{"id":266,"date":"2025-07-09T13:36:04","date_gmt":"2025-07-09T11:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/?page_id=266"},"modified":"2025-12-16T14:35:52","modified_gmt":"2025-12-16T13:35:52","slug":"die-nibelungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/die-nibelungen\/","title":{"rendered":"Die Nibelungen &#8211; ein Heldinnenepos?"},"content":{"rendered":"\n<h6>leonie brommer<\/h6>\n\n\n\n<h4>Vom Nationalepos zum K\u00f6niginnendrama<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Rezeption des um 1200 geschriebenen Nibelungenlieds folgt einer langen Historie: Nachdem es in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Entdeckung einer Handschrift erneut in den allgemeinen Fokus r\u00fcckte, folgten bekannte Rezeptionen wie Wagners&nbsp;<em>Ring des Nibelungen&nbsp;<\/em>oder Fritz Langs Stummfilm.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;W\u00e4hrend das&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;im Krieg gegen Napoleon symbolisch f\u00fcr den Patriotismus und sp\u00e4ter f\u00fcr den Nationalismus stand,<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;findet in der aktuellen Rezeption hingegen eine andere Schwerpunktsetzung statt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So tr\u00e4gt etwa die Inszenierung der Nibelungenthematik des \u00f6sterreichischen Dramatikers Ferdinand Schmalz den Titel <em>Hildensage. Ein K\u00f6niginnendrama<\/em>. Schmalz zufolge ist das Nibelungenlied ein Heldinnenpos, und zwar Hagen und Siegfried \u2013 im Gegensatz zu Br\u00fcnhild und Kriemhild \u2013 letztlich als Nebenfiguren anzusehen seien.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Mit dieser Auffassung steht Schmalz nicht allein da, auch Felicitas Hoppe, die im Herbst 2021 den Roman&nbsp;<em>Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm<\/em>&nbsp;ver\u00f6ffentlichte, gibt zu bedenken, dass Kriemhild und Br\u00fcnhild \u00bbtolle Frauenfiguren\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;seien. W\u00e4hrend sich Hoppe mit der in der Literaturwissenschaft h\u00e4ufig als \u00bbZickenkrieg\u00ab bezeichneten Szene vor dem Dom schwergetan hat, nimmt Schmalz eben diese Szene zum Ausgangspunkt seines St\u00fcckes. Er l\u00e4sst Kriemhild und Br\u00fcnhild Frieden schlie\u00dfen, was Hoppe ihrerseits als \u00bb[h]offnungsvoll heutig\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund einer solchen Rezeptionsgeschichte lohnt sich die Frage, ob eine feministische Lesart das Ergebnis moderner Relekt\u00fcren ist oder ob sich bereits im mittelhochdeutschen Originaltext Passagen finden, die feministische Deutungsans\u00e4tz erfordern. Ziel des Aufsatzes ist es, herauszuarbeiten, ob und inwieweit ein feministischer Deutungsansatz dem mittelhochdeutschen&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;inh\u00e4rent ist. Hoppes Romanadaption fungiert dabei nicht als Kontrast zum urspr\u00fcnglichen Werk, sondern als interpretative Perspektive, die weitere Bedeutungsr\u00e4ume erschlie\u00dft. Der Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Figur der Br\u00fcnhild sowie die Brautwerbung, die in beiden Texten vergleichend untersucht wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine intensive Auseinandersetzung mit der spezifischen Weiblichkeit Br\u00fcnhilds sowie ihrem Gewaltpotential bietet Elisabeth Lienert. Sie untersucht den Zusammenhang von Gewalt und Geschlecht und zeigt die Unterschiede in der Geschlechterattribution auf. Auch Tilo Renz besch\u00e4ftigt sich mit der Geschlechterfrage und arbeitet heraus, dass Br\u00fcnhild eine besondere Stellung einnimmt, die nur schwer zwischen Wirklichkeit und Mythos zu verorten ist. Sowohl Nine Miedema als auch Astrid Lembke f\u00fchren in ihren Texten an, dass sich Br\u00fcnhilds Stellung im Verlauf des&nbsp;<em>Nibelungenlieds<\/em>ver\u00e4ndert und dies in Abh\u00e4ngigkeit zum m\u00e4nnlichen Geschlecht geschieht. Um einen tiefgreifenden Einblick in das Brautwerbungsschema zu erlangen, ist ferner eine Auseinandersetzung mit Stephan M\u00fcllers Ausf\u00fchrungen zum Erz\u00e4hlschema unverzichtbar. Diese bisherigen Forschungsergebnisse dienen dabei als Grundlage der Arbeit und Textanalyse. Ausgehend von den bisherigen Erkenntnissen soll die Perspektive auf die Figur Br\u00fcnhild geweitet werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um der Fragestellung, inwieweit ein feministischer Deutungsansatz dem mittelhochdeutschen&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;inh\u00e4rent ist, nachzugehen, soll zun\u00e4chst ein kurzer Forschungsabriss zur Figur der Br\u00fcnhild erfolgen. Weiterhin wird das der Brautwerbung zugrunde liegende Schemata beleuchtet, um im n\u00e4chsten Schritt die Brautwerbung im mittelhochdeutschen&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;zu analysieren und zu interpretieren. Daran anschlie\u00dfend wird die Brautwerbung in Hoppes Roman&nbsp;<em>Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm<\/em>&nbsp;betrachtet. Schlussendlich soll ein Fazit gezogen und die oben gestellte Frage beantwortet werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4>Br\u00fcnhild zwischen Macht und Sch\u00f6nheit&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>In der Forschung wird der Figur der Br\u00fcnhild eine besondere Rolle zugeschrieben. Lienert stellt fest, dass Weiblichkeit im mittelalterlichen Roman typischerweise vor allem mit Sch\u00f6nheit und repr\u00e4sentativen Aufgaben verbunden war.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Im&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;weiche Br\u00fcnhild jedoch von dieser Norm ab und verk\u00f6rpere alternative Formen von Weiblichkeit.