Patientin erzählt. Lücke im Lebenslauf

Ich habe oft, wenn ich von Fremden oder Bekannten gefragt wurde was ich in den letzten Monaten gemacht habe, meinen Krankenhausaufenthalt verschwiegen oder andere Gründe vorgeschoben. Aber warum?! Weil ich wusste, dass ich genau dieses Kopfkino bei den meisten Menschen lostreten würde und ich so oder so nicht mit ehrlichem Verständnis rechnen könnte.

Wenn ich mich jetzt bei einem Unternehmen bewerben möchte, stellt sich mir die Frage, wie ich das Loch in meinem Lebenslauf stopfen soll. Denn dem potentiellen Arbeitgeber die Wahrheit zu erzählen ist keine Option. Viel zu groß wäre in seinen Augen die Gefahr für einen Rückfall oder ständige Krankmeldungen. Er sieht die Gefahr der Instabilität und Leistungsminderung und sortiert Einen im Vergleich mit den anderen Bewerbern aus.

Welchen Umgang oder welche Reaktion ich mir mit psychisch Kranken wünsche?!

Weder Mitleid noch vorgeschobenes Verständnis, was nach und nach in Kontaktabbruch übergeht. Ich wünsche mir einfach genauso behandelt zu werden wie jeder andere auch. Ich bin immer noch Karen Pesch und nicht meine Krankheit. Und wenn sich dieser offenere Umgang mit dem Thema psychische Erkrankungen manifestiert und man sich nicht mehr dafür schämen oder rechtfertigen muss, dann wird auch die Hemmschwelle geringer für sich einzugestehen, dass man Hilfe benötigt und sich diese zu suchen.

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