{"id":140,"date":"2023-07-29T11:45:40","date_gmt":"2023-07-29T09:45:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/?p=140"},"modified":"2023-12-07T14:20:46","modified_gmt":"2023-12-07T13:20:46","slug":"weibliches-cross-dressing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/2023\/07\/weibliches-cross-dressing\/","title":{"rendered":"Weibliches Cross-dressing &#8211; Moritz B\u00f6ttcher"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Moritz B\u00f6ttcher<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Weibliches Cross-dressing<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-normal-font-size\"><em>Umgang mit Geschlechterbildern in mittelalterlichen Verserz\u00e4hlungen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Einleitung<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Body language appears in literary texts in a variety of forms an serves various artistic functions. (Barbara Korte)<a href=\"#_edn1\">[1]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Geschlechteridentit\u00e4t und Rollenzuweisungen nehmen immer gr\u00f6\u00dfere Positionen in den Diskursen der Moderne ein. So werden die Stimmen feministischer Bewegungen, die sich f\u00fcr die gesellschaftliche Akzeptanz der Vertreter der LGBTQIA+-Community einsetzen immer gr\u00f6\u00dfer. Das formulierte Ziel ist dabei, Menschen vor Diskriminierung, Benachteiligung oder schlechterer Behandlung zu sch\u00fctzen. Auch Unterhaltungsmedien erkennen zunehmend das Interesse f\u00fcr die Thematik und Nutzen ihre Mittel, um gesellschaftskritisch in den Diskurs einzugreifen. Auf diese Weise wurden klassische Rollenbilder und Stereotype in den letzten Jahren kontinuierlich aufgebrochen. Mittlerweile nehmen Frauen h\u00e4ufig die heldenhaften Positionen in ihren eigenen Geschichten ein und erf\u00fcllen damit eine Rolle, die bis vor wenigen Jahren nur von M\u00e4nnern eingenommen wurde. Aber war dies wirklich so?<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich blicken Professor:innen der Medi\u00e4vistik heutzutage auf ein breites Repertoire mittelalterlicher Texte zur\u00fcck, in denen weibliche Hauptfiguren und das Spiel mit Geschlechterrollen zentraler Gegenstand der Verserz\u00e4hlung waren. Gemeint sind dabei sogenannte Cross-Dressing-Geschichten, in denen weibliche oder m\u00e4nnliche Charaktere mittels Verkleidens in die Rolle des jeweils anderen Geschlechts schl\u00fcpften. Dies er\u00f6ffnete den Protagonist:innen nicht nur eine andere Sicht auf die Welt, sondern erm\u00f6glichte auch das Erschlie\u00dfen v\u00f6llig neuer Handlungsspielr\u00e4ume und die \u00dcbernahme eigentlich geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen.<a href=\"#_edn2\">[2]<\/a> Dadurch wurde ein Erz\u00e4hlfortgang erm\u00f6glicht, welcher aufgrund von unver\u00e4nderlichen Geschlechterrollen ohne den Geschlechtertausch niemals h\u00e4tte erm\u00f6glicht werden k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der folgende Aufsatz besch\u00e4ftigt sich tiefergehend mit solchen Cross-Dressing-Geschichten. Es soll die Frage gekl\u00e4rt werden, inwieweit mittelalterliche Geschlechtergrenzen im Kontext der Verserz\u00e4hlung verwischen und ob auf diese Weise die damalige Rolle der Frau kritisch reflektiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei soll zun\u00e4chst grob theoretisch auf die Rolle der Frau im Mittelalter eingegangen werden. Folgend werden mittels Sekund\u00e4rliteratur Merkmale des Cross-Dressings in der Verserz\u00e4hlung zusammengetragen, um anschlie\u00dfend exemplarisch zwei Texte zu analysieren und herauszuarbeiten, inwieweit sich Ans\u00e4tze modernen Geschlechterdenkens finden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Geschlechterrollen im Mittelalter<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Whether as a consequence of nature or domination by one sex over the other, there is no doubt that biological distinctions, cultural training, and socially determined roles have separated and categorized men and women in a system that generally values men more highly. (Valerie R. Hotchkiss)<a href=\"#_edn4\">[4]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es wird die Wenigsten verwundern, dass sich die Geschichte des Mittelalters vor allem als eine m\u00e4nnliche Geschichte liest. Grund hierf\u00fcr sind die bereits angesprochenen Geschlechterrollen, welche im Mittelalter ein deutlich engeres Korsett trugen als dies heute der Fall ist. So war es in der damaligen Zeit \u00fcblich, dass mit der Kategorisierung nach Geschlechtern auch eine Verteilung von Wertigkeiten und Handlungsfreir\u00e4umen einherging. Somit ist davon auszugehen, dass gesellschaftliche Wertsch\u00e4tzung neben anderen Kategorien auch von der Kategorie \u201eGeschlecht\u201c abh\u00e4ngig war.<a href=\"#_edn5\">[5]<\/a> Die Intersektionalit\u00e4tsforschung untersucht den Einfluss verschiedener Strukturkategorien auf die Handlungsf\u00e4higkeit und Wahrnehmung in der \u00d6ffentlichkeit eines Individuums.<a href=\"#_edn6\">[6]<\/a> Je nachdem wie die Verortung einer Person in den jeweiligen Kategorien ist, entsteht ein gewisser gesellschaftlicher Status. In mittelalterlicher aber auch aktueller Literatur bildet diese Verortung die Grundlage f\u00fcr intersektionelle Diskriminierungsverh\u00e4ltnisse, um die sich eine Geschichte entwickelt. Beispielsweise k\u00f6nnte ein Held versuchen, gegen seine gesellschaftliche Rollenzuschreibung anzuk\u00e4mpfen, wodurch der Text bestehende gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse auf kreative Weise hinterfragt. Doch wie genau war das Strukturkriterium \u201eGeschlecht\u201c beschaffen?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelalter bestand der weitgehende Konsens dar\u00fcber, dass das m\u00e4nnliche Geschlecht dem weiblichen \u00fcberlegen war. Die Begr\u00fcndung dieser \u201eTatsache\u201c reichte bis in die Bibel zur\u00fcck, in der Gott Adam als sein Ebenbild geschaffen hat, w\u00e4hrend er Eva lediglich aus einer von Adams Rippen kreierte. Dementsprechend seien die M\u00e4nner im Vergleich zu den Frauen die gott\u00e4hnlicheren Wesen und somit vollkommener. Dies spiegelt sich auch in den biblischen Bezeichnungen f\u00fcr Mann und Frau wider.