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Br\u00fcnhild sei \u00bbdie einzige Frau, die im Nibelungenlied in eigener Person, in ihrem eigenen K\u00f6rper \u00fcber Gewaltpotential und Gewaltbereitschaft verf\u00fcgt\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>, was ihr eine herausgehobene Stellung im Epos verleihe. Br\u00fcnhild herrscht eigenst\u00e4ndig \u00fcber ihr Reich und den Ablauf der Brautwerbung, wobei ihre \u00bbm\u00e4rchenhaft-magische St\u00e4rke\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;die m\u00e4nnlichen Helden verunsichere. Ungeachtet der Tatsache, dass Br\u00fcnhild von dem konventionellen Bild der Weiblichkeit abweiche, bleibe ihre Attraktivit\u00e4t unber\u00fchrt.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch Renz betont die Mehrdimensionalit\u00e4t der Figur Br\u00fcnhild, die sowohl k\u00e4mpferische St\u00e4rke als auch die \u00bbbegehrte h\u00f6fische Weiblichkeit\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;vereine. Lembke erg\u00e4nzt dar\u00fcber hinaus, dass Br\u00fcnhilds Herrschaftsf\u00e4higkeiten nicht nur auf dem Abstammungsprinzip beruhen, sondern auch auf individuellen F\u00e4higkeiten fu\u00dfen.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Gleichzeitig wei\u00dft sie jedoch darauf hin, dass Br\u00fcnhild ihrer herausgehobenen Stellung insbesondere durch den Betrug w\u00e4hrend der Brautwerbung beraubt wird.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Ausgehend \u00bbvon einer heroischen Herrscherin aus eigenem Recht wird sie zu einer h\u00f6fischen Ehefrau wie Kriemhild, die ihre Macht ausschlie\u00dflich aus der Beziehung zu ihrem Mann sch\u00f6pft.\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Br\u00fcnhilds Figur zeichnet sich demnach durch ein spannungsreiches Verh\u00e4ltnis von Weiblichkeit und Macht aus. Diese Ambivalenz scheint in der Brautwerbung zu kulminieren, weshalb sich dem Schema der Brautwerbung im n\u00e4chsten Schritt angen\u00e4hert werden soll.<\/p>\n\n\n\n<h4>Von Helfern und Boten&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>M\u00fcller zufolge handelt es sich bei dem Brautwerbungsschema um ein heuristisches Schema, welches auf Reminiszenzen in den verschiedenen Texten beruht.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Gemein sei den Texten, dass es sich um einen jungen Mann h\u00f6fischer Abstammung handelt, der auf der Suche nach einer passsenden Ehefrau von seinen Gefolgsleuten unterst\u00fctzt wird.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>M\u00fcller konstatiert dabei zwei Charakteristika: die Raumstruktur und die Rollenverteilung.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Bei der Brautwerbung muss ein sogenannter \u00bbZwischenraum\u00ab \u00fcberwunden werden, der den Herrschaftsbereich des Webers von dem des Brautvaters trennt.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Die typische Rollenverteilung unterteile sich in folgende funktionale Rollen: Nenner, Kundiger, (au\u00dfergew\u00f6hnlicher) Helfer und Bote.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;Dabei l\u00e4sst sich eine enge Verbindung zwischen dem Brautwerbungsschema und dem Motiv der Fernminne konstatieren. Reichert zufolge handelt es sich bei dem Motiv der Fernminne um ein weiteres popul\u00e4res Motiv in der Literatur.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Fernminne kann als die empfundene Minne zu einer bisher noch unbekannten Person verstanden werden, die vor allem f\u00fcr die M\u00e4nner von Interesse sei, da eine derartige Brautwerbung mit einer gr\u00f6\u00dferen Gefahr einhergehe.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h4>Brunhild im&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;\u2013 Eine unbezwingbare Herrscherin?<\/h4>\n\n\n\n<p>Wie im Abriss zur Forschungsliteratur um die Figur der Br\u00fcnhild deutlich wird, handelt es sich bei der Figur allem Anschein nach um eine autonome und unbezwingbare Herrscherin. Inwieweit sich diese spezifische und nach Lienert unkonventionelle Weiblichkeit in dem traditionellen Brautwerbungsprozess offenbart, soll im n\u00e4chsten Schritt dargestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor Gunther bekannt geben kann, dass er um die K\u00f6nigin Br\u00fcnhild werben will, erfolgt eine indirekte Charakterisierung dieser Figur. Der Erz\u00e4hler betont vor allem ihre&nbsp;<em>unm\u00e2zen schoene&nbsp;<\/em>[unbeschreiblich sch\u00f6n]<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;und ihre&nbsp;<em>kraft&nbsp;<\/em>[Kraft].<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>Br\u00fcnhild wird hierbei ihre weibliche Tugend der Sch\u00f6nheit und die unkonventionelle Zuschreibung von St\u00e4rke zu eigen. Die Beschreibung durch den Erz\u00e4hler steht im direkten Kontrast zu ihrem Ruf, der durch Siegfried erl\u00e4utert wird. Br\u00fcnhild habe&nbsp;<em>so vreisliche sit&nbsp;<\/em>[schrecklichen Brauch],<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;der dazu f\u00fchre, dass sie jeden Werber t\u00f6ten lasse.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;Ungeachtet dieser Warnung l\u00e4sst sich Gunther von seiner Fernminne leiten und beschlie\u00dft die Reise nach Isenstein.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Spannend erscheint hierbei das Ausma\u00df der Vorbereitung. Diese St\u00e4rke und die scheinbar unl\u00f6sbare Aufgabe werden anhand der Beschreibung der Reisevorbereitungen deutlich. So wird der Tarnkappe, die Siegfried wissentlich der schweren Aufgabe einpackt, eine Vermehrung der eigenen Kraft um die von zw\u00f6lf Recken zugesprochen.