{"id":94,"date":"2020-01-15T10:13:28","date_gmt":"2020-01-15T09:13:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/?p=94"},"modified":"2020-01-15T10:13:29","modified_gmt":"2020-01-15T09:13:29","slug":"schlechte-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waldecker\/2020\/01\/schlechte-tage\/","title":{"rendered":"Schlechte Tage"},"content":{"rendered":"<p>Da haben wir den Salat: Schlecht geschlafen, der Arbeitstag beginnt mit einem nervigen Telefonat oder der erste Termin dauert l\u00e4nger als erwartet und bringt den Zeitplan durcheinander. Nachmittags hat man endlich mal eine Pause zum Durchatmen und sieht, dass in der Zwischenzeit 50 E-Mails gekommen sind. Irgendwie ist den ganzen Tag lang der Wurm drin. Und dann? Schlimmstenfalls bleibt das Gef\u00fchl den ganzen Tag lang mies, nichts klappt, man ist vielleicht noch unfreundlich zu den Kolleg*innen (die evtl. gar nichts daf\u00fcr k\u00f6nnen) und f\u00e4hrt v\u00f6llig genervt nach Hause. Die Gefahr ist gro\u00df, dass man sich weiter \u00e4rgert, schlecht schl\u00e4ft und dann mehrere Tage lang in so einer Stimmung feststeckt.<\/p>\n<p>Das muss aber nicht so sein. Ich hab nach wie vor miese Tage, habe aber inzwischen ein paar Strategien, um anders damit umzugehen und mich nicht grundlos tagelang \u00fcber Dinge zu \u00e4rgern. Ein paar meiner Erfahrungen m\u00f6chte ich teilen.<\/p>\n\n\n<ol><li>&#8222;Dann ist es jetzt halt so.&#8220; Erstaunlich, was passiert, wenn ich diesen Satz zu mir selbst sage, vielleicht noch erg\u00e4nzt um ein &#8222;Ah, das ist doof und \u00e4rgerlich&#8220;. Wenn ich ausspreche, dass ich mich \u00e4rgere oder genervt bin, dann hilft das schon. Und wenn der \u00c4rger da ist, dann sage ich mir &#8222;Ist jetzt halt so. Dann \u00e4rgerst Du Dich jetzt.&#8220; Und schwupp, ist es nicht mehr so schlimm. Manchmal wird der \u00c4rger oder Frust schlimmer (oft unerwartet), wenn wir ihn unterdr\u00fccken und nicht wenigstens mal kurz anschauen und sagen &#8222;Hallo, alles klar, ich hab Dich gesehen.&#8220; Noch st\u00e4rker wird es, wenn ich mir sage &#8222;Ok, das ist jetzt richtig \u00e4rgerlich und total verst\u00e4ndlich, dass Du davon genervt bist.&#8220; Dann \u00e4rgere ich mich kurz richtig doll, und danach geht es weiter mit &#8222;So isses jetzt, also wie weiter?&#8220;<\/li><li>&#8222;Einmal dr\u00fcber schlafen, dann ist es ok.&#8220; Egal, wie genervt oder frustriert ich bin, es ist ganz h\u00e4ufig am n\u00e4chsten Tag viel besser. Oder ganz weg und ich lache dar\u00fcber. Riesen\u00e4rger, ich k\u00f6nnte in die Luft gehen (Passiert nicht so oft!) und denke eine Stunde sp\u00e4ter &#8222;Ach naja, kl\u00e4rt sich schon.&#8220; Der Witz ist: Wenn ich mir selbst sage, dass der \u00c4rger jetzt zwar berechtigt ist, aber dass er wahrscheinlich in kurzer Zeit, sp\u00e4testens morgen, wieder weg ist, dann verkr\u00fcmelt er sich fast von allein. Also: Tief durchatmen und &#8222;Ja, ich \u00e4rgere mich, aber morgen ist es wieder ok. Das war bisher ja auch immer so.&#8220;<\/li><li>Lachen. Herbert Gr\u00f6nemeyer singt &#8222;Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht&#8220;, und an manchen Tagen ist das mein Motto. Manchmal bin ich morgens um 7 schon so genervt von einer E-Mail, einem Anruf oder einer bl\u00f6den Bemerkung, dass ich in die Tischkante bei\u00dfen m\u00f6chte. Wenn die Auswahl ist, in die Luft zu gehen, zu schreien, zu weinen oder in die Tischkante zu bei\u00dfen, dann lache ich. Oft. Klappt auch in Gesellschaft. <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Manchmal ist es einfach ganz schlimm. Projektantrag abgelehnt, Vertrag nicht verl\u00e4ngert, Fehler im Beweis gefunden, wodurch ein Jahr Arbeit auf einmal wacklig ist. Dann wird es vielleicht auch nicht am n\u00e4chsten Tag besser. Bei mir funktionieren Abendrituale (Dinge aufschreiben, Bewegung, Lesen vor dem Schlafengehen), um das schlechte Gef\u00fchl ein wenig abzusch\u00fctteln und halbwegs gut zu schlafen. Manchmal hilft es auch, vom richtigen Menschen ganz doll geknuddelt zu werden. Die Frage ist also: Was hilft bei Ihnen? <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da haben wir den Salat: Schlecht geschlafen, der Arbeitstag beginnt mit einem nervigen Telefonat oder der erste Termin dauert l\u00e4nger als erwartet und bringt den Zeitplan durcheinander. Nachmittags hat man endlich mal eine Pause zum Durchatmen und sieht, dass in der Zwischenzeit 50 E-Mails gekommen sind. 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