{"id":49,"date":"2022-03-18T15:06:18","date_gmt":"2022-03-18T14:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/?p=49"},"modified":"2022-05-20T08:39:33","modified_gmt":"2022-05-20T06:39:33","slug":"blanke-beziehungsraeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/blanke-beziehungsraeume\/","title":{"rendered":"Beziehungsr\u00e4ume"},"content":{"rendered":"\n<span id=\"Soziale_Topographien_in_Theodor_Fontanes_Irrungen_Wirrungen\"><h2><em>Soziale Topographien in Theodor Fontanes \u201eIrrungen, Wirrungen\u201c<\/em><\/h2><\/span>\n\n\n\n<p><em>Klara Blanke<\/em><\/p>\n\n\n\n<span id=\"I\"><h3><em>I<\/em><\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Theodor Fontanes Berliner Gesellschaftsroman <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> erschien im Jahr 1888 und erz\u00e4hlt die Geschichte des adeligen Botho von Rien\u00e4cker und der N\u00e4herin Lene Nimptsch, die eine kurzzeitige, nicht gesellschaftskonforme Beziehung eingehen, diese jedoch \u2013 bedingt durch den gesellschaftlichen Druck und die eigenen Erwartungen an standesgem\u00e4\u00dfes Verhalten \u2013 in einvernehmlichem Verst\u00e4ndnis wieder l\u00f6sen und getrennter Wege gehen. Botho heiratet daraufhin die h\u00fcbsche und reiche K\u00e4the von Sellenthin, w\u00e4hrend Lene den Heiratsantrag des bedeutend \u00e4lteren Fabrikmeisters Gideon Franke annimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als zentrales Element der Charakterisierung sowohl der Figuren als auch ihrer Beziehungen zueinander treten im Laufe des Romans immer wieder die Lebens- und Handlungsr\u00e4ume der Charaktere in den Vordergrund, welche die emotionalen Konflikte und gesellschaftlichen Spannungen widerspiegeln und verst\u00e4rken. Der folgende Text widmet sich der Frage, wie die Konstruktion von R\u00e4umlichkeit innerhalb des Romans es erm\u00f6glicht, die Handlungen der Figuren in einem neuen Kontext zu verstehen. Dabei sollen insbesondere zwei Raumkonzepte als Bezugspunkte dienen: das der literarischen Topographie und das der topologischen Gegens\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinrich C. Seeba nutzt in seiner Arbeit <em>Berliner Adressen<\/em> den Begriff der literarischen Topographie, um auf den engen Realit\u00e4tsbezug von Ortsangaben in Fontanes fiktionalen Texten hinzuweisen. In Anlehnung an tats\u00e4chlich existente Orte macht dieser die \u201eKonstruktion der fiktiven Wirklichkeit [f\u00fcr das zeitgen\u00f6ssische Publikum] \u201alesbar\u2018\u201c.<a href=\"#_edn1\">[i]<\/a> Diese M\u00f6glichkeit, fiktionale R\u00e4ume unter Bezugnahme auf reale Stadtentwicklung zu lesen und zu deuten, erm\u00f6glicht es, das Berlin in <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> als Raum zu betrachten, der \u2013 mal mehr, mal weniger durchl\u00e4ssige \u2013 gesellschaftliche Grenzen und Hierarchien aufweist, die im Roman selbst nicht explizit benannt werden, aber dennoch unmittelbar seine Handlung und Charaktere beeinflussen. Das fiktive Berlin verf\u00fcgt somit \u00fcber eine Art sozialer Topographie, in der gesellschaftliche Stellung und Handlungsm\u00f6glichkeiten der Figuren eng mit ihrer r\u00e4umlichen Verortung verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Auslegung der topologischen Gegens\u00e4tze als Grundlage der Handlungsstruktur wiederum lehnt sich an Lotmans \u00dcberlegungen an, die den literarischen Raum als mindestens zweigeteilt voraussetzen und Grenz\u00fcberschreitungen zwischen diesen zwei R\u00e4umen als zentrales Element der Handlung betrachten. Dabei wird, mit Rolf Parr gesprochen, aus der Gegen\u00fcberstellung dieser R\u00e4ume und aus den m\u00f6glichen oder tats\u00e4chlichen Grenz\u00fcberschreitungen der Figuren prim\u00e4r erz\u00e4hlerische Spannung generiert. <a href=\"#_edn2\">[ii]<\/a> Aus dieser Perspektive lassen sich Gegenpole wie innen\/au\u00dfen oder etwas konkreter Stadt\/Land als ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Handlung des Romans interpretieren. Bin\u00e4re Raumstrukturen dieser Art bezeichnen Berbig und G\u00f6ttsche grunds\u00e4tzlich als charakteristisch f\u00fcr den Realismus,<a href=\"#_edn3\">[iii]<\/a> Fontanes eigenes Verh\u00e4ltnis zu den Raumgegenpolen Stadt\/Land erweist sich jedoch als wesentlich widerspr\u00fcchlicher, als aufgrund dieser Annahme zun\u00e4chst vermutet werden k\u00f6nnte,<a href=\"#_edn4\">[iv]<\/a> eine Beobachtung, die sich in den folgenden Untersuchungen zu <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> best\u00e4tigen wird. Hier finden sich n\u00e4mlich eine Reihe mehr oder weniger hybrider R\u00e4ume, die sich einerseits durch Naturn\u00e4he, besondere Vegetation und (imaginierte) Abgeschiedenheit von anderen Menschen auszeichnen, andererseits aber auch st\u00e4dtisch beeinflusst und entweder touristisch erschlossen sind oder ihre N\u00e4he zur Stadt auf andere Weise offenbaren. &nbsp;Fontanes vielf\u00e4ltiger Umgang mit Handlungsr\u00e4umen und Szenerie geht dabei einerseits immer davon aus, dass r\u00e4umliche Verortung auch soziale Zuordnung bedeutet, andererseits l\u00e4sst er aber sowohl die Eindeutigkeit der Berliner sozialen Topographie, als auch die Starrheit bin\u00e4rer Raummodelle hinter sich und erweitert so die Romanhandlung um eine weitere Deutungsebene.