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Zum ersten Mal wird angedeutet, dass Br\u00fcnhilds Ruf eine wahrhaftige Gefahr darstellt, die von keinem Mann bezwungen werden kann, der sich keinerlei Hilfsmittel bedient. Auch Lienert eruiert, dass Siegfried Br\u00fcnhild nur aufgrund der Tarnkappe gewachsen sei.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das erste entfernte Aufeinandertreffen dreht das bisher dargestellte Machtverh\u00e4ltnis um. Gunther ist derjenige, der Br\u00fcnhild zuerst entdeckt, w\u00e4hrend er noch unbekannt f\u00fcr sie ist.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>&nbsp;Noch auf dem Weg nach Isenstein erblickt Gunther Br\u00fcnhild an einem der Fenster, unwissentlich, dass es sich bei der Auserw\u00e4hlten tats\u00e4chlich um Br\u00fcnhild handelt. Seine Auswahl begr\u00fcndet er damit, dass sie&nbsp;<em>so wolget\u00e2n&nbsp;<\/em>[wundersch\u00f6n]<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>sei und scheint damit die von ihr ausgehende Gefahr v\u00f6llig vergessen zu haben. Otfried Ehrismann wertet dieses Stehen am Fenster als Symbol einer spezifischen weiblichen Erwartungshaltung.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>&nbsp;Obwohl Ines Palau die Fenster ebenfalls als spezifisch weiblichen Raum beschreibt, bewertet sie das erste Aufeinandertreffen jedoch g\u00e4nzlich anders. Sie betont, dass ein Ungleichgewicht zwischen Gunter und Br\u00fcnhild entsteht, indem Gunter hinauf- und Br\u00fcnhild hinabschaut.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>&nbsp;Durch das Wegtreten von den Fenstern entziehen sich die Frauen dem m\u00e4nnlichen Blick, der insofern eine Gefahr f\u00fcr Br\u00fcnhilds Autonomie darstellt, da er als symbolische Inbesitznahme betrachtet werden kann.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>&nbsp;Obwohl es sich bei Gunther um den eigentlichen Werber handelt, richtet sich Br\u00fcnhilds erste Reaktion gegen Siegfried. In ihrem Ausruf&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">[\u2026]&nbsp;<em>nu brinc mir gewant.&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>unt ist der starke S\u00eefrit komen in diz lant&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>durch willen m\u00eener minne, es g\u00e2t im an den l\u00eep.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>ich furhte in niht s\u00f4 s\u00eare, daz ich werde s\u00een w\u00eep.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>[Nun bringe mir die Kampfkleidung.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Wenn selbst der starke Siegfried aus Liebe zu mir in dieses Land gekommen ist,&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>so geht es ihm ans Leben.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ich f\u00fcrchte ihn nicht so sehr, dass ich freiwillig seine Frau werde.]&nbsp;<\/em><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>zeigt sich ihr Selbstbewusstsein und das intrinsische Vertrauen in ihre K\u00f6rperkraft. Sie selbst sieht sich in der Lage, den Helden Siegfried mit seiner heroischen Kraft zu bezwingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass sie dieses Selbstbewusstsein auch nach au\u00dfen tr\u00e4gt und es pr\u00e4sentiert, zeigt sich in besonderer Weise in Hagens Reaktion als Br\u00fcnhild zum Kampfplatz erscheint. Als&nbsp;<em>des t\u00eevels w\u00eep&nbsp;<\/em>[die Frau des Teufels]<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn35\"><sup><em><sup><strong>[35]<\/strong><\/sup><\/em><\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>und<em>&nbsp;des \u00fcbeln t\u00eevels br\u00fbt&nbsp;<\/em>[die Braut des b\u00f6sen Teufels]<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn36\"><sup><em><sup><strong>[36]<\/strong><\/sup><\/em><\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>benannt, verdeutlicht, dass Br\u00fcnhild mit etwas durchweg B\u00f6sem und \u00dcberm\u00e4chtigem konnotiert wird. Renz zufolge w\u00fcrde sich in diesen Benennungen eine Progression der ausgehenden Gefahr zeigen, wobei die Assoziation mit dem Teufel eher als Anerkennung der Kampfkraft zu verstehen sei.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>&nbsp;Spannend erscheint in diesem Zusammenhang auch die Beschreibung durch den Erz\u00e4hler. Wurde Br\u00fcnhild zuvor immer mit einer doppelten Beschreibung von sch\u00f6n und stark charakterisiert, findet nun eine Verschiebung der Attribute zu&nbsp;<em>maget edele&nbsp;<\/em>[edle junge Frau]<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn38\"><sup><em><sup><strong>[38]<\/strong><\/sup><\/em><\/sup><\/a>&nbsp;und&nbsp;<em>sterke&nbsp;<\/em>[St\u00e4rke]<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn39\"><sup><em><sup><strong>[39]<\/strong><\/sup><\/em><\/sup><\/a>&nbsp;statt. Diese Ver\u00e4nderung der Erz\u00e4hlerpositionierung kann vorsichtig als Sanktionierung ihres Verhaltens verstanden werden. Diese Interpretation steht vor allem im Kontrast zu Lienerts Position, dass Br\u00fcnhilds Attraktivit\u00e4t und&nbsp;<em>Minne<\/em>&nbsp;von ihrem Verhalten unangetastet bleiben.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Unangetastet bleibt jedoch vor allem Br\u00fcnhild Selbstbewusstsein. Als ihr die \u00c4ngstlichkeit der Recken vor dem Wettkampf bewusst wird, er\u00f6ffnet sie das Gespr\u00e4ch mit ihnen&nbsp;<em>mit smielendem munde&nbsp;<\/em>[l\u00e4chelnd].<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>&nbsp;Eine Reaktion, die als Zuversicht<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;oder \u00dcbermut interpretiert werden kann, zweifelsfrei jedoch im Kontrast zur wachsenden Anspannung der vier Recken steht.