{"id":436,"date":"2024-11-26T20:57:40","date_gmt":"2024-11-26T19:57:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/?p=436"},"modified":"2024-12-16T11:20:45","modified_gmt":"2024-12-16T10:20:45","slug":"schmitt_halle_neustadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/schmitt_halle_neustadt\/","title":{"rendered":"(Vergangene) Zuk\u00fcnfte: Im Gespr\u00e4ch mit Halle-Neustadt &#8211; Verena Schmitt"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover alignwide has-background-dim-20 has-background-dim is-position-center-center\" style=\"background-image:url(https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/09\/Bundesarchiv_Bild_183-1982-0430-008_Halle_Neustadt_Wohnblocks_Wohnhochha\u0308user.jpg);background-position:25% 9%;min-height:375px\"><div class=\"wp-block-cover__inner-container\">\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"line-height:1.1;font-size:50px;color:#fffffa\"><strong>Zukunft \u2013 Zuk\u00fcnfte \u2013 (Vergangene) Zuk\u00fcnfte<\/strong><em><br>Im Gespr\u00e4ch mit Halle\u2013Neustadt<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<p class=\"has-drop-cap\">\n<i>Zukunft<\/i> ist ein Wort, das in unserem allt\u00e4glichen Sprachgebrauch oft Verwendung findet. Doch\nwas genau meinen wir, wenn wir davon sprechen? In ihrem 2023 ver\u00f6ffentlichten Buch <i>Zukunft.\nEine Bedienungsanleitung<\/i> bezeichnet die Zukunftsforscherin Florence Gaub Zukunft als\n\u00bbetwas, das alle Menschen st\u00e4ndig erzeugen\u00ab<sup>1<\/sup> und als das, \u00bbwas wir uns \u00fcber sie vorstellen\nk\u00f6nnen\u00ab.<sup>2<\/sup> Da wir uns im besten Fall mehr als <i>ein<\/i> Szenario vorstellen k\u00f6nnen, spricht man in\nder Forschung auch vom Plural des Wortes, also von <i>Zuk\u00fcnften<\/i>. Es gibt kleine, allt\u00e4gliche (z.&nbsp;B. die Abendplanung), mittelgro\u00dfe (z.&nbsp;B. den n\u00e4chsten Urlaub) und gro\u00dfe Zuk\u00fcnfte (z.&nbsp;B. einen\nWohnortwechsel) \u2013 alles gemessen daran, wie weit in eine potentielle Version von Zukunft wir\nblicken. Des Weiteren l\u00e4sst sich noch eine \u00bbgr\u00f6\u00dfere, kollektive Zukunft\u00ab von einer \u00bbkleinen,\npers\u00f6nlichen\u00ab unterscheiden.<sup>3<\/sup> In ihrer Bedienungsanleitung r\u00e4t Gaub jedoch davon ab, die\nverschiedenen Versionen des Begriffs zu stark voneinander abzugrenzen: \u00bbAlle Zuk\u00fcnfte sind\nmiteinander verbunden, ja stecken ineinander wie Legosteine. Die t\u00e4gliche Zukunft ist\neingebettet in die pers\u00f6nliche Zukunft, die wiederum Teil der Zukunft dieser Epoche ist, die\nwiederum Teil der Zukunft des Planeten ist\u00ab.<sup>4<\/sup>\n<\/p>\n\n<p>Soweit zum Begriff der <i>Zuk\u00fcnfte<\/i> \u2013 doch warum sprechen wir von <i>vergangenen<\/i> Zuk\u00fcnften?\nLiegt hier nicht eine widerspr\u00fcchliche Begriffsverwendung zugrunde? An dieser Stelle hilft ein\nBlick auf die historische Perspektive von Zukunft, wie sie von Reinhart Koselleck in seiner\nVer\u00f6ffentlichung <i>Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten<\/i> ausgef\u00fchrt wird.\nZentral sind f\u00fcr Koselleck die Begriffe <i>Erwartung<\/i> und <i>Erfahrung<\/i>, die untrennbar miteinander\nverbunden sind: Eine Erfahrung in der Vergangenheit erlaubt es uns, eine Erwartung an die\nZukunft zu stellen \u2013 oder um Koselleck zu Wort kommen zu lassen: \u00bbErfahrung und Erwartung\nsind zwei Kategorien, die [\u2026] Vergangenheit und Zukunft verschr\u00e4nken\u00ab.