<\/p>\n\n\n\n<span id=\"II\"><h3><em>II<\/em><\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Es sind vor allem die beschriebenen Wohnr\u00e4ume, die konkret als Ankerpunkte der Erz\u00e4hlung dienen und die Entwicklung der Handlung widerspiegeln,. Sie tragen allgemein zu einer Charakterisierung Bothos und Lenes bei und verdeutlichen den \u2013 im Sinne der sozialen Topographie \u2013 zwischen den beiden Figuren bestehenden Standesunterschied. Dazu geh\u00f6ren insbesondere Bothos Wohnung in der Bellevuestra\u00dfe sowie die sp\u00e4tere Wohnung der Rien\u00e4ckers in der Landgrafenstra\u00dfe, au\u00dferdem die Wohnung der Familie Nimptsch gegen\u00fcber des Zoologischen Gartens sowie ihre sp\u00e4tere Wohnung am Luisenufer.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits sollen auch die R\u00e4ume Beachtung finden, welche die Beziehung zwischen Botho und Lene pr\u00e4gen, an denen beide Zeit miteinander verbringen und an denen sie die Zukunfts(un)f\u00e4higkeit ihres Zusammenseins reflektieren und aushandeln. Hier sind vor allem der Garten der Familie D\u00f6rr sowie der Spazierweg nach Wilmersdorf und Hankels Ablage von gro\u00dfer Relevanz, da diese jeweils entscheidend zur Handlung beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand dieser verschiedenen R\u00e4ume und der sich ver\u00e4ndernden r\u00e4umlichen Beziehungen l\u00e4sst sich analog die soziale (De-)Platzierung der Figuren nachvollziehen, die Dirk Oschmann auch als \u201eRaumbestimmtheit\u201c der Figuren bezeichnet.<a href=\"#_edn5\">[v]<\/a> Dabei ist insbesondere anzumerken, dass <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> das von Oschmann als vormodern eingeordnete Modell des statischen Raumbezuges zum Teil durchbricht und sich einer flexibleren Auslegung zuwendet, diese jedoch nicht vollst\u00e4ndig durchsetzt.&nbsp; Das vormoderne Konzept, in dem der (r\u00e4umliche und soziale) Platz der Figuren vorbestimmt und nicht verhandelbar ist, weicht einem neuen Gedanken von sozialer (und in der Darstellung auch r\u00e4umlicher) Freiheit und Mobilit\u00e4t der Figuren, die nun die M\u00f6glichkeit haben, ihren vorbestimmten Platz zu verlassen und sich neu zu verorten.<a href=\"#_edn6\">[vi]<\/a> Diese \u00dcbergangsphase zum sp\u00e4teren, modernen (vollkommen flexiblen und in gewissem Sinne arbitr\u00e4ren) Raumbezug wird in <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> jedoch nur angedeutet und mit der R\u00fcckkehr der Figuren an ihren vorbestimmten Platz in der gesellschaftlichen Hierarchie nicht vollst\u00e4ndig umgesetzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl die r\u00e4umliche als auch die soziale Mobilit\u00e4t der Figuren, ihre literarische und auf eine historische Topographie r\u00fcckbezogene Verortung im fiktionalen Berlin der Erz\u00e4hlung und schlie\u00dflich auch die Wirkung und Gestaltung ihrer Grenz\u00fcberschreitungen bilden jeweils einzelne Facetten, die zu einer genaueren Erkenntnis \u00fcber den Einfluss von R\u00e4umlichkeit auf die Konzeption der Figuren Botho und Lene f\u00fchren werden.<\/p>\n\n\n\n<span id=\"III\"><h3><em>III<\/em><\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Der Standesunterschied zwischen Botho und Lene ist f\u00fcr die gesamte Handlung von entscheidender Bedeutung. Als zentrales Hindernis ihrer Beziehung steht die soziale Herkunft und Zugeh\u00f6rigkeit der beiden stets im Mittelpunkt ihrer Unterhaltungen und Pl\u00e4ne \u2013 wenn sich dies auch teilweise eher subtil als explizit \u00e4u\u00dfert. Den Wendepunkt der Handlung bildet schlie\u00dflich die beiderseitige Erkenntnis, dass der Standesunterschied trotz Bothos anf\u00e4nglicher Zuversicht un\u00fcberwindbar bleiben wird. Der Text macht dabei die soziale Stellung der Figuren auch im Kontext ihrer r\u00e4umlichen Mobilit\u00e4t und ihrer r\u00e4umlichen Verortung deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>So bestehen etwa entscheidende Unterschiede in Bezug auf die r\u00e4umliche Mobilit\u00e4t Bothos und Lenes. Obwohl auch Lene im st\u00e4dtischen Raum durchaus r\u00e4umliche Freiheiten hat \u2013 so geht sie allein zu Fu\u00df zur Arbeit und genie\u00dft damit eine \u201eSelbstst\u00e4ndigkeit\u201c, die zur Zeit der Romanhandlung \u00fcberwiegend f\u00fcr Frauen wie sie galt, die zur unteren Mittelschicht und Unterschicht geh\u00f6rten und arbeitst\u00e4tig waren<a href=\"#_edn7\">[vii]<\/a> \u2013 ist sie nicht im Stande, l\u00e4ngere Tagesausfl\u00fcge zu machen, wie Botho es regelm\u00e4\u00dfig mit seinen spontanen Ausritten tut. Allein der Umstand, dass Lene \u00fcberwiegend zu Fu\u00df unterwegs ist, w\u00e4hrend Botho reitet oder sich in einer Droschke fahren l\u00e4sst, macht deutlich, wie klein Lenes Mobilit\u00e4tsradius vergleichsweise ist.<a href=\"#_edn8\">[viii]<\/a> So weist Milena Bauer darauf hin, dass der zweit\u00e4gige Ausflug zu Hankels Ablage f\u00fcr die arbeitende Lene ein seltenes Freizeitvergn\u00fcgen ist, das sie sich ohne Botho sehr wahrscheinlich nicht h\u00e4tte leisten k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn9\">[ix]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Unterschied in der r\u00e4umlichen Mobilit\u00e4t der Figuren spiegelt den Unterschied in ihrer sozialen Mobilit\u00e4t wider, in deren Rahmen wiederum Botho weitaus freier agieren und \u2013 wenn auch nur teilweise \u2013 im Gegensatz zu Lene grenz\u00fcberschreitend handeln kann. Auf diese Art hat Botho die M\u00f6glichkeit, mehr oder weniger freien Willens in Lenes Lebenswelt (das nimptsche Haus, den d\u00f6rrschen Garten) einzutauchen und sich dort als angemessen platziert zu pr\u00e4sentieren. Lene hat umgekehrt nicht die M\u00f6glichkeit, die R\u00e4umlichkeiten kennenzulernen, in denen sich Bothos Lebensalltag abspielt.