Das AMOS- Prinzip. Part 1

A wie Aktivität und Selbstverantwortung

Die Grundhaltung von Aktivität und Selbstverantwortung ist das Gegenteil von Passivität und Opferhaltung. Ohne Aktivität ist keine Veränderung möglich, reine Analyse und Betrachtung eines Problems helfen nicht weiter, wenn nicht eine Aktivität folgt. Dies klingt zuerst einmal sehr simpel, kann aber im Verlauf von Therapien schnell aus dem Fokus geraten. Wenn Patient und Therapeut sich wundern, dass trotz intensiver Analyse und Ursachenforschung keine positive Veränderung eintritt, fehlt oft die Aktivität, das konkrete Gehen des ersten Schrittes. Das kann ein ganz praktischer Schritt im Alltag sein, aber auch das aktive Anwenden von mentalen Strategien oder Übungen.

Zu dem o.g. Begriff „Opferhaltung“ möchte ich noch einem Missverständnis vorbeugen: Menschen, denen etwas angetan wurde, die zum Beispiel ein Trauma erlitten haben, sind ganz klar in dieser Situation „Opfer“ gewesen. Die Suche nach eine angeblichen Mitschuld oder Mitverantwortung kann regelrecht traumatisierend sein und eine Verarbeitung und Heilung verhindern. Mit „Opferhaltung“ ist nicht eine reale Erfahrung als „Opfer“ gemeint, sondern es geht um eine Grundhaltung von „Opfer-sein“, die über die reale Erfahrung hinaus geht. Manchmal kann es sehr schwer sein, nach dem Erleben, Opfer eines Traumas zu sein, mit all den damit verbundenen Folgen wieder in eine Haltung von Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung hinein zu finden. Und doch ist dies dringend notwendig, wenn etwas besser werden soll.

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