h\u00e4tte. Jacob Grimm ging aufgrund seiner Forschung von \u201cUrbegriffen\u201d aus, die den semantischen Gehalt gegenw\u00e4rtiger W\u00f6rter beschreiben helfen k\u00f6nnten, was allerdings ein eher spekulatives Vorhaben blieb.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod Wilhelm Grimms 1859 und Jacob Grimms 1863 begann die zweite Phase der Arbeit am DWB, die bis 1908 reichte. In dieser Zeit verlor es den Status eines Nationalsymbols zu einem gewissen Grad, da es mittlerweile zur Reichsgr\u00fcndung gekommen war, welche es nun \u201ckulturell und historisch zu begr\u00fcnden\u201d galt (Ha\u00df-Zumkehr: Deutsche W\u00f6rterb\u00fccher. 2001. S. 135ff). In der dritten Phase bis 1930 wurde die Leitung der Preu\u00dfischen Akademie der Wissenschaften \u00fcbertragen, was auch zu gr\u00f6\u00dferen finanziellen Mitteln und einer Ausweitung der Anzahl der Mitarbeitenden f\u00fchrte. Ab 1930 kamen hauptberuflich t\u00e4tige Mitarbeitende hinzu, was auch der langsamen Bearbeitungsdauer geschuldet war. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Arbeit in Ostberlin und, ab 1947, auch in G\u00f6ttingen fortgesetzt, bis es 1960 schlie\u00dflich zur Ver\u00f6ffentlichung der letzten B\u00e4nde kam.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-black-background-color has-black-color\" \/>\n\n\n\n<h2 id=\"schimpfwoerterbuecher\">Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-6\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"6\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher im Laufe der Zeit\"><\/iframe><\/div>\n\n\n\n<p><br>Das erste Schimpfw\u00f6rterbuch in deutscher Sprache erschien 1797-99 unter dem Titel <em>Die N\u00fcrnberger Schimpfw\u00f6rter<\/em>. Jedoch handelt es sich dabei nicht um den ersten Text, der Schimpfw\u00f6rter dokumentiert. So finden sich auch im Mittelalter diverse Textsorten, die Schimpfw\u00f6rter enthalten. Dabei sind religi\u00f6se Schriften, wie z.B. Predigten, genauso vertreten wie s\u00e4kulare Texte, also bspw. Rechtstexte oder Strafb\u00fccher. Ein Beispiel f\u00fcr solch einen Text ist die N\u00fcrnberger Chronik, die f\u00fcr das Jahr 1346 den Stadtverweis dokumentiert, den eine Frau f\u00fcr den Fluch \u201c<em>bei Gotts Grind <\/em>[ver\u00e4chtl. f. <em>Kopf <\/em>] <em>und Zers <\/em>[Penis]\u201d erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass also bereits im Mittelalter geschimpft, gescholten und sprachlich ausgegrenzt wurde, ist belegt. Weiterhin wurden schon im Fr\u00fchmittelalter Glossare angefertigt. So ist das \u00e4lteste erhaltene Buch des Deutschen ein Synonym-W\u00f6rterbuch \u2013 der <em>abrogans<\/em>. Wieso erschien also erst in der Fr\u00fchen Neuzeit ein Schimpfw\u00f6rterbuch?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<span id=\"Technische_und_gesellschaftliche_Vernderungen\"><h3>Technische und gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Das Schimpfw\u00f6rterbuch bezieht sich auf angewandte Sprache. Wie ein herk\u00f6mmliches W\u00f6rterbuch ordnet es sie \u2013 und kontextualisiert und erkl\u00e4rt sie m\u00f6glicherweise sogar. Eine Frage, die dokumentarische Texte kl\u00e4ren k\u00f6nnen, ist: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large\"><p>\u201cWas in welcher Gesellschaft wird f\u00fcr wie wert erachtet, dass man es f\u00fcr die Zukunft festh\u00e4lt?\u201d<\/p><cite>&nbsp;Lobenstein-Reichmann, Anja: <em>Sprachliche Ausgrenzung im sp\u00e4ten Mittelalter und in der fr\u00fchen Neuzeit<\/em>. 2013. S. 159<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die diversen Texte des Mittelalters, die Schimpfw\u00f6rter enthalten, wurden nicht mit der Intention einer Dokumentation, sondern f\u00fcr einen konkreten Anwendungsbezug angefertigt. Demnach l\u00e4sst sich annehmen, dass erst in der Fr\u00fchen Neuzeit ein&nbsp; gesellschaftlicher Prozess begann, dem ein erh\u00f6htes Interesse an der Dokumentation von Schimpfw\u00f6rtern folgte. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieser gesellschaftliche Wandel ist nicht zu trennen von den technischen Neuerungen der Zeit. So nahm ab dem 15. Jahrhundert der Umfang dokumentierender Texte generell zu. Der Buchdruck setzte sich gesamtgesellschaftlich durch, das im Vergleich zu Pergament g\u00fcnstige Papier machte die Vervielf\u00e4ltigung von Texten vielen Menschen \u2013 nicht nur denen h\u00f6heren Standes \u2013 zug\u00e4nglich. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese neuen technische M\u00f6glichkeiten beeinflussten also auch qualitativ, was gedruckt wurde. Erstmals wurden prinzipiell alle Inhalte als dokumentationsw\u00fcrdig angesehen. Ein weiterer wichtiger Wandel war die gesellschaftliche Einordnung von Schimpfw\u00f6rtern. In Gerichtsprotokollen des Mittelalters ge\u00e4u\u00dferte Schimpfw\u00f6rter wurden oft mit \u201cverba iniuriosa\u201d (Ehrverletzung), \u201cunchristliche lestrungen\u201d oder \u201cdes vilains serment\u201d umschrieben, um diese nicht niederschreiben zu m\u00fcssen. Man kann also, neben anderen Gr\u00fcnden, davon ausgehen, dass es sich f\u00fcr die mittelalterlichen Schreibenden bei den Schimpfw\u00f6rtern noch um <em>Unschreibbares<\/em> handelte.<\/p>\n\n\n\n<span id=\"Schimpfwrterbcher_als_Spezialwrterbcher\"><h3>Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher als Spezialw\u00f6rterb\u00fccher<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Das Schimpfw\u00f6rterbuch ist ein Spezialw\u00f6rterbuch. Es ist deshalb auch nicht richtig, es als ausschlie\u00dflich dokumentierende Textsorte einzuordnen. So werden beispielsweise in den N\u00fcrnberger Schimpfw\u00f6rtern anhand von Kupferstichdrucken k\u00f6rperliche Merkmale mit Schimpfw\u00f6rtern verkn\u00fcpft. Darin zeigen sich Normvorstellungen und Wertma\u00dfst\u00e4be des Autors \u2013 und der Gesellschaft, in der er lebte. Das Schimpfwort<em> Lumpa Durl<\/em> wird mit einer in Lumpen gekleideten \u00e4lteren Frau illustriert. In der Fr\u00fchen Neuzeit setzte sich das Stereotyp des \u201cunw\u00fcrdigen Armen\u201d durch. Dieses grenzte sich ab von einem christlichen Armutsverst\u00e4ndnis, das Armut als Demut und somit positive Eigenschaft verstand. <em>Durl<\/em> ist au\u00dferdem eine abwertende, dialektale Bezeichnung f\u00fcr eine (untreue) Frau. Die Zeichnung unterstreicht diese Stereotype.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/schimpfworte\/files\/2022\/08\/Bildschirmfoto-2022-08-31-um-09.31.49.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-608\" width=\"NaN\" height=\"NaN\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/schimpfworte\/files\/2022\/08\/Bildschirmfoto-2022-08-31-um-09.31.49.png 342w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/schimpfworte\/files\/2022\/08\/Bildschirmfoto-2022-08-31-um-09.31.49-161x300.png 161w\" sizes=\"(max-width: 342px) 100vw, 342px\" \/><figcaption><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Ausschnitt aus den N\u00fcrnberger Schimpfw\u00f6rtern.<\/span> Kunstbibliothek. \u201eN\u00fcrnberger Schimpfw\u00f6rter\u201c. zuletzt bearbeitet 2021-11-02.\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/smb.museum-digital.de\/object\/80086\" target=\"_blank\">https:\/\/smb.museum-digital.de\/object\/80086<\/a>\u00a0(CC BY-NC-SA 3.0 DE)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Den Anspruch an einen objektiven und wissenschaftlichen Umgang mit Sprache, die ein Standard-W\u00f6rterbuch hat, stellen die meisten Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher also nicht, obwohl sie rein formal oft dem Standard \u00e4hneln. Sie sind von gesellschaftlichen Diskursen, Rechtsvorstellungen und Stereotypen nicht frei \u2013 und gerade deshalb sind sie so aufschlussreich.