{"id":33,"date":"2023-06-21T14:03:46","date_gmt":"2023-06-21T12:03:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/?page_id=33"},"modified":"2024-12-16T10:15:04","modified_gmt":"2024-12-16T09:15:04","slug":"editorial","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-luminous-vivid-amber-color has-text-color has-large-font-size\">Editorial<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eAber jetzt sag doch bitte nochmal \u2013 was kannst du sp\u00e4ter mit deinem Studium machen?\u201c Diese Frage hat sicherlich jede Person, die ein geisteswissenschaftliches Studium verfolgt, schon einmal vernommen. Auch ich als Philosophie- und Literaturstudentin h\u00f6re diesen Satz erstaunlich oft. Die eher humorvoll gemeinten Reaktionen auf diese Frage wie \u201eTaxifahren\u201c oder \u201eNa in die neue Philosophiefabrik gehen, die gerade in der Stadt gebaut wird\u201c sind jedoch in meinen Augen schon nach dem ersten Erz\u00e4hlen kaum noch lustig \u2013 was also antworten? \u201eIch k\u00f6nnte ja zum Beispiel in Museen, Archiven oder im Bereich der Erwachsenenbildung arbeiten.\u201c Zwar beruhigt diese Antwort meistens, jedoch werde ich dem wiederholten Herunterleiern der von Google vorgeschlagenen Berufsfelder selbst \u00fcberdr\u00fcssig \u2013 haben diese Antworten doch meistens mehr die Funktion, die Neugier der Fragenden zu stillen, als meine tats\u00e4chlichen, mir selbst meist noch unklaren beruflichen Vorhaben zu benennen. \u201eOder ich gehe ins Verlagswesen.\u201c Verlagswesen also. Eine konkrete Vorstellung von der Arbeit eines Lektors, beziehungsweise einer Lektorin hatte ich bisher nicht \u2013 das hat sich mit diesem Semester ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Seminar \u201eWerkstatt Zeitschriftenredaktion\u201c brachten wir, sechs Studierende der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg, zusammen mit Dr. Claudia Hein die <em>Zeitschrift studentischer Beitr\u00e4ge<\/em> 2023 heraus. Unser Anspruch war dabei nicht einfach nur, eigene Hausarbeiten zu verbessern, sondern auch gerade fremde studentische Texte zu Aufs\u00e4tzen wissenschaftlichen Niveaus zu formen. Die daf\u00fcr typischen Arbeitsschritte des akademischen Publizierens, wie das Verfassen von Autor:innenbriefen, Lektoraten und Korrektoraten, bildeten dabei den theoretischen Rahmen dieses Projekts. Da im Seminar direkt Einigkeit bestand, dass es auch dieses Jahr eine eigenst\u00e4ndige Zeitschrift aus Beitr\u00e4gen von Studierenden unserer Universit\u00e4t geben soll \u2013 erlangen doch durchaus gelungene und relevante studentische Arbeiten fast nie die M\u00f6glichkeit, publiziert zu werden \u2013, fanden wir uns schon in der zweiten Redaktionssitzung im vollen Arbeitsprozess wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>So durchliefen wir als Seminargruppe w\u00e4hrend des Semesters den Prozess, welcher auch auf der Tagessordnung eines \u201arichtigen\u2018 Redaktionsteam w\u00e4hrend der Publikation einer wissenschaftlichen Zeitschrift steht: Am Anfang stand die Gestaltung eines sogenannten <em>Call for Papers<\/em>, den wir recht schnell in Umlauf brachten, und durch welchen uns knapp 20 Texte erreichten. Es folgten mehrere Redaktionssitzungen, in denen alle eingesendeten Texte besprochen wurden \u2013 wir entwickelten so einige \u00dcbung darin, Texte auf \u00fcbergreifende Argumentationsstrukturen hin schnell und effektiv zu lesen; ebenso im Verfassen von sogenannten Autor:innenbriefen, die ebenso ein elementarer Bestandteil des akademischen Publizierens sind. Den Autor:innen teilten wir so ein erstes Feedback zu ihren Texten, sowie \u00dcberarbeitungsw\u00fcnsche und Fragen unsererseits mit \u2013 am wertvollsten empfand ich dabei, dass so gro\u00dfer Wert auf einen freundlichen und respektvollen Umgang mit unseren Autor:innen gelegt wurde. Die zweite Phase des Projekts <em>Zeitschrift studentischer Beitr\u00e4ge<\/em> war das Lektorat der von uns angenommenen Texte. Als Lektorierende besch\u00e4ftigten wir uns auf einer tiefer gehenden Ebene mit der Argumentationsstruktur, sowie der stilistischen Gestaltung der Texte. Ein solches Lektorat anzufertigen ist, meiner Meinung nach, vor allem f\u00fcr