<sup>5<\/sup>\n<\/p>\n\n<p>Wenn wir von <i>vergangenen<\/i> Zuk\u00fcnften sprechen, meinen wir vergangene Erwartungen und\nVorstellungen an und von einer Zukunft, die jetzt Vergangenheit ist: Welche W\u00fcnsche und\nErwartungen hatten wir an den n\u00e4chsten Tag, an die n\u00e4chste Woche, an den n\u00e4chsten Monat, an\ndie n\u00e4chsten 15 Jahre? Vergangene Zuk\u00fcnfte, die Erfahrungen geworden sind, bieten uns die\nM\u00f6glichkeit, \u00fcber <i>zuk\u00fcnftige<\/i> Zuk\u00fcnfte nachzudenken und diese aktiv mitzugestalten.\n<\/p>\n\n<h2>Wir \u2013 Das Projektseminar (Vergangene) Zuk\u00fcnfte\n<\/h2>\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Im Oktober 2023 treffen wir uns das erste Mal im Seminarraum des Germanistischen Instituts\nder Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg. Wir \u2013 das sind sieben Student:innen sowie\nunsere Dozentin. Wie Seminartext und -titel verlauten lassen, wollen wir uns mit <i>(Vergangenen)\nZuk\u00fcnften<\/i> besch\u00e4ftigen. Dabei soll Halle-Neustadt als spezifischer Ort, der aufgrund seiner\nHistorie einen besonderen Blick auf vergangene Zuk\u00fcnfte erm\u00f6glicht, im Zentrum unserer\nAuseinandersetzung stehen. Unser Projektseminar ist in die gr\u00f6\u00dfer angelegte Kooperation\n<i>Transformationslabor Imaginationen der Zukunft<\/i> eingebettet. Diese Kooperation zwischen der\nStadt Halle und der Universit\u00e4t m\u00f6chte sich dem komplexen Themenfeld <i>Zuk\u00fcnfte<\/i> in all seinen\nAuspr\u00e4gungen ann\u00e4hern, um ausgehend davon Formate zu entwickeln, an denen B\u00fcrger:innen\npartizipativ an der Zukunftsgestaltung Halles teilnehmen k\u00f6nnen. Wie genau sich das in den\nkommenden Monaten realisieren wird, wissen wir an diesem Mittwoch im Oktober noch nicht.\nWir wissen nur, dass wir etwas \u00fcber die vergangene Zukunft Halle-Neustadts erfahren wollen;\nvor allem aber \u00fcber die vergangenen Zuk\u00fcnfte ihrer Bewohner:innen. Unsere Suche beginnt:\nEs werden Fotoalben gew\u00e4lzt, literarische Texte gelesen, Reportagen angeschaut. Besonders\nwichtig ist es uns von Beginn an aber, nicht nur \u00fcber, sondern <i>mit<\/i> Halle-Neustadt und ihren\nBewohner:innen zu sprechen: \u00fcber (ihre) vergangenen Zuk\u00fcnfte, (ihre) Gegenwart und (ihre)\nzuk\u00fcnftigen Zuk\u00fcnfte. Ausgangspunkt f\u00fcr unsere Gespr\u00e4che waren literarische Texte \u00fcber\nHalle-Neustadt sowie Fotografien von Gerald Gro\u00dfe. Vorgestellt haben wir unsere Ergebnisse\nim Januar 2024 bei der Veranstaltung <i>(Vergangene) Zuk\u00fcnfte \u2013 im Gespr\u00e4ch mit Halle-Neustadt. Ein Abend mit Studierenden des Instituts f\u00fcr Germanistik der MLU<\/i> im Literaturhaus Halle.\n<\/p>\n\n<h2>Literatur \u00fcber und aus Halle-Neustadt\n<\/h2>\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Literarische Texte bieten im Vergleich zu journalistischen Texten in gro\u00dfem Ma\u00dfe die\nM\u00f6glichkeit, Imaginationen darzustellen. Trotz des Potentials literarischer Texte ist es wichtig,\nsich die historische Gegenwart, in der die Autor:innen ihre Texte ver\u00f6ffentlicht haben, zu\nvergegenw\u00e4rtigen. Die Werke \u00fcber Halle-Neustadt wurden von in der DDR lebenden und\nschaffenden Autor:innen verfasst und waren somit immer einer potentiellen literarischen\nZensur ausgesetzt. Und dennoch oder gerade deswegen sind sie f\u00fcr uns eine wertvolle\nSchatztruhe \u2013 weil sie uns die M\u00f6glichkeit bieten, eine imagin\u00e4re Zeitreise in die Vergangenheit\nzu unternehmen, um etwas von den damals zuk\u00fcnftigen Zuk\u00fcnften, die jetzt vergangene\nZuk\u00fcnfte geworden sind, zu erfahren.