<\/p>\n\n\n\n<p>So werden die eng mit Bothos Charakter verkn\u00fcpften R\u00e4ume im Text \u00fcberwiegend&nbsp; in Szenen pr\u00e4sentiert, in denen Botho entweder allein ist oder in denen er Umgang mit anderen Adeligen (meist M\u00e4nnern) pflegt, darunter seine Junggesellenwohnung in der Bellevuestra\u00dfe, das Restaurant Hiller und sp\u00e4ter die gemeinsame Wohnung mit K\u00e4the in der Landgrafenstra\u00dfe, in der Botho viel Zeit allein verbringt, w\u00e4hrend K\u00e4the auf einer Kur-Reise ist. Die mit Lenes Charakter verkn\u00fcpften R\u00e4ume werden \u2013 zumindest in der ersten H\u00e4lfte des Romans \u2013 hingegen \u00fcberwiegend als gemeinsame Handlungsr\u00e4ume des Paares pr\u00e4sentiert, etwa bei Bothos und Lenes Spazierg\u00e4ngen durch die G\u00e4rtnerei der Familie D\u00f6rr oder bei der Beschreibung der Abendgesellschaft im Hause Nimptsch, bei der neben Botho und Lene auch Frau Nimptsch sowie Herr und Frau D\u00f6rr anwesend sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Ann\u00e4herung zwischen Lene und Botho wird auf diese Weise eine gewisse Einseitigkeit angedeutet, da Botho entscheidet, wann er Lene besuchen will. Lene kann zwar aus der Ferne signalisieren, dass sie ihn vermisst, wenn sie etwa schreibt: \u201eEs sind nun schon volle f\u00fcnf Tage, da\u00df ich dich nicht gesehen habe. Soll es eine volle Woche werden?\u201c,<a href=\"#_edn10\">[x]<\/a> ihn ihrerseits in seiner Wohnung aufzusuchen, erscheint allerdings schlicht unm\u00f6glich. Lenes an Botho gerichtete Einladungen stellen im Text Lenes einzige M\u00f6glichkeit dar, ihr Einverst\u00e4ndnis und ihre Offenheit gegen\u00fcber Botho zu zeigen und selbstbestimmt an der Dynamik der Beziehung mitzuwirken. Bothos gr\u00f6\u00dfere r\u00e4umliche Mobilit\u00e4t macht ihm selbstbestimmtes \u2013 und gelegentlich auch impulsives \u2013 Handeln hingegen deutlich leichter als Lene, deren Erleben an vielen Stellen von Bothos Entscheidungen abh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus wird schnell deutlich, dass Lene als junge, b\u00fcrgerliche Frau im Grunde keine privaten R\u00fcckzugsr\u00e4ume hat. Sie verbringt ihre Zeit fast immer zusammen mit anderen Figuren, mit denen sie ihre Handlungsr\u00e4ume teilt, wohingegen Botho regelm\u00e4\u00dfig allein auftritt. Zu Beginn der Handlung wohnt er allein und seine gr\u00f6\u00dfere Mobilit\u00e4t erleichtert es ihm, sich au\u00dferhalb der st\u00e4dtischen Zentren zu bewegen, wann immer er allein sein m\u00f6chte. Bothos (seinem Stand entsprechender) weiterer Handlungsspielraum erm\u00f6glicht ihm auf diese Weise nicht nur mehr Freiraum in sozialen Interaktionen, sondern auch den Luxus des ungest\u00f6rten Reflektierens \u00fcber die eigene Situation. Die Erz\u00e4hlung fokussiert dabei insbesondere dann seine Gedanken, wenn er tats\u00e4chlich allein ist \u2013 etwa beim morgendlichen Lesen von Lenes Brief (vgl. IW, 37-38) oder beim Verbrennen seiner Andenken an die Beziehung gegen Ende des Romans, das er abschlie\u00dfend kommentiert mit: \u201eOb ich nun frei bin? &#8230; Will ich\u2019s denn? Ich will es <em>nicht<\/em>. Alles Asche. Und <em>doch<\/em> gebunden\u201c (IW, 143).<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliche Episoden finden sich aus Lenes Perspektive kaum, selbst nach ihrem schmerzlichen Zusammentreffen mit Botho nach der Trennung, welches sie \u201eeiner Ohnmacht nah\u201c (IW, 104) bringt, beschr\u00e4nkt sich die Schilderung auf Lenes Verhalten und ihre physische und emotionale Reaktion, statt auf ihre Gedanken einzugehen. Auch hier steht Lene nicht der Freiraum zur Verf\u00fcgung, sich zur\u00fcckzuziehen und das Erlebte zu verarbeiten, erst wird sie von unbeteiligten Anwohnern und sp\u00e4ter von Frau Nimptsch und Frau D\u00f6rr beobachtet. Der Botho und Lene zugestandene Handlungsraum betont auf diese Weise ihre unterschiedliche soziale Stellung und ihre unterschiedlichen sozialen M\u00f6glichkeiten.<a href=\"#_edn11\">[xi]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich nutzt der Roman auch die Adressensymbolik der sozialen West-Ost-Teilung Berlins, die laut Seeba eine \u201eZuweisung sozialer Gruppen zu bestimmten Stadtteilen und zu bestimmten Stra\u00dfenz\u00fcgen\u201c nahelegt.<a href=\"#_edn12\">[xii]<\/a>Eine konkrete Bedeutungseinordnung der Wohnungsadressen in Fontanes Berlinromanen wird dadurch nicht nur erm\u00f6glicht, sondern f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Charakterkonstellationen sogar erforderlich. \u00dcberlegungen zum historischen Kontext der Handlungsr\u00e4ume bilden eine Grundlage, um die \u201esich \u00fcberlagernden sozialen, \u00f6konomischen [und] historischen\u201c Dimensionen des Romans zu erfassen, <a href=\"#_edn13\">[xiii]<\/a> indem die soziale Topographie des fiktionalen Berlins in <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> auf die des historischen Berlins bezogen wird.<a href=\"#_edn14\">[xiv]<\/a> In der Verortung fiktionaler R\u00e4ume im Realen wird auf diese Art bekanntes Weltwissen \u00fcber die tats\u00e4chlichen sozialen Begebenheiten zum Ende des 19. Jahrhunderts abgerufen<a href=\"#_edn15\">[xv]<\/a> und zur Charakterisierung der Figuren eingesetzt. Eine Kenntnis der Handlungsorte&nbsp; und die F\u00e4higkeit diese als reale historisch entwickelte und von einem bestimmten Milieu gepr\u00e4gte Lebensr\u00e4ume einzuordnen, tr\u00e4gt somit ma\u00dfgeblich zum Verst\u00e4ndnis der Handlung und deren sozialer Implikationen bei. Seeba zufolge stellt dabei der Berliner Westen den Wohnraum der Ober- und oberen Mittelschicht dar, wohingegen der Osten der Stadt der unteren Mittel- und Unterschicht zugeordnet werden kann.