Studienbegleitprogramm für Lehramtsstudierende

ZLB & IVLiebe Lehramtsstudierende,

das Zentrum für Lehrerbildung und die Interessenvertretung Lehramt haben gemeinsam ein Studienbegleitprogramm für Lehramtsstudierende zusammengestellt, das erstmals im Wintersemester 2014/15 angeboten wird.

Das ausführliche Programm finden Sie hier und im Stud.IP (unter Querschnittseinrichtungen /Zentrum für Lehrerbildung). Weiterlesen

Fremdsprachenassistenz in England – ein Interview

Innenhof der Maidstone Grammar School Foto: Norbert Herbstreit

Innenhof der Maidstone Grammar School
Foto: Norbert Herbstreit

Friederike Minsel (Studentin im 7. Sem, LA Gymn., Eng/Mu) und Norbert Herbstreit (Student im 7. Sem, LA Gymn., Eng/Ge) waren ein Jahr als Fremdsprachenassistenten in England. Im folgenden Interview berichten Sie von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen während dieses Aufenthaltes.

Was ist ein Fremdsprachenassistent?

N: Fremdsprachenassistenten sind Assistenz-lehrer, die Lehrer in ausländischen Schulen bei der praktischen Vermittlung von Fremdsprache unterstützten. Sie geben keinen regulären Deutschunterricht, sondern konzentrieren sich in ihren Stunden auf die Konversation mit den Schülern und vermitteln einen Einblick in die Kultur der Zielsprache.

F: Man unterstützt als Muttersprachler den Unterricht vor allem durch Sprachpraxis.

Warum habt Ihr Euch für die Fremdsprachenassistenz entschieden?

F: Ich wollte längere Zeit im Ausland verbringen, da ich das Fach Englisch unterrichten möchte.

N: Bei mir ist es ganz ähnlich: Praxiserfahrung als Lehrer und Spracherfahrung in der Welt der Muttersprache zu sammeln, waren die Motivation für diesen Aufenthalt. Auch die finanzielle Unterstützung ist ein klarer Grund dafür gewesen als Fremdsprachenassistent zu arbeiten. Man verdient sein eigenes Geld und ist nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Konntet Ihr von dem Verdienst leben?

F: England ist zwar teuer als Deutschland, aber das Geld hat zum Leben, zum Reisen und für Besichtigungen gereicht. Außerdem bestand die Möglichkeiten, sich einen Nebenverdienst zu organisieren.

N: Je nachdem, wo man untergebracht ist, ändert sich das Einkommen, d.h. es wird an die Städte angepasst. Das Einkommen reichte für uns aus, um fast jedes Wochenende zu reisen.

Wo und wie lange seid Ihr in England gewesen?

Derby High School Foto: Friederike Minsel

Derby High School
Foto: Friederike Minsel

N: Ich war für 8 Monate in Maidstone / Kent.

F: Ich war 8 Monate in Derby / Midlands

Konntet Ihr Euch den Ort der Assistenzzeit selbst aussuchen?

F/N: Man kann bei der Bewerbung bevorzugte Regionen angeben, wobei aber nicht sicher ist, auch diesen zugewiesen zu werden. Wir hatten jedoch Glück und sind in der Region untergekommen, die wir uns gewünscht hatten.

Konntet Ihr Euch die Schule am Ort aussuchen?

N: Auf die Auswahl der Schule hatten wir keinen Einfluss.

F: Wir bewarben uns beim PAD (Pädagogischer Austauschdienst). Dort erfolgt dann ein Auswahlverfahren und wenn dieses bestanden ist, werden die Informationen der Kandidaten an das British Council gegeben. Hier bewerben sich auch die englischen Schulen um einen Assistenten. Das Council bringt Schule und Fremdsprachen-assistenten zusammen.

Was war es für eine Schule an der Ihr unterrichtet habt?

F: Ich war an einer High School, die dem Gymnasium entspricht.

N: Ich war an einer Grammar School, auch ein Äquivalent des Gymnasiums, jedoch weniger weit verbreitet und hauptsächlich in der Grafschaft Kent anzutreffen.

Könntet Ihr die Schulen kurz beschreiben?