\n<\/p>\n\n<p>\u00d6ffnet man die Schatztruhe der literarischen Texte zu Halle-Neustadt, stellt man fest, dass diese\nganz sch\u00f6n voll ist. Wir haben lange in ihr gew\u00fchlt, einiges davon gelesen, viel diskutiert und\nuns letztlich f\u00fcr vier Texte entschieden: Die Erz\u00e4hlung Werner Br\u00e4unings <i>Der sch\u00f6ne Monat August<\/i> (1969), in der wir den Protagonisten Trumpeter bei seinem Spaziergang durch Halle-\nNeustadt begleiten. Die sich noch im Bau befindende Neustadt ist f\u00fcr Trumpeter ein\nSehnsuchtsort, ein Verweis auf die noch bevorstehende Zukunft, die er als Leiter der\nTiefbaubrigade aktiv mitgestaltet.\n<\/p>\n\n<p>In <i>Franziska Linkerhand<\/i>, einem Romanfragment der Autorin Brigitte Reimann aus dem Jahre\n1974, begleiten wir die Protagonistin Franziska Linkerhand, die als Architektin am Aufbau\neiner Neustadt beteiligt ist. Dabei ist nicht explizit von Halle-Neustadt die Rede, vielmehr\nvereint der Roman Charakteristika verschiedener \u203aNeust\u00e4dte\u2039. Die ambitionierte Architektin\nst\u00f6\u00dft mit ihrem Idealismus f\u00fcr eine menschenfreundliche Stadt auf den Pragmatismus ihrer\nKollegen, die sich vor allem dem \u00f6konomischen Bauen verschrieben haben. Linkerhand stellt\nsich vor allem die Frage nach den Belangen der in der Stadt lebenden Menschen: Wie lassen\nsich individuelle Vorstellungen von Gegenwart und Zukunft in einer Realit\u00e4t konkretisieren,\ndie im vorgegebenen Plan keinen Platz haben?\n<\/p>\n\n<p>Einige Parallelen zu <i>Franziska Linkerhand<\/i> finden wir in Alfred Wellms <i>Morisco<\/i> aus dem Jahre\n1978. Auch hier steht das Streben nach Individualit\u00e4t und Kreativit\u00e4t im Konflikt mit dem Topos\nder Gro\u00dfstadt, dem schnellen und zielorientierten Bauen. Der Protagonist Andreas Lenk,\nebenfalls Architekt, hat einen hoffnungslosen und negativen Blick auf die entstehende Stadt, in\nder es keinen Raum f\u00fcr individuelle Verwirklichung gibt. Als Gegenentwurf plant Lenk mit\nseinem Freund Marinello die Idealstadt <i>Helianthea II<\/i>, die f\u00fcr ihn der Inbegriff einer gl\u00fccklichen\nZukunft ist.\n<\/p>\n\n<p>In <i>Zwei Schritte vor dem Gl\u00fcck<\/i> von Hans-J\u00fcrgen Steinmann (1978) begleiten wir eine junge\nFamilie, die drei Jahre nach Baubeginn nach Halle-Neustadt zieht. Hier sind es nicht\nBauarbeiter:innen oder Architekt:innen, deren Perspektive wir kennenlernen, sondern die\nBewohner:innen der Stadt. Es sind ebendiese Personen, die ihre Vorstellungen von Zukunft in\nBezug auf ihr individuelles Gl\u00fcck verhandeln.\n<\/p>\n\n<p>Alle vier Texte werfen einen jeweils sehr individuellen Blick auf (Halle-)Neustadt. Und weil\nnicht nur literarische Texte die M\u00f6glichkeit haben, von (vergangenen) Zuk\u00fcnften und\nImagination zu erz\u00e4hlen, sondern vor allem die einzelnen Menschen, haben wir sieben von\nihnen in einen Dialog treten lassen mit der vorgestellten Literatur und den Fotografien von\nGerald Gro\u00dfe, der seinerseits vor allem die Anfangszeit Halle-Neustadts fotografisch\ndokumentiert hat:\n<\/p>\n\n<p>Unser erstes Gespr\u00e4ch fand beim Nachbarschaftsfr\u00fchst\u00fcck der AWO Halle-Neustadt statt. Dort\nhaben wir mit Herrn Stein, Anna, Stephan und Maria, einer Mitarbeiterin der AWO, gesprochen.