{"id":500,"date":"2023-01-26T12:12:31","date_gmt":"2023-01-26T11:12:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=500"},"modified":"2023-01-26T12:12:51","modified_gmt":"2023-01-26T11:12:51","slug":"selbstgespraech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2023\/01\/selbstgespraech\/","title":{"rendered":"Selbstgespr\u00e4ch"},"content":{"rendered":"\n<p>Habe ich die Wohnungst\u00fcr abgeschlossen?<br>Habe ich mein Handy eingepackt?<br>Die Einkaufstasche f\u00fcr den R\u00fcckweg?<\/p>\n\n\n\n<p>Um solche Zweifel auszur\u00e4umen oder abzumildern, hilft es, laut mit sich selbst zu sprechen, w\u00e4hrend man die T\u00e4tigkeit ausf\u00fchrt bzw. Dinge einpackt. Dazu gibt es sogar Forschung &#8211; laut aussprechen hilft, egal ob es darum geht, Dinge nicht zu vergessen oder bei Sicherheitskontrollen an alles zu denken. So rede ich also morgens mit mir selbst, bevor ich mich auf den Weg zum Schwimmen mache (Schl\u00fcssel, Handy, Schwimmtasche,  warme M\u00fctze) und wenn ich meine Tasche f\u00fcr die Uni packe. Ich gehe zur Wohnungst\u00fcr, nehme den Wohnungsschl\u00fcssel und spreche aus, dass ich den in der Hand habe, bevor ich \u00fcber die Schwelle trete. Schlie\u00dflich m\u00f6chte ich mich nicht ausschlie\u00dfen. In dem Moment f\u00e4llt mir dann auch auf, ob ich den Fahrradhelm aufhabe, ihn in der Hand halte oder ob er noch im Flur an seinem Platz liegt. Wichtig ist noch, dass ich auf meine F\u00fc\u00dfe schaue, denn ich bin schon mehrmals in meinen Hauspuschen losgelaufen und habe das erst auf der Treppe bemerkt. Also: Schl\u00fcssel, Schuhe, Fahrradhelm. Und bewusstes Abschlie\u00dfen der Wohnungst\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Was in solchen Situationen hilft, n\u00e4mlich das Selbstgespr\u00e4ch, hilft auch noch ganz anders! Das habe ich ausprobiert und experimentiere gerade damit. Da es Spa\u00df macht und funktioniert, berichte ich hier davon.<br>Typische Situation:<br>Der morgendliche Einkauf dauert l\u00e4nger als erwartet, ich will eigentlich schon unterwegs sein zur Uni, dann f\u00e4llt mir noch irgendwas ein und schwupp: Es ist eine halbe Stunde sp\u00e4ter als geplant. Da ich notorisch p\u00fcnktlich und gut organisiert bin, ist das kein Problem, aber trotzdem l\u00e4uft es anders als geplant und es entsteht latenter Stress. Nach dem Motto &#8222;Eigentlich wollte ich doch schon seit einer halben Stunde am Schreibtisch sitzen.&#8220; Und dann habe ich zuerst nur gedacht und dann ausgesprochen: &#8222;Es ist erst 8 Uhr, es ist noch ganz viel Zeit! Die Vorlesung ist erst um 10, alles ist schon vorbereitet, es ist kein Problem, wenn ich erst um 8.30 oder 9 Uhr im B\u00fcro bin.&#8220; Das habe ich mir ein paar Mal gesagt, und dann noch &#8222;Ich hab alle Zeit der Welt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das wirkte Wunder!<br>Tats\u00e4chlich hatte ich ja schon viel erledigt, es gab keine Termine vor der Vorlesung, alles war vorbereitet, es gab \u00fcberhaupt keinen Grund f\u00fcr Stress.<br>Keinen.<\/p>\n\n\n\n<p>An einem anderen Tag, zuhause am Schreibtisch, dauerte ein Punkt auf meiner To-Do-Liste viel l\u00e4nger als erwartet. Latenter Stress, es ist doch noch so viel zu tun heute! Da musste wieder ein Selbstgespr\u00e4ch her: &#8222;Ich bin extra fr\u00fch aufgestanden und habe genug Puffer eingeplant. Ja, das hat jetzt lange gedauert, aber es ist noch mehr als genug Zeit f\u00fcr die anderen Sachen. Und ich kann sogar eine lange Mittagspause machen. Alles kein Problem. Ich hab alle Zeit der Welt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ist ja auch Quatsch, sich vormittags schon zu stressen. Ob abends dann alles erledigt ist oder nicht, ist zu dem Zeitpunkt ja noch gar nicht klar! Diese Selbstgepr\u00e4che helfen mir wirklich sehr. Und es macht tats\u00e4chlich etwas aus, ob ich das nur denke oder ob ich diese Gedanken ausspreche. Also laufe ich jetzt manchmal leise murmelnd herum und beruhige mich selbst, und ich m\u00f6chte \u00fcben, das routinem\u00e4\u00dfig einzusetzen, wenn etwas anders l\u00e4uft als geplant oder wenn es sehr wichtig ist, dass ich an etwas denke. Dabei achte ich darauf, einen ruhigen, freundlichen Ton zu treffen. Generell \u00fcbe ich, freundliche Selbstgespr\u00e4che mit mir selbst zu f\u00fchren, denn mir ist aufgefallen, dass ich innerlich manchmal einen unfreundlichen oder ungeduldigen Ton habe, der nicht n\u00f6tig ist. Mit einer Kollegin oder Freundin w\u00fcrde ich so nie sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kennen Sie das?<br>Sind Sie mit sich selbst strenger als mit anderen?<br>Oder umgekehrt, nachsichtiger?<br>Wie k\u00f6nnen Sie in Ihren Selbstgespr\u00e4chen einen angemessenen Ton finden?<br>In welchen Situationen k\u00f6nnte ein Selbstgespr\u00e4ch hilfreich sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Mut zum Selbstgespr\u00e4ch, ich experimentiere damit jetzt weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Habe ich die Wohnungst\u00fcr abgeschlossen?Habe ich mein Handy eingepackt?Die Einkaufstasche f\u00fcr den R\u00fcckweg? Um solche Zweifel auszur\u00e4umen oder abzumildern, hilft es, laut mit sich selbst zu sprechen, w\u00e4hrend man die T\u00e4tigkeit ausf\u00fchrt bzw. Dinge einpackt. 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