{"id":210,"date":"2020-11-24T10:01:24","date_gmt":"2020-11-24T09:01:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=210"},"modified":"2023-07-10T12:42:09","modified_gmt":"2023-07-10T10:42:09","slug":"drei-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2020\/11\/drei-fragen\/","title":{"rendered":"Drei Fragen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die folgenden drei Fragen kommen aus einer buddhistischen Geschichte aus dem Buch &#8222;Die Kuh, die weinte&#8220; von Ajahn Brahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Wann ist die wichtigste Zeit?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer ist der wichtigste Mensch?<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist die wichtigste Sache, die zu tun ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fragen haben mich eine Weile besch\u00e4ftigt und ich m\u00f6chte Sie einladen, auch dar\u00fcber nachzudenken. Die erste ist noch ganz ok, quasi zum Aufw\u00e4rmen, jedenfalls habe ich mich da schnell f\u00fcr die Antwort &#8222;jetzt&#8220; entschieden. Denn &#8222;jetzt&#8220; ist die einzige Zeit, zu der ich etwas tun kann. Die Vergangenheit kann ich nicht \u00e4ndern, die Zukunft zwar vielleicht beeinflussen, aber nicht &#8222;machen&#8220;, und daher finde ich es schl\u00fcssig, mich auf den Moment zu konzentrieren, in dem ich \u00fcberhaupt etwas Sinnvolles tun kann. Also jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Frage ist viel spannender. Vielleicht ist der wichtigste Mensch der, den ich am meisten liebe? Oder der, von dem ich am meisten lernen kann? Oder der, der mich jetzt am meisten braucht? Vielleicht bin ich es auch selbst, weil ich ja nur meine eigenen Gedanken wirklich kenne und nur mein eigenes Denken und Verhalten beeinflussen kann? Ist nicht die Besch\u00e4ftigung mit mir selbst und innere Klarheit die Grundvorausetzung daf\u00fcr, dass ich sinnvoll mit anderen interagieren kann? Pl\u00f6tzlich deutet viel darauf hin, dass ich selbst der wichtigste Mensch bin, aber das f\u00fchlt sich in vielen Situationen falsch an. In der Vorlesung bin ich nicht wichtig, da sind die Studis wichtig. In einem Gespr\u00e4ch ist die Person, die mit mir redet, mindestens genau so wichtig wie ich selbst! Ist es nicht sogar ein besonderes Geschenk, die andere Person f\u00fcr einen Moment f\u00fcr die wichtigste auf der Welt zu machen, allein durch unsere ungeteilte Aufmerksamkeit? Wenn ich allein bin oder es mir nicht gut geht und ich daher nicht so offen f\u00fcr die Probleme anderer Menschen bin, dann ist es ok, das ich f\u00fcr den Moment der wichtigste Mensch bin. (Das muss ich dann aber auch ernst nehmen.) Sobald eine andere Person dabei ist, finde ich es sch\u00f6n, ihr meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und sie f\u00fcr den Moment zum wichtigsten Menschen zu machen. <\/p>\n\n\n\n<p>So, bereit f\u00fcr die dritte Frage. Die ist auch nicht einfacher. In Analogie zur ersten Frage k\u00f6nnte man antworten &#8222;Das, was jetzt zu tun ist.&#8220; Mit dem Argument, dass man ja nur eine Sache zur Zeit tun kann, und das, was man gerade tut, ist dann am wichtigsten. Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Pr\u00e4senz. Aber wenn ich die Frage etwas anders lese, dann geht es pl\u00f6tzlich darum, was ich tun <em>soll<\/em>. Puh, gro\u00dfe Frage. Lernen? Helfen? Mitgef\u00fchl haben? Meine Stimme erheben, wenn andere nicht geh\u00f6rt werden? Leistung zeigen? Mein Potenzial nutzen? Diese Frage ist mir noch zu gro\u00df. In vielen Momenten denke ich, dass es wichtig ist, pr\u00e4sent zu sein, wach, offen. Vielleicht ist also eine m\u00f6gliche wichtigste Sache, aufmerksam zu bleiben. Nicht abzuschalten, sondern dabei zu bleiben, sich selbst und anderen zuzuh\u00f6ren. Das ist eine einfache, aber anstrenge Antwort auf eine schwierige Frage. Mal sehen, wie ich das beantworte, wenn ich \u00e4lter und weiser werde.  \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind dran!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die folgenden drei Fragen kommen aus einer buddhistischen Geschichte aus dem Buch &#8222;Die Kuh, die weinte&#8220; von Ajahn Brahm. Wann ist die wichtigste Zeit? Wer ist der wichtigste Mensch? Was ist die wichtigste Sache, die zu tun ist? Die Fragen haben mich eine Weile besch\u00e4ftigt und ich m\u00f6chte Sie einladen, auch dar\u00fcber nachzudenken. 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