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser indirekten Charakterisierung folgt eine erneute Pr\u00e4sentation der Macht Br\u00fcnhilds. So sind beispielsweise drei Recken n\u00f6tig, um den Speer f\u00fcr den Wettkampf zu transportieren. Renz zufolge wird hierbei die Kraft der Recken gebraucht, um die weibliche St\u00e4rke zu messen und bewerten zu k\u00f6nnen.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>&nbsp;Dabei spricht er Br\u00fcnhild auch eine \u00bbPosition des Exzeptionellen\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn45\"><sup>[45]<\/sup><\/a>&nbsp;zu, da die Kraft von vierzehn M\u00e4nnern als Vergleichsfolie ihrer Taten dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcnhilds Unmut bez\u00fcglich einer Brautwerbung und der daraus folgenden Hochzeit wird schlie\u00dflich auch von Siegfried zum ersten Mal deutlich ausgesprochen. Indem er sagt, dass Gunther Stillschweigen \u00fcber den Betrug wahren solle,&nbsp;<em>da diu kuneginne vil l\u00fctzel iht bejage \/ an dir deheines rumoes, des si doch willen h\u00e2t<\/em>&nbsp;[Dann kann die K\u00f6nigin nicht viel erreichen und Dir auch nichts vom Ruhme streitig machen, was sie doch beabsichtigt],<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>&nbsp;zeigt sich zweierlei. Zun\u00e4chst wird behauptet, dass Br\u00fcnhild im Falle einer Niederlage den Wettkampf nicht anerkennen w\u00fcrde, um weiterhin frei leben zu k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus wird der Betrug der Beiden als erfolgreich vorweggenommen. Dieses antizipierte Verhalten widerspricht Br\u00fcnhilds Verhalten, was daran deutlich wird, dass sie sich f\u00fcr Gunters Speerwurf bedankt und ihn nicht infrage stellt.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a>&nbsp;Sie wahrt ihre Fassung, ist \u00fcber den Ausgang des Wettkampfes jedoch so erbost, dass sie aus Zorn err\u00f6tet.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>&nbsp;Schilling merkt an, dass Br\u00fcnhild gegen die Hochzeit nicht rebelliere, sondern lediglich ein spezifisches Postulat aufstelle.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>&nbsp;Anhand ihres Verhaltens zeigt sich ihr Unwille bez\u00fcglich der Heirat deutlich, jedoch h\u00e4lt sie die h\u00f6fische Sitte aufrecht, indem sie der Heirat zustimmt und ihre Regeln der Brautwerbung aufrechterh\u00e4lt. Renz folgert hierbei, dass Br\u00fcnhild einen Teil ihrer St\u00e4rke an Gunther abgibt, indem sie ihren Status als Alleinherrscherin aufgeben muss, jedoch ihre physische St\u00e4rke zun\u00e4chst noch erhalten kann.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn50\"><sup>[50]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h4>Gejagte und Jagende &#8211; Brunhild in Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm<\/h4>\n\n\n\n<p>Felicitas Hoppe greift in ihrem Roman&nbsp;<em>Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm&nbsp;<\/em>zwar<em>&nbsp;<\/em>auf das mittelalterliche&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;als Referenztext zur\u00fcck, \u00fcbernimmt ihn jedoch nicht im Sinne einer klassischen Nacherz\u00e4hlung. Der mythisch aufgeladene Stoff dient vielmehr als Ausgangspunkt, um diesen aus heutiger Perspektive zu hinterfragen und in Teilen zu \u203adekonstruieren\u2039. Hoppe stellte mit ihrem Roman g\u00e4ngige Rezeptionsmuster in Frage und er\u00f6ffnet neue Lesarten, in denen insbesondere die Fragen nach Macht und Repr\u00e4sentation ins Zentrum r\u00fccken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie im mittelalterlichen&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;wird die Figur Brunhild auch in&nbsp;<em>Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm<\/em>&nbsp;durch eine Fremdbenennung in die Handlung eingef\u00fchrt. W\u00e4hrend der Erz\u00e4hler im mittelalterlichen&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;die Figur mit einer Lobpreisung einf\u00fchrt,<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn51\"><sup>[51]<\/sup><\/a>&nbsp;berichtet der Bote in&nbsp;<em>Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm<\/em>&nbsp;von der Unnachahmbarkeit Brunhilds, indem ihre Kraft aber besonders ihre Sch\u00f6nheit hervorgehoben wird.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn52\"><sup>[52]<\/sup><\/a>&nbsp;Wie die Brunhild im weiteren Verlauf des Romans skizziert wird, soll im Folgenden analysiert und interpretiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie im&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;beginnt die Brautwerbung mit einer Reise \u00fcber das Meer, wobei durch den Erz\u00e4hler bereits vorweggenommen wird, dass eine gro\u00dfe Diskrepanz zwischen der erwartbaren Realit\u00e4t und Gunthers Traumvorstellung besteht. So wird das Reiseziel als \u00bbeine kahle Insel, ohne Farbe und Landschaft, reine, nackte Natur, mit einer steil in den Himmel ragenden Burg, deren Zinnen mit K\u00f6nigsk\u00f6pfen geschm\u00fcckt sind, lauter K\u00f6pfe, die l\u00e4ngst keine Kronen mehr tragen, leblos wie ausgestopfte Falken, ohne Waffen und Fl\u00fcgel\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn53\"><sup>[53]<\/sup><\/a>&nbsp;beschrieben. Diese Beschreibung ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen wird deutlich, dass es Gunther an Weitsicht fehlt und dass er seine eigene Kraft \u00fcbersch\u00e4tzt, wenn er zu glauben scheint, als einziger Mann eine Chance zu haben, obwohl es bereits viele M\u00e4nner vor ihm erfolglos versucht haben. Zudem findet eine erste indirekte Charakterisierung Brunhilds statt. Ihr Land wird als farblos, k\u00fchl und leblos beschrieben, was im Einklang mit ihren Taten steht. Sie nimmt Leben, indem sie ihre Werber t\u00f6tet beziehungsweise t\u00f6ten l\u00e4sst. Das Schm\u00fccken mit den K\u00f6nigsk\u00f6pfen kann zum einen als Abschreckung neuer Werber dienen, da der Kopf als w\u00fcrdiges Organ angesehen wird.