<a href=\"#_edn7\">[7]<\/a> Allgemein schienen viele Beschreibungen der Unterschiede zwischen Mann und Frau darauf hinauszulaufen, Kraftverh\u00e4ltnisse zwischen den Geschlechtern zu Gunsten der M\u00e4nner darzustellen. F\u00fcr den mittelalterlichen Geist scheint der Mann tats\u00e4chlich das Ma\u00df aller Dinge zu sein. Die Aktivit\u00e4ten von Frauen in m\u00e4nnlichen Bereichen wurden ausnahmslos nach dem Standard des Mannes beurteilt.<a href=\"#_edn8\">[8]<\/a> Auf der anderen Seite wurden Aktivit\u00e4ten von M\u00e4nnern in weiblichen Bereichen gar nicht beurteilt, da die Ausf\u00fchrung solcher Aktivit\u00e4ten unter der W\u00fcrde des Mannes zu seien schien. So wurde zwar innerhalb einer Beziehung von beidseitigem sexuellem Verlangen ausgegangen. Jedoch wurde weibliche Untreue deutlich mehr verachtet als m\u00e4nnliche. In diesem Sinne \u201edurfte\u201c die Frau gegen\u00fcber ihrem Mann nur untreu sein, wenn dieser ihr auch untreu war. Umgekehrt durfte der Mann nur so ein starkes Ma\u00df an Treue von seiner Frau einfordern, wie er ihr entgegenbrachte. Dementsprechend wurde vom Mann also genau festgesetzt, wie streng die Ehebindung eingehalten werden sollte.<a href=\"#_edn9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das weibliche Geschlecht hatte sich dem m\u00e4nnlichen unterzuordnen und gehorsam zu sein. So wurden antagonistische Frauen innerhalb von Literatur h\u00e4ufig als eitel und zankhaft dargestellt, h\u00f6chstwahrscheinlich als Orientierung f\u00fcr das Publikum, um Leserinnen zu einer vern\u00fcnftigen und friedvollen Haltung zu bewegen.<a href=\"#_edn10\">[10]<\/a> Die Notwendigkeit des Unterwerfens best\u00fcnde in der Sicherung des menschlichen Fortbestandes. Laut Isidor von Sevilla<a href=\"#_edn11\">[11]<\/a> w\u00fcrde das m\u00e4nnliche Geschlecht die sexuelle Lust am weiblichen Geschlecht verlieren, sollte dieses zu widerspenstig sein und die Libido auf etwas anderes richten.<a href=\"#_edn12\">[12]<\/a> Diese Theorie ist auch eine Anspielung auf die Gefahren, die mittelalterliche Forscher hinter der Homosexualit\u00e4t vermuteten. Homosexualit\u00e4t war im Mittelalter ein schweres Verbrechen und galt als unnat\u00fcrlich. Wer sich mit dem gleichen Geschlecht vergn\u00fcgte, machte sich zum Ketzer und beging eine Straftat, die dem Ehebruch glich,<a href=\"#_edn13\">[13]<\/a> was zum Teil mit dem Tode bestraft wurde.<a href=\"#_edn14\">[14]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Laut germanischem Stammesrecht und St. Galler Urkunden galt der Mann als Familienoberhaupt und hatte die Vormundschaft innerhalb der verm\u00f6gensrechtlichen Einheit der Familie inne. Zwar geschah die Ehe \u00fcblicherweise in gegenseitigem Einverst\u00e4ndnis, jedoch trat die Frau mit der Eheschlie\u00dfung ihre Vormundschaft an den Gatten ab.<a href=\"#_edn15\">[15]<\/a> Weiterhin wurde streng zwischen m\u00e4nnlichem und weiblichem Besitz unterschieden, sodass die Frau nach dem Ableben des Mannes nicht automatisch seine Erbin war.<a href=\"#_edn16\">[16]<\/a> Stattdessen wurden die Verm\u00f6genswerte bereits bei der Eheschlie\u00dfung unter den Beteiligten aufgeteilt, damit die Witwe im Ungl\u00fccksfall zumindest ihren eigenen Besitz als Grundlage f\u00fcr ein Leben nach dem Tod des Mannes hatte.<a href=\"#_edn17\">[17]<\/a> Die Verm\u00f6genswerte des Mannes wurden an die Nachkommen verteilt. Dabei war es \u00fcblich, dass die m\u00e4nnlichen Erben einen deutlichen Vorteil in der Verm\u00f6gensverteilung genossen, zum Beispiel, falls es nur einen einzigen m\u00e4nnlichen Nachkommen gibt. Jedoch muss gesagt werden, dass im Sp\u00e4tmittelalter speziell in den St\u00e4dten stark gegen die Erbdiskriminierung vorgegangen wurde. So wurden S\u00f6hne und T\u00f6chter im 15. Jahrhundert in vielen St\u00e4dten erbrechtlich gleichgestellt.<a href=\"#_edn18\">[18]<\/a> In adeligen Familien hatte die Ehe der Nachkommen h\u00e4ufig eine eher zweckm\u00e4\u00dfige Bedeutung, um die Macht und den Einfluss der eigenen Familie zu steigern. Den T\u00f6chtern wurde dabei zumeist ein sekund\u00e4res Mitspracherecht zuteil. Die Aufgabenteilung der adeligen Familie gestand der Frau keine Herrscherrechte zu. Lediglich w\u00e4hrend der Abwesenheit des Mannes \u00fcbernahm sie die Rolle einer Vertretung. Ansonsten war sie die Vorsteherin des h\u00f6fischen Haushalts und Erzieherin der T\u00f6chter.<a href=\"#_edn19\">[19]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wollten Frauen einen gewissen Grad an Bildung erhalten oder F\u00fchrungsaufgaben \u00fcbernehmen, hatten sie die M\u00f6glichkeit, in ein Kloster einzutreten. Daf\u00fcr mussten sie sich allerdings dem christlichen Ideal der Jungfr\u00e4ulichkeit verschreiben. Teilweise geschah der Eintritt in ein Kloster jedoch unfreiwillig. So konnte dies ebenfalls aus heirats- oder erbschaftspolitischen Gr\u00fcnden geschehen oder durch famili\u00e4re Bindung an das Kloster. In Kl\u00f6stern arbeiteten M\u00e4nner und Frauen gleicherma\u00dfen. Jedoch blieb der Zugang zum Priestertum den weiblichen Mitgliedern verwehrt. Sollten sich Frauen ohne Ordenszugeh\u00f6rigkeit selbstst\u00e4ndig in sogenannten Beginenh\u00e4usern organisieren, konnte dies zu Verfolgungen f\u00fchren.<a href=\"#_edn20\">[20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die obigen Ausf\u00fchrungen geben Aufschluss dar\u00fcber, dass die mittelalterliche Frau dem mittelalterlichen Mann in allen Lebensbereichen nachgestellt war und sich einer damit verbundenen st\u00e4ndigen Diskriminierung aussetzen musste. Im Folgenden soll daher aufgezeigt werden, wie mittelalterliche Texte speziell mit Hilfe des Stilmittels Cross-dressing diese Diskriminierung aufarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Merkmale des Cross-dressings<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Auch wenn das Auge wahrnimmt, sogar wirklich hinschaut, ist es dem Betrachter schwer, ja sogar unm\u00f6glich, K\u00f6rpergeheimnisse, K\u00f6rperidiome wahrheitsgem\u00e4\u00df zu entschl\u00fcsseln. (Gerhild Scholz-Williams)<a href=\"#_edn21\">[21]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Cross-dressing bezeichnet im Grunde nichts Anderes als das Anlegen der Kleidung des jeweils anderen Geschlechtes. Cross-dressing-Erz\u00e4hlungen sind innerhalb des Mittelalters und der Fr\u00fchen Neuzeit keine Seltenheit.