{"id":178,"date":"2023-07-22T14:28:12","date_gmt":"2023-07-22T12:28:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/?p=178"},"modified":"2023-12-08T17:02:39","modified_gmt":"2023-12-08T16:02:39","slug":"gespraeche-in-digitalen-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/2023\/07\/gespraeche-in-digitalen-medien\/","title":{"rendered":"Interaktionsorientiertes Schreiben in digitalen Medien &#8211; Alexandra Na\u00df"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Alexandra Na\u00df<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>\u201eNimm dich einfach nicht zu wichtig, das st\u00fcnde dir besser!\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-normal-font-size\"><em>Eine Rekonstruktion der Verwendung sprachlicher Mittel im interaktionsorientierten Schreiben in digitalen Medien<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4ngst geh\u00f6rt das Kommunizieren \u00fcber digitalen Medien zum festen Bestandteil unseres Alltags. Dabei er\u00f6ffnen sich vielerlei M\u00f6glichkeiten, um mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu treten, Freundschaften zu pflegen oder Freunde und Bekannte an Erfolgen, R\u00fcckschl\u00e4gen oder einfach den sch\u00f6nsten Urlaubserlebnissen teilhaben zu lassen. Gerade in den letzten Jahren wurde uns der Nutzen digitaler online-basierter Kommunikation vor Augen gef\u00fchrt. In Folge der Corona-Pandemie waren Menschen weltweit gezwungen, auf Abstand zu gehen, um die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer zu sch\u00fctzen. Mit dem Abstand ging allerdings auch der zunehmende Verzicht auf Gespr\u00e4che von Angesicht zu Angesicht einher. Dies hatte deutliche Auswirkungen auf das Verhalten von Nutzer:innen Sozialer Medien. Laut einer Gesundheits-Studie aus dem Jahr 2020 ist die Nutzungsdauer von Jugendlichen im Durchschnitt um mehr als eine Stunde t\u00e4glich gestiegen. So betr\u00e4gt diese unter der Woche dreieinhalb und am Wochenende sogar vier Stunden am Tag. Der Gro\u00dfteil (89%) der befragten Personen gab dabei an, soziale Medien zu nutzen, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten.<a href=\"#_edn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Doch nicht nur im Privaten ist die Nutzung von Sozialen Medien angestiegen. Auch im beruflichen, schulischen und universit\u00e4ren Kontext mussten Mittel und Wege gefunden werden, um Kommunikation abseits von Pr\u00e4senzveranstaltungen zu erm\u00f6glichen. Als \u201eprominente [Beispiele] schriftlicher internetbasierter Kommunikation\u201c werden die \u201eChat- und die Forenkommunikation\u201c angef\u00fchrt, welche die Interaktion mit Hilfe von \u201eintegrierter Diskussions-, Kommentar-, Chat- und Messaging-Funktionen\u201c umfassen.<a href=\"#_edn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Diese k\u00f6nnen je nach Verwendungsziel in Sozialen Netzwerken, teilweise aber auch in Schreib- und Kooperationsplattformen Anwendung finden.<a href=\"#_edn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Eben jene internetbasierte Chat-Kommunikation stellt den Gegenstandsbereich dieser Untersuchung dar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Chat-Kommunikation als Gegenstandsbereich der Gespr\u00e4chsforschung<\/em><em><u><\/u><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Genauer gesagt besch\u00e4ftigt sich dieser empirisch fundierte Aufsatz mit dem Konzept sozialer Positionierungsaktivit\u00e4ten in zwischenmenschlicher Kommunikation. Positionierung meint in diesem Zusammenhang die verbalisierten Einstellungsbekundungen der am Gespr\u00e4ch Teilnehmenden. Wozu sich zwei Interaktionsteilnehmer:innen innerhalb eines Gespr\u00e4ches positionieren und mit welchen sprachlichen und nicht-sprachlichen Mitteln derartige Positionierungsaktivit\u00e4ten herausgestellt werden, wird anhand zweier Chat-Gespr\u00e4chsbeispiele und vor dem Hintergrund des Konzepts der sozialen Positionierung nachvollzogen. Die Besonderheit stellt hierbei das digitale Format der Unterhaltungen dar. Um die von den Gespr\u00e4chsteilnehmer:innen get\u00e4tigten Positionierungsaktivit\u00e4ten in der digitalen Kommunikation herauszuarbeiten, wird sich der sogenannten <em>Stancetaking<\/em>&#8211;<em>Analyse <\/em>bedient. Diese Analyse nimmt die Kommunikationshaltungen (<em>stances<\/em>) mindestens zweier Interagierender in den Blick und erm\u00f6glicht die Rekonstruktion der dazu verwendeten Mittel. Zudem lassen sich die Einstellungsbekundungen auf \u00dcbereinstimmung (Alignierung) und Uneinigkeit (Disalignierung) pr\u00fcfen. Dabei gilt die Besch\u00e4ftigung mit geschriebenen Interaktionen in digitalen Medien noch als relativ neues Forschungsfeld. Als zur Analyse digitalen Schreibens besonders geeignet stellt sich die <em>Interaktionale Linguistik<\/em> heraus, deren Wurzeln in der Konversationsanalyse liegen. Diese ist urspr\u00fcnglich auf die Untersuchung gesprochener Sprache ausgelegt, weshalb ihr Fokus auf interaktionsspezifischen Ph\u00e4nomenen\u00a0 wie \u201eder Ko-Produktion von \u00c4u\u00dferungen\u201c und der damit einhergehenden \u201egemeinsamen Herstellung von Bedeutung\u201c sowie den dazu gebrauchten Mitteln liegt.<a href=\"#_edn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Forschungsinteresse der empirischen Untersuchung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Hauptaugenmerk der Interaktionalen Linguistik liegt auf der Herstellung gemeinsamen sprachlichen Handelns. Dennoch kann sich bei der Analyse von Interaktion nicht ausschlie\u00dflich auf die schriftsprachlichen \u00c4u\u00dferungen konzentriert werden, schlie\u00dflich macht die verbale Kommunikation gerade einmal 7 % unserer gesamten Interaktion aus. Ganze 93 % der zwischenmenschlichen Kommunikation wird durch nonverbale und paraverbale Handlungen vollzogen.<a href=\"#_edn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Im internetbasierten interaktionalen Schreiben ist es den Schreibenden hingegen oft nicht m\u00f6glich, ihr Gegen\u00fcber zu h\u00f6ren oder zu sehen, was dazu f\u00fchrt, dass das Wahrnehmen ebensolcher nonverbalen und paraverbalen Mittel erschwert wird. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, auf welche Kommunikationshandlungen Nutzer:innen digitaler Medien zum Zwecke der sozialen Interaktion zur\u00fcckgreifen, wenn ihnen vorwiegend schriftliche Artikulation zur Verf\u00fcgung steht. Als Untersuchungsgegenstand wurden zwei digitale Streitgespr\u00e4che ausgew\u00e4hlt, welche sich unterschiedlichen sozialen Kontexten zuordnen lassen, sodass m\u00f6gliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den verwendeten Kommunikationsmitteln herausgestellt werden k\u00f6nnen. Zudem r\u00fcckt die Auswahl von Streitgespr\u00e4chen das Kommunizieren von Uneinigkeiten in den Fokus der Untersuchung. Hierbei sind besonders abweichend ausgerichtete Einstellungsbekundungen, also die sogenannte Disalignierung, und damit einhergehende Positionierungsaktivit\u00e4ten von Interesse, sodass sich folgende Fragestellung f\u00fcr das empirische Arbeiten ergibt: Welche Mittel, die uns in der interaktionsorientierten schriftlichen Kommunikation in digitalen Medien zur Verf\u00fcgung stehen, werden von Schreibenden genutzt, um Disalignierung anzuzeigen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Analyseperspektive richtet sich also auf konkrete Verwendungsformen in schriftlicher Interaktion, die einer sozial positionierenden Funktion dienen.<a href=\"#_edn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Im Folgenden wird daher zun\u00e4chst eine theoretische Einf\u00fchrung zur Notwendigkeit der Besch\u00e4ftigung mit digitaler Kommunikation in sozialen Medien f\u00fcr die linguistische Forschung angef\u00fchrt. Anschlie\u00dfend findet eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der sozialen Positionierung im Allgemeinen und der Stancetaking-Analyse nach John W. Du Bois (2007) im Speziellen statt. In einem abschlie\u00dfenden Vergleich wird eine vermutete Kausalit\u00e4t zwischen den sozialen Positionen und den verwendeten kommunikativen Mitteln zur Verdeutlichung von Disalignierung in den Blick genommen und gepr\u00fcft. Dabei wird zudem von Interesse sein, inwiefern die sozialen Rollen der Interagierenden Einfluss auf deren Streitverhalten haben. <em><u><\/u><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Fokus der Interaktionalen Linguistik<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Digitale Kommunikation gilt noch immer als relativ neues Forschungsfeld und wird in der Regel als im Spannungsfeld zwischen M\u00fcndlichkeit und Schriftlichkeit angelegt verstanden. Es ist jedoch deutlich geworden, dass die traditionelle Konzeptualisierung, welche das Geschriebene als informationsorientierte Kommunikation der Distanz und das Gesprochene als interaktionsorientierte Kommunikation der N\u00e4he versteht, f\u00fcr die Untersuchung interaktionalen Schreibens ungeeignet ist. Anhand der zunehmenden Verwendung von Schriftsprache in bisher \u201em\u00fcndlich bzw. fernm\u00fcndlich\u201c realisierten kommunikativen Bereichen l\u00e4sst sich feststellen, dass das Internet \u201edie Art und Weise\u201c der zwischenmenschlichen Kommunikation \u201eradikal ver\u00e4ndert [hat]\u201c.<a href=\"#_edn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> So musste im Zuge der Verbreitung internetbasierter Kommunikation auch die Identifikation schriftlich realisierter Sprache mit Textkategorie und m\u00fcndlich realisierter Sprache mit Gespr\u00e4chskategorie neu gedacht werden, sodass Schriftsprache auch die Interaktion unter Verwendung internetbasierter Kommunikationstechnologien umfasst.<a href=\"#_edn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Die Interaktionale Linguistik bietet dabei einen Ansatz zur Analyse nat\u00fcrlicher Interaktion, welcher zwar prim\u00e4r auf die Untersuchung von Gespr\u00e4chsformen ausgerichtet ist, der in den letzten Jahren jedoch zunehmend Anwendung bei der Analyse schriftlicher Interaktion findet.<a href=\"#_edn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Als Untersuchungsgegenstand der Interaktionalen Linguistik gilt hierbei die situationsgebundene Sprachverwendung in sequenziell organisierten, nat\u00fcrlichen und sozialen Interaktionen. Im Fokus steht dabei die Art und Weise, wie Interaktionsbeteiligte gemeinsam interaktionale Strukturen hervorbringen sowie die kommunikativen Aufgaben, die sie dabei verfolgen.<a href=\"#_edn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Sprachliche Interaktion umfasst in diesem Kontext das gemeinsame Handeln mindestens zweier Subjekte, welche das Bearbeiten \u201eeiner sprachlichen Aufgabe\u201c verfolgen.<a href=\"#_edn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Die Gemeinsamkeiten schriftlich und m\u00fcndlich realisierter Gespr\u00e4che liegen folglich in der sequenziellen Struktur, dem situativen Kontext, sowie der interaktionalen Ausrichtung, weshalb die Bezeichnung <em>interaktionsorientiertes<\/em> <em>Schreiben<\/em> treffend erscheint. Das Konzept des interaktionsorientierten Schreibens richtet den Blick auf aktuelle Herausbildungen bei der Verwendung \u201evon Schriftsprache in der internetbasierten Kommunikation\u201c und unternimmt den Versuch, eine m\u00f6glichst konkrete Beschreibung ihrer Merkmale anzubieten und diese in den gr\u00f6\u00dferen Kontext von Sprachverwendung einzuordnen.<a href=\"#_edn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Notwendig f\u00fcr diese Einordnung ist, neben den Gemeinsamkeiten zu den Merkmalen schriftlicher Texte und denen m\u00fcndlicher Gespr\u00e4che, auch den spezifischen Besonderheiten des interaktionsorientierten Schreibens Beachtung zu schenken.<a href=\"#_edn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Besonderheiten des interaktionsorientierten Schreibens in digitalen Medien<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesen Besonderheiten z\u00e4hlt in jedem Fall die digitale Interaktionsumgebung, die es den Schreibenden m\u00f6glich macht, wechselseitig an potentiellen Verst\u00e4ndigungsschwierigkeiten zu arbeiten. Zudem sind die Produkte digitaler, interaktionsorientierter Kommunikation auf die Interaktionsbeteiligten zugeschnitten und die Versprachlichungsstrategien dienen in erster Linie dem \u201eGelingen der laufenden Interaktion\u201c.<a href=\"#_edn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Das Schreiben in \u201eunmoderierten, nicht themenzentrierten [Chats]\u201c gilt als besonders interaktionsorientiert, da die Kommunikationsplattform es den Beteiligten erm\u00f6glicht, eine schnelle, direkte und wechselseitige Reaktion auf vorherige Beitr\u00e4ge zu verfassen.<a href=\"#_edn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Dabei ist die Interaktion in erster Linie auf die unmittelbare Kommunikationssituation ausgelegt, weshalb das Chatten als stark situationsgebunden zu betrachten ist.<a href=\"#_edn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> <em><u><\/u><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Theoretische Einordnung des Positionierungsbegriffs<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Da in der Analyse herausgearbeitet werden soll, mit welchen kommunikativen Mitteln Disalignierung im digitalen interaktionsorientierten Schreiben angezeigt wird, ist eine Auseinandersetzung mit dem Konzept sozialer Positionierungsaktivit\u00e4ten von Interaktionsbeteiligten grundlegend. Allem voran steht dabei die Frage, wie soziale Konstellationen in Interaktionen herausgebildet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOne of the most important things we do with words is take a stance\u201c hei\u00dft es bei Du Bois.