{"id":582,"date":"2023-08-23T08:36:40","date_gmt":"2023-08-23T06:36:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=582"},"modified":"2023-08-23T08:37:38","modified_gmt":"2023-08-23T06:37:38","slug":"beziehungsweise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2023\/08\/beziehungsweise\/","title":{"rendered":"Beziehungsweise"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn Sie ein Rezept f\u00fcr eine gute Arbeitsbeziehung mit Ihnen schreiben m\u00fcssten, wie s\u00e4he das dann aus?<br>Was ist wichtig, worauf sollte die andere Person unbedingt achten, damit es gut l\u00e4uft?<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie s\u00e4he ein Rezept daf\u00fcr aus, dass es so richtig schlecht l\u00e4uft?<br>Was nervt oder irritiert Sie, wie kann man es sich schnell mit Ihnen verscherzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Und wissen Sie eigentlich, was Sie selbst zu guten oder schlechten<br>Arbeitsbeziehungen beitragen?<br>Haben Sie schon mal R\u00fcckmeldungen dazu bekommen?<br>Wertsch\u00e4tzung, oder auch Kritik?<\/p>\n\n\n\n<p>Nehmen Sie sich Zeit, um \u00fcber Arbeitsbeziehungen nachzudenken und auch zu sprechen? Es ist einfach, von einem Kollegen genervt zu sein oder sich \u00fcber die Chefin zu \u00e4rgern. Immer wieder. Und dann aber nichts dagegen zu machen. Das ist zu einfach. Und es lohnt, sich, schon bei den Kleinigkeiten anzufangen und nicht zu warten, bis sich \u00c4rger aufstaut und keine gute Gespr\u00e4chsgrundlage mehr da ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist ein winziges Beispiel:<br>Ein Kollege sagte mir k\u00fcrzlich, dass er verwirrt war, als ich mal in einer E-Mail schrieb, dass ich eine R\u00fcckmeldung bis zum Wochenende haben m\u00f6chte. Davor hatte ich bei vergleichbaren E-Mails um eine R\u00fcckmeldung bis Freitag gebeten. Ich habe das versehentlich gemacht und meinte, wie immer, den Freitag. Aber ich verstehe die Verunsicherung, zumal &#8222;bis zum Wochenende&#8220; ziemlich unklar ist. W\u00e4re Sonntag Abend dann zu sp\u00e4t? Ich musste mehrfach nachfragen, um \u00fcberhaupt herauszufinden, dass es da eine Irritation gab und dass ich also in Zukunft darau achten sollte, bei R\u00fcckmeldungen klar zu schreiben, bis wann ich die brauche. Und wenn sich bei wiederkehrenden Aufgaben da etwas \u00e4ndert, lohnt sich ein Hinweis darauf, warum. Sonst denken viele Leute, man habe sich nur<br>verschrieben bzw. vertippt. Umgekehrt bitte ich auch darum, solche Infos klar anzugeben, wenn jemand mich per E-Mail nach etwas fragt. Egal ob Gutachten, Zuarbeit fuer eine Verwaltungsangelegenheit oder so: Wer vages Zeug schreibt ohne klare Ansage und Termin, bekommt von mir die Bitte um Konkretisierung oder schlimmstenfalls sogar gar keine Antwort.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Kleinigkeit mit den E-Mails kam bei einem Gespr\u00e4ch heraus, das ich gef\u00fchrt habe, um herauszufinden, was mein Kollege und ich f\u00fcr eine gute Arbeitsbeziehung brauchen. Mit manchen Leuten f\u00fchre ich solche Gesp\u00e4rche nicht extra, nicht explizit, sondern ich spreche Kleinigkeiten, die knirschen, einfach unterwegs an. Das geht, wenn wir uns schon ganz gut kennen und unkompliziert und offen miteinander sprechen k\u00f6nnen. Nach dem Motto &#8222;Hey, wir hatten doch gestern dieses Missverst\u00e4ndnis, da hab ich noch mal dr\u00fcber nachgedacht und glaube, dass ich jetzt wei\u00df, wie es dazu gekommen ist. Hier ist meine Theorie: &#8230;  Was denkst Du? Wollen wir n\u00e4chstes Mal ausprobieren, \u2026 und gucken, ob es dann besser klappt?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz einfach, wenn man es ein paar Mal gemacht hat, und es erspart mir seeeeehr viel \u00c4rger und Nervkram. Ich \u00fcbe nat\u00fcrlich noch und treffe nicht bei allen Menschen beim ersten Mal den richtigen Ton, aber mit der Zeit wird es einfacher. Und dann trauen sich die anderen auch eher, sowas mal anzusprechen und mir zum Beispiel zu sagen, wenn sie sich \u00fcber eine Frage (oder eine E-Mail) gewundert haben oder wenn sie meine Reaktion nicht richtig einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Manche Doktorandinnen m\u00f6chten nach einem Vortrag sofort alles ausf\u00fchrlich nachbesprechen, manche wollen erst eine Nacht dr\u00fcber schlafen. Das wei\u00df ich, weil wir das besprochen haben. Manche Kolleg*innen kl\u00e4ren Dinge gern per Mail, manche finden besser, wenn ich anrufe. Manche reden lieber in kleiner Runde, manche laden lieber alle ein, die ihnen einfallen, damit sich blo\u00df niemand \u00fcbergangen f\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu verstehen, wie die anderen gern arbeiten, und mich selbst zu fragen, wie ich gern arbeite und was bei engen Arbeitsbeziehungen wichtig ist, hilft mir sehr, Konfliktpotential zu reduzieren und Stress zu vermeiden. Ich bin meinen Arbeitsbeziehungen nicht ausgeliefert und kann sie aktiv mit gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo sehen Sie noch Gestaltungsspielraum?<br>Was k\u00f6nnen Sie aus gut bzw. schlecht laufenden Arbeitsbeziehungen lernen?<br>Wo haben Sie sich schon dabei ertappt, dass Sie meckern, aber dann nicht aktiv werden, um etwas zu ver\u00e4ndern? (Hand aufs Herz\u2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Sie ein Rezept f\u00fcr eine gute Arbeitsbeziehung mit Ihnen schreiben m\u00fcssten, wie s\u00e4he das dann aus?Was ist wichtig, worauf sollte die andere Person unbedingt achten, damit es gut l\u00e4uft? 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