<a href=\"#_edn16\">[xvi]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bezogen auf <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> stellt sich diese Einordnung als durchaus vielschichtig dar, denn der Beginn des Romans pr\u00e4sentiert die Figuren zun\u00e4chst in einer scheinbar widerspr\u00fcchlichen topographischen Anordnung. Die G\u00e4rtnerei der D\u00f6rrs und die Wohnung der Familie Nimptsch liegen im Tiergartenviertel im Westen Berlins, Botho wohnt etwas weiter \u00f6stlich in der Bellevuestra\u00dfe: eine Konstellation, welche die zum Zeitpunkt der Romanhandlung ausgepr\u00e4gte soziale Topographie der Stadt untergr\u00e4bt<a href=\"#_edn17\">[xvii]<\/a> und die zunehmende Instabilit\u00e4t r\u00e4umlich-sozialer Hierarchien andeutet.<a href=\"#_edn18\">[xviii]<\/a> Nach dem Wendepunkt der Handlung und dem Ende der Beziehung zwischen Botho und Lene wird die R\u00fcckkehr zum sozialen Status-Quo auch r\u00e4umlich best\u00e4tigt. Lene und Frau Nimptsch ziehen in den Osten der Stadt, Botho und K\u00e4the in die Landgrafenstra\u00dfe im Westen. Das soziale Gef\u00fcge ist wieder hergestellt und am Ende der Handlung sogar gefestigter als zu Beginn.<a href=\"#_edn19\">[xix]<\/a> Der von den Figuren als neues Lebensumfeld gew\u00e4hlte Raum wird hierbei zugleich zum Identit\u00e4tsmerkmal, welches die Lebensf\u00fchrung und den sozialen Bewegungsspielraum der Figuren bestimmt.<a href=\"#_edn20\">[xx]<\/a> W\u00e4hrend Botho seinen Stand also durch die Heirat mit K\u00e4the st\u00e4rkt und seine soziale Stellung langfristig absichert (verdeutlicht durch den Umzug aus der Bellevue- in die Landgrafenstra\u00dfe), f\u00fcgt Lene sich in ihr Leben im Kleinb\u00fcrgertum und gibt die Wohnung im Tiergartenviertel auf, die f\u00fcr sie von nun an immer mit dem Risiko einer Begegnung mit Botho verbunden ist. Ihr Umzug ans Luisenufer ist laut Seeba auch ein R\u00fcckzug in die Sicherheit ihrer eigenen Standesgrenzen und eine Anerkennung der Wirksamkeit sozialer Topographien.<a href=\"#_edn21\">[xxi]<\/a><\/p>\n\n\n\n<span id=\"IV\"><h3><em>IV<\/em><\/h3><\/span>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Romanhandlung&nbsp; werden die emotionale Verbindung zwischen Botho und Lene, aber auch ihre Reflektionen \u00fcber die Beziehung an vielen Stellen in Bezug zu den Handlungsorten gesetzt. Bauer bezeichnet die gemeinsamen Ausfl\u00fcge der Figuren als Erweiterung des \u201er\u00e4umlichen und damit sozial sanktionierten Radius ihrer Begegnungsr\u00e4ume\u201c und r\u00fcckt auf diese Weise deren Charakter als Grenz\u00fcberschreitungen in den Vordergrund. <a href=\"#_edn22\">[xxii]<\/a> Der Garten der Familie D\u00f6rr, der Weg nach Wilmersdorf sowie der touristische Ausflugsort Hankels Ablage k\u00f6nnen hierbei als deutlich getrennte, aber gewisserma\u00dfen aufeinander aufbauende R\u00e4ume betrachtet werden, an denen sich die Entwicklung von Bothos und Lenes Beziehung nachzeichnen l\u00e4sst. Im Gegensatz zu den st\u00e4dtischen Wohnr\u00e4umen der Figuren, die prim\u00e4r statisch und charakterisierend wirken, dienen vor allem die eher naturnahen Orte von Garten, Spazierweg und Ausflugsort am See als deutlicher Einfluss&nbsp; auf die Handlung an sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Allen drei Orten ist gemein, dass sie als abgeschieden und einsam beschrieben werden, die G\u00e4rtnerei liegt \u201ewie durch eine Kulisse versteckt\u201c (IW, 7), der Spazierweg ist laut Lene \u201eder h\u00fcbscheste Weg und der einsamste\u201c (IW, 51), und in Bezug auf Hankels Ablage hat Botho \u201evon dessen Sch\u00f6nheit und Einsamkeit [\u2026] wahre Wunderdinge geh\u00f6rt\u201c (IW, 62). Die soziale Grenz\u00fcberschreitung, die Botho und Lene mit ihrer Beziehung begehen, wird von dem Paar durch die Wahl dieser Orte ebenfalls bewusst verschleiert und geheim gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00e4ume wirken in diesem Fall auch als idyllische Utopie, die sich nicht prim\u00e4r durch tats\u00e4chliche Naturn\u00e4he auszeichnet, sondern eher durch eine ver\u00e4nderte Wahrnehmung der Figuren.<a href=\"#_edn23\">[xxiii]<\/a> Der Spazierweg nach Wilmersdorf verl\u00e4uft immer in Sichtweite des st\u00e4dtischen Lebens (vgl. IW, 51-52); Hankels Ablage ist touristisch erschlossen und wird industriell genutzt.<a href=\"#_edn24\">[xxiv]<\/a> Keiner der R\u00e4ume l\u00e4sst sich tats\u00e4chlich als \u201aunber\u00fchrte Natur\u2018 (etwa als Gegensatz zur Stadt) interpretieren. Doch die Reaktion der Figuren fokussiert immer wieder Elemente, die die angenommene Naturn\u00e4he der R\u00e4ume und ihre Abgeschiedenheit von der Berliner Gesellschaft betonen. So unterhalten sich etwa Lene und Frau D\u00f6rr bei ihrem Spaziergang \u00fcber den sumpfigen Boden, die Vielzahl der Fr\u00f6sche und den \u201eT\u00fcmpel [\u2026], wo der Storch steht und kuckt\u201c (IW, 53), und die Episode bei Hankels Ablage umfasst ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch zwischen Botho und Lene \u00fcber die \u201eH\u00fclle und F\u00fclle\u201c (IW, 65) an Blumen, die dort wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schaupl\u00e4tze wirken insgesamt als Spannungsfelder zwischen Stadt und Land, die nicht eindeutig einer der Kategorien zugeordnet werden k\u00f6nnen, sondern eher eine hybride Grenzzone bilden.<a href=\"#_edn25\">[xxv]<\/a> Die Reaktion der Figuren legt jedoch trotz allem nahe, dass sie die \u201aNaturr\u00e4ume\u2018 als Gegenpol zur Stadt wahrnehmen und infolgedessen auch den \u00dcbertritt aus dem \u201ast\u00e4dtischen\u2018 in den \u201anat\u00fcrlichen\u2018 Raum als Grenz\u00fcbertritt erleben. Lene w\u00fcnscht sich etwa mit Botho hinaus \u201eins Gr\u00fcne\u201c (IW, 51) und \u201ein Gottes freie [\u2026] Natur\u201c (IW, 62) und in Bezug auf Lenes und Bothos Beziehung bilden vor allem die Ausflugs-R\u00e4ume jeweils Schaupl\u00e4tze ma\u00dfgeblicher Grenzerweiterungen und infolgedessen auch einer emotionalen Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erz\u00e4hlung selbst macht die Selektivit\u00e4t und Widerspr\u00fcchlichkeit dieser Wahrnehmungsweise deutlich.