<a href=\"#_edn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Mit Stancetaking ist hierbei die Kommunikationshaltung gemeint, die Interaktionsbeteiligte innerhalb einer Kommunikationssituation einnehmen. Dieses aktive Einnehmen einer Haltung steht in enger Verbindung zum Positionierungskonzept, dessen Wurzeln in der Diskurspsychologie liegen. Diskurse werden in diesem Kontext als sprachliche Handlung mindestens zweier Akteur:innen definiert, welche innerhalb einer konkreten Sprechsituation kopr\u00e4sent sein m\u00fcssen.<a href=\"#_edn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> In diesem Zusammenhang ist das auf Michel Foucault zur\u00fcckzuf\u00fchrende \u201edifferenzierte Verst\u00e4ndnis des Subjekts\u201c von zentraler Bedeutung. Ein Subjekt ist demnach kein unabh\u00e4ngiges Individuum, das au\u00dferhalb eines Diskurses steht oder diesen ausschlie\u00dflich produziert, sondern ein \u201ehybride[s] Produkt\u201c dessen.<a href=\"#_edn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Diskurse weisen demzufolge den Interaktionsteilnehmenden im Laufe eines unvollendeten Subjektivierungsprozesses bestimmte Subjektpositionen zu, wodurch aus Individuen erst Subjekte werden.<a href=\"#_edn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Soziale Beziehungskonstellationen und Verh\u00e4ltnisse zwischen Interaktionsbeteiligten werden im Sinne der Subjektivierung nach Foucault also diskursiv produziert, richten sich also nach dem jeweiligen Diskurs. Zugleich produzieren Individuen diesen Diskurs, indem sie jemanden oder etwas mithilfe sprachlicher Mittel zum Diskursobjekt werden lassen. Dabei sind sie in der Lage, den Diskurs aktiv mitzugestalten und zu ver\u00e4ndern.<a href=\"#_edn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Daher muss die soziale Positionierung, also die diskursiv ausgerichtete soziale Position, die durch das kommunikative Verhalten innerhalb eines Diskurses eingenommen wird und situativ ver\u00e4nderbar ist, klar von der sozialen Position, welche in der sozialen Rolle der Interaktionsteilnehmenden au\u00dferhalb des Diskurses liegt, abgegrenzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Das Konzept des \u201aStance-Triangle\u2018 und die Stancetaking-Analyse nach Du Bois<\/em><em><u><\/u><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>John W. Du Bois legt ein theoretisches Raster vor, mit dessen Hilfe die Kommunikationshaltung, welche Interaktionsteilnehmende einnehmen, methodisch herausgearbeitet werden kann. Wird nun das Ziel verfolgt, \u201edie Prozesse der \u00c4u\u00dferungsproduktion als Strategien der sozialen Positionierung [\u2026] empirisch beobachtbar zu machen\u201c,<a href=\"#_edn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> bietet sich das Konzept des <em>Stance-Triangle<\/em> an.<a href=\"#_edn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Du Bois beschreibt in diesem Zusammenhang das Stancetaking als eine \u201ein drei zusammenh\u00e4ngenden und ineinander verschachtelten Teilprozessen\u201c stattfindende soziale Positionierung.<a href=\"#_edn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> In diese Prozesse sind zwei Subjekte involviert, die Bewertungen gegen\u00fcber einem Diskursobjekt vornehmen, das sowohl ein gegenst\u00e4ndliches Objekt im klassischen Sinne, als auch eine Idee, ein Sachverhalt oder eine Handlung darstellen kann. Zugleich positionieren sich die Subjekte bez\u00fcglich des Diskursobjekts im Zuge des Vornehmens einer Bewertung und gleichen diese Bewertungen miteinander ab, wodurch sie schlie\u00dflich auch eine gewisse Ausrichtung zueinander einnehmen.<a href=\"#_edn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Du Bois unterscheidet demnach drei untrennbar miteinander verkn\u00fcpfte Stance-Funktionen: die <em>Evaluation<\/em>, also die Beurteilung des Diskursobjekts, die <em>Positionierung<\/em> und die <em>Alignierung<\/em>. Den wichtigsten methodischen Teilprozess stellt dabei die Alignierung dar, welche die interaktionale, soziale Beziehungsgestaltung der Gespr\u00e4chsteilnehmenden, also die bereits erw\u00e4hnte Ausrichtung zueinander, erfasst. Alignierung l\u00e4sst sich dabei als Zustimmung verstehen, die als pr\u00e4feriert von den Interagierenden wahrgenommen wird, w\u00e4hrend eine ablehnende Haltung als Disalignierung bezeichnet und als dispr\u00e4feriert aufgefasst wird.<a href=\"#_edn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Des Weiteren l\u00e4sst sich eine Unterscheidung bez\u00fcglich der Ausrichtung der vorgenommenen Positionierung treffen: Die sogenannte affektive Positionierung beschreibt die emotionale Haltung, die zum Diskursobjekt eingenommen wird. Von epistemischer Positionierung spricht man hingegen, wenn eine Haltung in Bezug auf die G\u00fcltigkeit des ausgesprochenen Wissens ge\u00e4u\u00dfert wird.<a href=\"#_edn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Um nun herauszuarbeiten, wie Interaktionsbeteiligte im interaktionalen Schreiben in digitalen Medien ihre Haltung zum Ausdruck bringen, muss bei der Analyse der Sprachverwendung auf sogenannte <em>Stance-Marker<\/em> geachtet werden. Dies sind sprachliche und nicht-sprachliche Mittel, welche die Haltung der sprechenden Person markieren. Da die Untersuchung von Stancetaking-Aktivit\u00e4ten prototypisch auf Face-to-Face-Interaktionen ausgelegt ist, muss sich in der anschlie\u00dfenden Analyse der Blick den vorzufindenden Umst\u00e4nden anpassen.<a href=\"#_edn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> So wird beispielsweise die chat-typische Verwendung von Emojis sowie die Interpunktion als auch Gro\u00df- und Kleinschreibung im Fokus stehen. Zudem k\u00f6nnen die von den Schreibenden ausgew\u00e4hlten Modalverben, Modalpartikel und kognitiven Verben f\u00fcr die Erarbeitung der Kommunikationshaltung von Interesse sein, um auf die epistemische oder affektive Haltung der Interaktionsbeteiligten schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. In der folgenden Analyse wird neben der Rekonstruktion des Kommunikationsverhaltens und der Rekonstruktion der daf\u00fcr ausgew\u00e4hlten Mittel ebenfalls von besonderem Interesse sein, wie sich das Signalisieren von bestimmten Stance-Handlungen auf die interaktionale Beziehungsgestaltung der Sprechenden auswirkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Datengewinnung und Datenbank<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die zur Analyse von Disalignierung im Kontext digitalen interaktionsorientierten Schreibens verwendeten Daten stammen aus der Mobile Communication Database 2 (MoCoDa 2), einer Datenbank, welche mobile Alltagskommunikation f\u00fcr die universit\u00e4re Lehre und Forschung archiviert und datenbankgesch\u00fctzt bereitstellt.