{"id":353,"date":"2025-12-16T16:34:00","date_gmt":"2025-12-16T15:34:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/?p=353"},"modified":"2026-03-13T20:44:31","modified_gmt":"2026-03-13T19:44:31","slug":"marketing-grundlagen-mit-torsten-evers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/2025\/12\/marketing-grundlagen-mit-torsten-evers\/","title":{"rendered":"Marketing mit Torsten Evers"},"content":{"rendered":"\n<p>Welche Rolle spielt Marketing in einem Seminar \u00fcber Konzertgestaltung? Eine gr\u00f6\u00dfere, als man vielleicht zun\u00e4chst erwarten. Denn Marketing beschr\u00e4nkt sich nicht auf Werbung oder Social Media.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Gastvortrag gibt Torsten Evers, Leiter der Stabsstelle Hochschulmarketing und Veranstaltungsmanagement der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg, einen Einblick in Grundlagen und Strategien modernen Marketings.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/StudiLab-Wunder-\u00a9-Anna-Schaefer-1024x768.png\" alt=\"StudiLab \u00bbWunder\u00ab \u00a9 Anna Schaefer\" class=\"wp-image-354\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/StudiLab-Wunder-\u00a9-Anna-Schaefer-1024x768.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/StudiLab-Wunder-\u00a9-Anna-Schaefer-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/StudiLab-Wunder-\u00a9-Anna-Schaefer-768x576.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/StudiLab-Wunder-\u00a9-Anna-Schaefer-1536x1152.png 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/StudiLab-Wunder-\u00a9-Anna-Schaefer.png 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>StudiLab \u00bbWunder\u00ab \u00a9 Anna Schaefer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2><strong>Marketing \u2260 Werbung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Marketing ist <strong>nicht<\/strong> gleich Werbung und auch <strong>nicht<\/strong> gleich Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Werbung oft auf kurzfristige Aufmerksamkeit und einen \u201eCall to Action\u201c zielt, verfolgt Marketing langfristigere Ziele: Bekanntheit, Image, Kompetenzzuschreibung, Zufriedenheit und Bindung. Gerade im Kulturbereich \u2013 wo es meist um sogenannte\u00a0<strong>Erfahrungs- oder Vertrauensg\u00fcter<\/strong>\u00a0geht \u2013 ist das entscheidend. Ein Konzert kann man nicht ausprobieren oder zur\u00fcckgeben. Man muss dem Veranstalter glauben, dass sich der Besuch lohnt. Kulturmarketing ist also das glaubhafte Versprechen einer zuk\u00fcnftigen Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Die Copy-Strategie: Klarheit vor Gestaltung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bevor \u00fcberhaupt an Plakate, Social Media oder Grafiken zu denken ist, ist inhaltliche Klarheit n\u00f6tig. Daf\u00fcr dient die\u00a0<strong>Copy-Strategie<\/strong>, die Antworten auf f\u00fcnf zentrale Fragen b\u00fcndelt:<\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li>Was ist unser Alleinstellungsmerkmal (USP)?<\/li><li>Welchen konkreten Nutzen hat das Angebot f\u00fcr die Zielgruppe?<\/li><li>Warum sind wir glaubw\u00fcrdig?<\/li><li>In welcher Tonalit\u00e4t wollen wir kommunizieren?<\/li><li>Was ist unser \u00fcbergeordnetes Leistungsversprechen (Mission)?<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Wichtig dabei: realistisch bleiben. Marketing bedeutet nicht, Dinge sch\u00f6nzureden oder sich Wunsch-Zielgruppen herbeizuphantasieren, sondern Angebote ehrlich zu analysieren und verst\u00e4ndlich zu formulieren. Erst auf dieser Basis kann externe Gestaltung sinnvoll funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/PXL_20251202_132916221-1024x769.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-355\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/PXL_20251202_132916221-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/PXL_20251202_132916221-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/PXL_20251202_132916221-768x577.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/PXL_20251202_132916221-1536x1153.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/studilab\/files\/2026\/02\/PXL_20251202_132916221-2048x1538.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2><strong>Der 8P-Marketing-Mix: Ein Ordnungsrahmen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Als zentrales Werkzeug stellt Torsten Evers den <strong>8P-Marketing-Mix<\/strong> vor. Er hilft, Marketing ganzheitlich zu denken und nicht auf einzelne Ma\u00dfnahmen zu verengen. Die acht Handlungsfelder sind:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Produkt<\/strong> \u2013 was bieten wir eigentlich an?<\/li><li><strong>Preis<\/strong> \u2013 nicht nur Eintrittspreis, sondern auch Zeitaufwand, Anreise, sonstige H\u00fcrden (etwa Kinderbetreuung, Dress-Code etc.)