<a href=\"#_edn26\">[xxvi]<\/a> Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung der Figuren und der Darstellung der Erz\u00e4hlstimme legt nahe, dass die von Lene und Botho als so einschneidend erlebten Grenz\u00fcberschreitungen weit weniger eindeutig sind, als die Figuren annehmen, und dass ihr Handlungsraum eigentlich viel weiter, viel weniger eingegrenzt ist, als sie sich selbst zugestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Naturelemente in der G\u00e4rtnerei dienen insbesondere dazu, eine enge Verbindung zwischen Lene und Botho zu etablieren. Botho isst eine Erdbeere, die Lene f\u00fcr ihn gesucht hat, indem er sie \u201evon ihrem Munde fort [pfl\u00fcckt]\u201c (IW, 31), und er vergleicht die Szenerie der G\u00e4rtnerei mit dem Garten seines elterlichen Anwesens, wo er als Junge seiner Mutter beim Spargelstechen half (vgl. IW, 32). Eine erz\u00e4hlerische Parallele zwischen Bothos und Lenes Lebenswelt wird hier er\u00f6ffnet, die nahelegt, dass Botho sich Lene \u2013 trotz des Standesunterschieds \u2013 n\u00e4her f\u00fchlt, als er es tats\u00e4chlich ist. Diese imaginierten Verbindungen, die insbesondere Botho unter R\u00fcckbezug auf den naturnahen Raum der G\u00e4rtnerei zwischen sich und Lene sieht, dienen ihm als Argument gegen die Wirkmacht der Standesunterschiede.<a href=\"#_edn27\">[xxvii]<\/a> Es f\u00e4llt hier Lene zu, immer wieder in Andeutungen auf die tats\u00e4chlich bestehenden Unterschiede und das Machtgef\u00e4lle in der Beziehung hinzuweisen, beispielsweise, wenn sie Bothos Mutter mit der Kaiserin vergleicht (vgl. IW, 32). Lene ist es auch, die schlie\u00dflich das zentrale Element der Verheimlichung anspricht, von der das Bestehen der Beziehung fundamental abh\u00e4ngt \u2013 im Gegensatz zu einer standesgem\u00e4\u00dfen Beziehung, die auch auf der Berliner \u201eL\u00e4sterallee\u201c (IW, 34) offen gezeigt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Episode in der G\u00e4rtnerei pr\u00e4sentiert Lene als tats\u00e4chlich naturverbundenere (und dadurch in gewissem Sinne nat\u00fcrlichere und rationalere) Figur, wohingegen Botho die G\u00e4rtnerei prim\u00e4r als romantisiertes Idyll betrachtet und seine Verbindung zu diesem Raum aktiv im Gespr\u00e4ch herstellen muss. Analog besteht die Verbindung, die er sich entscheidet hervorzuheben, aus nostalgisch verkl\u00e4rten Kindheitserinnerungen, was Bothos Hang zum Optimismus und zur Romantik deutlich mit Lenes N\u00fcchternheit kontrastiert. Trotz dieser unterschiedlichen Perspektive l\u00e4sst Lene sich darauf ein, die Beziehung weiter fortzuf\u00fchren. Ihre an Botho ausgesprochene Einladung: \u201eKomm, wir wollen uns drin an den Herd setzen, das Feuer wird noch nicht aus sein\u201c (IW, 34), verdeutlicht ihre Offenheit und letzten Endes auch ihre Selbstbestimmtheit in der ansonsten doch ungleichen Beziehung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Episode, in der Botho, Lene und Frau D\u00f6rr spazieren gehen, weist einen \u00e4hnlichen Ablauf auf. Auch hier tragen Naturelemente wie die Beschreibung der Vegetation (vgl. IW, 51-52) und des Sumpfes, der \u201eblo\u00df so tut, als ob es Wiese w\u00e4re\u201c (IW, 53) zur allgemeinen Szenerie bei.<a href=\"#_edn28\">[xxviii]<\/a> Ein bedeutender Unterschied ist die explizite N\u00e4he zu H\u00e4usern und anderen Menschen, die sich parallel zum gew\u00e4hlten Pfad an anderen Wegen befinden. Auf diese Weise bleibt die direkte Konfrontation der skandaltr\u00e4chtigen Beziehung mit der Gesellschaft aus, eine Vorahnung der m\u00f6glichen Konsequenzen \u00fcberschattet aber gleichzeitig die gesamte Situation. Und auch hier offenbart der Ausflug \u201ains Gr\u00fcne\u2018 f\u00fcr Lene die Standesunterschiede. Sie weist auf eine Gastst\u00e4tte hin und erkl\u00e4rt, dass sie fr\u00fcher \u201eauch neben einer solchen Tabagie [Gastst\u00e4tte]\u201c (IW, 54) wohnte, w\u00e4hrend Botho mit seiner Aufmerksamkeit f\u00fcr die zerbrochenen \u201eEngelsk\u00f6pfe\u201c (IW, 52) im abgeladenen Schutt einer Bildhauerwerkstatt und mit seiner Unkenntnis der Funktion von Teppichstangen \u2013 die er zuerst als f\u00fcr \u201eTurner bestimmte Ger\u00fcste\u201c (IW, 51) einordnet \u2013 erneut seine eher verkl\u00e4rte Weltsicht offenbart. Beim Fangenspiel auf dem Heimweg kann Lene \u201ewirklich nicht gefangen werden\u201c (IW, 55), bis Botho es schlie\u00dflich doch schafft und ihr unvermittelt \u201eeinen Kuss [gibt]\u201c (IW, 55). Lenes Selbstsicherheit und Selbstbestimmtheit wird an dieser Stelle von Bothos Grenz\u00fcberschreitung kurz durchbrochen und sie klagt, dass der Kuss \u201egegen die Regeln\u201c (IW, 55) sei. Anschlie\u00dfend verzeiht sie ihm aber rasch. Nachdem die Gruppe wieder im heimischen Garten angelangt ist, ist es erneut Lene, die Botho einl\u00e4dt noch zu bleiben (vgl. IW, 56) und die so ihr Einverst\u00e4ndnis gibt, die Beziehung weiter zu vertiefen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Konsequenz des ersten Spazierganges folgt die Landpartie zu Hankels Ablage als Wendepunkt der Erz\u00e4hlung. Erneut erscheint der naturnahe Raum als M\u00f6glichkeit, einer Konfrontation mit der Gesellschaft zu entgehen. Die \u201eSch\u00f6nheit und Einsamkeit\u201c (IW, 62) des Ortes ist der