{"id":145,"date":"2018-07-27T02:00:35","date_gmt":"2018-07-27T00:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waschbaermaschine\/?p=145"},"modified":"2019-04-19T00:16:18","modified_gmt":"2019-04-18T22:16:18","slug":"watery-domestic-von-pavement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waschbaermaschine\/2018\/07\/watery-domestic-von-pavement\/","title":{"rendered":"&#8218;Watery, Domestic&#8216; von Pavement"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Text ist etwas ganz besonderes. Er ist der erste, den ich einer EP widme (und der zweite insgesamt, aber deshalb lass ich mir die Einleitung nicht versauen), aber &#8218;Watery, Domestic&#8216; z\u00e4hlt einfach zu den besten Sachen, die in den 90er Jahren erschienen sind, einem Jahrzehnt, das nicht arm war an musikalischen H\u00f6hen (und Tiefen..). Mit diesen 4 Gro\u00dftaten von nicht viel mehr als 11 Minuten Gesamtl\u00e4nge wurden Pavement zu Recht ein Aush\u00e4ngeschild der LoFi-Bewegung (auch wenn so eine Typenbildung einer k\u00fcnstlerischen Bewegung selten gut tat).<\/p>\n<p>Um den Spa\u00dffaktor f\u00fcr die zu erh\u00f6hen, die das Album schon kennen, habe ich in den links auf die Originale verzichtet und pr\u00e4sentiere stattdessen interessante bis schaurige Coverversionen von 3 der 4 Songs. Alle anderen werden schnell im Internet f\u00fcndig, die Originale sind alle zum Beispiel auf Youtube in recht ordentlicher Qualit\u00e4t verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Der erste Song <a href=\"https:\/\/youtu.be\/5tPqN2P3o0M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8218;Texas Never Whispers&#8216;<\/a> beginnt mit einer noisigen Klangcollage, die dennoch schon mehr ist als das, da sie eine eigene Spannungskurve zu haben scheint. Dann startet der eigentliche Song ohne Schn\u00f6rkel, baut gegen Ende aber eine jam-artige Atmosph\u00e4re auf.\u00a0 Aus dem Text m\u00f6ge sich jede*r eine eigene Interpration zusammenzimmern, wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob das was ich glaube an Text zu h\u00f6ren passt. Und ob den Lyrics die man im Netz findet zu trauen ist wei\u00df ich auch nicht. Vielleicht trage ich auch mal eine Datenbank mit den sch\u00f6nsten Verh\u00f6rern zusammen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht wie oft ich <a href=\"https:\/\/youtu.be\/eNtgUUrZhzE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8218;Frontwards&#8216;<\/a> mittlerweile geh\u00f6rt habe. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich der sch\u00f6nste Pavement-Song. Wo viele Nachahmer*innen bis an ihr Karriereende mit traurigen Liedern fette Kohle auf Kosten depressiver Teenager gemacht haben, ersparen Pavement sich diese Sackgasse, indem sie die zerbrechliche Melodie mit rockigen Gitarrenriffs in eine beschwingte und profane Richtung drehen. Anders als unz\u00e4hlige Teen-Angst-Indierock-Rei\u00dfbrettsongs will das Lied weder Trost spenden noch Wut entfachen, gaukelt keine &#8218;tiefen&#8216; Gef\u00fchle vor und versucht nicht, die H\u00f6rer*innen emotional auszubeuten. Dabei ist es n\u00e4her am Leben als jene gro\u00dfen Lieder, die gro\u00dfe Katastrophen heraufbeschw\u00f6ren. Meistens ist mensch halt nur ein bisschen traurig oder gl\u00fccklich oder <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bCwRp_lYgPI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">beides zugleich<\/a>. Kein Teen Spirit, niemals mehr!<\/p>\n<p>&#8218;Lions (linden)&#8216; ist das k\u00fcrzeste Lied auf der EP und hat \u00e4hnlich wie das erste Lied auch eher jam-artigen Charakter. Mit knapp unter zwei Minuten Laufzeit wird hier typische LoFi-Philosophie umgesetzt: Kurze und knappe Songs, ohne viel Zeit und Arbeit zu verschwenden, als Gegenentwurf zu den aufwendig produzierten Songs des Rock- und Popmainstreams. Allerdings haben Pavement selbst sich nicht allzu lange am LoFi-Regelbuch orientiert. Gerade die sp\u00e4teren Alben sind sehr hochwertig produziert und durchaus gut Mainstream-kompatibel, auch kommerziell waren sie zum Teil recht erfolgreich.<\/p>\n<p><em>And in the morning light\/ You hold that ashtray tight<\/em> ist meine liebste, hoffentlich korrekt verstandene Textzeile dieser Ver\u00f6ffentlichung. Sie stammen aus <a href=\"https:\/\/youtu.be\/b_pWgVHAshE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8218;Shoot the Singer (1 Sick Verse)&#8216;<\/a>, den letzten Song, der die EP wunderbar beendet. Wie auch die EP im ganzen destilliert das Lied f\u00fcr sich eine Essenz guter Independent-Musik. Um Leuten zu demonstrieren, was Indie bedeutet, w\u00fcrde ich ihnen gern dieses Lied anmachen. Wahrscheinlich w\u00fcrden sie dann protestieren und &#8218;Arctic Monkeys!&#8216; oder &#8218;MGMT!&#8216; rufen (oder vielleicht sind diese Bands 2018 auch schon alte Hasen) und verschwinden.<\/p>\n<p>Am Ende sei allen noch dieses fabul\u00f6se Fanvideo zu <a href=\"https:\/\/youtu.be\/He_fJa9gA7M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8218;Shoot the Singer&#8216;<\/a> ans Herz gelegt. Es enth\u00e4lt alles, was ein Pavement-Video braucht: Pappkartons, Ouzo, von Autos \u00fcberfahren werden, Todessymbolik.<\/p>\n<figure id=\"attachment_152\" aria-describedby=\"caption-attachment-152\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waschbaermaschine\/files\/2018\/07\/waterydomestic-e1532649167913.jpg\" rel=\"lightbox[145]\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-152 size-full\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/waschbaermaschine\/files\/2018\/07\/waterydomestic-e1532649167913.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"700\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-152\" class=\"wp-caption-text\">Das k\u00f6nnte das Artwork gewesen sein. Aber wer wei\u00df das schon. Bin ich nen Anwalt?<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nDieser Text ist etwas ganz besonderes. 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