<a href=\"#_edn22\">[22]<\/a> Die pure Menge solcher oder \u00e4hnlicher Geschichten l\u00e4sst R\u00fcckschl\u00fcsse auf eine gro\u00dfe Beliebtheit zu. Diese liegt darin begr\u00fcndet, dass das Cross-dressing an sich einen Tabubruch darstellte und bis in das 16. Jahrhundert mit Diskreditierung gestraft wurde. Eines der wenigen Formate, in denen das Verkleiden als das andere Geschlecht auf gesellschaftlicher Ebene nicht abgelehnt oder sanktioniert wurde, war auf der Theaterb\u00fchne. Jedoch wurden dort lediglich weibliche Rollen von M\u00e4nnern \u00fcbernommen, da die Pr\u00e4sentation des weiblichen K\u00f6rpers als S\u00fcnde galt. Allerdings handelt es sich dabei streng genommen nicht um Cross-dressing, da das eigentliche Geschlecht der Schauspieler durch die Verkleidung nicht verborgen werden sollte. Vielmehr diente das Verkleiden als Hervorheben der geschlechtsspezifischen Merkmale.<a href=\"#_edn23\">[23]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In der stark kirchlich gepr\u00e4gten mittelalterlichen Welt fand das Cross-dressing keinen Platz. Im Alten Testament ist ein explizites Verbot zu finden. Weiterhin wurde es innerhalb vieler mittelalterlicher Rechtskontexte unter Strafe gestellt. Dabei wurde das weibliche Cross-dressing oftmals milder bestraft als das m\u00e4nnliche, was h\u00e4ufig harte gesellschaftliche Sanktionen mit sich brachte.<a href=\"#_edn24\">[24]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Fiktionalit\u00e4t eines literarischen Werkes bietet jedoch genug Abstand vom normalen gesellschaftlichen Leben, um m\u00f6gliche Tabus oder Geschlechterrollen ein St\u00fcck weit auszuhebeln. Genau diese Tatsache machte vermutlich den Reiz der Verarbeitung solcher Thematiken aus und ist der Grund, weshalb Ph\u00e4nomene wie Cross-dressing, m\u00e4nnliche Schwangerschaft, kriegerische Aktivit\u00e4ten von Frauen, der Bruch mit der Heterosexualit\u00e4t, Geschlechtswechsel und \u00c4hnliches in der mittelalterlichen Literatur so gro\u00dfes Interesse weckten. Gesellschaftlich schwierige Themen konnten im Rahmen der Fiktionalit\u00e4t angesprochen werden. Weiterhin bot es den Lesern umgekehrt die M\u00f6glichkeit, sich mit gesellschaftlich schwierigen Themen auseinanderzusetzen.<a href=\"#_edn25\">[25]<\/a> Somit bieten Cross-dressing-Geschichten eine gute Grundlage, um Differenzkategorien wie <em>gender<\/em>, <em>class<\/em> oder <em>race<\/em> der breiten Bev\u00f6lkerung zug\u00e4nglich zu machen, wenn auch h\u00e4ufig nur implizit.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch innerhalb der erz\u00e4hlten Welt ist das Motiv der Verkleidung \u00e4u\u00dferst effektiv. Es ist leicht revidierbar und erweitert den Handlungsspielraum der verkleideten Person stark, indem es bestehende Geschlechterrollen f\u00fcr sie transzendiert.<a href=\"#_edn26\">[26]<\/a> Diese \u00d6ffnung f\u00fcr eine neue Realit\u00e4t kann auch unabh\u00e4ngig von einem Statusverlust oder sozialer Aufwertung geschehen. Denn auch dem verkleideten Mann erschlie\u00dfen sich Optionen, die er trotz seines h\u00f6heren gesellschaftlichen Status ohne Verkleidung nicht h\u00e4tte. Somit wird in Cross-dressing Geschichten die Verkleidung zum Schl\u00fcsselelement der Handlung, ohne dessen die Geschichte nicht auf diese Weise geschehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Besonderheiten des weiblichen Cross-dressings<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Popularit\u00e4t weiblicher Cross-dressing Geschichten, welche deutlich h\u00e4ufiger auftreten als ihre m\u00e4nnlichen Counterparts, ist ein Produkt oberfl\u00e4chlicher gesellschaftlicher Vorurteile. So werden weibliche Protagonisten, welche innerhalb ihrer Geschichte m\u00e4nnliche Rollen und Aufgaben \u00fcbernehmen und dabei mindestens genauso gut abschneiden, nicht selten von ihrem Umfeld und vom Leser bestaunt.<a href=\"#_edn27\">[27]<\/a> In einer Welt, in der der allgemeine Konsens darin besteht, dass das weibliche dem m\u00e4nnlichen Geschlecht unterlegen ist, stellen die typischen weiblichen Protagonisten der Cross-dressing Geschichten eine Besonderheit dar, die nat\u00fcrlich viel Aufmerksamkeit hervorruft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die weibliche Hauptfigur wird dabei nicht selten von m\u00e4nnlichen Stereotypen charakterisiert wie Mut, Kraft oder Intelligenz.<a href=\"#_edn28\">[28]<\/a> Dabei tritt sie in den verschiedensten literarischen Umkreisen auf, zum Beispiel in Fabliaux, M\u00e4ren, Liebesnovellen oder h\u00f6fischen Romanen. Thematisch befassen sich diese Cross-dressing-Geschichten haupts\u00e4chlich mit dem Motiv der \u201aR\u00fcckgewinnung\u2018 beziehungsweise \u201aRettung des Partners\u2018 oder \u201aBestrafung\u2018 beziehungsweise \u201a\u00dcberlistung des Mannes\u2018. Dies steht im Gegensatz zu den m\u00e4nnlichen Geschichten, da sich diese haupts\u00e4chlich auf erotische Verf\u00fchrungen oder andere Liebesabenteuer beschr\u00e4nken und somit thematisch deutlich eindimensionaler bleiben. Die Motivationen, die die Figuren zum Cross-dressing bewegen, weisen zwar eine gewisse Vielf\u00e4ltigkeit auf, haben jedoch die Gemeinsamkeit, dass das Verkleiden stets aus einem gewissen Zwang heraus entsteht und oftmals der letzte Ausweg aus einer prek\u00e4ren Situation ist.<a href=\"#_edn29\">[29]<\/a> Dies ist \u00e4u\u00dferst passend zum geschichtlichen Kontext, da festgeschriebene Geschlechterrollen nur wenig Platz f\u00fcr spezielle sexuelle Neigungen lie\u00dfen. Eben diese gesellschaftlichen Konventionen sind es auch, die den Handlungsrahmen der Geschichte festlegen. Jede:r Autor:in lief Gefahr, wegen seiner Geschichten scharf kritisiert zu werden. Cross-dressing kann gelobt werden, wenn die Frau die m\u00e4nnliche Autorit\u00e4t nicht in Frage stellt oder sich nur vor\u00fcbergehend verkleidet. Nutzt die Frau ihren erweiterten Handlungsspielraum jedoch aus, um Macht \u00fcber M\u00e4nner auszu\u00fcben, galt Cross-dressing als b\u00f6se. Der gezeigte Transvestismus verstie\u00df in beiden F\u00e4llen gegen gesellschaftliche Normen, f\u00fchrte jedoch nur bei einer Grenz\u00fcberschreitung zu einer entsprechenden Sanktionierung.