<a href=\"#_edn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Hierbei werden Interaktionen in privaten Chats erfasst und diese unter anderem nach kommunikationsspezifischen Kategorien wie \u201aStreitgespr\u00e4ch\/Entschuldigung\u2018 eingeteilt. Im Folgenden werden Ausschnitte zweier Unterhaltungen vorgestellt, welche dieser Kategorie entnommen sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Thema<\/td><td>Beteiligte<\/td><td>Messenger<\/td><td>Nachrichtenanzahl<\/td><\/tr><tr><td>ungefragte Weitergabe einer Handynummer<\/td><td>2<\/td><td>WhatsApp<\/td><td>6 von 6<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Metadaten zu Chat 1<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei den Interaktionsbeteiligten dieser WhatsApp-Unterhaltung handelt es sich um Lena, welche einen Anruf von einem ihr fremden Mann erhalten hat, der sich im Zuge des Telefonats als Angestellter der neuen Hausverwaltung ihrer Wohnung herausstellt, und ihre Tante Sabine, welche ebendiesem Mann die Telefonnummer ihrer Nichte gegeben hat. Da Lena telefonische Daten als vertraulich und privat erachtet, ist sie mit der ungefragten Herausgabe ihrer Telefonnummer durch die Tante nicht einverstanden und verfasst aus diesem Grund eine Nachricht an Sabine.<a href=\"#_edn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"576\" height=\"557\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/files\/2023\/10\/1-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-190\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/files\/2023\/10\/1-1.png 576w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/files\/2023\/10\/1-1-300x290.png 300w\" sizes=\"(max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Thema<\/td><td>Beteiligte<\/td><td>Messenger<\/td><td>Nachrichtenanzahl<\/td><\/tr><tr><td>Streit \u00fcber Verwendung des Daumen-hoch-Emojis<\/td><td>2<\/td><td>WhatsApp<\/td><td>13 von 48<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Metadaten zu Chat 2<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei den Interaktionsbeteiligten handelt es sich um Tom und Lilly, welche eine Paarbeziehung f\u00fchren. Nachdem Tom seine Freundin darum bat, ein geplantes Treffen zwischen den Beiden zu verschieben, bejahte Lilly dies unter Verwendung des Daumen-hoch-Emojis. Daraufhin entstand eine Diskussion rund um die Verwendung ebenjenes Emojis.<a href=\"#_edn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"522\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/files\/2023\/10\/2-1-522x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-194\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/files\/2023\/10\/2-1-522x1024.png 522w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/files\/2023\/10\/2-1-153x300.png 153w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2023\/files\/2023\/10\/2-1.png 583w\" sizes=\"(max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Analyse der Gespr\u00e4chsdaten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Chat 1<\/em>. In der ersten Nachricht bedient sich Lena einer f\u00fcr Chat-Verh\u00e4ltnisse eher untypischen f\u00f6rmlichen Sprachverwendung, welche zwar durch die lockere Begr\u00fc\u00dfung \u201eHi Sabine!\u201c (#1\/Zeile 1) eingeleitet, aber durch eine distanzierte, wenngleich auch h\u00f6fliche Verabschiedung \u201eVielen Dank und liebe Gr\u00fc\u00dfe\u201c (#1\/Zeile 4) abgeschlossen wird, wobei Dank und Gru\u00df durch zwei Emojis reflexiv unterstrichen werden. Bei den ausgew\u00e4hlten Emojis handelt es sich um eine winkende Hand und einen klassischen l\u00e4chelnden Smiley, sodass deren Verwendung als Ausdruck von Freundlichkeit und sozialer N\u00e4he gedeutet werden kann, im Kontext des Nachrichteninhalts aber sehr wohl auch als gesichtswahrend zu verstehen ist. Was also transportiert Lena inhaltlich in ihrer Nachricht an Sabine?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Grunde stellt sie die Forderung, \u201evorher gefragt [zu] werden\u201c (#1\/Zeile 3), wenn jemand vorhat, ihre Telefonnummer \u201ean fremde Menschen\u201c (#1\/Zeile 3) weiterzugeben. Dass es f\u00fcr dieses Handeln ihrer Erlaubnis bedarf, verdeutlicht sie durch das Modalverb \u201edarf\u201c (#1\/Zeile 4). Gleichzeitig verwendet sie in diesem Kontext das generalisierende Personalpronomen \u201eman\u201c (#1\/Zeile 3), welches keinen direkten Adressatenbezug zur Tante herstellt, wodurch die Forderung zwar konkret in ihrer Absicht, aber unspezifisch hinsichtlich der Bezugnahme auf die Empf\u00e4ngerin bleibt. Das Weitergeben der \u201eHandynummer an fremde Menschen\u201c (#1\/Zeile 3) kann dabei als das von der Nichte angebrachte Diskursobjekt verstanden werden, welches sie indirekt negativ evaluiert und dem gegen\u00fcber sie eine negative distanzierte Haltung verdeutlicht. Lena versprachlicht dies, indem sie \u201ef\u00fcrs n\u00e4chste Mal\u201c (#1\/Zeile 2) die Erwartungshaltung offenbart, \u201egefragt werde[n]\u201c (#1\/Zeile 3) zu wollen. Zudem verdeutlicht sie ihre affektive Positionierung mithilfe des Modalverbs \u201efinden\u201c, was auf ihre emotionale Empfindung gegen\u00fcber dem Diskursobjekt verweist, sowie durch die pr\u00e4dikative Verwendung der Adjektive <em>supercool<\/em> und <em>respektvoll<\/em> versprachlicht wird. Ersteres ist dabei als durch die Komposition aus zwei positiv konnotierten Adjektiven geschaffene Steigerung anzusehen. Dadurch offenbart die Nichte die von ihr erw\u00fcnschte Verhaltensweise im Umgang mit ihren privaten Daten und bedankt sich in der folgenden Zeile mit der Interjektion \u201eVielen Dank\u201c. Diese H\u00f6flichkeitsformel ist als Appell zu werten und deutet darauf hin, dass ihre Nachricht insgesamt als Aufforderung an die Tante zu verstehen ist, die Telefonnummer nicht erneut ungefragt weiterzuleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sabines Antwort \u201eDas ist kein Fremder und der tut dir nichts, du musst da keine Angst haben!