{"id":730,"date":"2026-03-13T13:05:13","date_gmt":"2026-03-13T12:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=730"},"modified":"2026-03-13T13:57:43","modified_gmt":"2026-03-13T12:57:43","slug":"puzzlestueckchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2026\/03\/puzzlestueckchen\/","title":{"rendered":"Puzzlest\u00fcckchen"},"content":{"rendered":"\n<p>In den letzten Tagen hatte ich mehrmals das Gef\u00fchl, dass aus Gespr\u00e4chen kleine Impulse h\u00e4ngengeblieben sind und sich in ein Gesamtbild einf\u00fcgten, von dem ich vorher nicht wusste, dass es da war. Wie Puzzlest\u00fcckchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant daran ist, dass da ein befriedigendes, stimmiges Gef\u00fchl entsteht, wenn die Puzzlest\u00fcckchen an ihren Platz fallen. Und damit sich das so befriedigend anf\u00fchlen kann, muss ein Gef\u00fchl daf\u00fcr da sein, dass das  Puzzlest\u00fcckchen passt. Dass es \u00fcberhaupt zu diesem Puzzle geh\u00f6rt. Wenn ich also denke, dass ich vorher das Gesamtbild nicht kannte, dann hei\u00dft das nur, dass ich es nicht bewusst wahrgenommen habe. Unbewusst, intuitiv, wie auch immer, muss da schon eine Wahrnehmung daf\u00fcr gewesen sein, wie das Gesamtbild etwa aussieht und was dazu passt. Oder besser noch: Was noch fehlt, um das Bild zu vervollst\u00e4ndigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kann in einem Forschungsprojekt sein, wo mehrmals \u00e4hnliche Fragen aufkommen und ich erst mal nur denke: Stimmt, da ist was. Ich kann das noch nicht gut beantworten, aber die Fragen sind interessant und ich m\u00f6chte weiter dar\u00fcber nachdenken. Und dann sch\u00e4rft sich meine Aufmerksamkeit, und ich lese hier mal was und h\u00f6re da mal was und suche nach Bausteinchen f\u00fcr Antworten. Und irgendwann f\u00fchlt es sich an, als w\u00e4re ich der Antwort ein St\u00fcck n\u00e4hergekommen, und dann kann ich beim n\u00e4chsten Mal bei \u00e4hnlichen Fragen schon anders reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Umgekehrt erlebe ich in Gespr\u00e4chen manchmal, dass andere Leute diesen Eindruck von Stimmigkeit haben oder eben nicht. Im Coaching oder bei der Studienberatung &#8212; wir n\u00e4hern uns einem Problem, ein Anliegen wird geschildert, ich stelle Fragen. Manchmal kommt dann \u201eJa, genau!\u201c und manchmal eher \u201eNein, das ist es nicht.\u201c Oder \u201eNicht wirklich.\u201c Oder \u201eJa, vielleicht, aber das ist noch nicht alles.\u201c Da ist also eine Intuition dazu, was stimmig ist und was nicht, auch wenn das noch nicht in Worte zu fassen ist bzw. nicht ausreicht, um (positiv formuliert) zu beschreiben, was los ist. Ich habe gelernt, dass es das sogar als Methode gibt, wenn die Leute v\u00f6llig ratlos dasitzen: Erst mal Vermutungen anstellen und sich fragend rantasten. Manchmal regt sich dann Widerstand und man kommt der Sache dadurch n\u00e4her. Damit die Person merken kann, dass sich da etwas falsch oder unvollst\u00e4ndig anf\u00fchlt, muss irgendwo ein Gef\u00fchl da sein, gegen das wir mit der Vermutung oder Frage sto\u00dfen. Und so wird es sichtbar(er).<\/p>\n\n\n\n<p>Woher kennen Sie diesen Effekt bei sich selbst oder bei anderen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie \u00e4u\u00dfert sich das?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen hatte ich mehrmals das Gef\u00fchl, dass aus Gespr\u00e4chen kleine Impulse h\u00e4ngengeblieben sind und sich in ein Gesamtbild einf\u00fcgten, von dem ich vorher nicht wusste, dass es da war. Wie Puzzlest\u00fcckchen. 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