<a href=\"#_edn30\">[30]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Besonderheit des weiblichen Cross-dressings ist die Reaktion der \u00fcblichen Figuren innerhalb der entsprechenden Erz\u00e4hlungen, denn scheinbar sind die anderen Figuren nur selten in der Lage, die Verkleidung der Hauptfigur zu durchschauen. Zwar ist es h\u00e4ufig so, dass die Hauptfigur sich zum Ende der Geschichte selbst enttarnt und somit einen H\u00f6hepunkt der Geschichte herbeif\u00fchrt, dennoch hebt die scheinbare Unf\u00e4higkeit der anderen Charaktere nochmals die Fiktionalit\u00e4t der Geschichte hervor.<a href=\"#_edn31\">[31]<\/a> Die Motivation hinter diesem erz\u00e4hlerischen Detail kann verschiedene Urspr\u00fcnge haben. Zum einen w\u00fcrde die Geschichte nat\u00fcrlich nicht funktionieren, wenn der Betrug der Hauptperson auffliegt. Zum anderen wird dem Leser durch den <a>Unrealismus <\/a><a href=\"#_msocom_1\">[HV1]<\/a>&nbsp;in der Handlung gezeigt, dass es sich bei der Geschichte um reine Fiktion handelt. Auf diese Weise l\u00e4uft der Autor nicht Gefahr, eine Sanktionierung zu f\u00fcrchten, da das gezeigte Cross-dressing in jedem Fall eine gesellschaftliche Grenz\u00fcberschreitung darstellt. Diese erf\u00e4hrt durch die Hervorhebung der Fiktionalit\u00e4t eine Relativierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch handelt es sich bei den weiblichen Protagonistinnen fast ausschlie\u00dflich um adlige Frauen, w\u00e4hrend es beim m\u00e4nnlichen Cross-dressing h\u00e4ufig Schreiber, Studenten und \u00c4hnliche sind, die sich verkleiden.<a href=\"#_edn32\">[32]<\/a> Weiterhin wird homosexuelles Begehren in weiblichen Cross-dressing Geschichten kaum thematisiert, w\u00e4hrend es in den m\u00e4nnlichen Erz\u00e4hlungen gelegentlich sogar zentraler Bestandteil ist.<a href=\"#_edn33\">[33]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesem groben Umriss \u00fcber die Beschaffenheit und Bedeutung der mittelalterlichen Cross-dressing Erz\u00e4hlungen sollen die genannten Thesen und die zentrale Fragestellung anhand zweier konkreter Beispiele untersucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Textbeispiele<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Ritterlicher Rang und das Recht der Ehe werden durch die Minne verliehen (Christa Ortmann, Hedda Ragotzky) <a href=\"#_edn34\">[34]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Der G\u00fcrtel&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der G\u00fcrtel<\/em> ist eine M\u00e4re von Dietrich von der Glezze. Sie handelt von dem ehrbaren und hochangesehenen Ritter Konrad. Konrad selbst begibt sich sehr h\u00e4ufig auf Turnierfahrt, sodass seine wundersch\u00f6ne Frau allein zu Hof bleibt. So kommt es, dass sie eines Tages w\u00e4hrend Konrads Abwesenheit im Garten ist und ein Ritter vorbeireitet. Dieser ist von ihrem Anblick sofort hingerissen und bietet seinen Habicht, sein Pferd, seine Windhunde und seinen G\u00fcrtel (alle mit besonderen Kr\u00e4ften ausgestattet) als Gegenleistung f\u00fcr ihre Minne. Sie geht darauf ein und verkehrt mit dem Ritter. Leider erf\u00e4hrt Konrad von der Aff\u00e4re und kehrt nicht von seiner Turnierfahrt zur\u00fcck. Nach zwei Jahren entschlie\u00dft sie sich, Konrad zu suchen und verkleidet sich als Ritter, um selbst auf Turnierfahrt zu gehen. Sie gelangt zu einer Burg, auf der ein gro\u00dfes Turnier stattfindet und stellt sich selbst als Ritter Heinrich vor. Auf der Burg trifft sie auch Konrad, der sie nicht erkennt, ihr allerdings die Freundschaft anbietet. Mithilfe des Habichts, des Pferdes, der Windhunde und des G\u00fcrtels kann sie alle Disziplinen gewinnen und Konrad wird gierig auf ihre Gaben. Als dieser sie um eines der Objekte bittet, beschlie\u00dft sie eine List. Sie meint, dass er den Habicht bekommen kann, wenn er mit ihr (in seinen Augen Ritter Heinrich) verkehren w\u00fcrde. Als er darauf eingeht, gibt sie sich als seine Ehefrau zu bekennen. Besch\u00e4mt durch die Bereitschaft der gleichgeschlechtlichen Liebe legen beide ihren Streit nieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Cross-dressing und Geschlechterrollen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Zentrum der Geschichte steht Konrads Ehefrau. Ihre Sch\u00f6nheit und Unfehlbarkeit wird zu Beginn der Geschichte in einem mehrzeiligen Abschnitt beschrieben und soll dem Leser als Objekt der Begierde pr\u00e4sentiert werden (Z. 31ff). Damit wird klar, dass sie innerhalb des Ehemodells dem Ritter zwar untergeordnet ist aber als Minnedame durch ihre Vollkommenheit so begehrenswert ist, dass sie au\u00dferhalb der g\u00e4ngigen Hierarchisierung steht.<a href=\"#_edn35\">[35]<\/a> So scheint es umso paradoxer, dass ihr Ehemann Konrad seine ritterlichen Pflichten der gemeinsamen Zeit mit seiner Frau vorzuziehen scheint. Es wird beschrieben, wie er um seine Ehre und der Frauen willen immer wieder an verschiedensten Turnieren teilnahm (Z. 11ff). Schnell wird hierbei klar, dass Konrad seine Frau bel\u00fcgt und vernachl\u00e4ssigt.<a href=\"#_edn36\">[36]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Vorstellung der Protagonist:innen beginnt die eigentliche Handlung. Ein vorbeiziehender Ritter wirbt um die Minne der sich im Garten befindlichen Ehefrau. Sein hoher ritterlicher Wertstatus wird durch seine Besitzt\u00fcmer und sein selbstbewusstes Auftreten deutlich. Speziell der mit Edelsteinen verzierte G\u00fcrtel spielt beim Umwerben der Frau eine zentrale Rolle. Denn dieser verspricht dem Tr\u00e4ger Mut, Unbesiegbarkeit und Schutz (Z. 307ff). Erst nachdem der Ritter seinen G\u00fcrtel zum Tausch anbietet, ist die Ehefrau bereit, ihm ihre Minne zu geben. Sie ist sich bewusst, dass sie durch diesen Handel einen Ehebruch eingeht, doch durch den G\u00fcrtel w\u00fcrde ihr Mann in der Lage sein, den Ehrverlust, den er durch den Ehebruch erleidet, wieder auszugleichen. Somit entsteht der Eindruck einer \u201aWin-Win-Win-Situation\u2018, da der Ritter seinen Wert steigern kann, indem er die Minne einer wundersch\u00f6nen Frau erh\u00e4lt (Z. 370ff), Konrad durch die G\u00fcter seine Ehre nicht nur wiederherstellen, sondern noch steigern kann und seine Frau auch keinen Ehrverlust erleidet, da sie durch den G\u00fctertausch ihrem Mann mehr hilft als schadet. Zus\u00e4tzlich wurde bereits angedeutet, dass die Ehefrau im Wertekonzept der Minne als Objekt der Begierde durch ihre Tugendhaftigkeit und Sch\u00f6nheit \u00fcber ihrem Mann steht und somit die Regeln der Ehe ein St\u00fcck weit umgehen kann.