{"id":602,"date":"2023-11-06T09:32:54","date_gmt":"2023-11-06T08:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=602"},"modified":"2023-11-06T09:32:55","modified_gmt":"2023-11-06T08:32:55","slug":"wege-zur-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2023\/11\/wege-zur-zusammenarbeit\/","title":{"rendered":"Wege zur Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie viele aktive wissenschaftliche Kooperationen haben Sie gerade?<br>Mit wie vielen Menschen, in wie vielen unterschiedlichen Projekten?<br>Wie sind die jeweils entstanden, was ist Ihre Rolle?<br>Sind sie langfristig angelegt?<br>Wo ist das Ende eines aktuellen Projekts in Sicht?<br>Wie werden Sie entscheiden, ob und wie das weitergeht?<\/p>\n\n\n\n<p>Viele dieser Fragen habe ich mir in letzter Zeit gestellt. \u00dcber manche habe ich auch mit Kolleg*innen gesprochen und dabei festgestellt, dass einige gar nicht einfach so aufz\u00e4hlen k\u00f6nnen, was sie alles machen und mit wem. Dar\u00fcber m\u00fcssen sie richtig lange nachdenken. Faszinierend finde ich dabei die gro\u00dfe Bandbreite an Kooperationsformen, je nach akademischem Alter, Fachkultur, aktueller beruflicher Position und Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum funktionieren manche Kooperationen so gut, manche dagegen, die irgendwie &#8222;kanonisch&#8220; wirken, nicht? Und warum tun sich manche so schwer damit, zu verstehen, dass fachliche oder r\u00e4umliche N\u00e4he kein Garant f\u00fcr eine gelingende Kooperation sind? Ich bleibe mal kurz bei mir. Bei manchen Menschen und bei manchen Themen habe ich sofort gedacht: Super, da klickt was, bestimmt ergibt sich daraus ein spannendes Projekt.<br>Und es geschah \u2026 nichts.<br>Oder ich werde angesprochen von Leuten, die ich immer wieder auf Konferenzen treffe, und wir m\u00f6gen gegenseitig unsere Vortr\u00e4ge, aber ich sp\u00fcre, dass das als Grundlage f\u00fcr eine Zusammenarbeit nicht ausreicht. Da muss ein Thema sein, ein Problem, eine Frage, irgendwas, auf das die andere(n) Person(en) und ich mit vergleichbarer Faszination starren, so dass wir pl\u00f6tzlich denken: Los, wir machen das jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ist mir bewusst, dass es manchmal anders l\u00e4uft. Da treffen sich zwei, drei Leute, finden sich sympathisch, haben \u00e4hnliche Forschungsinteressen und \u00fcberlegen: Woran k\u00f6nnten wir zusammen arbeiten? Manche Teams finden so zusammen, und das klappt super. Eine wirkliche Koryph\u00e4e in meinem Forschungsgebiet hat mir zum Thema &#8222;neue Kooperation&#8220; mal folgenden Hinweis gegeben: &#8222;It would be especially helpful if the two of you are good friends.&#8220; Ja, es ist ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, wenn es mehr als Zusammenarbeit ist, sondern eine kollegiale Freundschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir ist erst durch das Nachdenken \u00fcber die eingangs gestellten Fragen und auch dar\u00fcber, zu welchen Kooperationen es eben gerade nicht kam, klargeworden, dass es diese unterschiedlichen Wege gibt und dass ich unvoreingenommen bleiben m\u00f6chte bei der Frage, was wie gut funktioniert. An mir selbst merke ich, dass da viel Pers\u00f6nliches dahintersteckt. Vielleicht gibt es bei mir ein Muster, und vielleicht bleibt das so oder so \u00e4hnlich. Andere haben vielleicht andere Muster oder sind sehr flexibel. Generell ist der Wunsch nach Zusammenarbeit unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt, und es \u00e4rgert mich, dass im Bereich der Drittmittelfinanzierung immer st\u00e4rker hin zu Verb\u00fcnden argumentiert wird, obwohl l\u00e4ngst nicht alle sich bei dieser Art der Zusammenarbeit wohlf\u00fchlen. Manche arbeiten gern allein, oder in sehr kleinen Teams, sind da nicht sehr flexibel, und machen gro\u00dfartige Forschung. Die sollen dann bitte genau das machen, weil sie das offensichtlich sehr gut k\u00f6nnen. Niemand sollte sie in gro\u00dfe Verb\u00fcnde oder zu gewissen Themen dr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bereits angedeutet habe ich nicht nur \u00fcber die wunderbaren Kooperatonen nachgedacht, die ich schon hatte oder immer noch habe und f\u00fcr die ich sehr dankbar bin, sondern auch \u00fcber die, die nie zustande kamen, oder die, die ich nicht fortsetzen m\u00f6chte. Dabei habe ich viel \u00fcber mich gelernt, und daher lade ich Sie ein, bei den Fragen anzukn\u00fcpfen, mit denen wir angefangen haben.<br>Welche Kooperationen m\u00f6chten Sie nicht fortsetzen und warum?<br>Was m\u00fcssen Menschen mitbringen, damit die Zusammenarbeit gut funktioniert?<br>Was muss ein Thema mitbringen, damit Sie Lust haben, dazu eine Kooperation zu starten?<br>Wie m\u00fcssen die Rahmenbedingungen sein?<br>Was sind Hinderungsgr\u00fcnde?<br>Was sind schlechte Rahmenbedingungen?<br>Woran sind schon Kooperationen gescheitert?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viele aktive wissenschaftliche Kooperationen haben Sie gerade?Mit wie vielen Menschen, in wie vielen unterschiedlichen Projekten?Wie sind die jeweils entstanden, was ist Ihre Rolle?Sind sie langfristig angelegt?Wo ist das Ende eines aktuellen Projekts in Sicht?Wie werden Sie entscheiden, ob und wie das weitergeht? 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