{"id":276,"date":"2025-10-21T10:16:00","date_gmt":"2025-10-21T08:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/?p=276"},"modified":"2026-03-13T19:49:58","modified_gmt":"2026-03-13T18:49:58","slug":"wunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/2025\/10\/wunder\/","title":{"rendered":"Wunder"},"content":{"rendered":"\n<h2><em>\u201eWunder gibt es immer wieder\u201c<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein scheinbar leichtes, fast beil\u00e4ufiges Lied, das Katja Ebstein 1970 sang \u2013 aber was meinen wir eigentlich, wenn wir von einem Wunder sprechen?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort \u00bbWunder\u00ab l\u00e4sst sich vielf\u00e4ltig deuten; als Staunen oder Zauber, Geheimnis, Transzendenz, Offenbarung oder Magie, aber auch Licht, Glanz, R\u00e4tsel, \u00dcberraschung. Wunder meint Faszination, G\u00e4nsehaut, vielleicht auch Irritation oder Epiphanie. Das Wort verweist auf etwas, das sich <strong>nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4ren l\u00e4sst<\/strong>, das Erwartungen unterl\u00e4uft oder den Blick auf die Welt f\u00fcr einen Moment ver\u00e4ndert. Dieser Schwebezustand zwischen Verstehen und Staunen macht das Wunder als Motto f\u00fcr ein k\u00fcnstlerisches Projekt so interessant. Jeden Dienstag, p\u00fcnktlich um 14:15, kommen Studis der Musikwissenschaft, Musikp\u00e4dagogik und Medien- und Kommunikationswissenschaft zusammen, um ihre ganz eigenen Wunder zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Dienstagnachmittags-Transzendenz<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wunder kann nicht nur als spektakul\u00e4re Ausnahmeerscheinungen erscheinen, sondern oft gerade im <strong>Allt\u00e4glichen<\/strong> erlebt werden. Der Film <em>Die fabelhafte Welt der Am\u00e9lie<\/em> etwa zeigt das Wunder als kleine Verschiebung der Wahrnehmung: ein unerwarteter Moment von N\u00e4he, Sinn oder Freude. Auch Katja Ebsteins Liedtext spricht weniger von gro\u00dfen metaphysischen Ereignissen als von einer grunds\u00e4tzlichen Offenheit gegen\u00fcber dem Unerwarteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am anderen Ende des Spektrums spricht E. T. A. Hoffmann \u00fcber Beethovens Instrumentalmusik als Zugang zu einem \u201eunbekannten Reich\u201c. Das Wunder der Musik bestehe darin, dass sie sich der Sprache entziehe und den Menschen aus der Welt der eindeutigen Gef\u00fchle und Begriffe hinausf\u00fchre \u2013 in eine Erfahrung von Unendlichkeit, Sehnsucht und Entr\u00fcckung. Typisch romantisch, pathetisch eben.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Wunder erleben<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>So vielf\u00e4ltig die Auffassungen von Wunder sind, so unterschiedliche k\u00f6nnen die Ideen sein, wie sich Wunder im Konzertkontext denken lassen kann. Erschafft man im Konzert Wunder \u00fcber Effekt? Ist es ein besonderer Klang? Ein \u00fcberraschender Moment? Oder entsteht Wunder dort, wo Menschen mit Musik ganz offen und ehrlich in Beziehung treten?<\/p>\n\n\n\n<p>In einem der ersten StudiLab-Workshops tauschen sich die Studierenden \u00fcber Konzertmomente aus, die als wundersam erlebt wurden; Situationen, in denen N\u00e4he zwischen Publikum und Musiker*innen entstand, Augenblicke, in denen etwas Ungeplantes geschah und das Erlebnis gerade dadurch besonders intensiv wirkte. Die Vielfalt, aber auch die Individualit\u00e4t dieser Erlebnisse zeigt, dass sich Wunder nicht einfach so herstellen lassen. Sie entziehen sich der vollst\u00e4ndigen Planung. Und doch k\u00f6nnen <strong>Rahmenbedingungen<\/strong> geschaffen werden, die sie beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Wunder planen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Am Ende des Workshops steht keine klare Definition von Wunder, sondern die Auffassung, dass Wunder dort entstehen, wo man bereit ist, sich auf Unerwartetes voll und ganz einzulassen. Diese Offenheit ist auch eine Grundlage f\u00fcr das StudiLab an. Das Motiv \u00bbWunder\u00ab dient nicht als dekoratives Thema, sondern \u00f6ffnet einen Imaginationsraum. Es l\u00e4dt dazu ein, das Konzert als Situation zu verstehen, die im besten Fall viele kleine Wunder hervorbringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWunder gibt es immer wieder\u201c Ein scheinbar leichtes, fast beil\u00e4ufiges Lied, das Katja Ebstein 1970 sang \u2013 aber was meinen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6503,"featured_media":189,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}}},"categories":[4,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6503"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=276"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":425,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions\/425"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/media\/189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}