<a href=\"#_edn37\">[37]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Konrad erf\u00e4hrt jedoch vom Ehebruch und verl\u00e4sst seine Frau, deren eigentlicher Plan somit scheitert, da Frau und Mann nun trotz des G\u00fcrtels an Ehre verlieren.<a href=\"#_edn38\">[38]<\/a> Die Flucht Konrads erweist sich als nicht sonderlich ritterlich, da er somit das Konzept der Minne nicht respektiert. Die Aufgabe der Frau besteht also nun darin, Konrad zur\u00fcck zu einem guten Ehemann und guten Ritter zu f\u00fchren. <a href=\"#_edn39\">[39]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ehefrau schl\u00fcpft also in die Rolle des Ritters Heinrich von Schwaben und nimmt somit eine Doppelidentit\u00e4t an. Sie ist sowohl Ritter als auch <em>vrouwe<\/em>. Dies wird im Text mehrfach durch angedeutete Weiblichkeitsmerkmale deutlich (zum Beispiel durch die Sch\u00f6nheitsbeschreibung in Z. 519ff). Sie scharrt eine gro\u00dfe Gefolgschaft von ihrem Hof um sich und schm\u00fcckt sich mit Adler, Ross, Windhunden und G\u00fcrtel und wird so von den anderen Turnierteilnehmern als ehr- und tugendhafter Ritter wahrgenommen. Mithilfe der Gaben gelingt es ihr auch, alle Disziplinen des Turniers f\u00fcr sich zu entscheiden und damit auch ihren Ehemann zu schlagen.<a href=\"#_edn40\">[40]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auff\u00e4llig ist dabei, dass sie zu keiner Zeit ihre eigentliche Geschlechterrolle als Frau verl\u00e4sst. Weder nimmt sie freiwillig die Ritterrolle an, noch wird innerhalb des Textes ihre Weiblichkeit in Frage gestellt. Sie entscheidet sich f\u00fcr das Cross-dressing, weil es aus ihrer Sicht der letzte Ausweg ist, ihren Mann zu finden, da sie keinen anderen so liebt wie ihn (Z. 433ff). Auch nimmt sie zwar m\u00e4nnliche Verhaltensweisen an, jedoch nicht aus \u00dcberzeugung zum Rittertum, sondern um das Auffliegen ihres Schwindels zu verhindern. Zu guter Letzt gelingt es ihr zwar, das Turnier zu gewinnen und somit ritterlichen Ruhm zu erlangen, jedoch ist dies nicht auf ihr eigenes K\u00f6nnen oder eine m\u00f6gliche \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber den anderen Teilnehmern zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern auf die Gaben, die sie durch den Beischlaf mit dem vorbeiziehenden Ritter erhalten hat. Sogar der Geschlechtertausch selbst w\u00fcrde ohne den Besitz der erhaltenen Gaben nicht funktionieren, da ausschlie\u00dflich diese daf\u00fcr ausschlaggebend sind, dass die Ritterlichkeit \u201ades Fremden\u2018 nicht hinterfragt wird.<a href=\"#_edn41\">[41]<\/a> Diese sind es im Anschluss auch, die vom Herzog oder von Konrad begehrt werden, denn keiner lobt sie f\u00fcr eine erbrachte Eigenleistung. Somit lassen sich innerhalb des Textes keine Anzeichen f\u00fcr emanzipatorisches oder feministisches Gedankengut finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Konrad dem vermeintlichen Ritter Heinrich so stark unterlegen ist, bittet er seinen Freund Heinrich, ihm eine der Gaben zu schenken. Dieser m\u00f6chte als Gegenleistung jedoch Geschlechtsverkehr. Konrad willigt ein. Da dieser in der Situation jedoch noch nicht wei\u00df, dass es sich bei Heinrich um seine Frau handelt, gilt die Annahme dieses Angebots zur damaligen Zeit als \u00e4u\u00dferst unmoralisch.<a href=\"#_edn42\">[42]<\/a> In dieser Situation setzt Konrad also ein gro\u00dfes Ma\u00df seiner ritterlichen Ehre aufs Spiel. Dies wird sogar noch schlimmer, als er sich beim anstehenden Liebesspiel bereitwillig auf den R\u00fccken legt und somit Heinrich die dominante Position \u00fcberl\u00e4sst. Symbolisch wird eine Mann-Frau-Beziehung in mittelalterlicher Literatur h\u00e4ufig mit einer Reiter-Pferd-Beziehung verglichen. Die Frage \u201aWer reitet wen?\u2018 fragt also gleichzeitig auch danach \u201aWer herrscht \u00fcber wen?\u2018.<a href=\"#_edn43\">[43]<\/a> Indem Konrad also bereitwillig die dominante Position abgibt, \u00fcbergibt er seiner Ehefrau (wenn auch nicht absichtlich) symbolisch die dominante Position in ihrer Beziehung. Diese Situation der doppelten Schw\u00e4che und Dem\u00fctigung nutzt Heinrich dann f\u00fcr seine Enttarnung, da Konrad nun ein gleichwertiges moralisches Verbrechen begangen hat und ihr den Ehebruch somit verzeihen muss. Weiterhin kl\u00e4rt sie auf, dass sie den Ehebruch lediglich zu seinem Wohle begangen hat, w\u00e4hrend er sich f\u00fcr die gleichen Gegenst\u00e4nde sogar zu einem <em>Ketzer<\/em> machen wollte. Sie \u00fcberl\u00e4sst ihrem Mann die Gegenst\u00e4nde und liefert somit den Treuebeweis, welcher ihren Ehebruch kompensiert. Zus\u00e4tzlich bittet er sie um Vergebung und akzeptiert dadurch, die Beziehung der beiden nicht nur im Sinne des Ehemodells zu betrachten, sondern auch die Minne als ritterliche Tugend anzuerkennen. Auch wenn sich Konrad in dieser Situation seiner Frau unterw\u00fcrfig zeigt, muss angemerkt werden, dass sie nach seiner Entschuldigung bereitwillig in ihre Rolle als Ehefrau zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00e4re <em>Der G\u00fcrtel<\/em> gibt Aufschluss dar\u00fcber, wie ein mittelalterliches Eheverh\u00e4ltnis aussehen sollte. Die Minne ist demnach als sch\u00fctzens- und sch\u00e4tzenswertes Gut zu verstehen, welches dem Ehemann zu ritterlichem Rang und Ansehen verhilft. Je tugendhafter die Frau ist, desto gr\u00f6\u00dfer k\u00f6nnen Rang und Ehre werden. Dessen sollten sich M\u00e4nner bewusstwerden und ihre Frauen nicht vernachl\u00e4ssigen.