N: Bei meiner Schule handelte es sich um eine Institution mit sehr hohen Ansprüchen an die Schüler. Diese wurden über ein Auswahlverfahren aufgenommen. Man legte hier sehr großen Wert auf Disziplin und Leistung. Es gab ein starkes Gemeinschaftswesen, dass in vielen Wettkämpfen mit anderen Schulen und untereinander z.B. in den Bereichen Sport, Literatur und Mathematik, Ausdruck fand. Dadurch lernten die Schüler nicht nur sich gegenseitig zu immer höheren Leistungen zu motivieren, sondern dabei auch fair miteinander umzugehen.

F: Bei mir war es ganz ähnlich. Ich war an einer Mädchenprivatschule und auch dort wurden hohe Ansprüche an die Schülerinnen gestellt. Diese haben sich in Clubs, bei Wettkämpfen, Theaterproduktionen und Konzerten sehr engagiert.

Was ist Eurer Meinung nach der Hauptunterschied im Vergleich zu deutschen Schulen?

F: Der Gemeinschaftsgeist. Diesen kenne ich in dieser Form nicht in Deutschland.

N: Solange der Schüler die Uniform trägt, ist er Repräsentant der Schule und fühlt sich als Teil der Schulgemeinschaft. Dies führt zu einem positiven Disziplingefühl, aufbauend auf einem Wir-Gefühl. Sie übernahmen für ihre Schule Verantwortung.

Was waren Eure Aufgaben an der Schule?

N: Meine Mentorin ließ mir freie Hand in der Gestaltung meiner Aufgaben. Später organisierte ich auch ein Kooperationsprojekt zwischen der Maidstone Grammar School und einer Internatsschule, an der ich ebenfalls tätig war. Das Internat hatte einige deutsche Schüler und für uns bot sich so die Gelegenheit, diese mit den britischen Schülern der Grammar School in einen kulturellen Austausch zu bringen. Hier wurden mir erneut viele Freiheiten gelassen und ich wurde auch bei methodischen Entscheidungen, die für die Maidstone Grammar School noch Neuland waren, voll und ganz unterstützt.

F: Ich habe mich auch in einem schulübergreifenden Projekt engagiert. Es war ein Chorprojekt, bei dem Schüler, Lehrer und Eltern zweier Schulen gemeinsam das Mozartrequien einstudierten.

Wo und wie habt Ihr gelebt?

N: Ich bin bei einer Mitarbeiterin der Schule untergekommen.

F: Ich habe zusammen mit der Fremdsprachenassistentin für Spanisch in einer Wohnung gewohnt.

Wie seid Ihr dazu gekommen?

N: Den Kontakt hat mir die Sekretärin der Schule vermittelt.

F: Ich hatte schon vor meiner Abreise aus Deutschland Kontakt zu der anderen Assistentin aufgebaut und wir hatten uns darüber verständigt, gemeinsam zu wohnen. Die Spanierin organisierte die Wohnung, sodass ich direkt bei meiner Ankunft einziehen konnte.

Wie habt Ihr Eure Freizeit verbracht?

N: Ich bin sehr viel gereist, mit Friederike und mit den anderen Assistenten meiner Schule.

F: Bei mir war es ganz genauso. Wir waren fast jedes Wochenende an einem anderen Ort. Es war eine sehr intensive Zeit.

Wieviel Zeit habt Ihr für die Schulvorbereitung verwendet?

F: Die Vorbereitung der Stunden war in der Regel weniger aufwendig, in den Prüfungszeiten intensiver. Offiziell ist man für 12 Stunden pro Woche an der Schule angestellt, ich habe jedoch meist mehr Zeit dort verbracht. Außerdem gab es immer wieder zusätzliche Aufgaben, die ich gern übernommen habe.

N: Die Vorbereitung hat nicht viel Zeit in Anspruch genommen. Zusätzliche Aufgaben, die ab Dezember hinzukamen, ließen mich täglich bis zu 8 Stunden an der Schule verbringen. Dies habe ich freiwillig und sehr gern getan. Man hat sich mit den anderen Assistenten ausgetauscht und diese oder die Lehrer bei der Arbeit unterstützt. Auch kamen noch meine zwei Clubs, ein Deutschclub für die Kleinen und ein Filmclub für die Oberstufe, dazu.