\u201c (#2) verzichtet hingegen auf Gru\u00dfformeln und ist umgangssprachlich formuliert. Inhaltlich bezieht sie sich weder auf die von ihrer Nichte als unerw\u00fcnscht evaluierte Verhaltensweise, noch auf die Aufforderung, dieses Handeln in Zukunft zu unterlassen. Mit den Worten \u201eDas ist kein Fremder\u201c (#2) signalisiert sie allerdings indirekt eine ablehnende Haltung gegen\u00fcber Lenas Evaluation des Diskursobjekts und offenbart eine epistemische Haltung gegen\u00fcber dem geteilten Wissen, den Verwaltungsmitarbeiter als fremd zu kategorisieren. Indem sie das Kopulaverb <em>sein <\/em>mit dem Bezugsnomen <em>Fremder<\/em> in negierter Form verwendet, zeigt sie einen abweichenden Wissensstand an, den sie f\u00fcr gegeben erkl\u00e4rt, was durch die Verwendung des Interpunktionszeichens \u201e!\u201c (#2) unterstrichen wird. Bereits hier verdeutlicht sich, infolge der gegens\u00e4tzlichen Bewertung des Stance-Objekts und der indirekt vorgenommenen ablehnenden Positionierung, die Disalignierung gegen\u00fcber der Interaktionspartnerin. Dass diese Disalignierung von den Interaktionsteilnehmerinnen als dispr\u00e4feriert empfunden wird, zeigt sich durch die epistemische Einstellungsbegr\u00fcndung der Tante: \u201eder tut dir nichts, du musst da keine Angst haben\u201c. Hierbei unterstellt sie der Nichte, unter Verwendung des Modalverbs <em>m\u00fcssen<\/em>, die Bef\u00fcrchtung, von Herr Tammen (#1\/Zeile 1) k\u00f6nne eine Gefahr ausgehen. Somit wird durch Sabine eine Verschiebung des Diskursobjekts vorgenommen: Nicht das unerw\u00fcnschte Verhalten der Tante steht nun im Zentrum der Interaktion, sondern die Evaluierung des Akteurs als fremde Person. Andererseits verdeutlicht Lenas Antwort in Form des kurz und knapp formulierten Satzes \u201eEs geht ums Prinzip.\u201c (#3), dass sie mit dieser Verschiebung nicht einverstanden ist, was ihrerseits ebenfalls eine epistemische Positionierung signalisiert. Mit dieser Antwort tritt eine Dispr\u00e4ferenz der erhaltenen Nachricht zu Tage, da keine Einigung erzielt werden kann, wodurch zugleich eine Disalignierung zwischen den Akteurinnen offenbart wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der darauf folgenden Evaluierung der Aufforderung als \u201eKindereien\u201c (#4\/Zeile 1) durch die Tante, nimmt diese nun eine affektive Haltung zum urspr\u00fcnglichen Diskursobjekt ein, setzt den Appell mit kindischem Verhalten gleich und nimmt damit eine deutliche Abwertung der Gespr\u00e4chspartnerin vor. Erneut tritt die Disalignierung eindeutig hervor und wird mit dem zweiten Satz, \u201eNimm dich einfach nicht zu wichtig, das st\u00fcnde dir besser!\u201c (#4\/Zeile 1-2), sogar noch versch\u00e4rft. Neben dem erneut genutzten Ausrufezeichen und dem verwendeten Imperativ <em>Nimm<\/em>, der einer Handlungsaufforderung an Lena gleichkommt, verweist auch der Intensit\u00e4tspartikel <em>zu<\/em> auf eine stark ablehnende Haltung. Lena reagiert daraufhin mit f\u00fcnf\u00a0 lachenden Freudentr\u00e4nen-Emojis (#5), welche im Kontext der zunehmenden Verh\u00e4rtung der gegenseitigen sozialen Positionierung eine affektive Haltung verdeutlichen. Diesbez\u00fcglich kann von einer ironischen Verwendungsweise der Smileys ausgegangen werden. Auf die damit vorgenommene Disalignierung reagiert Sabine wiederum ebenfalls mit drei dieser Smileys, gefolgt von drei nach oben zeigenden Daumen und der \u00c4u\u00dferung \u201eich freu mich, das du es kapiert hast, Gl\u00fcckwunsch!!\u201c (#6), woraufhin das Emoji einer entkorkten Sektflasche folgt. W\u00e4hrend der Daumen-hoch-Emoji in der Regel anerkennend oder lobend verwendet wird, findet der Sektflaschen-Emoji normalerweise in feierlichen Kontexten Verwendung. Nun k\u00f6nnte von dieser etablierten Verwendungsweise darauf geschlossen werden, dass mit dieser Nachricht eine Alignierung infolge einer affektiven Positionierung angestrebt wird. Von einer affektiven Haltung kann hier ausgegangen werden, da zum einen die Emojis der Reaktion eine emotionale Komponente verleihen, zum anderen durch die Nutzung des Vollverbs <em>freuen<\/em>, welches positive emotionale Empfindungen transportiert. Diese Freude bezieht sich allerdings ganz konkret darauf, dass Lena \u201ees kapiert ha[]t\u201c (#6), wobei das Personalpronomen <em>es<\/em> als Stellvertreter f\u00fcr die zuvor von Sabine vorgenommene Evaluation des Diskursobjekts fungiert. Da die Interaktionsteilnehmerinnen zuvor aber nicht von ihrer jeweiligen Positionierung abger\u00fcckt sind und die Evaluation des Stance-Objekts bei beiden Frauen stark kontr\u00e4r ausf\u00e4llt, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass sich Sabine hierbei ironischer Ausdrucksformen bedient und damit die Disalignierung abschlie\u00dfend verfestigt. So kann schlussendlich festgestellt werden, dass Lena und ihre Tante sich hinsichtlich der Berechtigung zur Weitergabe privater Daten, wie der Telefonnummer, nicht einig geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Chat 2<\/em>. Nach Verwendung des Daumen-hoch-Emojis durch Lilly ist das Bearbeiten eines kommunikativen Konflikts zu beobachten. Interessant hierbei ist, dass Tom seinen Unmut diesbez\u00fcglich nicht direkt kommuniziert. Stattdessen zeigt Lilly mit der Frage \u201eWas ist los?\u201c (#5) an, dass hier eine Disalignierung vorzuliegen scheint, nachdem ein kurzer Austausch dar\u00fcber stattfindet, auf welchem Spielfeld Tom heute trainieren wird (vgl. #2 und #3). Dies deutet darauf hin, dass es sich bei dem Diskursobjekt um die Verwendung des Daumen-hoch-Emojis handelt, was von Tom best\u00e4tigt wird, indem er darauf antwortet: \u201eIch fand die Antwort mit dem Daumen scheisse\u201c (#7). Es stellt sich die Frage, welche Stance-Marker zuvor von Tom verwendet werden, um seine ablehnende Haltung zum Ausdruck zu bringen, sodass der Interaktionspartnerin angezeigt wird, dass ein Konflikt vorliegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst kann festgestellt werden, dass Tom auf Lillys bejahende Antwort (vgl. #1) nicht reagiert, was nach dem Absagen eines gemeinsamen Treffens seinerseits zu erwarten w\u00e4re. Spannend ist folglich, dass seine Nicht-Reaktion als Indikator f\u00fcr seine, als negativ einzuordnende Evaluation gelten kann und eine damit einhergehende distanzierende Positionierung in Bezug auf das Stance-Objekt offenbart. Zudem deutet die kurz angebundene Antwort \u201eGlaub asche\u201c (#3) auf Lillys Frage, welcher Sportplatz heute bespielt wird (vgl. #4), auf eine affektive Positionierung seinerseits hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Derartige Interaktionshandlungen in vertrauten sozialen Interaktionen werden demnach h\u00e4ufig als abweisend oder gar unfreundlich klassifiziert. Da der soziale Kontext bei der Analyse miteinbezogen werden muss und eine Liebesbeziehung mit Intimit\u00e4t, sozialer N\u00e4he und Vertrautheit einhergeht, kann davon ausgegangen werden, dass die Nicht-Reaktion und die auf das N\u00f6tigste beschr\u00e4nkte Antwort von Tom als emotional stark abweisende Haltung gegen\u00fcber dem Diskursobjekt zu deuten ist. Durch die Verwendung der umgangssprachlichen Redensart <em>etwas schei\u00dfe finden<\/em>, welche klar negativ konnotiert ist und eine massiv ablehnende Auffassung einem Diskursobjekt gegen\u00fcber anzeigt, best\u00e4tigt Tom die von Lilly vermutete Disalignierung. Lillys Frage (vgl. #5) und die genutzten Smileys deuten auf emotionale Verwirrung und Entt\u00e4uschung sowie auf Traurigkeit hin, was an dieser Stelle als affektive Positionierung verstanden werden kann. W\u00e4hrend der erste Emoji mit weit aufgerissenen Augen und halb-schiefem Mund dargestellt wird, verbildlicht der zweite ein Gesicht mit gro\u00dfen Augen, nach unten zeigenden Mundwinkeln und einer Tr\u00e4ne unter dem rechten Auge (#6). Durch die umgangssprachliche Verwendung der Frage \u201eWas ist los?