{"id":496,"date":"2023-01-09T09:10:22","date_gmt":"2023-01-09T08:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=496"},"modified":"2023-01-09T09:10:23","modified_gmt":"2023-01-09T08:10:23","slug":"radikale-akzeptanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2023\/01\/radikale-akzeptanz\/","title":{"rendered":"Radikale Akzeptanz"},"content":{"rendered":"\n<p>Als im akademischen Jahr 2021\/22 die Studienanf\u00e4nger*innen kamen, war ich mit einer Grundlagenvorlesung dran und hatte ziemlich viel Respekt vor dieser Aufgabe. Noch in der Pandemie, mit unterschiedlichen Einschr\u00e4nkungen und all unseren Erfahrungen, inklusive Uni, Schule und Abitur unter Pandemiebedingungen, war ich nicht sicher, in welcher psychischen Verfassung wir uns da gegen\u00fcbertreten w\u00fcrden. Dementsprechend gut war ich vorbereitet und habe mir jenseits des inhaltlichen Konzepts \u00fcberlegt, welche Haltung ich br\u00e4uchte, um es mir und den Studis etwas leichter zu machen. Dabei kam dann das &#8222;Jahr des gro\u00dfen offenen Herzens&#8220; heraus. Auch als mein Mann starb, blieb ich bei dieser Haltung und lief weiter mit offenem Herzen durch die Welt, und vor allem in den H\u00f6rsaal, denn ich hatte das Gef\u00fchl, dass diese Offenheit und Zug\u00e4nglichkeit ein wichtiger Baustein in den gut laufenden Lehrveranstaltungen waren. Auch die Studis begegneten mir mit viel Offenheit und Vertrauen, und so kamen wir gemeinsam viel besser als erwartet durch dieses erste Studienjahr, das trotz abnehmender Dramatik bei der Pandemie immer noch ziemlich ungew\u00f6hnlich war. Ich habe mir dann f\u00fcr das n\u00e4chste akademische Jahr nichts Neues \u00fcberlegt, sondern bin einfach dabei geblieben. Das Herzensthema wurde sogar automatisch gr\u00f6\u00dfer und pr\u00e4senter, denn in meiner Trauerarbeit hat die ganze Zeit meine Intuition eine gro\u00dfe Rolle gespielt. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber als jetzt das Jahr 2022 zuende ging, hatte ich das Bed\u00fcrfnis, dar\u00fcber nachzudenken, ob ein neues Thema dran sein k\u00f6nnte.  Gute Vors\u00e4tze sind ja nicht so mein Ding, und dazu habe ich auch schon mehrfach hier etwas geschrieben, aber ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Themen zu setzen.  Das Thema Intuition ist immer noch gro\u00df und war daher naheliegend. Aber da war noch etwas anderes, was ich zuerst nicht fassen konnte und was mir erst richtig ins Bewusstsein r\u00fcckte, als ich \u00fcber den Jahreswechsel stark erk\u00e4ltet zuhause sa\u00df und insgesamt nur wenig von meinen geplanten Aktivit\u00e4ten, Besuchen etc. umsetzen konnte. Ich f\u00fchlte mich hundeelend, war traurig und w\u00fctend, und in diesem Gef\u00fchlsmix kam dann das Thema. Ganz klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Radikale Akzeptanz. Mein Thema f\u00fcr dieses Jahr wird sein, radikal zu akzeptieren, was los ist, und mir dann Zeit zu nehmen, um darauf zu reagieren. Oder eben nicht. Egal, ob es die Umst\u00e4nde sind, oder anstrengende Menschen, oder Termine, oder die n\u00e4chsten Tiefpunkte in meiner Trauerarbeit &#8211; ich m\u00f6chte \u00fcben, ruhig zu bleiben, die Situation zu akzeptieren und erst dann zu gucken, wie ich mich f\u00fchle und warum und was es ggf. zu tun gibt. Die Idee ist nicht neu, ich habe im Zusammenhang mit Buddhismus schon mehrfach dazu gelesen, und f\u00fcr mich ist das Thema jetzt mal so richtig dran. <\/p>\n\n\n\n<p>Welches Thema ist bei Ihnen dran? Oder sind Sie eher der &#8222;Gute Vors\u00e4tze&#8220;-Typ? Oder vielleicht spielt der kalendarische Jahreswechsel auch gar keine Rolle?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als im akademischen Jahr 2021\/22 die Studienanf\u00e4nger*innen kamen, war ich mit einer Grundlagenvorlesung dran und hatte ziemlich viel Respekt vor dieser Aufgabe. Noch in der Pandemie, mit unterschiedlichen Einschr\u00e4nkungen und all unseren Erfahrungen, inklusive Uni, Schule und Abitur unter Pandemiebedingungen, war ich nicht sicher, in welcher psychischen Verfassung wir uns da gegen\u00fcbertreten w\u00fcrden. 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