ausschlaggebende Punkt in der Entscheidung. Doch die Erz\u00e4hlung offenbart schnell, dass es sich bei dieser Einsamkeit mehr oder weniger um eine Wunschvorstellung handelt. Der Wirt schildert eindr\u00fccklich den Einfluss des Tourismus auf den kleinen Ausflugsort: \u201e[T]agelang ist es auch wirklich einsam hier. Und es k\u00f6nnen auch Wochen werden. Aber kaum, da\u00df das Eis bricht und das Fr\u00fchjahr kommt, so kommt auch schon Besuch, und der Berliner ist da\u201c (IW, 70). Das Zusammentreffen mit Bothos Freunden am folgenden Tag wird hier bereits angedeutet, denn Hankels Ablage ist letzten Endes kein Ort, an dem man der Berliner Gesellschaft entgehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in dieser Episode der Erz\u00e4hlung wird Lenes Naturverbundenheit in den Vordergrund gestellt. Sie offenbart, dass sie Rudern kann (vgl. IW, 64), und ihre Wertsch\u00e4tzung der heimischen Blumen kann zwar Bothos formalem, taxonomischem Wissen nicht das Wasser reichen, wird jedoch innerhalb der Erz\u00e4hlung als \u00fcberlegene F\u00e4higkeit dargestellt und mit ihrer emotionalen Kapazit\u00e4t unvoreingenommen zu lieben in Verbindung gebracht, denn, so Lene, \u201eAuge und Liebe geh\u00f6ren immer zusammen\u201c (IW, 66).<\/p>\n\n\n\n<p>Erneut ist Lene deutlicher als Botho bewusst, dass ihre Verbindung keinen Bestand haben kann. Nachdem sie Botho den mit einer Haarstr\u00e4hne gebundenen Blumenstrau\u00df \u00fcberreicht, verf\u00e4llt sie in eine melancholische Stimmung und verbringt den Abend allein. Was schlie\u00dflich zu ihrer Aufmunterung beitr\u00e4gt sind nicht die Landschaftsmalereien im Raum der Gastst\u00e4tte, deren englische Titel sie erneut an Bothos formal \u00fcberlegene Bildung erinnern und den Standesunterschied zwischen beiden Figuren betonen, sondern die Betrachtung der Naturszenerie vor dem Fenster, die sie \u201eimmer entz\u00fcckter\u201c (IW, 74) betrachtet. Die kulturell \u00fcberformte Sch\u00f6nheit der bildenden Kunst ber\u00fchrt sie ebenfalls, schreckt sie durch den Anspruch an Kunstkennerschaft und Gesellschaftswissen aber gleichzeitig ab, \u201eweil sie sich der Kluft dabei bewusst wurde, die sie von Botho trennte\u201c (IW, 74).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Zusammentreffen mit Bothos Freunden und deren Begleiterinnen am folgenden Tag bildet den eigentlichen Wendepunkt der Handlung und gleicherma\u00dfen die erste &nbsp;direkte Konfrontation des Paares mit der Gesellschaft. Wie schon zuvor angedeutet ist Hankels Ablage ein hybrider Raum, dessen Naturn\u00e4he zum Teil von Lene und \u2013 in noch gr\u00f6\u00dferem Ausma\u00df \u2013 von Botho imaginiert wird. Nachdem sich die Gruppe zusammengefunden hat, verstummt diese romantisierte Perspektive und wird abgel\u00f6st von n\u00fcchternen Verhandlungen \u00fcber die Bequemlichkeit des touristischen Erlebnisses. Anders als Botho und Lene sucht der Rest der Gruppe nicht nach Abgeschiedenheit und Anonymit\u00e4t, sondern im Gegenteil nach den eingespielten Abl\u00e4ufen eines gesellschaftlichen Ereignisses, das am\u00fcsieren, aber nicht zu sehr anstrengen soll. In diesem Kontext will die Zeit geplant und eher strategisch als spontan \u201euntergebracht sein\u201c (IW, 79). Die Aktivit\u00e4ten sollen einem wie selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzten Bild der \u201aLandpartie\u2018 entsprechen, in dem kein Platz f\u00fcr romantische Vorstellungen ist, denn \u201eLandpartie hei\u00dft fr\u00fchst\u00fccken und ein Jeu machen\u201c (IW, 80), und nichts anderes kommt f\u00fcr die Gruppe als angemessener Zeitvertreib in Frage. Schlie\u00dflich unternehmen die Frauen einen Spaziergang durch den Wald, doch finden sich hier keine weiteren Schilderungen zur Szenerie, was nahelegt, dass die Landschaft von der mehrheitlich gelangweilten Gruppe \u00fcberhaupt nicht beachtet wird. Dieses Verhalten bildet einen deutlichen Kontrast zu Lenes und Bothos Ausfl\u00fcgen, bei denen sich ihre Gespr\u00e4che h\u00e4ufig um Beobachtungen der Landschaft drehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Botho und Lene finden sich pl\u00f6tzlich eingebunden in gesellschaftliche Strukturen, denen sie bisher zu entkommen versucht haben: einerseits in die stark reglementierten Abl\u00e4ufe einer gemeinsamen Landpartie, die als gesellschaftliches Ereignis entsprechend hohen Erwartungen aller Beteiligten unterliegt,<a href=\"#_edn29\">[xxix]<\/a> andererseits wird Lene in die Rolle der heimlichen und insofern auch illegitimen Geliebten gedr\u00e4ngt und die Beziehung zwischen Botho und Lene von den anderen als blo\u00dfe Aff\u00e4re abgetan \u2013 verdeutlicht durch den falschen Namen, mit dem Botho sie \u201esich rasch [in die gemeinsamen Konventionen] hineinfindend\u201c (IW, 78) den anderen vorstellt. Diese gesellschaftlichen Erwartungen und Vorurteile k\u00f6nnen und wollen Botho und Lene nicht erf\u00fcllen, und ihnen wird auf der gemeinsamen R\u00fcckreise bewusst, dass sie f\u00fcr ihre Beziehung keinen anderen Raum in der Berliner Gesellschaft finden werden. So erkl\u00e4rt sich auch Lenes Reaktion nach der Ankunft, als sie Botho bittet, allein nach Hause gehen zu d\u00fcrfen (vgl. IW, 86). Es ist das erste Mal, dass Lene ihn nach der R\u00fcckkehr nicht auffordert noch mit ins Haus zu kommen und stattdessen erkl\u00e4rt: \u201eAch, mein einziger Botho, du willst es mir verbergen, aber es geht zu End\u2018. Und rasch, ich wei\u00df es.