\u201c (#5) wird zudem deutlich, dass Lilly ihre Gewissheit dar\u00fcber offenbart, dass sich ihr durch Toms (Nicht-)Verhalten in der Interaktion etwas Ungew\u00f6hnliches offenbart hat. Sie zeigt dies durch das Kopulaverb <em>sein<\/em> in der 3. Person Singular an, welches eine Tatsachenbehauptung versprachlicht. Es tritt in Verbindung mit dem Interrogativpronomen <em>was <\/em>auf, welches nach dem Gegenstand dieses Zustands fragt. Dies kann zugleich als Evaluation und epistemische Positionierung bez\u00fcglich des ungew\u00f6hnlichen (Nicht-)Verhaltens erkannt werden und ist als distanziert zu bewerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Lilly im Folgenden auf die affektive Positionierung ihres Partners mit der Erkl\u00e4rung reagiert,\u00a0 dass \u201edas [\u2026] nicht mal so gemeint [war]\u201c (#7), deutet darauf hin, dass die Nutzung des konventionell positiv besetzen Daumen-hoch-Emojis f\u00fcr das Paar innerhalb ihrer allt\u00e4glichen digitalen Interaktionen eher negativ gelesen wird. \u201eDas war nicht mal so gemeint\u201c (#7) wird zudem umgangssprachlich verwendet, um zu verdeutlichen, dass hinter einer Aussage oder Handlung keine b\u00f6se Absicht steht. Lilly positioniert sich somit durch\u00a0die Verwendung des Mentalverbs <em>meinen<\/em>, welches etymologisch mit dem Substantiv <em>Meinung<\/em> verwandt ist und daher eine Ansicht ausdr\u00fcckt, sowohl epistemisch als auch affektiv gegen\u00fcber dem Diskursobjekt der Emoji-Verwendung.<a href=\"#_edn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Epistemisch insofern, als sie auf ihren Wissensstand dar\u00fcber anspielt, welche Intention ihrer Aussage zugrunde liegt, n\u00e4mlich \u201enach dem Motto ja okay\u201c (#9) und affektiv unter dem Gesichtspunkt, dass sie ihre emotionale Positionierung, es nicht b\u00f6se gemeint zu haben, klarstellt. Damit sagt sie aus, dass sie das Verschieben des Treffens nicht als schlimm empfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies untermauert Lilly in der daran anschlie\u00dfenden Textnachricht, in der sie beteuert, dass sie \u201edas ja auch [verstehe]\u201c (#10) und dazu die Begr\u00fcndung heranzieht, selbst noch \u201ewas f\u00fcr die Uni machen [zu m\u00fcssen]\u201c (#10). Diese affirmative Einstellungsbekundung bewertet die Absage des Treffens und verdeutlicht die von Lilly pr\u00e4ferierte Alignierung gegen\u00fcber ihrem Partner. Dieser geht auf das vers\u00f6hnliche Angebot seiner Freundin allerdings nicht ein und \u00e4u\u00dfert erneut seine extrem distanzierte Haltung bez\u00fcglich des Stance-Objekts durch den Satz \u201eJa aber ich hasse diese daumen Antwort\u201c (#12). Mit dieser Reaktion erkennt er die G\u00fcltigkeit des ausgesprochenen Wissens und die Absicht seiner Partnerin zwar an, indem er seine Aussage mit Hilfe des modalen Antwortpartikels <em>ja<\/em> einleitet, welcher Best\u00e4tigung und Zustimmung transportiert. Zugleich verkn\u00fcpft er die Zustimmung jedoch mit einem <em>aber<\/em>. Die Konjunktion leitet den bedeutungsvollen Verbzweitsatz \u201eich hasse diese daumen Antwort\u201c (#12) ein, welcher seine affektive Positionierung nochmals betont. Er verdeutlicht zudem die starke, von Tom mit Hass gleichgesetzte, ablehnende Haltung gegen\u00fcber der Verwendung des Daumen-hoch-Emojis durch seine Freundin und damit auch die Disalignierung ihr gegen\u00fcber. Der Alignierung anstrebenden Interaktionsteilnehmerin Lilly bleibt nun nichts anderes \u00fcbrig, als Toms Evaluierung mithilfe des Antwortpartikels <em>ja <\/em>anzuerkennen (vgl. #13) und sich f\u00fcr diese unbedachte Emoji-Verwendung zu entschuldigen (vgl. #13), um sich einer Streitsituation, die sich weiter zu verfestigenden droht, zu entziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Auswertung der Daten unter Einbezug der Theorie: Bedeutung Sozialer Medien f\u00fcr die zwischenmenschliche Kommunikation<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6glichkeiten, die uns Soziale Medien bieten, um mit Mitmenschen in Kontakt zu treten, haben auch die Art und Weise, wie wir zu kommunizieren pflegen, ma\u00dfgeblich beeinflusst. Anstatt ein geplantes Treffen per Telefonat abzusagen, gibt es heute die M\u00f6glichkeit, eine kurze Nachricht zu verfassen und das eigene Bedauern dar\u00fcber mithilfe von Emojis anzuzeigen. Statt eine Meinungsverschiedenheit von Angesicht zu Angesicht auszutragen, l\u00e4sst sich der vermeintlich einfachere Weg per internetbasierter Textnachricht w\u00e4hlen, um sich beispielsweise f\u00fcr Fehlverhalten zu entschuldigen oder Missverst\u00e4ndnisse zu beseitigen. Doch das interaktionsorientierte Schreiben in Chats l\u00e4sst auch eine Menge Interpretationsspielraum f\u00fcr die Intentionen, welche den Nachrichten zugrunde liegen. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen schriftliche Interaktionen nicht oder zumindest nicht im selben Ma\u00dfe paraverbale und nonverbale Zeichen transportieren, wie es in Face-to-Face-Interaktionen m\u00f6glich ist. Andererseits stehen uns in sozialen Medien und Chats eine Reihe anderer Mittel zur Verf\u00fcgung, um beispielsweise Emotionen und Einstellungsbekundungen zu transportieren. Doch bei der vorschnellen Interpretation ist Vorsicht geboten, denn bestimmte Emojis k\u00f6nnen, je nach sozialem Kontext, ganz unterschiedliche Bedeutungen transportieren, die den Interaktionsbeteiligten selbst nicht immer bewusst sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><em>Die Bedeutung sozialer Positionen f\u00fcr die Untersuchung von Positionierungsaktivit\u00e4ten im interaktionsorientierten Schreiben<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Rolle spielt dabei die soziale Position, die Interaktionsteilnehmenden bei Antritt einer Kommunikationssituation zukommt, sowie die soziale