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1839 wurde beispielsweise das <em>Deutsche Schimpfw\u00f6rterbuch oder die Schimpfw\u00f6rter der Deutschen<\/em> mit der anonymisierten Verfasserangabe <em>Von Mir. Selbst.<\/em> publiziert. Dieser Sammlung verschiedener Schimpfw\u00f6rter gehen eine \u201cVor-Vor-Rede\u201d und eine \u201cVor-Rede\u201d im ironisierenden bis sarkastischen Stil voraus. Darin schreibt der Verfasser mit Vorgriff auf m\u00f6gliche Beschwerden:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default\"><p>Ueber das Verdorbenwerden der lieben Jugend durch dieses B\u00fcchlein ist kaum n\u00f6thig etwas zu erinnern, da diese gar nicht statt finden kann. Die Kinder des gemeinen Volks h\u00f6ren ja best\u00e4ndig von ihren Eltern, Verwandten und Bekannten eine Menge Schimpfw\u00f6rter, die sie nachlallen, welches nicht selten auch bei sogenannten Gebildeten der Fall ist, bei welchen V\u00e4terchen und M\u00fctterchen zuweilen sich recht sehr dar\u00fcber freuen, wenn ihr liebes S\u00f6hnlein das: Bestie, Canaille, das sie h\u00e4ufig gegen das Gesinde gebrauchen, recht drollig nachspricht und schon die Amme also nennt [sic].<\/p><cite>o.A.: Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch oder die Schimpfw\u00f6rter der Deutschen. Zum allgemeinen Nutzen gesammelt und alphabetisch geordnet, nebst einer Vorvor-, Vor- und Nachrede von Mir. Selbst. Arnstadt: Meinhardt. 1839, S. XXXIX.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der vermeintlich blo\u00dfen Sammlung von W\u00f6rtern geht hier also ein Kommentar auf gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse voraus. Trotz der offensichtlich ironischen Schreibweise weist diese Passage auf Schimpfw\u00f6rter als ein bestehendes Tabus hin \u2013 das der Autor dennoch betrachten m\u00f6chte. Auch die Wahl der anonymisierten Autorschaft l\u00e4sst Schl\u00fcsse darauf zu, dass es sich bei der Thematik nicht um einen ganz unverf\u00e4nglichen Gegenstand handelt. Weiterhin macht der Autor auf den st\u00e4nde\u00fcbegreifenden Gebrauch von Schimpfw\u00f6rtern aufmerksam und prangert eine gewisse Heuchelei an, die er bei den \u201csogenannten Gebildeten\u201d erkennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der 1885 erschienen Sammlung mit dem Titel <em>Deutsche Hieb- und Stichworte <\/em>von Karl Heinrich Schaible ist der Autor sich der Brisanz seines Themas bewusst:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201cMeine Herren! Sie werden sich wohl dar\u00fcber wundern, dass ich als Thema meiner heutigen Vorlesung einen so verp\u00f6nten Gegenstand gew\u00e4hlt habe, wie Schimpfen und Fluchen. Aber ich hoffe Ihnen beweisen zu k\u00f6nnen, dass auch diesen heutzutage mit Recht aus der gesitteten Gesellschaft verbannten Ausdr\u00fccken menschlicher Gem\u00fcthsbewegungen eine interessante Seite abgewonnen werden kann. Es liegt in vielen unserer deutschen Schimpf- und Fluchworte ein St\u00fcck Culturgeschichte verborgen. In manchen Fl\u00fcchen entdecken wir Spuren vergangener Culturperioden. Die Auswahl von Fl\u00fcchen des 15. und 16. Jahrhunderts, die ich Ihnen geben werde, erlaubt uns einen Blick in die Civilisation dieser Jahrhunderte zu werfen.\u201d<\/p><cite>Schaible, Karl Heinrich : Deutsche Hieb- und Stichworte. 1885.