\nHerr Stein ist in Halle geboren und 1975 nach Halle-Neustadt gezogen. Anna ist 1992 in Halle-\nNeustadt geboren, dort aufgewachsen und hat schon an verschiedenen Orten des Stadtteils\ngelebt. Stephan ist 36 Jahre alt und bezeichnet sich selbst als \u00bbZuwanderer\u00ab\u201c, der erst seit zehn\nJahren mit seiner Partnerin und seiner Tochter in Halle-Neustadt lebt. Maria hat keine enge\nVerbindung zu Halle-Neustadt. Sie arbeitet dort seit November 2023 als Sozialarbeiterin der\nAWO.\n<\/p>\n\n<p>F\u00fcr unser zweites Gespr\u00e4ch haben wir uns mit Herrn M\u00fcller in der Geschichtswerkstatt\ngetroffen. Er ist dort ehrenamtlich t\u00e4tig. Herr M\u00fcller ist 80 Jahre alt und 1973 beruflicher\nGr\u00fcnde wegen von Dessau nach Halle-Neustadt gezogen. Als ehemaliger Angestellter des <i>VEB\nGr\u00fcnanlagen Halle-Neustadt<\/i> war er f\u00fcr die Begr\u00fcnung des Stadtteils zust\u00e4ndig.\n<\/p>\n\n<p>Unser drittes Gespr\u00e4ch haben wir mit dem Ehepaar Hoffmann gef\u00fchrt. Die beiden sind 1966\nmit ihren zwei S\u00f6hnen nach Halle-Neustadt gezogen. 1969 er\u00f6ffnete Heidi Hoffman dort ein\nAtelier f\u00fcr Fotografie und arbeitete viele Jahre lang als Stadtfotografin. Sie wirkt auch heute\nnoch an kleineren Projekten der Stadt mit.\n<\/p>\n\n<h2>Halle-Neustadt \u2013 Ein kurzer Blick zur\u00fcck zu den Anf\u00e4ngen\n<\/h2>\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Halle-Neustadt, in den 1960ern als sozialistisches Vorzeigeprojekt der DDR konzipiert, ist ein\nOrt, der in besonderem Ma\u00dfe von vergangenen Zuk\u00fcnften gepr\u00e4gt ist. Als Stadt ohne\nVergangenheit traf sie auf Bewohner:innen, Stadtplaner:innen und Arbeiter:innen, die jeweils\nihre eigene Vorstellung und Vision von Zukunft mitbrachten. Jetzt, fast 60 Jahre sp\u00e4ter, hat auch\nHalle-Neustadt eine Vergangenheit, in der individuelle und kollektive Erfahrungen gemacht\nwurden. Die urspr\u00fcngliche Idee war es, eine moderne, funktionsf\u00e4hige Stadt zu schaffen, die\ndie Visionen der sozialistischen Planwirtschaft verk\u00f6rpern sollte. So erz\u00e4hlt Anna: \u00bbNeustadt\nsollte urspr\u00fcnglich eine eigene Stadt werden und eigentlich f\u00fcr die Arbeiter in Buna und Leuna.\nAber durch die Gr\u00f6\u00dfe und N\u00e4he zu Halle wurde das dann ein Teil von Halle\u00ab. 1963 wurde der\nBau der \u00bbChemiearbeiterstadt\u00ab beschlossen; 1964 der Grundstein gelegt; Tag und Nacht wurde\ngebaut, bis ein Jahr sp\u00e4ter, 1965, die ersten Mieter:innen in die Wohnh\u00e4user zogen. Herr M\u00fcller\nerz\u00e4hlt uns:\n<\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\n\nEs musste sehr schnell gehen, dass man da nicht mit kleinen T\u00fcrmchen, wie in der Altstadt\nvon Halle oder in anderen St\u00e4dten arbeiten konnte, mit Schn\u00e4rzelchen, wo wir heute\nsagen, Mensch, diese Gr\u00fcnderzeith\u00e4user, ist das nicht herrlich, wie sch\u00f6n, die Fassaden\nund so weiter. Das durfte keine Rolle spielen. Schnellstens Wohnraum f\u00fcr die Leute,\nwarum? Buna und Leuna.