Positionierung, welche innerhalb der Kommunikation aktiv eingenommen wird. In der vorangegangenen Analyse zweier Chat-Unterhaltungen wurden Interaktionshandlungen in Streitsituationen hinsichtlich ihrer Disalignierung anzeigenden Stancetaking-Aktivit\u00e4ten untersucht. Die daf\u00fcr genutzten sprachlichen Mittel, sowie die Verwendung von chat-typischen Interaktionsmitteln, welche unter anderem als stellvertretend f\u00fcr die nonverbale und paraverbale Kommunikation angesehen werden k\u00f6nnen, wurden herausgearbeitet und sollen nun hinsichtlich ihres sozialen Kontexts eingeordnet und miteinander verglichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Interaktion zwischen Tante und Nichte l\u00e4sst sich beobachten, dass vorwiegend direkte Sprechhandlungen genutzt werden, um Disalignierung anzuzeigen (vgl. #1, #2, #3), w\u00e4hrend sich dabei eher indirekt, vor allem von Seiten der Tante, auf das Diskursobjekt bezogen wird. Vielmehr treten hier die sozialen Positionen zu Tage, die den Interaktionspartnerinnen durch das Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis zukommen, indem dem Inhalt der Bitte durch die Nichte kaum Beachtung geschenkt und vielmehr ihr \u201ekindisches Verhalten\u201c (vgl. #4) zum Thema gemacht wird. Au\u00dferdem werden von beiden Beteiligten konventionell positiv gelesene Smileys (vgl. #5 und #6) als Mittel der Distanzierung infolge einer ironischen Verwendungsweise gebraucht, um die ablehnende Haltung zueinander zu veranschaulichen. Zudem fungieren das mentale Verb <em>finden <\/em>(vgl. #1), sowie die Modalverben <em>d\u00fcrfen <\/em>(vgl. ebd.) und<em> m\u00fcssen <\/em>(vgl. #2) in dieser Unterhaltung als Stance-Marker, sowohl zum Zwecke der affektiven als auch der epistemischen Positionierung. Insgesamt f\u00e4llt auf, dass die Tante die Aufforderung ihrer Nichte als solche nicht anerkennt, was, unter Bezugnahme auf den Altersunterschied und die sozialen Familienverh\u00e4ltnisse, auf die soziale Rolle der jeweiligen Person zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. Die Nichte versucht zwar, mithilfe der von ihr vorgenommenen Evaluierung und der Versprachlichung ihrer distanzierten Haltung gegen\u00fcber dem Diskursobjekt, der sozialen Rolle zu entwachsen und sich gegen\u00fcber der Tante neu auszurichten, dies wird von Sabine jedoch mit Ablehnung gestraft. Sabine geht sogar noch weiter und verweist Lena auf ihre soziale Position mit den Worten: \u201eich habe keine Zeit f\u00fcr solche Kindereien\u201c (#4). Dadurch positioniert sie sich nicht nur stark abweisend gegen\u00fcber ihrer Nichte, sondern spricht dieser auf Bedeutungsebene sogar eine autonome Meinungsbildung ab. Aus der Perspektive von Lena kann die angezeigte soziale Disalignierung allerdings als emanzipatorischer Akt gedeutet und damit als erfolgreiche, wenn auch dispr\u00e4ferierte Interaktionshandlung bewertet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Interaktionsverhalten des Paares im zweiten Chat weist im Zuge der Diskussion um das Gebrauchen eines konkreten Emojis ganz andere Kommunikationsmittel zum Anzeigen von Disalignierung auf. Im Vergleich zu den offensiv angezeigten Stance-Aktivit\u00e4ten innerhalb der ersten Unterhaltung finden hier zun\u00e4chst wesentlich subtilere Formen seitens des Freundes Verwendung, welche von Lilly als abweisend kategorisiert werden. Dazu geh\u00f6rt die ausbleibende Reaktion von Tom auf Lillys Best\u00e4tigung (vgl. #1), das geplante Treffen zwischen ihnen zu verschieben. Zudem kann die Art und Weise, wie Lillys Partner reagiert, n\u00e4mlich in kurzen knappen Textnachrichten ohne Verwendung von Emojis (vgl. #3), als untypisch f\u00fcr das Interaktionsverhalten zwischen den Beteiligten gewertet werden, da Lilly dies zum Anlass nimmt, Tom zu fragen, \u201ewas [los] ist\u201c (#5). Das sehr enge Verh\u00e4ltnis des Paares ist folglich ausschlaggebend daf\u00fcr, dass die von Tom indirekt ausgewiesene Disalignierung \u00fcberhaupt Beachtung findet und als solche interpretiert werden kann. Zudem ist die von Tom daraufhin genutzte, emotional stark aufgeladene Wortwahl (vgl. #7, #12) als eindeutig distanzierende Positionierungsaktivit\u00e4t zur Verdeutlichung von sozialer Disalignierung anzusehen. Dadurch ist seine Partnerin im Sinne der Postexpansion, also einer nachtr\u00e4glichen Reparatur des Gesagten, dazu gezwungen, diese Disalignierung zu bearbeiten und eine abmildernde Erkl\u00e4rung zu liefern, die der pr\u00e4ferierten Alignierung dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von Tom realisierten, abweisenden Interaktionsaktivit\u00e4ten und das Einigkeit anstrebende Kommunikationshandeln von Lilly m\u00fcssen ebenfalls innerhalb des sozialen Kontextes und unter Einbezug der sozialen Rollen betrachtet werden. Da die Interaktionsbeteiligten in diesem Fall in keinem famili\u00e4ren Verh\u00e4ltnis stehen, sondern sich in einer amour\u00f6sen Beziehung miteinander befinden, variieren auch die sozialen Rollenverteilungen. Da es sich bei Tom und Lilly um Partner und Partnerin handelt, kann von einer engen emotionalen Bindung ausgegangen werden, deren Aufrechterhaltung gew\u00f6hnlich das Ziel beider Interaktionsbeteiligter ist. Spannend ist daher das beobachtbare Interaktionsverhalten von Tom, welcher trotz mehrmaliger Alignierungs-Unternehmungen durch Lilly seine distanzierte affektive Positionierung und das damit einhergehenden Disalignierungshandeln beibeh\u00e4lt. Daraus resultiert in dieser Kommunikationssituation ein extrem angespanntes soziales Verh\u00e4ltnis zwischen dem Paar, welches Lilly bis zuletzt zu bereinigen versucht (vgl. #13, #14, #15). Damit unternimmt sie zugleich den Versuch, sich an die ihr zugeschriebene soziale Rolle anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im direkten Vergleich kann festgestellt werden, dass die zur Realisierung von Disalignierung verwendeten Mittel im interaktionsorientierten Schreiben sowohl vom situativen Kontext, als auch von den sozialen Rollen der Beteiligten mitbestimmt werden. Je nach sozialer N\u00e4he oder Distanz der beteiligten Interaktionshandelnden wird das Einhalten der sozialen Rolle verfolgt, sobald die Disalignierungsaktivit\u00e4ten den angestrebten Status der zwischenmenschlichen Beziehung bedrohen. Ist dies nicht der Fall, wie beispielsweise in famili\u00e4ren Beziehungskonstellationen, die mit einer gewissen Sicherheit und Stabilit\u00e4t einhergehen, kann auch das Ausbrechen aus der sozialen Rolle beabsichtigt werden. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnen soziale Positionierungsaktivit\u00e4ten schlussendlich als Aushandlungsunternehmungen sozialer Rollenverteilungen anerkannt werden.