Anf\u00e4nger:innen wie uns, eine Herausforderung, jedoch griff auch hier die effektive <em>Learning<\/em>&#8211;<em>by<\/em>&#8211;<em>doing<\/em>-Methode. Die Endphase der Redaktion, parallel mit der Endphase der Vorlesungszeit laufend, bestand vor allem darin, die nun von unseren Autor:innen schon mehrfach \u00fcberarbeiteten \u2013 und unserer Einsch\u00e4tzung nach deutlich verbesserten \u2013 Texte Korrektur zu lesen. Dies hei\u00dft im Fall der \u201eZsB\u201c, f\u00fcr den Blog der MLU \u201asatzfertig\u2018 zu machen \u2013 neben grammatikalischen Korrekturen z\u00e4hlt dazu auch die formale Anpassung von Aufs\u00e4tzen an ein bestehendes Stylesheet. Bei alledem es ist wichtig, zu betonen, dass ohne die Bereitschaft unserer Autor:innen, innerhalb eines ohnehin schon stressigen Semesters noch zus\u00e4tzliche Arbeit auf sich zu nehmen, diese Zeitschrift nicht zustande gekommen w\u00e4re. &nbsp;Daher freue ich mich nun sehr, unseren Leser:innen die aktuelle Ausgabe der <em>Zeitschrift studentischer Beitr\u00e4ge<\/em> vorstellen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>Zeitschrift studentischer Beitr\u00e4ge<\/em> konzentriert sich mit dieser Ausgabe thematisch auf Beitr\u00e4ge vor allem der germanistischen Sprach- und Literaturwissenschaft \u2013 angefertigt von den Studierenden, die uns ihre Hausarbeiten und Essays f\u00fcr unser Projekt zur Verf\u00fcgung gestellt haben und erg\u00e4nzt durch Texte von uns Seminarteilnehmer:innen. Dabei empfinde ich gerade die Bandbreite an Themen und Literatur, mit welchen sich die einzelnen Aufs\u00e4tze besch\u00e4ftigen, als durchaus abwechslungsreich. Das Spektrum der Aufs\u00e4tze reicht von den mittelalterlichen Nibelungen (Jan Rutten &amp; Tim Schiwek) \u00fcber die Literatur der Romantik (Valentin Fleck &amp; Annalena Harter) bis hin zu Arbeiten \u00fcber die j\u00fcdische DDR-Literatur Stefan Heyms (Carola Wellmann) und Jurek Beckers (Leonie Brommer) und zur zeitgen\u00f6ssischen Lyrik Louise Gl\u00fccks (Gordon Prager). Zugleich k\u00f6nnen sich Leser:innen unserer Zeitschrift \u00fcber die literarische Verwendung des Crossdressings in mittelalterlichen Texten (Moritz B\u00f6ttcher), \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Satire, Polemik und Literaturkritik (Falco Schubert) sowie \u00fcber Karl Phillip Moritz\u2019 Denklehren der Kleinen praktischen Kinderlogik (Natalie Sauer) informieren. Bezug zu neueren Texten und Themen nehmen Arbeiten zur Chat-basierten Kommunikation in digitalen Medien (Alexandra Na\u00df), eine Analyse der kollektiven Identit\u00e4tsbildung in Shida Bazyars <em>Drei Kameradinnen<\/em> (Hannah Ehrhardt), sowie ein Aufsatz \u00fcber den Lucky-Luke-Comic \u201eFackeln im Baumwollfeld\u201c (Clara Sch\u00f6ttler).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Seminar \u201eWerkstatt Zeitschriftenredaktion\u201c bot uns Studierenden die M\u00f6glichkeit, uns durch die publikationsorientierte Besch\u00e4ftigung mit fremden und eigenen studentischen Texten in den Alltag des wissenschaftlichen Publizierens einzuarbeiten. Das war nicht nur f\u00fcr das weitere Verfassen von Hausarbeiten n\u00fctzlich, sondern gew\u00e4hrte f\u00fcr mein Verst\u00e4ndnis auch einen aussichtsreichen Einblick in das f\u00fcr mich nun nicht mehr unbekannte Berufsfeld des Verlagswesens.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen des Redaktionsteams<\/p>\n\n\n\n<p>Annalena Harter<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:28px\"><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/inhalt\/\">Hier geht es zur zweiten Ausgabe der &#8222;ZsB&#8220; (2023).<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog\/\">Hier geht es zur ersten Ausgabe der &#8222;ZsB&#8220; (2022).<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/\">Hier geht es zur dritten Ausgabe der &#8222;ZsB&#8220; (2024).<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Editorial \u201eAber jetzt sag doch bitte nochmal \u2013 was kannst du sp\u00e4ter mit deinem Studium machen?\u201c Diese Frage hat sicherlich jede Person, die ein geisteswissenschaftliches Studium verfolgt, schon einmal vernommen. 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