<a href=\"#_edn44\">[44]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zwar setzt sich <em>Der G\u00fcrtel<\/em> f\u00fcr das richtige Verst\u00e4ndnis der Minne ein und somit auch f\u00fcr den sch\u00e4tzenswerten Status der Frau, jedoch geht damit keine Forderung nach gesellschaftlichem Aufstieg der weiblichen Geschlechterrollen einher. Vielmehr wird eine gute Behandlung der Ehefrau durch den Mann zum Selbstzweck angeraten und nicht um ihrer willen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Der vertauschte M\u00fcller<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der vertauschte M\u00fcller <\/em>ist eine M\u00e4re anonymen Autors. Ein M\u00fcller betrinkt sich und muss von seinem Knecht beim Weinkeller abgeholt werden. Unterwegs f\u00e4llt er vom Wagen. Seinem Knecht f\u00e4llt das Fehlen des M\u00fcllers zu sp\u00e4t auf und er beginnt, ihn zu suchen. Er findet einen Priester schlafend am Wegesrand. Da es jedoch bereits dunkel ist, h\u00e4lt er diesen f\u00fcr den M\u00fcller und m\u00f6chte ihn nach Hause mitnehmen. Der Priester erhofft sich eine abenteuerliche Nacht mit der M\u00fcllersfrau und spielt mit. Angekommen im M\u00fcllersheim beginnt das erhoffte Liebesspiel. Der wahre M\u00fcller hat unterdessen selbst den Weg nach Hause gefunden, wird jedoch von seinem Knecht nicht hineingelassen, da dieser ihn f\u00fcr einen Schwindler h\u00e4lt. Daraufhin trommelt er einige B\u00fcrger seines Dorfes zusammen, die bezeugen k\u00f6nnen, dass er tats\u00e4chlich der M\u00fcller ist. Der Knecht ist sich jedoch immer noch unsicher und holt die M\u00fcllersfrau an die T\u00fcr. Diese erkennt schockiert ihren Ehemann. Der M\u00fcller m\u00f6chte nun aufkl\u00e4ren, wer der Mann in ihrem Bett ist. Es wird ersichtlich, dass es sich um den Priester handelt. Die M\u00fcllersfrau sch\u00e4mt sich f\u00fcr den Ehebruch und verschweigt, dass sie mit dem Priester verkehrt hat. Stattdessen erz\u00e4hlt sie, dass dieser sturzbetrunken sofort eingeschlafen sei. Der Priester ersinnt eine List und greift die Geschichte auf. Als er \u201ageweckt\u2018 wird, tut er so, als w\u00e4re er tats\u00e4chlich betrunken und erz\u00e4hlt, dass er getr\u00e4umt h\u00e4tte, der M\u00fcller sei gestorben und er m\u00fcsse ihn beerdigen. Die Bauern erhoffen sich einen Spa\u00df und sagen, der M\u00fcller sei tats\u00e4chlich gestorben. Der Pfarrer spielt mit und gibt Anweisungen, die Beerdigung vorzubereiten. Unter anderem verlangt er nach einem Beichtiger. Der M\u00fcller bittet seine Frau, den Beichtiger zu spielen. Sie willigt ein. Als die vermeintliche Beerdigung beginnt, meint der Priester, sich kurz mit seinem Beichtiger zur\u00fcckziehen zu wollen. Die Bauern haben nichts dagegen und der Priester nutzt die erneute Zweisamkeit mit der M\u00fcllersfrau f\u00fcr ein weiteres Liebesspiel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Vergleichend: Cross-dressing und Geschlechterrollen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zwar steht auch in dieser M\u00e4re die weibliche Figur im Mittelpunkt der Handlung und bildet das Objekt der Begierde, jedoch handelt es sich hierbei im Gegensatz zur Ehefrau Konrads um keine Adlige. Dies stellt im Kontext des weiblichen Cross-dressings eine Besonderheit dar, da weibliches Cross-dressing innerhalb der mittelalterlichen M\u00e4rendichtung fast ausschlie\u00dflich von adligen Figuren praktiziert wurde.<a href=\"#_edn45\">[45]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine gro\u00dfe Gemeinsamkeit der M\u00e4ren besteht in der Ausgangssituation der Ehefrauen, denn auch die M\u00fcllersfrau erf\u00e4hrt Vernachl\u00e4ssigung durch ihren Ehemann, welcher seiner starken Trunksucht nicht gewachsen scheint. Aus diesem Grund ist sie beim Geschlechtsverkehr mit dem Priester \u00fcber die sexuelle Energie ihres vermeintlichen Ehemannes stark verwundert (Z. 97ff).<a href=\"#_edn46\">[46]<\/a> Somit geschieht auch in dieser M\u00e4re ein Ehebruch durch die Frau und auch hier l\u00e4sst sich die Ehefrau ein St\u00fcck weit von der Schuld freisprechen. Zun\u00e4chst durch die starke Vernachl\u00e4ssigung durch den Mann und weiterhin durch ihr Unwissen und den Glauben, dass sie eigentlich mit ihrem Mann verkehren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Folglich scheint es auch hier eine Kombination aus Ehebruch und Vernachl\u00e4ssigung zu sein, die schlie\u00dflich zum Cross-dressing f\u00fchren. Jedoch geht der letztendliche Antrieb in <em>Der G\u00fcrtel<\/em> von der Frau selbst und von einem Hintergrund der Liebe zu ihrem Mann aus, w\u00e4hrend der M\u00fcller selbst von seiner Frau weder Liebe noch Vertrauen erwarten kann. Dies ist daran zu erkennen, dass sie sich nach dem Auffliegen des Schwindels daf\u00fcr entscheidet, ihrem Mann den Ehebruch zu verheimlichen und folglich eher ihren Liebhaber deckt, als ihrem Mann die Wahrheit zu erz\u00e4hlen (Z. 236ff). Des Weiteren ist es der M\u00fcller selbst, der seine Frau zum Verkleiden auffordert, um dem Priester einen Streich zu spielen (Z. 315ff).<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das Verkleiden er\u00f6ffnen sich auch der M\u00fcllerin neue Handlungsspielr\u00e4ume. Diese sind jedoch nicht mit dem Erhalt m\u00e4nnlicher Privilegien verbunden, sondern sexueller Natur, da es so zum zweiten Geschlechtsverkehr mit dem Pfarrer kommt. Weiterhin gelingt ihr so das Entkommen aus der Vernachl\u00e4ssigung durch den M\u00fcller. Somit wird hier die Ehestruktur nicht gefestigt oder wiederhergestellt wie in <em>Der G\u00fcrtel<\/em>, sondern g\u00e4nzlich aufgel\u00f6st.<a href=\"#_edn47\">[47]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der vertauschte M\u00fcller<\/em> ist eine M\u00e4re, in der vordefinierte St\u00e4nde und Geschlechterrollen klar aufgezeigt werden. Es wird gezeigt, wie ein Priester aus blo\u00dfem Zeitvertreib zum Verursacher eines Ehebruchs wird. Obwohl er quasi auf frischer Tat ertappt wird, kommt er ungestraft davon und wird dabei sogar mit einem weiteren Beischlaf belohnt. Die Nachricht an die Bauern ist somit indirekt aber klar: ihr seid einem Vertreter h\u00f6heren Standes stets unterlegen, selbst wenn ihr in der \u00dcberzahl seid. Die M\u00fcllersfrau selbst wird zum Spielball in einem Kleinkrieg zwischen M\u00fcller und Priester. Dabei wird ihr jegliches Mitspracherecht verwehrt und zu keinem Zeitpunkt hinterfragt einer der Protagonisten ihren Gef\u00fchlszustand, obwohl sie die gesamte Nacht einem Wildfremden quasi schutzlos ausgeliefert war. Somit werden auch in dieser M\u00e4re keine gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und Geschlechterrollen hinterfragt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Schluss<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>There are limitations to cross-dressed heroism. Many authors (\u2026) express uneasiness with women in male roles, despite their praise for the individual heroine. (Valerie R. Hotchkiss)<a href=\"#_edn48\">[48]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die untersuchten M\u00e4ren zeigen auf, dass es in der mittelalterlichen M\u00e4rendichtung durchaus eine Vielfalt der thematischen Aufarbeitung der Cross-dressing Geschichten gibt. Dennoch bleiben die transportierten Norm- und Wertvorstellungen stets die gleichen und weisen keinen revolution\u00e4ren Charakter auf. Obwohl speziell Frauen nachweislich mit einem ungleichen sozialen System und einer damit verbundenen Geschlechterhierarchie zu k\u00e4mpfen hatten, bef\u00fcrwortet kein Autor eine Ver\u00e4nderung der bestehenden Geschlechterrollen. Gleiches betrifft das Auftreten von Cross-dressing au\u00dferhalb der Literatur.