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>An diesem Beispiel wird noch einmal deutlich, dass der Zugriff auf Schimpfw\u00f6rter sich historisch sehr ver\u00e4ndert hat. Schaible reflektiert in seiner Einleitung den gesellschaftlichen Bezug der Schimpfw\u00f6rter und will gerade wegen ihres Tabus aus ihnen Schl\u00fcsse \u00fcber vergangene Kulturepochen ziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<span id=\"Schimpfwrterbuch_ist_nicht_gleich_Schimpfwrterbuch\"><h3>Schimpfw\u00f6rterbuch ist nicht gleich Schimpfw\u00f6rterbuch<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher erf\u00fcllen durchaus unterschiedliche Funktionen. Da sie oftmals regional und dialektal sind, haben sie ein identit\u00e4tsstiftendes Moment, sind aber f\u00fcr Sprecher*innen au\u00dferhalb der Region eher uninteressant. Auch formal unterscheiden sich die Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher. Manche Texte sind eher als Sammlung denn als Buch zu beschreiben. Einige sind illustriert oder wie die Schimpfw\u00f6rtersammlung <em>Altfrankfurter Spitz- und Schimpfnamen aus dem Altfrankfurter Stadt- und Landkalender auf das Jahr 1891, <\/em>der eine Parodie auf kirchliche Kalender ist, anderen Textarten nachempfunden. Auch weitere gruppenspezifische Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher sind nachweisbar, beispielsweise Sammlungen berufsspezifischer Beschimpfungen, wie ein Buch aus dem Jahr 1910 von Heinrich Klenz mit dem Titel <em>Schelten-W\u00f6rterbuch. Die Berufs-, besonders Handwerkerschelten und Verwandtes. <\/em>Viele Schimpfw\u00f6rterb\u00fccher enthalten nicht nur Schimpfw\u00f6rter im engeren Sinne, sondern \u201calles das, was man als Kraftausdr\u00fccke, Gassen- und Gossensprache zu bezeichnen pflegt oder was in den allgemeinsprachlichen W\u00f6rterb\u00fcchern stilistisch als derb, vulg\u00e4r, \u00f6. \u00e4. markiert ist\u201d (Seibicke, 1991, S. 1191).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-black-background-color has-black-color is-style-default\" \/>\n\n\n\n<h2 id=\"schimpfwoerter_mittelalter\">Schimpfw\u00f6rter im Mittelalter<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<p>In allen Zeiten und Gesellschaften wird gestritten, geflucht und geschimpft. Jede Zeit hat ihre eigenen Ausdr\u00fccke und Formeln, ihre eigene Form des Schimpfens und Scheltens. Die verwendeten Bezeichnungen, Ausdr\u00fccke oder Spr\u00fcche sagen dabei immer auch etwas \u00fcber die Werte und Normen der jeweiligen Gemeinschaft aus. Welche Gruppen werden ausgeschlossen oder ausgegrenzt? Welche Herrschaftsstrukturen werden akzeptiert, welche in Frage gestellt? Dabei finden sich fabelhafte Neusch\u00f6pfungen und Wortspiele, die immer auch zeigen: Schimpfen ist eine kreative Praxis, eine Form des sch\u00f6pferischen Sprachspiels. Das alles gilt auch f\u00fcr die mittelalterliche Gesellschaft. Einige der vergessenen Schimpfw\u00f6rter sind hier zusammengetragen und aufbereitet worden, um einen ersten Eindruck zu vermitteln. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Ein_Schimpfwrterbuch_fr_das_Mittelalter\"><h3>Ein Schimpfw\u00f6rterbuch f\u00fcr das Mittelalter<\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Obwohl die Kulturgeschichte des deutschen Mittelalters sp\u00e4testens seit der Romantik ein zentrales Interesse der kultur- und geisteswissenschaftlichen Forschung bildet und dahingehend auch die sprachliche Entwicklung dieser Epoche untersucht wurde, bleibt das Feld des Schimpfens bis in die heutige Zeit unterbelichtet. Die folgenden Eintr\u00e4ge versuchen, mittelalterliche Schimpfw\u00f6rter wissenschaftlich und analytisch aufzubereiten, um zumindest andeutungsweise zu zeigen, wie ein forschungsbasiertes Schimpfw\u00f6rterbuch aussehen k\u00f6nnte. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<span id=\"Geiler8216\"><h4><em><strong>&#8218;Geiler&#8216;<\/strong><\/em><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-7\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"7\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Geiler\"><\/iframe><\/div> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 22.