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn54\"><sup>[54]<\/sup><\/a>&nbsp;Es ist als ein deutliches Zeichen zu betrachten, dass Brunhild nicht umworben werden m\u00f6chte.&nbsp;Zum anderen symbolisiert es jedoch auch ihre St\u00e4rke und Unabh\u00e4ngigkeit, da sie f\u00e4hig ist, ihr Leben selbst zu bestimmen und zu besch\u00fctzen. Dar\u00fcber hinaus kann auch der Falke als Anspielung auf den Falkentraum im urspr\u00fcnglichen Epos gelesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beschreibung des Erz\u00e4hlers steht im klaren Kontrast mit Gunthers Traumvorstellung. Sein erzeugtes Bild ist eindeutig mehr Imagination als Realit\u00e4t. \u00bb[S]ie steht schon am Ufer, von oben bis unten in Wei\u00df geh\u00fcllt, v\u00f6llig unbewaffnet, ganz Unschuld und Sehnsucht. Jetzt winkt sie sogar, die Botschaft ist einfach, sie kann ihren Werber kaum noch erwarten.\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn55\"><sup>[55]<\/sup><\/a>&nbsp;Gunters Vorstellung kann als Idealbeschreibung einer Frau betrachtet werden. Das Warten am Ufer geht mit einer Passivit\u00e4t einher und macht deutlich, dass sie ihrem Werber wohlgesonnen gegen\u00fcbertritt. Die Frau wartet in h\u00f6fischer Tradition darauf, umworben zu werden. In wei\u00dfe Kleidung geh\u00fcllt, unterstreicht es die Unschuld und Unber\u00fchrtheit der Frau.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>&nbsp;Dass es sich bei den beiden Beschreibungen um Imaginationen der Ankunft handelt, wird daran deutlich, dass \u00bb[i]n Wahrheit [\u2026] allerdings gar nichts zu sehen [ist].\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn57\"><sup>[57]<\/sup><\/a>&nbsp;Die in der Ferne sichtbare und als uneinnehmbar beschriebene Festung<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>&nbsp;kann als Vorschau auf die folgende Handlung betrachtet werden. Die Festung, die Brunhilds Eigentum ist, ist so uneinnehmbar wie Brunhild selbst.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Festung wird auch bei der Ankunft der vier Ritter auf dem \u00bbfeindlichen Boden\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>&nbsp;eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Die M\u00e4nner werden bei der Ankunft mit den Worten \u00bb[d]icht aneinandergedr\u00e4ngt, die Nacken verspannt, die F\u00e4uste lachhaft fest um die Waffen gewickelt\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn60\"><sup>[60]<\/sup><\/a>&nbsp;als eingesch\u00fcchtert und abwartend charakterisiert. Die N\u00e4he untereinander, die steife Haltung und das Festhalten an der Waffe verdeutlichen, dass ihnen bewusst ist, dass sie Brunhild unterlegen sind. Die erneute Benennung der Burgzinnen, an denen sich so viele K\u00f6pfe befinden, dass Dankwart die Anzahl nicht bestimmen kann,<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn61\"><sup>[61]<\/sup><\/a>&nbsp;verdeutlicht noch einmal Brunhilds Abneigung gegen\u00fcber der Brautwerbung. Zudem ist die Pr\u00e4sentation der unz\u00e4hligen vorherigen Werber als eine Vorausdeutung zu lesen. Die un\u00fcberblickbare Anzahl an gescheiterten Werbern stellt Gunters Erfolg infrage und f\u00fchrt den Erfolg nicht auf sein K\u00f6nnen oder seine Kraft zur\u00fcck. Es wird bereits an dieser Stelle deutlich, dass Gunter eigentlich keine Chance gegen\u00fcber Brunhild h\u00e4tte.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die fehlende Ebenb\u00fcrtigkeit zwischen Gunther und Brunhild zeigt sich auch in ihrer Mimik beim ersten Aufeinandertreffen. W\u00e4hrend sich Brunhilds gesamte Erscheinung bew\u00f6lkt, zeigen sich auf Gunthers Gesicht nur Angst und Schrecken.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn62\"><sup>[62]<\/sup><\/a>&nbsp;W\u00e4hrend Brunhilds Mimik hierbei mit einem Adjektiv beschrieben wird, dass vorrangig f\u00fcr Wetterph\u00e4nomene genutzt wird, zeigen sich in Gunthers Gesicht Basisemotionen des menschlichen Seins. Brunhilds bew\u00f6lktes Gesicht k\u00f6nnte als Anspielung auf den Himmelsgott Zeus gelesen werden, der auch als Besch\u00fctzer der St\u00e4dte und deren Freiheiten gilt.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn63\"><sup>[63]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese Deutung deckt sich auch mit Schillings Position, der die urspr\u00fcngliche Br\u00fcnhild in den Kontext der Mythologie setzt, was Begr\u00fcndung in ihren F\u00e4higkeiten, die nicht menschlicher Natur sein k\u00f6nnen, findet.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn64\"><sup>[64]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch Hoppe gibt in einem Essay zu bedenken, dass Brunhild \u00fcber eine archaische Kraft verf\u00fcgt.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn65\"><sup>[65]<\/sup><\/a>&nbsp;Deutlich wird hierbei auch, dass Brunhild die h\u00f6fische Tradition nicht wahrt, weil sie die Maske nicht aufrechterh\u00e4lt. Sie zeigt eindeutig, dass sie \u00fcber die Ankunft des Werbers nicht erfreut ist. Auch Gunther wahrt die h\u00f6fische Tradition nicht, da er seine Gef\u00fchle f\u00fcr alle sichtbar pr\u00e4sentiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberschrift des Kapitels, in dem der Wettkampf zwischen Brunhild und Gunther dargestellt wird, kann als erneute Vorausschau gedeutet werden. Der erste Teil des Titels \u00bbWie Brunhild ihre wahre Gestalt zeigt [\u2026]\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn66\"><sup>[66]<\/sup><\/a>&nbsp;verspricht eine neue und andere Darstellung Brunhilds, eine Darstellung ihres wahren Ichs. So wird sie zun\u00e4chst noch als \u00bbgrausamste K\u00f6nigin der