{"id":19,"date":"2019-10-28T08:07:46","date_gmt":"2019-10-28T07:07:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=19"},"modified":"2019-10-28T08:09:29","modified_gmt":"2019-10-28T07:09:29","slug":"fehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2019\/10\/fehler\/","title":{"rendered":"Fehler"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber manche Fehler kann ich mich so richtig \u00e4rgern. Bei anderen Leuten, bei mir selbst, oder wenn ich finde, dass etwas systematisch falsch l\u00e4uft. Aber wie geht man dann sinnvoll damit um? Nur \u00e4rgern n\u00fctzt ja auch nix.<\/p>\n<p>Besonders relevant finde ich das bei Lehrveranstaltungen.<\/p>\n<p>Verrechnet an der Tafel bei der Matrixmultiplikation? Nicht so schlimm, korrigieren und dr\u00fcber lachen. Was bei der Definition vergessen oder nicht gut formuliert? Wenn es schnell auff\u00e4llt, ist das auch nicht schlimm. Einfach kl\u00e4ren und eine bessere Version hinschreiben. Fehler in \u00dcbungsaufgaben sind schon kniffliger: Eine Korrektur reicht nicht, sondern wir m\u00fcssen auch erkl\u00e4ren, was das Problem war und ggf. Verst\u00e4ndnisprobleme einfangen, die daraus entstanden sind. Doof ist auch, wenn bei der Korrektur Fehler \u00fcbersehen werden oder Dinge f\u00e4lschlicherweise angekreidet werden. Oder der Klassiker: Klausuraufgaben, die zigmal durchgelesen wurden, und dann ist da doch noch ein Tippfehler. Aber wir sind halt alle nur Menschen, das passiert!<\/p>\n<p>Ich finde es wichtig, Fehler zuzugeben und zu korrigieren, wenn das m\u00f6glich ist. Manchmal finde ich auch eine Entschuldigung angebracht. Manchmal kann das Problem nicht gekl\u00e4rt werden, und es geht nur Schadensbegrenzung.<\/p>\n<p>Aber schwierig finde ich Situationen, wo nicht so klar ist, wo der Fehler liegt und wie man das thematisiert, ohne zus\u00e4tzlich Verwirrung zu stiften. Eine Definition, die zwar funktioniert, aber irgendwie unpraktisch ist. \u00c4ndern? Oder doch damit leben? Thematisieren oder nicht? Oder ein Lemma, das allgemeiner gilt als behauptet und dass man sp\u00e4ter auch allgemeiner braucht, oder ein Spezialfall, den man eigentlich getrennt besprechen wollte und dann vergisst man es&#8230;.<\/p>\n<p>Die Liste ist endlos. Jedes Mal, wenn ich eine Vorlesung halte, schreibe ich parallel mit, was ich alles doof finde und beim n\u00e4chsten Mal besser machen m\u00f6chte. Ganz viel davon bekommen die Studis gar nicht mit. Wirkliche Fehler: Na klar m\u00fcssen die angesprochen werden. Aber die vielen Kleinigkeiten, bei denen man sp\u00e4ter merkt, dass doch ein anderes Beispiel besser gewesen w\u00e4re oder doch eine andere Erkl\u00e4rung oder doch die paar Lemmata in einer anderen Reihenfolge: Da lerne ich nie aus. Und zum Gl\u00fcck fallen den Studis oder Leuten aus dem Team auch noch manchmal Dinge auf, die ich \u00fcbersehen habe.<\/p>\n<p>Fazit?<\/p>\n<p>Fehler sind doof, und ich hasse es, zuzugeben, dass ich im Unrecht bin. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Aber aus vielen richtig bl\u00f6den Fehlern habe ich schon richtig viel gelernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber manche Fehler kann ich mich so richtig \u00e4rgern. Bei anderen Leuten, bei mir selbst, oder wenn ich finde, dass etwas systematisch falsch l\u00e4uft. Aber wie geht man dann sinnvoll damit um? Nur \u00e4rgern n\u00fctzt ja auch nix. Besonders relevant finde ich das bei Lehrveranstaltungen. Verrechnet an der Tafel bei der Matrixmultiplikation? 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