Selbsthilfe

Was kann ich direkt nach dem Erleben eines Traumas selbst tun?

Das wichtigste ist erst einmal sich körperlich und seelisch in Sicherheit zu bringen. Hat dir zum Beispiel jemand Gewalt angetan, suche Zuflucht bei einer Person deines Vertrauens. Auch nach Unfällen ist es wichtig, nicht nur medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, sondern auch sich an vertraute Menschen zu wenden. Dabei ist es gut, nicht mit zu vielen Menschen immer wieder über das traumatische Erlebnis zu sprechen, sondern sich wenigen oder auch nur einem Menschen anzuvertrauen, der zuverlässig und mitfühlend ist und Sicherheit vermitteln kann. Es empfiehlt sich, nicht zu viel über das Erlebte zu sprechen, da gerade in der Akutphase das Darüber-Reden immer wieder die schlimmen Gefühle aktiviert. Dies mag erst einmal etwas unverständlich klingen, weil sonst eher die Devise gilt, möglichst viel über Probleme zu reden. Aber im Fall eines traumatischen Ereignisses gelten in gewisser Hinsicht andere Gesetze.

Was kann ich die ersten Wochen nach einem traumatischen Erlebnis tun?

Da ein Trauma für die Betroffenen ein „Maximalstressereignis“ ist, tut all das gut, was der allgemeinen Erholung nach Stress hilft: eine gute Mischung aus Ruhe und Dingen, die gut tun und angenehm sind. Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, viel Bewegung und angenehme Treffen mit Freunden.

Woran erkenne ich , dass sich eine Traumafolgeerkrankung entwickelt hat?

Wenn sich auch nach mehreren Wochen noch ständig quälende Erinnerungen an das Trauma „aufdrängen“, in Bildern oder Szenen, die sich anfühlen, als ob das Trauma ständig wieder stattfindet, wenn die Reizbarkeit in eine dauerhafte „Schreckhaftigkeit“ und „Alarmstimmung“ übergeht und wenn die Stimmung zunehmend bedrückt wird und man sich niedergeschlagen fühlt, sind das Hinweise auf das Vorliegen auf eine Traumafolgestörung. Zusätzlich kann es passieren, dass man sich „dumpf“ fühlt bzw. kaum fühlen kann oder auch zeitweise wie „abgeschaltet“ ist.

Was kann ich dann tun?

Wenn du unter solchen Symptomen leidest, ist es gut, dass du dich an eine Beratungsstelle oder einen Psychotherapeuten wendest. Vielleicht kann auch Dein Hausarzt oder Deine Krankenkasse dir helfen, einen ersten Kontakt mit einem Psychotherapeuten zu bekommen. Du kannst natürlich auch im Internet selbst nach einem Therapeuten in Deiner Nähe suchen. Dabei ist es gut, schon bei der Terminvereinbarung zu sagen, dass es sich um ein Trauma handelt.