Das AMOS Prinzip. Part 2

M wie Menschen als bestes Heilmittel

Dies mag sehr absolut und übertrieben wirken, aber alle Untersuchungen zu Resilienz und seelischer Gesundheit betonen die überragende Bedeutung der sozialen Kontakte und Beziehungen. Eine Therapie, ob allgemeine Psychotherapie oder spezielle Traumatherapie kann nur wenig bewirken, wenn es nicht auch ganz konkret um dieses Thema geht. Dazu gehört sowohl die Bestandsaufnahme des aktuellen „sozialen Netzes“ als auch die Betrachtung der Beziehungsqualitäten. Bei der Formulierung der Ziele ist der zwischenmenschliche Bereich dringend miteinzubeziehen, oft geht es zum Beispiel darum, sich erstmals überhaupt ein soziales Netz aufzubauen.

Isolation und Einsamkeit machen krank, in Isolation kann keine nachhaltige Gesundung stattfinden.

In der Therapie:

Auch wenn Traumatherapien grundsätzlich den Schwerpunkt eher auf Einzeltherapie haben, ist oft eine zusätzliche Einbindung in eine Therapiegruppe hilfreich. Es muss dann klar besprochen werden, dass Trauma-Inhalte ihren Platz nur in der Einzeltherapie haben.

Eine weitere Bedeutung hat die Beziehungsebene für die Beziehung zwischen Patient und Therapeut. Das Miteinander in den Therapiestunden sollte regelmäßig zum Thema gemacht werden. Dies ist meist zu Beginn ungewohnt, aber es stellt sich schnell ein „Übungseffekt“ ein. Im weiteren Verlauf wird es immer „normaler“ sich über den Draht zwischen Patient und Therapeut auszutauschen. Dabei kann es sowohl um Irritationen, Enttäuschungen und Missverständnisse, als auch um Wünsche oder hilfreich erlebte Situationen gehen

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