<a href=\"#_edn49\">[49]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Geschichten wird das Cross-dressing legitimiert, indem die verantwortlichen Impulse nicht von den Figuren selbst kommen. Frauen verkleiden sich kaum zum Selbstzweck, sondern stets zum Wohle anderer Figuren. In diesem Sinne wird auch von den Hauptfiguren kein Streben nach Gleichstellung oder gesellschaftlicher Aufwertung ausgestrahlt. Dies wird auch dadurch deutlich, dass sie nach dem Verkleiden stets in ihre angestammte Rolle zur\u00fcckkehren. Somit ist der erweiterte Handlungsspielraum niemals von Dauer. Die Botschaft hinter den Cross-dressing Geschichten ist klar: Frauen d\u00fcrfen Grenzen zum Wohle des Mannes \u00fcberschreiten, sollten dabei aber nicht vergessen, wo ihr eigentlicher Platz in der Gesellschaft ist. Gleiches konnte auch aus der untersuchten Sekund\u00e4rliteratur herausgearbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Demnach dienten Cross-dressing Geschichten nicht der Emanzipation oder Gleichstellung. Sie sind vielmehr ein Relikt ihrer Zeit und spiegeln die damaligen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse wider, anstatt sie zu hinterfragen. Es handelt sich um Unterhaltungsgeschichten, welche zwar h\u00e4ufig eine Moral oder Lehre vermitteln wollten, die aber nicht auf eine Ver\u00e4nderung der Geschlechterrollen abzielten und keinen revolution\u00e4ren Hintergedanken hatten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[1]<\/a>Barbara Korte, <em>Body language<\/em> <em>in Literature<\/em>, trans. Erica Ens, Toronto 1997\/1993, hier 6.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[2]<\/a>II., 116.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[3]<\/a>Gerhild Scholz-Williams, <em>Ver- und Enth\u00fcllen: (K\u00f6rper)geheimnisse und Cross-dressing in der fr\u00fchen Neuzeit<\/em>, in: Ingrid Bennewitz, Ohlendorf, Wiebke (Hg.), <em>Von Heiligen, Rittern und Narren. Medi\u00e4vistische Studien<\/em>, Wiesbaden 2014, hier 115.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[4]<\/a>Valerie R. Hotchkiss, <em>Clothes Make the Man. Female Cross Dressing in Medieval Europe<\/em>, London 1996, hier 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[5]<\/a>Astrid Lembke, <em>Umstrittene Souver\u00e4nit\u00e4t. Herrschaft, Geschlecht und Stand im <\/em>Nibelungenlied <em>sowie in Thea von Harbous <\/em>Nibelungenbuch<em> und in Fritz Langs Film <\/em>Die Nibelungen, in: Natasa Bedekovic, Andreas Kra\u00df, Astrid Lembke (Hg.), <em>Durchkreuzte Helden. Das \u201eNibelungenlied und Fritz Langs Film \u201eDie Nibelungen\u201c im Licht der Intersektionalit\u00e4tsforschung<\/em>, Bielefeld 2014, hier 52.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[6]<\/a>Solche Kategorien k\u00f6nnen sein: Alter, Klasse, Religion, Nationalit\u00e4t oder eben Geschlecht (IV.).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[7]<\/a>\u201eDer Mann hei\u00dft Mann (<em>vir<\/em>) weil in ihm gr\u00f6\u00dfere Kraft (<em>vis<\/em>) sei (\u2026). Die Frau aber werde Frau (<em>mulier<\/em>) genannt wegen ihrer Weichheit bzw. Schw\u00e4che (mollitia) (\u2026).\u201c&nbsp; (Birgit Kochsk\u00e4mper, man, gomman inti w\u00eeb<em> <\/em>\u2013 <em>Sch\u00e4rfen und Unsch\u00e4rfen der Geschlechterdifferenz in althochdeutscher Literatur<\/em>, in: Ingrid Bennewitz, Helmuth Tervooren (Hg.), <em>Manl\u00eechiu w\u00eep, w\u00eeplich man. Zur Konstruktion der Kategorien \u201eK\u00f6rper\u201c und \u201eGeschlecht\u201c in der deutschen Literatur des Mittelalters<\/em>, Berlin: 1999, hier 16.)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[8]<\/a>IV., 3.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[9]<\/a>Martin Gabathuler, Lynn Blattmann, <em>Geschlechterrollen<\/em>, in: <em>Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)<\/em>, <a href=\"https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/015988\/2011-03-24\/\">https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/015988\/2011-03-24\/<\/a> [letzter Zugriff 06.03.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[10]<\/a>Andrea Schallenberg, <em>Spiel mit den Grenzen. Zur Geschlechterdifferenz in mittelhochdeutschen Verserz\u00e4hlungen<\/em>, in: Beate Kellner, Claudia Stockinger (Hg.), <em>Deutsche Literatur. Studien und Quellen<\/em>, Band 7, Berlin 2012, hier 328.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[11]<\/a>Isidor geh\u00f6rte zu den meistgelesenen Autoren des Mittelalters. Er&nbsp;war Nachfolger seines Bruders&nbsp;Leander&nbsp;im Amt des&nbsp;Bischofs von Sevilla. (<em>Isidor von Sevilla<\/em>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isidor_von_Sevilla\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isidor_von_Sevilla<\/a> [letzter Zugriff 05.03.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[12]<\/a>VI., 16.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\">[13]<\/a>VIII., 339.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\">[14]<\/a>\u201eEtwa vom 13. Jh. an wurde die \u201ewidernat\u00fcrlichen Unzucht\u201c seitens der Kirche immer sch\u00e4rfer geahndet und konnte Delinquenten sogar auf den Scheiterhaufen bringen (erstmals bezeugt f\u00fcr 1277).\u201c (<em>Homosexualit\u00e4t<\/em>, in: <em>Mittelalter-Lexikon<\/em> <a href=\"https:\/\/www.mittelalter-lexikon.de\/wiki\/Homosexualit%C3%A4t\">https:\/\/www.mittelalter-lexikon.de\/wiki\/Homosexualit%C3%A4t<\/a> [letzer Zugriff 05.03.2021].)