Geschichte\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn67\"><sup>[67]<\/sup><\/a>&nbsp;bezeichnet, was mit den vorherigen Interpretationsergebnissen jedoch konform geht. Sie wird als Jagende&nbsp;<em>und<\/em>&nbsp;Gejagte dargestellt,<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn68\"><sup>[68]<\/sup><\/a>&nbsp;was erneut auf ihren Umgang mit den Brautwerben zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. Die Beschreibung als J\u00e4gerin bezieht sich hierbei jedoch nicht darauf, dass sie sich auf der Jagd nach einem Mann befindet, sondern vielmehr darauf, dass sie die Brautwerber jagt, um nicht von ihnen besiegt und gefangen genommen zu werden. Brunhild wird hierbei als \u00bbFuchs und J\u00e4ger in einer Person\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn69\"><sup>[69]<\/sup><\/a>&nbsp;beschrieben. Aber auch die dem Fuchs zugeschriebenen Eigenschaften wie List und Verschlagenheit<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn70\"><sup>[70]<\/sup><\/a>&nbsp;und die symbolhafte Bedeutung des J\u00e4gers als Freiheit<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn71\"><sup>[71]<\/sup><\/a>&nbsp;stehen im Einklang mit der Figur Brunhild.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese unterstellte Durchtriebenheit zeigt sich auch daran, dass sie den geplanten Betrug durchschaut. Ihr ist bewusst, dass sie gegen Siegfried und seine Tarnkappe antritt und nicht gegen Gunther, den eigentlichen Brautwerber. Woher diese Erkenntnis stammt, findet keine Erw\u00e4hnung, was den Schluss nahelegt, dass der Betrug entweder leicht zu durchschauen ist oder Brunhild tats\u00e4chlich als unbesiegbar gelten muss.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tatsache, dass es \u00bbein so ungleicher wie vergeblicher Kampf\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn72\"><sup>[72]<\/sup><\/a>&nbsp;ist, f\u00fchrt dazu, dass der bisher durchgef\u00fchrte Wettkampf von ihr abgebrochen wird. Brunhild beendet diesen, bevor er begonnen hat. Ihr Verhalten nach diesem Entschluss wird wie folgt beschrieben: \u00bb[Sie] entfernt sich vom Schauplatz, und schl\u00e4gt sich l\u00e4ssig den Staub aus den Kleidern und Fuchsfell, bevor sie sich w\u00fcrdevoll nicht vor Gunther, sondern vor seinem Schatten verneigt, der mit schnellen Schritten die B\u00fchne verl\u00e4sst.\u00ab<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn73\"><sup>[73]<\/sup><\/a>&nbsp;Dass sie sich den Staub von den Kleidern schlagen muss, kann hierbei auf zweierlei Weise verstanden werden. Zun\u00e4chst betont es erneut, dass Brunhild keinerlei Kraft aufgewendet und sich ergeben hat, um ihre W\u00fcrde zu wahren. Anderseits k\u00f6nnte es auch von einer l\u00e4ngeren Pause der Brautwerbungswettk\u00e4mpfe zeugen, sodass die Kampfkleidung eingestaubt ist, da sich keine anderen Werber mehr eine Reise nach Island zugetraut haben. Das Verhalten der beiden Geschlechter steht in der beschriebenen Szene erneut im diametralen Kontrast. W\u00e4hrend sich Brunhild w\u00fcrdevoll verneigt, obwohl sie die Betrogene ist, eilt Siegfried als Schatten getarnt eilig von der B\u00fchne. Ihr Umgang mit der Betrugserfahrung k\u00f6nnte jedoch auch als Entschluss f\u00fcr die Hochzeit mit Gunther gewertet werden, da sie sich dem chancenlosen Ausgang ihrer Lage bewusst ist. Diese Deutung steht im Einklang mit der bereits angef\u00fchrten Argumentation Schillings. Dieser betont, dass Br\u00fcnhilds Heiratswille an ein konkretes Postulat gebunden ist.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn74\"><sup>[74]<\/sup><\/a>&nbsp;Dieses Postulat wird jedoch nicht erf\u00fcllt, sodass nicht von einer Freiwilligkeit gesprochen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h4>Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p>Schlussendlich l\u00e4sst sich sagen, dass Br\u00fcnhild in der Forschung allgemein als au\u00dfergew\u00f6hnliche und physisch starke, weibliche Figur dargestellt wird. Im mittelalterlichen&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;erfolgt die Betonung der physischen St\u00e4rke dabei in Bezug auf die K\u00f6rperkraft der m\u00e4nnlichen Figuren. Diese unkonventionelle Weiblichkeit wird jedoch auch von dem Erz\u00e4hler sanktioniert, indem er ihr teilweise ihre Sch\u00f6nheit abspricht, indem er sie nicht betont. Die Darstellung Br\u00fcnhilds psychischer St\u00e4rke scheint deutlich subtiler, indem ihr Selbstbewusstsein durch m\u00e4nnliche Figuren negativ konnotiert und ihr als Schw\u00e4che ausgelegt wird. Bei Hoppe hingegen wird die au\u00dfergew\u00f6hnliche Position Br\u00fcnhilds einerseits durch R\u00e4ume pr\u00e4sent. So unterscheiden sich die mentalen Vorstellungen Gunthers und die des Boten diametral und ihre Festung kann als \u00c4quivalent zu ihrem Ruf im mittelalterlichen Text verstanden werden. Wie im mittelalterlichen Text wird Brunhilds \u00dcberlegenheit auch in Relation zu den m\u00e4nnlichen Figuren verdeutlicht, indem ihr Verhalten dem der M\u00e4nner gegen\u00fcbergestellt und somit kontrastiert wird, womit die \u00dcberlegenheit Brunhilds deutlich wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden Werken ist von einer ungewollten Brautwerbung zu sprechen. W\u00e4hrend Br\u00fcnhilds herausgehobene Stellung im mittelalterlichen Nibelungentext vor allem anhand ihres Rufes und ihrer k\u00f6rperlichen F\u00e4higkeiten dargestellt wird, nutzt Hoppe materielle Dimensionen wie die Festung Br\u00fcnhilds und ihre kognitiven F\u00e4higkeiten, die sich im Durchschauen des Betrugs offenbaren. In beiden Texten werden demnach direkte und indirekte Formen genutzt, um zu offenbaren, dass Br\u00fcnhild eigentlich unbezwingbar ist und sie keinerlei Interesse an einer Brautwerbung hat. Spannend erscheint vor allem, dass Br\u00fcnhild in der Forschungsliteratur eine psychische St\u00e4rke attestiert wird, sich in der Analyse der Brautwerbung aber eine forcierte Betonung der physischen St\u00e4rke zeigt<sup>&nbsp;<\/sup>.