Was hat Euch am meisten beeindruckt? Was nehmt Ihr für Eure spätere Arbeit in der Schule mit nach Deutschland?

F: Für die spätere Arbeit an der Schule nehme ich definitiv die Erfahrung mit, wie ich mit Schülern umgehen kann, wie man mit der Leher-Schüler-Situation klar kommt. Darüber hinaus habe ich viele kleine Inspirationen, die ich aus der Schule über Projekte und Veranstaltungen mitgenommen habe, bekommen. Und ich habe für mich herausgefunden, wie ich auftrete, damit ich Wissen effektiv vermitteln kann.

N: Ein Jahr lang eine Klasse zu unterrichten und sie auf dem Weg zum Abschluss zu begleiten, hat mir zu verstehen gegeben, was für ein Lehrer ich sein möchte und was für ein Lehrer ich sein kann.

Vielen Dank für das Interview!

Das Schulpraktikum im Ausland – Bericht über die Veranstaltung des Zentrums für Lehrerbildung und der Didaktik Biologie/Geographie zum „Dies Internationales“

Foto: Martin Lindner

Foto: Martin Lindner

Im Rahmen des „Dies Internationales“ luden das Zentrum für Lehrerbildung und Prof. Martin Lindner, Didaktik Biologie/Geografie, am 7. Mai unter dem Motto „Das Schulpraktikum im Ausland – Studierende des Lehramtes berichten über ihre Erfahrungen“ zu einer Informationsveranstaltung ein. Das Interesse an der Veranstaltung war  groß. Nach der  Eröffnung durch Prof. Lindner, berichteten insgesamt sechs Studentinnen von ihrem Auslandsaufenthalt und spannten den Bogen von Europa über Afrika bis nach Asien. Weiterlesen

Das Tandem-Tool – eine neue Software zur Vermittlung der Schulpraktika

Katharina Heider (Zentrum für Lehrerbildung)

Foto: Marcus Schwalb

Foto: Marcus Schwalb

Ab dem Wintersemester 2014/15 wird sich die Anmeldung der Schulpraktika entscheidend ändern – die Studierenden des Lehramtes für Grundschule, Sekundarschule und Gymnasium werden zukünftig erheblichen Einfluss auf die Auswahl der Schule und des dortigen Mentors nehmen können. Diese Neuerung wird durch das „Tandem Tool“ möglich – eine online basierte Software mittels derer die Studierenden an eine Schule im Land Sachsen-Anhalt vermittelt werden. Weiterlesen

Das Schulpraktikum in der Provinz – ein Interview mit Norman Köhne

Katharina Heider (Zentrum für Lehrerbildung)

Foto: Claudia Richter

Foto: Claudia Richter

Norman Köhne, Student im  5. Fachsemester, Lehramt an Sekundarschulen in den Fächern Biologie und Geographie, absolvierte sein erstes Schulpraktikum an der Sekundarschule in Eilsleben, ca. 30 km westlich von Magdeburg.

Norman, warum hast Du Dein SP I in Eilsleben absolviert?
Für mich stand schon lange fest, dass ich mein Schulpraktikum nicht in Halle mache, da die Schulen hier überlaufen sind. Ich wollte Erfahrungen jenseits der Saalestadt sammeln. Weiterlesen

Podiumsdiskussion mit Schülerinnen, Schülern und einem Lehrer der Freien Schule Leipzig

David Jahr (Zentrum für Lehrerbildung)

Foto: Ines Boban

Foto: Ines Boban

Ein Highlight unseres ersten Semesters mit dem LSQ-Modul „Heterogenität und Inklusion“ war sicherlich der Besuch von acht Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrer Benjamin Schmutzer von der Freien Schule Leipzig Ende Januar. Weiterlesen

Vorstellung des Seminars „Inklusion und Heterogenität“ zur Fachtagung in Wiesbaden

David Jahr (Zentrum für Lehrerbildung)

Foto: Ines Boban

Foto: Ines Boban

Zur diesjährigen 28. internationalen Jahrestagung der Integrations-/Inklusionsforscher und -forscherinnen in Wiesbaden konnten Rahel Szalai und David Jahr das von Ihnen mit Unterstützung von Andreas Hinz und Ines Boban entworfene Seminar der Fachwelt vorstellen. Weiterlesen