\n\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<p>\nDie ersten Jahre in Halle-Neustadt werden von ihren Bewohner:innen auch liebevoll\n\u00bbGummistiefel-Jahre\u00ab genannt \u2013 die noch entstehende Stadt besteht aus Schlammbergen,\nPf\u00fctzen, improvisierten Stegen und Br\u00fccken, um in die Wohnh\u00e4user zu gelangen. Diese Motive\nfinden sich in den Fotografien Gerald Gro\u00dfes sowie in verschiedenen literarischen Werken\nwieder. So hei\u00dft es in Hans-J\u00fcrgen Steinmanns Roman <i>Zwei Schritte vor dem Gl\u00fcck<\/i> (1978)\nbeim Einzug des jungen Ehepaares Renate und G\u00fcnther mit ihrem Sohn: \u00bbDann standen sie vor\neiner Wasserlache, einem kleinen See, der trennte sie vom Hauseingang. Dronka und G\u00fcnther\nbegannen, aus umherliegenden Brettern und Steinen einen Steg zu bauen\u00ab.<sup>6<\/sup> Auch Anna hat uns\nhierzu eine kleine Geschichte mitgebracht, die diese Zeit anekdotisch beschreibt:\n<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\nMeine Mutter ist in Eisleben geboren, aber lebte auch schon seit ihrer Kindheit in Halle-\nNeustadt. Sie hat auch hier irgendwo in der Ecke, da ist ein Kindergarten, und da hat sie,\nals das noch alles sehr schlammig war, einen Schuh verloren. Und der ist da irgendwo\nimmer noch in dem Boden drin.\n\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<p>\nWenn man heute durch Halle-Neustadt l\u00e4uft, findet man, wie in den meisten anderen St\u00e4dten\nauch, Stra\u00dfennamen vor. Doch das war nicht immer so \u2013 bis nach der Wende 1989 waren die\nWohnbl\u00f6cke im Uhrzeigersinn durchnummeriert. Diese Nummerierung sorgte nicht nur bei der\nProtagonistin von Hans-J\u00fcrgen Steinmanns Roman <i>Zwei Schritte vor dem Gl\u00fcck<\/i> f\u00fcr\nOrientierungslosigkeit, sondern auch bei den damaligen Bewohner:innen. Herr Hoffmann\nberichtet, dass es vor allem Freund:innen und Verwandten gegen\u00fcber immer ein bisschen\nbesch\u00e4mend gewesen sei, sich mit einer Blocknummer identifizieren zu m\u00fcssen: \u00bbDas klang\nimmer so nach Gef\u00e4ngnis. Wir waren dann ganz stolz, als Stra\u00dfennamen kamen\u00ab.\n<\/p>\n\n<p>Die Neustadt Halles unterschied sich nicht nur durch die fehlenden Stra\u00dfennamen von der\nAltstadt. Herr M\u00fcller erz\u00e4hlt uns hierzu:\n<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\n\nEs gab mehr Licht und mehr Luft und vor allen Dingen auch saubere Luft, weil es damals\nschon Fernheizung gab. Das war anders als in der Altstadt von Halle. Wenn man also nach\nHalle fuhr, da fuhr man teilweise noch an den Kriegssch\u00e4den vorbei zu dieser Zeit.\n\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<p>\nAuch Familie Hoffmann macht \u00e4hnliche Erfahrungen. Heidi Hoffmann berichtet:\n\n<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\nWir hatten in der Kohlsch\u00fctterstra\u00dfe<sup>7<\/sup> ein Zimmer mit gro\u00dfer K\u00fcche und fensterlosem\nRaum. Also f\u00fcr drei Personen war es ganz schlimm. Und da haben wir eine Zwei-Raum-\nWohnung in Halle-Neustadt gekriegt. Wissen Sie, wie gl\u00fccklich wir da waren \u2013 wir hatten\nein Bad, hatten flie\u00dfend warmes Wasser, das war ein Segen.\n\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n\n<h2>St\u00e4dte ohne Vergangenheit\n<\/h2>\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\nMit ca. 45.000 Einwohner:innen ist Halle-Neustadt heute, trotz des anhaltenden R\u00fcckbaus, der\ngr\u00f6\u00dfte Stadtteil von Halle. Sechs von seinen Einwohner:innen haben uns einen pers\u00f6nlichen\nEinblick in ihre Erfahrungen gew\u00e4hrt. Nat\u00fcrlich liegt es auf der Hand, dass wir nur einen\nBruchteil von Erfahrungsberichten sammeln konnten und sich ein wohl viel bunteres\nErfahrungs-Mosaik