<\/li><li><strong>Place<\/strong> \u2013 wo und wie kommen Angebot und Publikum zusammen (geographische Eingrenzung)?<\/li><li><strong>Promotion<\/strong> \u2013 Werbung, PR, Kommunikation<\/li><li><strong>Prozesse<\/strong> \u2013 Abl\u00e4ufe, Zug\u00e4nglichkeit, Benutzerfreundlichkeit<\/li><li><strong>Physical Environment<\/strong> \u2013 Raum\/Gestaltung, Erscheinungsbild, Atmosph\u00e4re<\/li><li><strong>Personal<\/strong> \u2013 Menschen als entscheidender Kontaktpunkt<\/li><li><strong>Partizipation<\/strong> \u2013 Beteiligung von Zielgruppen und Multiplikatoren<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Marketing bedeutet, diese Bereiche\u00a0<strong>aufeinander abzustimmen<\/strong>. Oft lassen sich gro\u00dfe Effekte erzielen, ohne einen einzigen Flyer zu drucken \u2013 etwa durch die Optimierung von Abl\u00e4ufen oder niedrigere Zugangsh\u00fcrden. Ein Beispiel aus dem Arbeitskontext von Torsten Evers: Die Anzahl an Studienabbrecher wurde alleine durch Optimierungen im Verwaltungsbereich drastisch reduziert. Inzwischen werden Studierende nicht mehr automatisch exmatrikuliert, wenn sie Unterlagen versp\u00e4tet einreichen. Das Entgegenkommen der Verwaltungsstruktur war an dieser Stelle wirkungsvoller als ein Flyer f\u00fcr das \u00fcbergeordnete Marketing-Ziel der Steigerung der Studierendenzahl. <strong>Marketing ist also auch ein Management-Prinzip<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Zielgruppen im Mittelpunkt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein weiteres zentrales Prinzip: Nicht das Produkt, sondern die Zielgruppe steht im Zentrum.<br>Dabei unterscheidet Torsten Evers zwischen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Prim\u00e4ren Zielgruppen<\/strong> (Stammpublikum),<\/li><li><strong>Sekund\u00e4ren Zielgruppen<\/strong> (z. B. Eltern, Freund*innen),<\/li><li><strong>Multiplikatoren<\/strong> (Presse, Institutionen, Netzwerke)<\/li><li>und weiteren <strong>Stakeholdern<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Um Zielgruppen greifbar zu machen, helfen\u00a0<strong>Personas<\/strong>\u00a0\u2013 fiktive, datenbasierte Vertreter*innen realer Gruppen. Auch Studien oder verschiedene KI-Tools k\u00f6nnen dabei unterst\u00fctzen, Bed\u00fcrfnisse, Vorbehalte und Nutzungsmuster besser zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>SMART-Ziele als Schl\u00fcssel zum Erfolg<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Besonders wichtig f\u00fcr Projekte im Kulturbereich:<br><strong>Marketing-Ziele sind keine Ma\u00dfnahmen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ziel ist nicht \u201eeinen Flyer drucken\u201c, sondern etwa:<br><em>\u201eWir werden zum Semesterbeginn feststellen, dass X neue Personen aus Zielgruppe Y unser Angebot wahrgenommen haben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Solche Ziele sollten nach der <strong>SMART-Regel<\/strong> formuliert sein: spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert. Nur so lassen sie sich sp\u00e4ter auch gegen\u00fcber F\u00f6rderern oder Kooperationspartnern begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Kommunikation gezielt denken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Torsten Evers betont zudem, wie wichtig es ist, Kommunikation als <strong>Kette<\/strong> zu begreifen: Flyer, Website, Social Media, pers\u00f6nliche Ansprache \u2013 nichts wirkt f\u00fcr sich allein. Entscheidend ist die Frage:<br><em>Was soll passieren, wenn jemand mit diesem Kommunikationsmittel in Kontakt kommt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei gilt: Viele Kan\u00e4le sind passiv. Sie brauchen aktive Ma\u00dfnahmen, die Menschen dorthin f\u00fchren. Kommunikation entsteht nicht durch Materialien, sondern durch Menschen, die sie nutzen, weitertragen und lebendig machen.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Fazit f\u00fcr StudiLab<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Gutes Marketing beginnt nicht bei der Werbung, sondern bei Zielen, Haltung und Struktur. Gerade f\u00fcr ein Projekt wie StudiLab hei\u00dft das, die eigenen Ziele klar zu definieren, die Zielgruppen ernst zu nehmen und Marketing als Teil des Gesamtkonzepts zu verstehen \u2013 nicht als nachtr\u00e4gliche Verpackung.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder, wie Torsten Evers es zusammenfasst:<br>\u201eMan muss sich nicht qu\u00e4len \u2013 man muss sich nur zu helfen wissen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Rolle spielt Marketing in einem Seminar \u00fcber Konzertgestaltung? Eine gr\u00f6\u00dfere, als man vielleicht zun\u00e4chst erwarten. 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