\u201c (IW, 87). Diese Reaktion und ihre Worte zeigen deutlich, dass Lenes Hoffnungen in die Zukunft der Beziehung ersch\u00f6pft sind, und sie sich bereits vor Botho resigniert emotional zur\u00fcckzieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Botho und Lene waren bestrebt, den engen R\u00e4umen, in denen sie ihre Beziehung im Verborgenen ausleben konnten, mit der Landpartie zu entkommen, doch schlussendlich bedeutete&nbsp; das Verlassen der privaten Einsamkeit der G\u00e4rtnerei und des Spazierweges von Anfang an ein Risiko. Ein interessanter Punkt dabei ist, dass Botho Hankels Ablage als passendes Ausflugsziel vorgeschlagen hatte, da er \u00fcberzeugt von der Abgeschiedenheit des Ortes war. Bei ihrem gemeinsamen Spaziergang war es Lene, die den Weg nach Wilmersdorf vorschlug und im Gegensatz zu Botho beh\u00e4lt sie recht mit ihrer Einsch\u00e4tzung, dass die kleine Gruppe dort ungest\u00f6rt sein w\u00fcrde. Hier best\u00e4tigt sich wieder die Charakterisierung von Lene als rationaler und letzten Endes auch zuverl\u00e4ssiger in ihren Einsch\u00e4tzungen, als Botho es ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach der misslungenen Landpartie beendet Botho das Verh\u00e4ltnis zu Lene. Die Konfrontation der beiden mit dem gesellschaftlichen Status quo erweist sich als un\u00fcberwindbares Hindernis. Die kurzfristige Aufhebung der Standesunterschiede w\u00e4hrend ihres ersten Ausflugstages macht deren Unausweichlichkeit am zweiten Tag noch unertr\u00e4glicher f\u00fcr beide und h\u00e4lt dem Paar die langfristige Wirkmacht der gesellschaftlichen Anspr\u00fcche und Reglementierungen vor Augen.<a href=\"#_edn30\">[xxx]<\/a><\/p>\n\n\n\n<span id=\"IV_1\"><h3><em>IV<\/em><\/h3><\/span>\n\n\n\n<p><em>Irrungen, Wirrungen<\/em> gelingt es, die gesellschaftlichen St\u00e4nde und sozialen Hierarchien im Berlin des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts deutlich zu kennzeichnen. Dabei wirken das mehr oder weniger verschl\u00fcsselt pr\u00e4sentierte System der sozialen Topographie und das vormoderne Konzept des sozialen Standes als r\u00e4umliche Verortung zusammen und ordnen den Figuren einen jeweiligen Stand sowie diesem Stand entsprechende Wohn- und Handlungsr\u00e4ume zu. Lene tritt hier als selbstst\u00e4ndige Frau auf, die ihre bestehende Mobilit\u00e4t und Verortung zu nutzen wei\u00df, die aber andererseits im Vergleich zu Botho nur deutlich eingeschr\u00e4nkt agieren kann. Diese sozialen Differenzen sind Lene deutlich bewusst, w\u00e4hrend Botho immer wieder versucht sie auszublenden, indem er Verbindungen zwischen sich und Lene imaginiert, die eigentlich nicht vorhanden sind. Dadurch versucht er, sich selbst von den langfristigen gesellschaftlichen Komplikationen ihres Verh\u00e4ltnisses abzulenken, w\u00e4hrend es Lene zuf\u00e4llt, immer wieder auf eben diese Komplikationen hinzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Naturnahe R\u00e4ume spielen eine gro\u00dfe Rolle in diesem Prozess des Aushandelns zwischen Botho und Lene. Vor allem Botho sieht die Ausflugsorte, an denen er Zeit mit Lene verbringt, als \u201aNaturraum\u2018 im Kontrast zum st\u00e4dtischen Raum Berlins. So werden R\u00e4ume wie die G\u00e4rtnerei, der Spazierweg und Hankels Ablage von den Figuren als einsam und abgelegen charakterisiert, eine Perspektive, die die Erz\u00e4hlstimme hingegen \u2013 vor allem im Fall von Hankels Ablage \u2013 immer wieder hinterfragt und durchbricht. Grunds\u00e4tzlich bieten diese R\u00e4ume dem Paar eine M\u00f6glichkeit, die eigene Verbindung zu reflektieren und letzten Endes&nbsp; auch die Option, sich das Scheitern der Beziehung einzugestehen. Die Konzeption der Stadt\/Land-Gegenpole erm\u00f6glicht zudem einen eindr\u00fccklichen Kontrast zwischen Lenes Nat\u00fcrlichkeit und Schlichtheit auf der einen und Bothos Gesellschaftskonformit\u00e4t und formeller Bildung auf der anderen Seite. Insgesamt pr\u00e4sentieren sich die R\u00e4ume im Text auf diese Weise als zus\u00e4tzliche Ebene der Figurencharakterisierung, zugleich aber auch als pr\u00e4gende Elemente der Handlung \u2013 eine umfassende Wirkung, welche die grundlegende Annahme des sozial \u201averorteten\u2018 Individuums in der herrschenden Gesellschaftsordnung sowohl best\u00e4tigt als auch hinterfragt. Die Betrachtung der R\u00e4ume als bedeutender Einfluss auf die Figurenkonstellationen offenbart dabei eine neue Perspektive auf die Handlungen der Charaktere und insbesondere einen starken Kontrast zwischen Lenes und Bothos Weltsichten und derjenigen der Erz\u00e4hlstimme. W\u00e4hrend n\u00e4mlich insbesondere die Figuren sich&nbsp; weltfremden Tr\u00e4umereien \u00fcber die idyllische Natur als v\u00f6llig abgeschieden von gesellschaftlichen Lebensrealit\u00e4ten hingeben (in Bothos Fall) oder&nbsp; die Un\u00fcberwindbarkeit gesellschaftlicher Grenzen unhinterfragt anerkennen (in Lenes Fall), offenbart die Erz\u00e4hlstimme eine dar\u00fcber hinausgehende Ansicht, dass soziale Topographien und r\u00e4umliche Grenzen letzten Endes doch nicht so statisch sind wie die Menschen, deren Leben von ihnen gepr\u00e4gt werden, vielleicht glauben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[i]<\/a>Hinrich C. Seeba, <em>Berliner Adressen. Soziale Topographie und urbaner Realismus bei Theodor Fontane, Paul Lindau, Max Kretzer und Georg Hermann<\/em>, Berlin\u2013Boston 2018, 38.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[ii]<\/a>Vgl. Rolf Parr, <em>Die nahen und die fernen R\u00e4ume: \u00dcberlagerungen von Raum und Zeit bei Theodor Fontane und Wilhelm Raabe<\/em> in: Roland Berbig, Dirk G\u00f6ttsche (Hg.),<em> Metropole, Provinz und Welt. Raum und Mobilit\u00e4t in der Literatur des Realismus<\/em>, Berlin\u2013Boston 2013, 53-76, hier 58.