ergeben h\u00e4tte, wenn wir mit mehr Menschen ins Gespr\u00e4ch gekommen\nw\u00e4ren. Doch auch schon die Gespr\u00e4che, die wir gef\u00fchrt haben, lassen erkennen, wie individuell\nbestimmte Situationen wahrgenommen wurden. In Br\u00e4unings Erz\u00e4hlung <i>Der sch\u00f6ne Monat\nAugust<\/i> hei\u00dft es: \u00bbAber die Stra\u00dfen waren leer. In fast allen H\u00e4usern fast immer die gleichen\nFenster erleuchtet vom gleichen schw\u00e4chlichen Fernsehlicht, die Stra\u00dfenbeleuchtung verlor\nsich, die Stadt wirkte unbewohnt und kulissenhaft\u00ab.<sup>8<\/sup> Das Zitat vor sich hinmurmelnd sch\u00fcttelt\nHerr M\u00fcller mit dem Kopf und sagt:\n\n<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\nNe, dem stimme ich nicht zu. Die Stra\u00dfen waren nicht leer. Da k\u00f6nnte ich Ihnen Fotos\nzeigen, wie sehr meine Kinder sich gefreut haben \u00fcber die Spielpl\u00e4tze, die hier \u00fcberall\nwaren. Ja, also, nein die Stra\u00dfen waren nicht leer. Auf vielen Fotos ist erkennbar, was f\u00fcr\nein fr\u00f6hliches Leben dort auch geherrscht hat.\n\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<p>\nHerr Hoffmann hingegen teilt die Beschreibung Br\u00e4unings. Zwei junge Familien mit kleinen\nKindern, die mit nur wenigen Jahren Abstand nach Halle-Neustadt gezogen sind: Familie\nHoffmann 1966 \u2013 Familie M\u00fcller 1973. In sieben Jahren kann viel passieren, doch fallen sieben\nJahre in einer hundertj\u00e4hrigen Stadtgeschichte wohl nicht so sehr ins Gewicht wie in einer\nneunj\u00e4hrigen Stadtgeschichte. 1969 schriebt Br\u00e4uning in oben erw\u00e4hnter Erz\u00e4hlung: \u00bbSt\u00e4dte\nohne Vergangenheit sind wie Menschen ohne Geschichte\u00ab.<sup>9<\/sup> Stephan vom\nNachbarschaftsfr\u00fchst\u00fcck liest das Zitat vor und sagt: \u00bbDas Zitat hier ist auch sehr sch\u00f6n\u00ab. Wir\nfragen ihn, was ihm in den Sinn kommt, wenn er es liest. Stephan erz\u00e4hlt uns:\n<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\nJa, also wie gesagt, dass jede Stadt irgendwo ihren Anfang hat, ihre Geschichte und etwas,\nwas daraus geworden ist. Das wissen wir ja alle. Aber selbst Neustadt hat ja irgendwo\nseine Geschichten, wie es anfing \u2013 vom Sumpf, durch die erste Trockenlegung, von der\nersten Steinlegung, bis zum heutigen Verkehrsanschluss mit Bussen, sp\u00e4ter dann den\nStra\u00dfenbahnen und der S-Bahn.\n\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<p>\nHalle-Neustadt hat dieses Jahr, 2024, 60-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um und damit auch eine 60-j\u00e4hrige\nVergangenheit. Dies wird besonders eindr\u00fccklich, wenn man heute durch Neustadt l\u00e4uft und\nsieht, wie gr\u00fcn die Stadt ist. Doch das war nat\u00fcrlich nicht immer so. Hoffmanns berichten:\n<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\nHier, die Altstadt, da war da und dort ein Baum und ein Busch und eine Wiese, in Neustadt\nwar gar nichts. Und das war nat\u00fcrlich ein bisschen traurig, aber wenn Sie jetzt durch\nNeustadt gehen, insbesondere in der w\u00e4rmeren Jahreszeit, dann stellen Sie erst mal fest,\nwie weitr\u00e4umig eigentlich gebaut worden ist, wie viele H\u00f6fe da zwischenliegen, zwischen\nH\u00e4usern und wie viel sch\u00f6ne Begr\u00fcnung vorhanden ist. So, das genie\u00dfen wir nat\u00fcrlich.