{"id":433,"date":"2022-04-24T14:15:23","date_gmt":"2022-04-24T12:15:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=433"},"modified":"2022-04-24T14:15:25","modified_gmt":"2022-04-24T12:15:25","slug":"mikrokosmos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2022\/04\/mikrokosmos\/","title":{"rendered":"Mikrokosmos"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Becken in der Schwimmhalle. Der Fussballplatz. Die Mensa. Der Tanzsaal. Die Chorprobe. Unterwegs, im Zug oder in der Stra\u00dfenbahn. Viele kleine Orte oder Umgebungen, in denen wir unser Verhalten und das der anderen beobachten k\u00f6nnen. Wann denken wir &#8222;Typisch!&#8220;? Was \u00fcberrascht uns? Und was ist mit uns selbst, verhalten wir uns \u00fcberall gleich? <\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema h\u00e4ngt mir nach, seit ich bei einem Gespr\u00e4ch dazu kam und zugeh\u00f6rt habe, wo es um eine Arbeitskollegin ging, die normalerweise sehr freundlich und umg\u00e4nglich ist und die sich in manchen Situationen pl\u00f6tzlich komplett anders verh\u00e4lt &#8211; dominant, rechthaberisch, ihre Kompetenzen \u00fcberschreitend. Es ist schwierig, das im Kopf zusammenzubringen. In der Literatur oder in Filmen begegnen diese Personen uns auch &#8211; der sanfte, freundliche Familienvater, der in einer Beh\u00f6rde arbeitet und es dort genie\u00dft, im Rahmen seiner Kompetenzen anderen das Leben schwer zu machen. Als w\u00fcrde schon dieses winzig kleine bisschen Macht diese Person korrumpieren. Oder die Gro\u00dfmutter, die liebevoll mit ihren Enkelkindern spielt und sich im Rentenalter ehrenamtlich engagiert, die dann pl\u00f6tzlich nach rechts und links mit ihrer Handtasche um sich schl\u00e4gt, wenn es darum geht, in die Tram einzusteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mich selbst beobachte, dann gibt es da zwei Ebenen: Bei Personen, die ich nicht kenne, finde ich das Verhalten manchmal \u00fcberraschend und kann die \u00dcberraschung dann nur darauf zur\u00fcckf\u00fchren, dass ich aufgrund des Aussehens, des Alters oder so gewisse Erwartungen an das Verhalten hatte. Da werde ich vielleicht sogar mit eigenen Vorurteilen konfrontiert und kann etwas lernen. Anders verh\u00e4lt es sich mit Menschen, die ich kenne und die sich in einem Mikrokosmos so verhalten und in einem anderen ganz anders. Das muss ja auch nicht schlecht sein &#8211; Aggressionen und Stress beim Sport rauszulassen und dann z.B. ordentlich zu fluchen, wo man sonst keiner Fliege etwas zuleide tun k\u00f6nnte &#8211; kein Problem. Ich denke noch dar\u00fcber nach, wo mich krasse Verhaltensunterschiede irritieren und warum das so ist.  Vielleicht geht es darum, ob alles noch irgendwie stimmig zusammenpasst und einfach nur unterschiedliche Aspekte der gleichen Pers\u00f6nlichkeit sichtbar macht oder ob ich den Eindruck habe, dass da etwas unterdr\u00fcckt wird und sich auf (auto-)aggressive Art Bahn bricht. <\/p>\n\n\n\n<p>Kommt Ihnen das bekannt vor? Inwiefern verhalten Sie sich unterschiedlich, je nachdem, in welchem Mikrokosmos Sie unterwegs sind? Wie \u00e4ndern sich Ihre (K\u00f6rper-)Sprache, Ihre Umgangsformen, wie viel oder wie wenig Sie sprechen? Ist das insgesamt noch konsistent? Haben Sie den Eindruck, unterschiedliche Rollen zu spielen? Gibt es Kontexte, in denen Sie das Gef\u00fchl haben, gar nicht authentisch auftreten zu k\u00f6nnen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Becken in der Schwimmhalle. Der Fussballplatz. Die Mensa. Der Tanzsaal. Die Chorprobe. Unterwegs, im Zug oder in der Stra\u00dfenbahn. Viele kleine Orte oder Umgebungen, in denen wir unser Verhalten und das der anderen beobachten k\u00f6nnen. Wann denken wir &#8222;Typisch!&#8220;? Was \u00fcberrascht uns? Und was ist mit uns selbst, verhalten wir uns \u00fcberall gleich? 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