<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn75\"><sup>[75]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hoppe hingegen verzichtet auf die Darstellung der K\u00f6rperkraft und verschiebt Br\u00fcnhilds St\u00e4rke auf eine rein mentale Ebene. Sie nimmt Br\u00fcnhild die in der Forschung betonte Kombination aus K\u00f6rperkraft und Sch\u00f6nheit, arbeitet jedoch andere zentrale Aspekte Br\u00fcnhilds in besonderer Weise heraus. Wenn Ehrismann der mittelalterlichen Br\u00fcnhild die Wahrung ihrer W\u00fcrde attestiert,<a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_edn76\"><sup>[76]<\/sup><\/a>&nbsp;ist es erst Hoppe, die durch das Durchschauen des Betrugs sichtbar macht, dass Br\u00fcnhild tats\u00e4chlich ihre W\u00fcrde wahrt und sich nicht betr\u00fcgen l\u00e4sst. So zeigt sich, dass Br\u00fcnhild tats\u00e4chlich allen anderen Figuren \u00fcberlegen ist. Anhand der Analyse kann festgehalten werden, dass die Figur Br\u00fcnhild bereits im Nibelungenlied feministisch gelesen werden kann, da dominante Geschlechtervorstellungen infrage gestellt und traditionelle Geschlechterrollen unterlaufen werden. Sowohl ihre physische St\u00e4rke als auch ihre Ablehnung der Brautwerbung lassen sich als Ausdruck weiblicher Selbstbestimmtheit verstehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-644\" width=\"488\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zeitschriftstudentischerbeitraege2025\/files\/2025\/12\/Foto_Leonie-1-1980x1320.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><figcaption><strong><span class=\"has-inline-color has-primary-color\">Leonie Brommer<\/span><\/strong><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>Vgl. Nine R. Miedema,&nbsp;<em>Einf\u00fchrung in das Nibelungenlied<\/em>, Darmstadt 2011, 121, 123 und 132.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 122 und 127.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>Vgl.&nbsp;Dorothea Westphal,&nbsp;<em>Alter Stoff neu erz\u00e4hlt<\/em>;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/felicitas-hoppe-nibelungen-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/felicitas-hoppe-nibelungen-100.html<\/a>&nbsp;[letzter Zugriff 03.08.2023].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>Ebd.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>Vgl. Elisabeth Lienert,&nbsp;<em>Geschlecht und Gewalt im \u203aNibelungenlied\u2039<\/em>, in:&nbsp;<em>Zeitschrift f\u00fcr deutsches Altertum und deutsche Literatur<\/em>, 123(2003)1, 3\u201323, hier 5.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>Ebd., 7.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>Ebd., 8.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>Ebd., 8.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>Vgl. Tilo Renz,&nbsp;<em>Br\u00fcnhilds Kraft. Zur Logik des einen Geschlechts im \u00bbNibelungenlied\u00ab<\/em>, in:&nbsp;<em>Zeitschrift f\u00fcr Germanistik<\/em>, Neue Folge, 16(2006)1, 8\u201325, hier 8.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>Vgl.&nbsp;Astrid Lembke,&nbsp;<em>Umstrittene Souver\u00e4nit\u00e4t. Herrschaft, Geschlecht und Stand im Nibelungenlied sowie in Thea von Harbours Nibelungenbuch und in Fritz Langs Film Die Nibelungen<\/em>, in: Natasa Bedekovis, Andreas Kra\u00df und Astrid Lembke (Hg.),&nbsp;<em>Durchkreuzte Helden. Das Nibelungenlied und Fritz Langs Film \u00bbDie Nibelungen\u00ab im Licht der Intersektionalit\u00e4tsforschung<\/em>, Bielefeld, 2014, S. 51\u201374, hier 55.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 60.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>Vgl. Stephan M\u00fcller,&nbsp;<em>Zauber der Zwangsl\u00e4ufigkeit. Erz\u00e4hlschemata und die kulturellen Automatismen des Mittelalters. Eine Problemskizze,<\/em>in: Tobias Conradi, Giesela Ecker, Nobert Otto Eke u.a. (Hg.),&nbsp;<em>Schemata und Praktiken<\/em>, Paderborn 2014, 83-96, hier 84f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>Vgl. Hermann Reichert (Hg<em>.<\/em>)<em>, Das Nibelungenlied. Text und Einf\u00fchrung<\/em>. 2. durchgesehene und erg\u00e4nzte Auflage, Berlin\/Boston 2017, 392.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 392f.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>Ursula Schulze (Hg.),&nbsp;<em>Das Nibelungenlied<\/em>&nbsp;(nach der Handschrift B), Ditzingen, 2010, Str. 324.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>Ebd., Str. 338<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., Str. 328.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>Vgl. Miedema,&nbsp;<em>Einf\u00fchrung in das Nibelungenlied<\/em>, 72.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>Vgl. Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>, Str. 335.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>Vgl.&nbsp;Elisabeth Lienert,&nbsp;<em>K\u00f6nnen Helden sich \u00e4ndern? Starre Muster und flexibles Handeln im Nibelungenlied<\/em>, in:&nbsp;<em>Zeitschrift f\u00fcr deutsches Altertum und deutsche Literatur<\/em>, 144(2015)4, 477\u2013491, hier&nbsp;485.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>Vgl.&nbsp;&nbsp;Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>, Str. 391 und 392 sowie 405.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>Ebd., Str. 390.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>Vgl. Otfried Ehrismann,&nbsp;<em>Nibelungenlied. Epoche \u2013 Werk \u2013 Wirkung<\/em>, M\u00fcnchen, 1987, 124.