{"id":223,"date":"2020-12-08T10:41:29","date_gmt":"2020-12-08T09:41:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=223"},"modified":"2020-12-08T10:45:12","modified_gmt":"2020-12-08T09:45:12","slug":"rueckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2020\/12\/rueckblick\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Oktober 2019 begann dieser Blog, geschrieben habe ich schon vorher. Erstaunlich, was sich schon alles angesammelt hat an Text! Allein 40 Blogbeitr\u00e4ge, mit sehr unterschiedlichen Themen und kaum Wiederholungen. Zweimal kam das Thema &#8222;Fehler&#8220; dran, dar\u00fcber musste ich dann etwas lachen. Ist aber auch ein wichtiges Thema, dazu k\u00f6nnte ich st\u00e4ndig was schreiben. Vor dem Blog gab es schon Text zu studienrelevanten Themen und haufenweise Material, das ich bei der Vorbereitung von Podcastfolgen gesammelt habe, u.a. in Begleitung zur freien Workshopreihe. Manche Themen kommen mehrmals vor, mit wenig Abstand und nur leicht unterschiedlichen Nuancen, so dass ich im Nachhinein sehen kann, was f\u00fcr ein Denkprozess da abgelaufen ist oder was f\u00fcr R\u00fcckmeldungen ich dazu bekommen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos R\u00fcckmeldungen: Ich habe keine Ahnung, wer das liest. Zu Beginn habe ich ein paar R\u00fcckmeldungen von Studis bekommen, vereinzelt, und die Kommentare zeigen auch, dass da Menschen was gelesen haben und die Themen interessant fanden. Ansonsten ist da nix, ich hab keine Klickzahlen oder so und kann mir vorstellen, dass das einfach nur f\u00fcr mich selbst und noch zwei, drei andere Menschen ist. Falls es Stammleser*innen gibt: Das ist der Beitrag, bei dem ein Kommentar nach dem Motto &#8222;Hier! Ich! Ich les das!&#8220; sinnvoll ist und ich verspreche, dass ich regelm\u00e4\u00dfig nach Kommentaren schaue und sogar antworte. Bisher hab ich die Kommentare nur gelesen und mich gefreut.<\/p>\n\n\n\n<p>Mich hat aber auch die ganze Zeit gar nicht so besch\u00e4ftigt, wer das liest. Manchmal habe ich beim Schreiben an die Leute gedacht, die mich auf die Idee f\u00fcr einen Beitrag gebracht haben und hab mich gefreut bei dem Gedanken, dass sie das vielleicht lesen. Oder es ergab sich ein Denkansto\u00df bei einem Gespr\u00e4ch und dann f\u00fchlte sich das Schreiben so an, als w\u00fcrde ich das Gespr\u00e4ch innerlich fortsetzen und dabei Fragen formulieren, die ich im weiteren Verlauf gestellt h\u00e4tte. Jetzt, ein gutes Jahr nach Beginn des Blogs, frage ich mich, ob sich etwas \u00e4ndern w\u00fcrde, wenn ich w\u00fcsste, dass das niemand liest. Oder dass das st\u00e4ndig 50 Leute lesen. Und es f\u00fchlt sich seltsam an, das so zu schreiben, aber es spielt keine Rolle. Die Denkprozesse sind spannend, das Schreiben macht Spa\u00df und es passiert etwas, wenn die Gedanken greifbar werden und durch meine Finger und die Tastatur h\u00fcpfen, bevor sie dann festgehalten dastehen. Diese Erfahrung ist so interessant, dass ich sie sowieso machen m\u00f6chte &#8211; und schon seit Jahren mache. Damit bin ich in guter Gesellschaft: Viele Menschen schreiben f\u00fcr sich selbst, in Tagebuchform oder frei, themenbezogen, halten ihre Gedanken und Beobachtungen fest und das einfach nur, um sich selbst zu sortieren. Wie ein Selbstgespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Form &#8222;Blog&#8220; hat aber