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Grasteufel8216\"><h4><strong><em>&#8218;Grasteufel&#8216;<\/em><\/strong><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-8\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"8\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"&#039;Grasteufel&#039;\"><\/iframe><\/div> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 24.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Kebsweib8216_8218Klaffer8216_8218Klaffenmann8216\"><h4><strong><em>&#8218;Kebsweib&#8216;; &#8218;Klaffer&#8216;; &#8218;Klaffenmann&#8216;<\/em><\/strong><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><code><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-9\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"9\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"&#039;Kebsweib&#039;; &#039;Klaffer&#039;; &#039;Klaffenmann&#039;\"><\/iframe><\/div><\/code> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 34.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Kosel8216\"><h4><em><strong>&#8218;Kosel&#8216;<\/strong><\/em><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><code><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-11\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"11\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"&#039;Kosel&#039;\"><\/iframe><\/div><\/code> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 36.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Kuhmaul8216_8218Kuhketzer8216\"><h4><em><strong>&#8218;Kuhmaul&#8216;; &#8218;Kuhketzer&#8216;<\/strong><\/em><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><code><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-10\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"10\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"&#039;Kuhmaul&#039;; &#039;Kuhketzer&#039;\"><\/iframe><\/div><\/code> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 37.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Lotter8216\"><h4><em><strong>&#8218;Lotter&#8216;<\/strong><\/em><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-12\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"12\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"&#039;Lotter&#039;\"><\/iframe><\/div> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 41.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Mordbrenner8216\"><h4><em><strong>&#8218;Mordbrenner&#8216;<\/strong><\/em><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><code><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-13\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"13\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"&#039;Mordbrenner&#039;\"><\/iframe><\/div><\/code> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 44.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<span id=\"Steckenknecht8216\"><h4><strong><em>&#8218;Steckenknecht&#8216;<\/em><\/strong><\/h4><\/span>\n\n\n\n<p><code><div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-14\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"14\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"&#039;Steckenknecht&#039;\"><\/iframe><\/div><\/code> <sub>Deutsches Schimpfw\u00f6rterbuch, S. 66.<\/sub><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"wp-block-columns alignwide\">\n<div class=\"wp-block-column\">\n<span id=\"QUIZ:_Mittelalterliche_Schimpfwrter\"><h3>QUIZ: Mittelalterliche Schimpfw\u00f6rter<\/h3><\/span>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-18\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"18\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Quiz: mittelalterliche Schimpfw\u00f6rter\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dokumentation von Sprache hat eine lange Geschichte. 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