{"id":745,"date":"2026-06-12T10:41:32","date_gmt":"2026-06-12T08:41:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=745"},"modified":"2026-06-12T10:42:30","modified_gmt":"2026-06-12T08:42:30","slug":"respekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2026\/06\/respekt\/","title":{"rendered":"Respekt"},"content":{"rendered":"\n<p>Diese Woche habe ich nach langer Zeit mal wieder an einer Senatssitzung teilgenommen. Nur am \u00f6ffentlichen Teil, denn ich bin kein Senatsmitglied. Aber bald wird sich das \u00e4ndern, denn ich wurde in den neuen Senat gew\u00e4hlt, und das ist auch der Grund, warum ich bei der Sitzung war: Ich wollte sehen, wie der aktuelle Senat arbeitet, wie diskutiert wird, was f\u00fcr Themen vielleicht in die n\u00e4chste Wahlperiode mitgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mich dabei beeindruckt hat, war die Arbeitsatmosph\u00e4re. Da sa\u00dfen sehr viele Menschen \u00fcber mehrere Stunden, mit nur einer kleinen Kaffeepause (w\u00e4hrend ich da war), und haben intensiv miteinander gesprochen. Nicht alle waren immer gleicherma\u00dfen beteiligt, und manche hatten nicht nur ihre Sitzungsunterlagen auf dem Laptop dabei, sondern haben auch mal zwischendurch in die E-Mails oder auf ihr Handy geguckt. Aber insgesamt war da gro\u00dfe Konzentration. Die Beitr\u00e4ge waren meistens fokussiert und gut vorbereitet, alle lie\u00dfen einander aussprechen, trotzdem war Raum f\u00fcr Spontaneit\u00e4t da und, bei aller Ernsthaftigkeit, auch f\u00fcr Humor. Die R\u00fcckfragen waren gut, und ab und zu waren Dinge schnell klar und wurden dementsprechend schnell zur Abstimmugn gebracht. Nur selten ging es zu sehr ins Detail, nur selten hatte ich das Gef\u00fchl, dass jemand nicht gut zugeh\u00f6rt hat oder es wirklich Missverst\u00e4ndnisse gab. Meinungsverschiedenheiten waren durchaus da, und die waren auch gut sichtbar. Das hat mir gefallen &#8211; verschiedene Meinungen und meistens gute Argumente, so dass ich als Zuh\u00f6rerin auch immer wieder nachdenklich wurde und dachte: Wo stehe ich hier? Wie w\u00fcrde ich abstimmen? Es war sch\u00f6n, zu h\u00f6ren, wie wichtig die verschiedenen Erfahrungen sind und die Perspektiven aus den F\u00e4chern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich geht es mir auch jedes Mal, wenn ich bei der Studienstiftung auf der Vertrauensdozent:innentagung bin und wir dort \u00fcber die F\u00e4lle sprechen, bei denen die Weiterf\u00f6rderung auf der Kippe steht. Auch da sitzen viele Menschen lange zusammen und diskutieren extrem konzentriert, durchaus mit verschiedenen Meinungen und Perspektiven. In beiden F\u00e4llen geht es um Arbeit, die nicht extra bezahlt wird. Im Senat handelt es sich um eine T\u00e4tigkeit im Rahmen der Selbstverwaltung, und bei der Studienstiftung machen wir das ehrenamtlich. Nat\u00fcrlich arbeiten drumherum Leute hauptamtlich, bereiten alles vor und liefern damit wesentliche Beitr\u00e4ge dazu, dass die Arbeit in den Sitzungen \u00fcberhaupt so funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe gro\u00dfen Respekt vor dieser Arbeit und habe \u00fcberlegt, wo \u00fcberall das noch passiert und ob ich, bei aller Wertsch\u00e4tzung, das manchmal nicht genug auf dem Schirm habe. Zum Beispiel in der Kommunalpolitik oder in gemeinn\u00fctzigen Vereinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo erleben Sie diese Art von konzentrierter Arbeit im Ehrenamt oder zumindest nicht als Hauptteil der bezahlten Arbeit?<br>Beteiligen Sie sich selbst?<br>Wenn ja, warum und in welcher Weise? Was motiviert Sie?<br>Wenn nicht, warum nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche habe ich nach langer Zeit mal wieder an einer Senatssitzung teilgenommen. Nur am \u00f6ffentlichen Teil, denn ich bin kein Senatsmitglied. 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