{"id":180,"date":"2020-11-02T14:32:35","date_gmt":"2020-11-02T13:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=180"},"modified":"2020-11-02T14:32:36","modified_gmt":"2020-11-02T13:32:36","slug":"es-lohnt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2020\/11\/es-lohnt-sich\/","title":{"rendered":"Es lohnt sich"},"content":{"rendered":"\n<p>Eigentlich neige ich nicht dazu, gro\u00dfe Dinge bewirken zu wollen. Mir liegen eher die kleinen Aktionen, mit Wirkung in meinem eigenen kleinen Umfeld. So, als ob man einen kleinen Stein ins Wasser wirft, der dann ganz kleine Wellen ausl\u00f6st. Aber immerhin bewegt sich etwas.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweimal wurde in letzter Zeit mein Glaube daran ersch\u00fcttert, dass das reicht. Die eine Gelegenheit war ein Vortrag, in dem im Kontext von Kooperationstheorie darauf hingewiesen wurde, dass altruistisches Verhalten (ohne Gegenbedingung oder das Aushandeln von Reziprozit\u00e4t)  oft ausgenutzt wird und dass es sein kann, dass das eigene Verhalten am Ende netto gar nichts Gutes bewirkt, weil manche Menschen sich dadurch darin best\u00e4tigt sehen, dass es ok sei, sich egoistisch oder unsolidarisch zu verhalten. Nach dem Motto &#8222;Wenn meine Nachbarin kein Auto hat und M\u00fcll vermeidet, kann ich ja ruhig die Sau rauslassen.&#8220;. Sehr desillusionierend, aber es gibt da recht viel Forschung zu und selbst wenn sich in einer Gruppe von Menschen die gro\u00dfe Mehrheit altruistisch oder zumindest solidarisch verh\u00e4lt, reicht eine kleine Minderheit egoistischer Leute, damit sich mehr und mehr Personen f\u00fcr egoistisches Verhalten entscheiden. &#8222;Wenn die das machen, dann mache ich das halt auch, ich werde ja sonst ausgenutzt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als sei das nicht ern\u00fcchternd genug, kam ich dann auch noch in eine Situation, in der ich dringend etwas tun wollte, in der aber ganz klar war, dass mein eigener kleiner Wirkungskreis nicht ausreicht. Was tun? Aktivismus liegt mir nicht, aber das schien das Gebot der Stunde zu sein. Verb\u00fcndete suchen, die eigene Stimme laut machen f\u00fcr die Betroffenen, die n\u00e4mlich keine Stimme und keine Lobby haben. Das eigene Netzwerk nutzen, um Hilfe bitten, Hilfe anbieten, politisch denken.  Auf einmal lag es an mir, zu entscheiden, ob ich Zeit investiere und ziemlich laut meine Stimme erhebe &#8211; oder eben nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein eigener kleiner Wirkungskreis ist irgendwie auch Komfortzone. Da wirke ich direkt oder vielleicht noch als Vorbild, aber ich dr\u00e4nge niemandem meine Ansichten auf, bin nicht anma\u00dfend und nur manchmal besserwisserisch. Mehr Wirkung entfalten zu wollen hie\u00df eben auch, diese Komfortzone zu verlassen und mit Mut und Einsatz dranzubleiben, Widerspruch auszuhalten und die eigenen Argumente immer weiter zu sch\u00e4rfen. Aber es lohnt sich. Und daher ist das mein Fazit. Ich m\u00f6chte weiter solidarisch sein, im kleinen Kreis Dinge verbessern und mich auch f\u00fcr Leute einsetzen, die nicht so viele M\u00f6glichkeiten haben wie ich selbst. Aber jetzt habe ich einmal gesehen, wie es ist, lauter zu werden und wirklich Einsatz zu zeigen, und ich denke, dass ich das wieder tun w\u00fcrde, wenn die Sache mir wichtig genug ist. Die Frage ist n\u00e4mlich: Wie sehr st\u00f6rt mich dieser Missstand? Reicht es nur zum Rummeckern? &#8222;Da m\u00fcsste mal jemand&#8230;!&#8220;? Nein, wenn es wirklich wichtig ist, dann muss man manchmal aktiv werden und Dinge in Bewegung bringen. Es lohnt sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich neige ich nicht dazu, gro\u00dfe Dinge bewirken zu wollen. Mir liegen eher die kleinen Aktionen, mit Wirkung in meinem eigenen kleinen Umfeld. So, als ob man einen kleinen Stein ins Wasser wirft, der dann ganz kleine Wellen ausl\u00f6st. Aber immerhin bewegt sich etwas. 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