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[iii]<\/a>Vgl. Roland Berbig, Dirk G\u00f6ttsche, <em>Einleitung <\/em>in: Berbig, G\u00f6ttsche (Hg.),<em> Metropole, Provinz und Welt<\/em>, 1-14, hier 7.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[iv]<\/a>Vgl. Berbig und G\u00f6ttsche, <em>Einleitung<\/em>, 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[v]<\/a>Dirk Oschmann, <em>\u201aWo soll man am Ende leben?\u2018 Zur Verschr\u00e4nkung von Raum- und Zeitsemantik in Raabes \u201aStopfkuchen\u2018 und Fontanes \u201aStechlin\u2018<\/em> in: Berbig, G\u00f6ttsche (Hg.),<em> Metropole, Provinz und Welt<\/em>, 213-236, hier 233.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[vi]<\/a>Vgl. Oschmann, <em>\u201aWo soll man am Ende leben?\u2018<\/em>, 235.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[vii]<\/a>Vgl. Helen Chambers, <em>Mobilit\u00e4t und Ehebruch, Frauen in der Stadt, Reisende. Provinz, Metropole und Welt bei Fontane und Ebner-Eschenbach<\/em> in: Berbig, G\u00f6ttsche (Hg.),<em> Metropole, Provinz und Welt<\/em>, 257-270, hier 266.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[viii]<\/a>Vor allem der direkte Vergleich zwischen Lene und K\u00e4the macht deutlich, dass sich in Bezug auf das Mobilit\u00e4tsverhalten der Frauen sowohl klassen- als auch geschlechtsspezifische Aspekte \u00fcberlagern und zusammenwirken.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[ix]<\/a>Vgl. Milena Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes. Ritualisierte Grenzg\u00e4nge<\/em>, Berlin\u2013Boston 2018, 83.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[x]<\/a>Theodor Fontane, <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> [1888], M\u00fcnchen 2019, 36-37. Das Werk wird im weiteren Text mit der Sigle IW nachgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[xi]<\/a>Vgl. Chambers weiterf\u00fchrende \u00dcberlegungen zu Lenes begrenzter r\u00e4umlicher Mobilit\u00e4t in: Chambers, <em>Mobilit\u00e4t und Ehebruch, Frauen in der Stadt, Reisende<\/em>, 269.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[xii]<\/a>Seeba, <em>Berliner Adressen<\/em>, 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\">[xiii]<\/a>Parr, <em>Die nahen und die fernen R\u00e4ume<\/em>, 61.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\">[xiv]<\/a>Vgl. Seeba, <em>Berliner Adressen<\/em>, 40.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\">[xv]<\/a>Vgl. Birgit Neumann, <em>7. Raum und Erz\u00e4hlung<\/em> in: J\u00f6rg D\u00fcnne, Andreas Mahler (Hg.), <em>Handbuch Literatur &amp; Raum<\/em>, Berlin\u2013M\u00fcnchen\u2013Boston 2015, 96-104, hier 97.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\">[xvi]<\/a>Vgl. Seeba, <em>Berliner Adressen<\/em>,&nbsp; 9-10.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\">[xvii]<\/a>Vgl. Seeba, <em>Berliner Adressen<\/em>,&nbsp; 122.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\">[xviii]<\/a>Vgl. Susanne Ledanf, <em>Raumpraktiken in den Romanen Theodor Fontanes: Mit besonderem Blick auf Michael de Certeaus Raumtheorien<\/em> in: Tim Mehigan, Alan Corkhill (Hg.),<em> Raumlekt\u00fcren. Der Spatial Turn und die Literatur der Moderne<\/em>, Bielefeld 2014, 147-166, hier 150.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref19\">[xix]<\/a>Vgl. Seeba, <em>Berliner Adressen<\/em>,&nbsp; 131.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref20\">[xx]<\/a>Vgl. Oschmann, <em>\u201aWo soll man am Ende leben?\u2018<\/em>, 215.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref21\">[xxi]<\/a>Vgl. Seeba, <em>Berliner Adressen<\/em>,&nbsp; 131.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref22\">[xxii]<\/a>Vgl. Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes<\/em>, 81.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref23\">[xxiii]<\/a>Vgl. Bauers Beschreibung einer \u201eimaginierte[n] Alterit\u00e4tserfahrung\u201c in: Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes<\/em>, 10.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref24\">[xxiv]<\/a>Vgl. Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes<\/em>, 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref25\">[xxv]<\/a>Vgl. Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes<\/em>, 116.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref26\">[xxvi]<\/a>Vgl. David Darby, <em>Theodor Fontane und die Vernetzung der Welt<\/em> in: Berbig, G\u00f6ttsche (Hg.),<em> Metropole, Provinz und Welt<\/em>, 145-162, hier 157-158.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref27\">[xxvii]<\/a>Vgl. Bauers Ausf\u00fchrungen zur standesgepr\u00e4gten Wahrnehmung der Figuren in: Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes<\/em>, 309.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref28\">[xxviii]<\/a>Zur tieferen Deutung des Sumpfmotives vgl. Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes<\/em>, 182.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref29\">[xxix]<\/a>Zur Bedeutung der Landpartie als gesellschaftliches Ereignis allgemein vgl. Bauer, <em>Die Landpartie in Romanen Theodor Fontanes<\/em>, 31.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref30\">[xxx]<\/a>Vgl. Seeba, <em>Berliner Adressen<\/em>, 127.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soziale Topographien in Theodor Fontanes \u201eIrrungen, Wirrungen\u201c<\/p>\n<p>Von Klara Blanke<\/p>\n","protected":false},"author":4946,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4946"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":111,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49\/revisions\/111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}