\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<h2>Eine gemeinsame Br\u00fccke in die Zukunft\n<\/h2>\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\nUnsere Gespr\u00e4chspartner:innen haben uns so viele pers\u00f6nliche Geschichten anvertraut, dass\nnicht einmal ein Bruchteil hier Platz finden kann. Heidi Hoffmann erz\u00e4hlt uns von einer zu\nBruch gegangenen Freundschaft, weil ihre Freundin sich mit den Worten \u00bbIch mag Neustadt\nnicht. Ich bin da noch nie gewesen und ich komme auch nicht zu euch. Ich mag Neustadt nicht\u00ab\nweigerte, die Familie zu besuchen. Herr M\u00fcller berichtet uns, wie sich nach dem Bau des\nSchulgeb\u00e4udes in Halle-Neustadt die Eltern zusammengetan haben, um die Fenster der Schule\nzu putzen. Anna kann sich an eine Erz\u00e4hlung ihrer Mutter erinnern. Diese, damals\nhochschwanger, wohnte in der 18. Etage eines Hochhauses, als pl\u00f6tzlich aufgrund eines\nStromausfalles der Aufzug f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nicht benutzt werden konnte. Herr Stein berichtet,\ndass es bei ihm im Haus immer so gut riechen w\u00fcrde, wenn er morgens durchs Treppenhaus\nl\u00e4uft. Stephan hat daraufhin folgende Idee: \u00bbDu k\u00f6nntest jeden Tag woanders essen gehen. Das\nw\u00e4re ein internationales Essen im Treppenhaus, voll cool. Heute russisch, morgen italienisch\u00ab.\nIn unseren Gespr\u00e4chen mischen sich Anekdoten \u00fcber die Vergangenheit mit solchen aus der\nGegenwart sowie mit W\u00fcnschen und Vorstellungen von der Zukunft.\n<\/p>\n\n<p>Zu Beginn unseres Seminars haben wir uns die Frage gestellt, wie ein erneutes Sprechen \u00fcber\nZukunft in der heutigen Zeit m\u00f6glich ist. Wir haben darauf keine abschlie\u00dfende Antwort\ngefunden. Aber wir sind mit Menschen ins Gespr\u00e4ch gekommen, die nicht nur \u00fcber Zukunft\nsprechen, sondern diese vor allem aktiv mitgestalten: Wir haben Herrn M\u00fcller von der\nGeschichtswerkstatt kennengelernt, der sich ehrenamtlich engagiert, damit die Vergangenheit\nvon Halle-Neustadt nicht vergessen wird; Heidi Hoffmann, die auch heute noch als Fotografin\nwirkt, um die Gegenwart von Halle-Neustadt festzuhalten; die Beteiligten vom\nNachbarschaftsfr\u00fchst\u00fcck, die gemeinsam Aktionen f\u00fcr ihre Nachbarschaft, wie eine j\u00e4hrliche\nWeihnachtsfeier, gestalten, um somit das Gemeinschaftsgef\u00fchl vor Ort zu st\u00e4rken. Dabei stehen\ndiese Menschen nur repr\u00e4sentativ f\u00fcr das, was in Halle-Neustadt passiert \u2013 es gibt Jugendtreffs,\nSeniorentreffs, Stadtteilf\u00fchrungen, eine eigene Zeitschrift und vieles mehr. Es sind vor allem\nMenschen, die mit ihren Visionen von Zukunft ihre Gegenwart gestalten.\n<\/p>\n\n<p>Die Gespr\u00e4che, die wir gef\u00fchrt, und die Veranstaltung im Literaturhaus, die wir geplant haben,\nsind daher nur ein sehr kleiner Beitrag. Aber vielleicht konnten wir unseren Teil beitragen, um\neine Br\u00fccke zu bauen; eine Br\u00fccke zwischen Halle-Neustadt, der Altstadt und einer\ngemeinsamen Zukunft. Und weil wir nicht \u00fcber sondern <i>mit<\/i> den Menschen vor Ort ins Gespr\u00e4ch\nkommen wollten, \u00fcberlassen wir die Schlussworte Heidi Hoffmann:\n<\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><em><span style=\"color:#495358\" class=\"has-inline-color\">\nDie Menschen sind es mit, ja. Wir sind alle mit Schuld, wenn die St\u00e4dte so runtergehen.