{"id":605,"date":"2023-11-21T14:26:11","date_gmt":"2023-11-21T13:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=605"},"modified":"2023-11-21T14:26:12","modified_gmt":"2023-11-21T13:26:12","slug":"das-grosse-ja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2023\/11\/das-grosse-ja\/","title":{"rendered":"Das gro\u00dfe JA"},"content":{"rendered":"\n<p>Kennen Sie diesen Rat, dass man nur Ja sagen soll, wenn es ein richtig lautes, gro\u00dfes, unzweifelhaftes Ja ist (&#8222;Hell, yeah!&#8220;) und dass man sonst immer Nein sagen soll? Haben Sie das mal ernsthaft versucht?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde das nicht so hilfreich, jedenfalls nicht grunds\u00e4tzlich. Man k\u00f6nnte den Rat modifizieren zu: Ich sage auch mal z\u00e4hneknirschend Ja, wenn es eben zu meinen Hauptarbeitsaufgaben geh\u00f6rt, und da, wo ich frei bin, verwende ich die &#8222;Hell, yeah&#8220;-Regel. Schlie\u00dflich muss man auch mal in einer Berufungskommission oder einer Arbeitsgruppe zu irgendwas mitarbeiten oder einen Bericht schreiben oder so, auch wenn es gerade zeitlich gar nicht gut passt.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit ca. einem Jahr praktiziere ich eine Variante dieser Regel, an der ich richtig gut \u00fcben konnte, Priorit\u00e4ten zu setzen, und daher schreibe ich hier dar\u00fcber. Die Grundidee war, dass es ein Thema gibt, ein Herzensprojekt, dass so wichtig ist, dass unbedingt genug Zeit daf\u00fcr da sein muss, wenn es richtig losgeht. Es war verbunden mit einem Kollegen und mit einem gemeinsamen Projektantrag, in dem viel Arbeit steckte. Die Zeit f\u00fcr die Vorarbeiten und das Schreiben des eigentlichen Antrags musste freigeschaufelt werden, und dann war in meinem Kopf dieser ganz starke, laute Gedanke:<br>Wenn der Antrag bewilligt wird, dann musst Du Zeit haben, und auch den Kopf frei haben, um wirklich intensiv an dem Projekt arbeiten zu k\u00f6nnen.<br>Nicht nur wegen der Projektmittel, sondern weil es ein so tolles, so wichtiges Projekt ist. Da war ein gro\u00dfes, lautes, entschlossenes JA in meinem Kopf zu diesem Projekt und zur Zusammenarbeit mit diesem Kollegen (und anderen Menschen, die mit dazugeh\u00f6ren).<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses JA war so gro\u00df und so stark, dass es gereicht hat, um ca. ein Jahr lang (von kurz vor der Einreichung bis zum positiven Bescheid) zu ganz vielen Dingen Nein zu sagen. Immer mit der gleichen Begr\u00fcndung:<br>Wenn ich hier Ja sage, dann schneidet das Zeit und Energie ab von diesem einen tollen Projekt. Oder r\u00fcckw\u00e4rts gedacht: Wie sehr werde ich mich \u00e4rgern, wenn der Antrag erfolgreich ist und ich dann w\u00e4hrend der Projektlaufzeit diese vielen kleinen Dinge am Bein habe? Das gro\u00dfe JA war sogar nur ein &#8222;vielleicht&#8220; oder &#8222;hoffentlich&#8220;, und trotzdem war es stark genug. Ich freue mich jetzt wie ein Schneek\u00f6nig, weil wir nicht nur die F\u00f6rdermittel bekomen haben, sondern ich auch wirklich Zeit f\u00fcr das Projekt haben werde. Es ist ein ganz tolles Gef\u00fchl, den Freiraum verteidigt zu haben und die Arbeit am Projekt wirklich genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was denken Sie \u00fcber diese Strategie?<br>W\u00fcrde Ihnen auch ein Plan f\u00fcr die Zukunft dabei helfen, \u00f6fter Nein zu sagen?<br>Spricht Sie die Perspektive an, dass man sich sp\u00e4ter \u00fcber den Freiraum freuen wird?<br>Oder dass man sich \u00e4rgern w\u00fcrde, wenn man den Kalender \u00fcberladen hat?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie diesen Rat, dass man nur Ja sagen soll, wenn es ein richtig lautes, gro\u00dfes, unzweifelhaftes Ja ist (&#8222;Hell, yeah!&#8220;) und dass man sonst immer Nein sagen soll? Haben Sie das mal ernsthaft versucht? Ich finde das nicht so hilfreich, jedenfalls nicht grunds\u00e4tzlich. 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