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\">[15]<\/a>Zuvor galt der Vater als Vormund.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\">[16]<\/a><a>IX.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\">[17]<\/a>\u201eNach dem Tod des Hausvaters erhielt die Witwe an dessen Hinterlassenschaft kein Eigentum, sondern bloss ein Nutzniessungsrecht (Leibgeding), solange sie Kinder erzog. Wenn sie nicht wieder heiratete, erhielt sie dies lebensl\u00e4nglich.\u201c (Anne-Marie Dubler, Bernhard Schnyder, <em>Erbrecht<\/em>, in: <em>Historisches Lexikon der Schweiz <\/em><a href=\"https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/009609\/2006-10-23\/\">https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/009609\/2006-10-23\/<\/a> [letzter Zugriff 06.03.2021].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\">[18]<\/a>XVI.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref19\">[19]<\/a>S\u00f6hne meist nur im Kindesalter (IX.)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref20\">[20]<\/a>VIII.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref21\">[21]<\/a>II.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref22\">[22]<\/a>Heike Sahm, Andrea Mosh\u00f6vel,<em> Verkleiden und entkleiden. \u00dcberlegungen zur Funktion von \u00d6ffentlichkeit in zwei cross-dressing-Geschichten aus dem 15. Jahrhundert<\/em>, Heidelberg 2017, hier 529.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref23\">[23]<\/a>Carla Dauven-van Knippenberg, <em>Es ist aber nit frvmmer Frawn Recht. \u00dcber Gender-Forschung ung geistliches Schauspiel des Mittelalters<\/em>, in: Ingrid Bennewitz, Helmuth Tervooren (Hg.), <em>Manl\u00eechiu w\u00eep, w\u00eeplich man. Zur Konstruktion der Kategorien \u201eK\u00f6rper\u201c und \u201eGeschlecht\u201c in der deutschen Literatur des Mittelalters<\/em>. Berlin 1999, hier 36.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref24\">[24]<\/a>X., 288.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref25\">[25]<\/a>X., 285.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref26\">[26]<\/a>X., 286.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref27\">[27]<\/a>IV., 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref28\">[28]<\/a>IV., 9.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref29\">[29]<\/a>Ursula Peters,<em> Gender Trouble in der mittelalterlichen Literatur? Medi\u00e4vistische Genderforschung und Crossdressing-Geschichten<\/em>, in: Ingrid Bennewitz, Helmuth Tervoore (Hg.), <em>Manl\u00eechiu w\u00eep, w\u00eeplich man. Zur Konstruktion der Kategorien \u201eK\u00f6rper\u201c und \u201eGeschlecht\u201c in der deutschen Literatur des Mittelalters<\/em>, Berlin 1999, hier 288ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref30\">[30]<\/a>IV., 128.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref31\">[31]<\/a>X., 351.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref32\">[32]<\/a>X., 352f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref33\">[33]<\/a>X., 351.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref34\">[34]<\/a>Christa Ortmann, Hedda Ragotzky, <em>Minneherrin und Ehefrau. Zum Status der Geschlechterbeziehung im \u201eG\u00fcrtel\u201c Dietrichs von der Glezze und ihrem Verh\u00e4ltnis zur Kategorie <\/em>gender, in:<em> <\/em>Ingrid Bennewitz, Helmuth Tervoore (Hg.), <em>Manl\u00eechiu w\u00eep, w\u00eeplich man. Zur Konstruktion der Kategorien \u201eK\u00f6rper\u201c und \u201eGeschlecht\u201c in der deutschen Literatur des Mittelalters<\/em>, Berlin 1999, hier 80.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref35\">[35]<\/a>XXXIV., 72ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref36\">[36]<\/a>X., 331ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref37\">[37]<\/a>XXXIV., 75f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref38\">[38]<\/a>X., 335.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref39\">[39]<\/a>XXXIV., 76.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref40\">[40]<\/a>XXXIV., 77.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref41\">[41]<\/a>X., 336.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref42\">[42]<\/a>X., 338.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref43\">[43]<\/a>Birgit Kochsk\u00e4mpfer, <em>Man, Gomman inti W\u00eeb. Sch\u00e4rfen und Unsch\u00e4rfen der Geschlechterdifferenz in althochdeutscher Literatur<\/em>, in: Ingrid Bennewitz, Helmuth Tervoore (Hg.), <em>Manl\u00eechiu w\u00eep, w\u00eeplich man. Zur Konstruktion der Kategorien \u201eK\u00f6rper\u201c und \u201eGeschlecht\u201c in der deutschen Literatur des Mittelalters<\/em>, Berlin 1999, hier 15ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref44\">[44]<\/a>XXXIV.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref45\">[45]<\/a>XXXII.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref46\">[46]<\/a>X., 343.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref47\">[47]<\/a>X., 346.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref48\">[48]<\/a>IV., 128.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref49\">[49]<\/a>XLVIII.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moritz B\u00f6ttcher Weibliches Cross-dressing Umgang mit Geschlechterbildern in mittelalterlichen Verserz\u00e4hlungen Einleitung Body language appears in literary texts in a variety of forms an serves various artistic functions. (Barbara Korte)[1] Geschlechteridentit\u00e4t und Rollenzuweisungen nehmen immer gr\u00f6\u00dfere Positionen in den Diskursen der Moderne ein. So werden die Stimmen feministischer Bewegungen, die sich f\u00fcr die gesellschaftliche Akzeptanz der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5843,"featured_media":285,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/140"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5843"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=140"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/140\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":431,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/140\/revisions\/431"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/media\/285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}