\nUnd da m\u00fcssen wir Ursachen finden, wie das kommt und dann m\u00fcssen wir dagegen\nangehen. Und wenn da jeder einen kleinen Beitrag leistet, dann ist es schon \u2026\n\n<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Verena_Schmitt_Quadrat-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-734\" width=\"215\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Verena_Schmitt_Quadrat-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Verena_Schmitt_Quadrat-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Verena_Schmitt_Quadrat-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Verena_Schmitt_Quadrat-768x768.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Verena_Schmitt_Quadrat-510x510.jpg 510w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Verena_Schmitt_Quadrat.jpg 1368w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><figcaption>Verena Schmitt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p style=\"text-align: center\"><i>Nach einem mit dem Staatsexamen abgeschlossenen Lehramtsstudium f\u00fcr die Mittelschule mit den F\u00e4chern Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Sozialkunde und Kunst an der FAU Erlangen-N\u00fcrnberg, verschlug es <strong>Verena<\/strong> (geb. 1997) nun an die MLU f\u00fcr das Masterstudium Deutsche Sprache und Literatur. Ihr Interesse gilt vor allem den Digital Humanities, der feministischen Sprach- und Literaturwissenschaft sowie der historischen Sprachwissenschaft. Nebenbei ist Verena als Tutorin f\u00fcr das Masterforum der Germanistik t\u00e4tig und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft bei einem Projekt zur Recherche der Sprachkenntnisse bei deutsch-baltischen Autor:innen des 19. Jahrhunderts.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><i>Kontakt: verena.schmitt@student.uni-halle.de; verena.j.schmitt@t-online.de<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h2>Anmerkungen<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Florence Gaub, <i>Zukunft. Eine Bedienungsanleitung<\/i>, M\u00fcnchen 2023, 7.<br><sup>2<\/sup>Ebd. 8.<br><sup>3<\/sup>Ebd. 9.<br><sup>4<\/sup>Ebd. 9.<br><sup>5<\/sup>Reinhart Koselleck, <i>Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten<\/i>, Frankfurt\/Main 1979, 153.<br><sup>6<\/sup>Hans-J\u00fcrgen Steinmann, <i>Zwei Schritte vor dem Gl\u00fcck<\/i>, Halle\u2013Leipzig 1979, 22.<br><sup>7<\/sup>Stra\u00dfe in der N\u00e4he des Landesmuseums f\u00fcr Vorgeschichte.<br><sup>8<\/sup>Werner Br\u00e4unig, <i>Der sch\u00f6ne Monat August<\/i>, in: ders., <i>Gew\u00f6hnliche Leute<\/i>, hg. von Angela Drescher, Berlin 2008, 76.<br><sup>9<\/sup>Ebd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zukunft ist ein Wort, das in unserem allt\u00e4glichen Sprachgebrauch oft Verwendung findet. Doch was genau meinen wir, wenn wir davon sprechen? In ihrem 2023 ver\u00f6ffentlichten Buch Zukunft. Eine Bedienungsanleitung bezeichnet die Zukunftsforscherin Florence Gaub Zukunft als \u00bbetwas, das alle Menschen st\u00e4ndig erzeugen\u00ab1 und als das, \u00bbwas wir uns \u00fcber sie vorstellen k\u00f6nnen\u00ab.2 Da wir uns [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6132,"featured_media":437,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6132"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=436"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1164,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436\/revisions\/1164"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/media\/437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}