etwas ver\u00e4ndert, und daher denke ich, dass es doch eine Rolle spielt, im Hinterkopf zu haben, dass das vielleicht Leute lesen. Dabei sind mir zwei Aspekte eingefallen: Themenfilter und Konsistenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Themenfilter: Es gibt haufenweise Zeug, \u00fcber das ich nachdenke und das nicht nur mich selbst kurz danach schon nicht mehr interessiert, sondern das auch sonst niemanden interessiert. Selbst wenn ich mir da also Notizen zu einem Zwischenstand mache, wird daraus kein Blogbeitrag. Es steckt einfach kein spannender Denkansatz drin, kein Faden, den ich weiterspinnen m\u00f6chte, um mal zu gucken, was da noch so kommt. Sobald aber bei einem Thema Zug entsteht und ich dieses &#8222;Da ist was&#8220;-Gef\u00fchl habe, dann f\u00fchle ich mich durch den Blog motiviert, dranzubleiben. Manchmal ist das ein Gespr\u00e4chsfetzen, oder ein Zitat, das ich lese, oder ein Kommentar in den Nachrichten. Daf\u00fcr gibt es inzwischen einen virtuellen Zettelkasten mit Blog-Ideen. Das geht von isolierten Stichw\u00f6rtern bis hin zu konkreten Themenideen, wo dann schon ein vorl\u00e4ufiger Titel da steht und ich ein paar erste Fragen sammle. Es f\u00e4ngt immer mit Fragen an. Und ich merke, dass ein Thema richtig Zug hat, wenn sofort mehrere Fragen kommen und ich dann quasi gleich ins Schreiben komme, so dass ich mich aktiv stoppen muss. (Oder nicht, dann kommt da spontan ein Blogbeitrag raus, den ich bei n\u00e4chster Gelegenheit ver\u00f6ffentliche.)<\/p>\n\n\n\n<p>Konsistenz: Es gab mal gr\u00f6\u00dfere L\u00fccken, aber normalerweise kommen ein bis zwei Beitr\u00e4ge pro Monat, manchmal mehr. Seit es den Blog gibt, halte ich mehr nach interessanten Themen Ausschau bzw. bin sensibilisierter daf\u00fcr, wenn es w\u00e4hrend eines Gespr\u00e4chs oder beim Lesen innerlich &#8222;Aha!?&#8220; macht und ein Stichwort h\u00e4ngen bleibt. Ich w\u00fcnschte, dass ich im M\u00e4rz und April noch mehr geschrieben und noch mehr Gedanken und Stimmungen festgehalten h\u00e4tte &#8211; da gab es das innere &#8222;Aha!?&#8220; sehr oft und ich bin dem Impuls nicht immer gefolgt. R\u00fcckblickend war das eine extrem surreale und im Wortsinn merkw\u00fcrdige Zeit, von der ich gern noch mehr festgehalten h\u00e4tte. <\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich finde ich die Zugkraft, die der Blog in meinem Inneren entfaltet,  spannend. Und es ist sehr viel Text entstanden, ohne dass ich jemals einen Schreibmarathon veranstaltet h\u00e4tte oder so. Das alles entsteht einfach nur durch Konsistenz! In letzter Zeit habe ich mehrmals \u00fcberlegt, eine kleine Challenge zu machen. Nur f\u00fcr mich selbst, um mal zu gucken, was so geht. Zum Beispiel: Eine Woche lang jeden Tag einen Beitrag. Oder sogar einen Monat lang. Aktuell habe ich noch zu viel Respekt davor, aber: No risk, no fun! Oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Oktober 2019 begann dieser Blog, geschrieben habe ich schon vorher. Erstaunlich, was sich schon alles angesammelt hat an Text! Allein 40 Blogbeitr\u00e4ge, mit sehr unterschiedlichen Themen und kaum Wiederholungen. Zweimal kam das Thema &#8222;Fehler&#8220; dran, dar\u00fcber musste ich dann etwas lachen. Ist aber auch ein wichtiges Thema, dazu k\u00f6nnte ich st\u00e4ndig was schreiben. 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