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>Vgl. DAK-Gesundheit,<em> Mediensucht 2020. Gaming und Social-Media in Zeiten von Corona<\/em>; https:\/\/www.dak.de\/dak\/download\/dak-studie-gaming-social-media-und-corona-2296434.pdf [letzter Zugriff: 29.04.2022].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>Michael Beisswenger, <em>Praktiken in der internetbasierten Kommunikation<\/em>, in: Arnulf Deppermann, Helmuth Feilke, Angelika Linke (Hg.), <em>Sprachliche und kommunikative Praktiken. Eine Ann\u00e4herung aus linguistischer Sicht<\/em>, Berlin u.a. 2016, 279-310, hier 279.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 279f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>Wolfgang Imo, <em>Sprache in Interaktion. Analysemethoden und Untersuchungsfelder<\/em>, Berlin\u2013Boston 2013, 78f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>Vgl. Albert Mehrabian, <em>Silent Messages. Implicit Communication of Emotions and Attitudes<\/em>, Belmont 1971.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>Der Terminus \u201aVerwendungsformen\u2018 findet hier im Sinne der Form-Funktionsbeziehung Verwendung.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>Angelika Storrer, <em>Interaktionsorientiertes Schreiben im Internet<\/em>, in: Arne Ziegler (Hg.), <em>Jugendsprachen\/Youth Languages<\/em>.<em> Aktuelle Perspektiven internationaler Forschung\/Current Perspectives of International Research<\/em>, Berlin\u2013Boston 2018, 219-241, hier 219f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>Ebd., 222.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>Vgl. Elizabeth Couper-Kuhlen, Margret Selting, <em>Argumente f\u00fcr die Entwicklung einer \u201ainteraktionalen Linguistik\u2018<\/em>, in: <em>Gespr\u00e4chsforschung. Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion<\/em>, 1 (2000), 76-95.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>Vgl. Imo, <em>Sprache in Interaktion<\/em>, 269ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>Wolfgang Imo, Jens P. Lanwer, <em>Interaktionale Linguistik. Eine Einf\u00fchrung<\/em>, Berlin 2019, 2.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>Storrer <em>Interaktionsorientiertes Schreiben im Internet<\/em>, 220.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>Ebd., 228.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>Michael Bei\u00dfwenger, Angelika Storrer, <em>Interaktionsorientiertes Schreiben und interaktive Lesespiele in der Chat-Kommunikation<\/em>, in: <em>Zeitschrift f\u00fcr Literaturwissenschaft und Linguistik<\/em>, 42 (2012), 92-124, hier 3.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>Vgl. ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>John W. Du Bois, <em>The stance triangle<\/em>, in: Robert Englebretson (Hg.), <em>Stancetaking in Discourse. Subjectivity<\/em>,<em> evaluation, interaction<\/em>, Amsterdam u. a. 2007, 139-182, hier 139.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>Vgl. Jochen Rehbein, <em>Das Konzept der Diskursanalyse<\/em>, in: Klaus Brinker u.a. (Hg.), <em>Text- und Gespr\u00e4chslinguistik. Ein internationales Handbuch zeitgen\u00f6ssischer Forschung<\/em>, 2. Halbband, Berlin\u2013New York 2001, 927-945, hier 929.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>J\u00fcrgen Spitzm\u00fcller, Mi-Cha Flubacher, Christian Bendl, <em>Soziale Positionierung als Praxis und Praktik. Theoretische Konzepte und methodische Zug\u00e4nge<\/em>, in: <em>Wiener Linguistische Gazette<\/em>, 81 (2017), 1-18, hier 2.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>Vgl. Michel Foucault, <em>Die R\u00fcckkehr der Moral,<\/em> in: Daniel Defert, Fran\u00e7ois Ewald (Hg.), <em>Dits et Ecrits<\/em>. <em>Schriften in vier B\u00e4nden<\/em>, Bd. 4, Frankfurt\/Main 2005, 859-873, hier 871.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>Vgl. Spitzm\u00fcller u.a., <em>Soziale Positionierung als Praxis und Praktik<\/em>, 4.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>Ebd., 28.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>Du Bois, <em>The stance triangle<\/em>, 163.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>Vgl. Spitzm\u00fcller u.a., <em>Soziale Positionierung als Praxis und Praktik<\/em>, 28.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>Vgl. ebd., 29.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>Vgl. Du Bois, <em>The stance triangle<\/em>, 143.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>Vgl. Arnulf Deppermann, Silke Reinicke, <em>Epistemische Praktiken und ihre feinen Unterschiede: Verwendung von \u201aich dachte\u2018 in gesprochender Sprache<\/em>, in: Arnulf Deppermann, Nadine Proske, Arne Zeschel (Hg.),<em> Verben im interaktiven Kontext. Bewegungsverben und mentale Verben im gesprochenen Deutsch. Studien zur deutschen Sprache<\/em>, 74, T\u00fcbingen 2017, 337-375, hier 337f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>Vgl. Constanze Spie\u00df, <em>Stancetaking- und Positionierungsaktivit\u00e4ten im \u00f6ffentlichen Metasprachdiskurs \u00fcber jugendliche Sprechweisen<\/em>, in: Arne Ziegler (Hg.), <em>Jugendsprachen\/Youth Languages. Aktuelle Perspektiven internationaler Forschung\/Current Perspectives of International Research<\/em>, Berlin\u2013Boston 2018, 147-182, hier<em> <\/em>163<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>Vgl. Michael Bei\u00dfwenger u.a., <em>Mobile Communication Database 2<\/em>; https:\/\/db.mocoda2.de\/c\/home [letzter Zugriff 09.06.2023].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>Vgl. Bei\u00dfwenger u.a., MoCoDa 2; https:\/\/db.mocoda2.de\/view\/ccgzw [letzter Zugriff: 29.04.2022].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>Vgl. Bei\u00dfwenger u.a., MoCoDa 2; https:\/\/db.mocoda2.de\/view\/lbLgN [letzter Zugriff: 29.04.2022].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>Arnulf Deppermann, Silke Reinicke, <em>Epistemische Praktiken und ihre feinen Unterschiede: Verwendung von \u201aich dachte\u2018 in gesprochender Sprache<\/em>, in: Arnulf Deppermann, Nadine Proske, Arne Zeschel (Hg.),<em> Verben im interaktiven Kontext. Bewegungsverben und mentale Verben im gesprochenen Deutsch. Studien zur deutschen Sprache<\/em>, 74, T\u00fcbingen 2017, 337-375, hier 338.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alexandra Na\u00df \u201eNimm dich einfach nicht zu wichtig, das st\u00fcnde dir besser!\u201c Eine Rekonstruktion der Verwendung sprachlicher Mittel im interaktionsorientierten Schreiben in digitalen Medien L\u00e4ngst geh\u00f6rt das Kommunizieren \u00fcber digitalen Medien zum festen Bestandteil unseres Alltags. 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