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>Vgl. Ines Palau,&nbsp;<em>Bild \u2013 Macht \u2013 Gender. Blicke, Bilder und Geschlechterrollen in der h\u00f6fischen Epik<\/em>, Bonn 2022, 113.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>Vgl. ebd. 111<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>Ebd.,&nbsp;Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>, Str.&nbsp;414.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>Ebd., Str. 436.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>Ebd., Str. 448.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>Vgl. Renz,&nbsp;<em>Br\u00fcnhilds Kraft<\/em>, 23.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>,&nbsp;Str. 445.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>Ebd., Str. 447.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>Vgl. Lienert,&nbsp;<em>Geschlecht und Gewalt im Nibelungenlied<\/em>, 8.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>, Str. 445.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>Vgl. Ehrismann,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>, 128.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>Vgl.&nbsp;Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>,&nbsp;Str. 448.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>Vgl. Renz,&nbsp;<em>Br\u00fcnhilds Kraft<\/em>, 17.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a>Ebd., 21.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>,&nbsp;Str. 453.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref47\"><sup>[47]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., Str. 459.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., Str. 463.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>Vgl. Elmar Schilling,&nbsp;<em>Konzepte und Inszenierungen des Heroischen im Nibelungenlied<\/em>, M\u00fcnster 2021,&nbsp;59.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>Vgl. Renz<em>, Br\u00fcnhilds Kraft<\/em>, 20.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref51\"><sup>[51]<\/sup><\/a>Vgl.&nbsp;Schulze,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>,&nbsp;Str. 324.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref52\"><sup>[52]<\/sup><\/a>Vgl. Felicitas Hoppe,&nbsp;<em>Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm<\/em>, Frankfurt\/Main 2021, 29f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref53\"><sup>[53]<\/sup><\/a>Ebd., 26.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref54\"><sup>[54]<\/sup><\/a>Vgl. G\u00fcnter Butzer und Joachim Jacob, (Hg.),&nbsp;<em>Metzler Lexikon literarischer Symbole<\/em>, 3. Auflage, Berlin 2012,<\/p>\n\n\n\n<p>332.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref55\"><sup>[55]<\/sup><\/a>Hoppe,&nbsp;<em>Nibelungen<\/em>, 26f.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>Vgl. Butzer\/Jacob,&nbsp;<em>Metzler Lexikon literarischer Symbole<\/em>, 481.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref57\"><sup>[57]<\/sup><\/a>Hoppe,&nbsp;<em>Nibelungen<\/em>, 27.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>Ebd. 32.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref60\"><sup>[60]<\/sup><\/a>Ebd.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref61\"><sup>[61]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 32f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref62\"><sup>[62]<\/sup><\/a>Vgl. Hoppe,&nbsp;<em>Nibelungen<\/em>, 33.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref63\"><sup>[63]<\/sup><\/a>Vgl. Kai Brodersen und Bernhard Zimmermann,&nbsp;<em>Kleines Lexikon mythologischer Figuren der Antik<\/em>e, Berlin\u2013Heidelberg 2015, 181f.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref64\"><sup>[64]<\/sup><\/a>Vgl. Schilling,&nbsp;<em>Konzepte und Inszenierungen des Heroischen im Nibelungenlied<\/em>,&nbsp;56.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref65\"><sup>[65]<\/sup><\/a>Vgl. Felicitas Hoppe,&nbsp;<em>Alte Sch\u00e4tze, Paare, Klagen. Neues von den Nibelungen<\/em>, in: Regina Toepfer (Hg.),&nbsp;<em>Klassiker des Mittelalters<\/em>, Hildesheim 2019, 301\u2013312, hier 306<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref66\"><sup>[66]<\/sup><\/a>Hoppe,&nbsp;<em>Nibelungen<\/em>, 34.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref67\"><sup>[67]<\/sup><\/a>Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref68\"><sup>[68]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 35.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref69\"><sup>[69]<\/sup><\/a>Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref70\"><sup>[70]<\/sup><\/a>Vgl. Butzer\/Jacob,&nbsp;<em>Metzler Lexikon literarischer Symbole<\/em>, 137.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref71\"><sup>[71]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 202.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref72\"><sup>[72]<\/sup><\/a>Hoppe,&nbsp;<em>Nibelungen<\/em>, 35.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref73\"><sup>[73]<\/sup><\/a>Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref74\"><sup>[74]<\/sup><\/a>Vgl. Schilling,&nbsp;<em>Konzepte und Inszenierungen des Heroischen im Nibelungenlied<\/em>, 59.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref75\"><sup>[75]<\/sup><\/a>Vgl. Renz,&nbsp;<em>Br\u00fcnhilds Kraft<\/em>, 8.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/11AFA533-E785-4558-B623-CAFD6606FE22#_ednref76\"><sup>[76]<\/sup><\/a>Vgl. Ehrismann,&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>, 128.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>leonie brommer Vom Nationalepos zum K\u00f6niginnendrama Die Rezeption des um 1200 geschriebenen Nibelungenlieds folgt einer langen Historie: Nachdem es in der Mitte des 18. 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