{"id":789,"date":"2024-11-26T20:55:52","date_gmt":"2024-11-26T19:55:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/?p=789"},"modified":"2024-12-17T15:08:32","modified_gmt":"2024-12-17T14:08:32","slug":"rezension_tersch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/rezension_tersch\/","title":{"rendered":"Rezension: Der Minnebund mit Gott (Sliepen) &#8211; Christopher Tersch"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover alignwide has-background-dim-20 has-background-dim is-position-center-center\" style=\"background-image:url(https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Der-Minnebund-mit-Gott.jpg);background-position:43% 42%;min-height:375px\"><div class=\"wp-block-cover__inner-container\">\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"line-height:1.1;font-size:74px;color:#fffffa\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\">Volker Sliepen: Der Minnebund mit Gott. Modelle religi\u00f6ser Liebe im legendarischen Erz\u00e4hlen. <br> Erich Schmidt Verlag, Berlin 2024, 279 S. <br> <a href=\"https:\/\/www.esv.info\/978-3-503-23789-0\">https:\/\/www.esv.info\/978-3-503-23789-0<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"text-align: justify\">\n<h2> Volker Sliepen: Der Minnebund mit Gott. Modelle religi\u00f6ser Liebe im legendarischen Erz\u00e4hlen<\/h2>\n<h3>Erich Schmidt Verlag, Berlin 2024, 279 S.<\/h3>\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\nLegenden waren lange ein randst\u00e4ndiger Forschungsgegenstand und galten sogar als\n\u203aliteraturunf\u00e4hig\u2039. Nun entdeckt die neuere Forschung, wie vielgestaltig die gro\u00dfen Themen\nLiebe, Glaube, Identit\u00e4t und Erkenntnis seit der Sp\u00e4tantike bis zur Reformation im\nlegendarischen Erz\u00e4hlen verhandelt wurden. Das Wiedererz\u00e4hlen der Legendenstoffe, Modelle\nvon weiblicher und m\u00e4nnlicher Heiligkeit sowie narratologische Besonderheiten beim Erz\u00e4hlen\nvon Transzendentem stehen f\u00fcr einen bisher untersch\u00e4tzten Variantenreichtum. Volker Sliepens\nBeitrag zur Legendenforschung liefert Ergebnisse, die nicht nur f\u00fcr die germanistische\nMedi\u00e4vistik von Interesse sein d\u00fcrften, sondern f\u00fcr alle, die sich mit vormodernem Erz\u00e4hlen\nbefassen.\n<\/p>\n\n<p>Bei der hier nur angerissenen Vielf\u00e4ltigkeit verwundert es nicht, dass Sliepens Untersuchung\ndarauf abzielt, \u00bbzu geistig-kulturellen Kategorien und Fragestellungen durchzudringen, die an\nder Schnittstelle von Philologie, Anthropologie, Theologie und Philosophie angesiedelt sind\u00ab\n(223). Genau diesen Eindruck gewinnt man bei der Lekt\u00fcre, der Studie wobei durch den Fokus\nauf das Theologische einerseits und die religi\u00f6se Liebe andererseits stets eine klare\nPerspektivierung erhalten bleibt. Die vielseitigen Ankn\u00fcpfungsm\u00f6glichkeiten an andere\nBereiche der genannten Schnittstelle h\u00e4lt Sliepen dabei jedoch durchgehend pr\u00e4sent, was sehr\nzu begr\u00fc\u00dfen ist, da diese neue Ans\u00e4tze f\u00fcr weitere Untersuchungen anbieten.\n<\/p>\n\n<p>Der hinleitende Aufbau der Studie erm\u00f6glicht es, den Ausf\u00fchrungen auch ohne gr\u00f6\u00dferes\nlegendarisches, medi\u00e4vistisches oder theologisches Vorwissen zu folgen. Sliepen weist jedoch\ndarauf hin, dass \u00bbdie schier un\u00fcbersichtliche Forschung zur Legende und zum legendarischen\nErz\u00e4hlen Probleme mit sich [bringt]. Eine Forschungs\u00fcbersicht ist nur noch dadurch m\u00f6glich,\ndass die Wiedergabe gro\u00dfer Leitlinien mit dem Hinweis auf Unvollst\u00e4ndigkeit erg\u00e4nzt wird\u00ab\n(16). Entsprechend fasst er in drei thematischen Entwicklungslinien wesentliche\nVer\u00e4nderungen der neueren Forschung zum legendarischen Erz\u00e4hlen zusammen.\n<\/p>\n\n<p>Erstens wird das legendarische Erz\u00e4hlen neuerdings als eine literarische Praxis gefasst und ist\nnicht mehr an eine bestimmte Textsorte gebunden, wobei aber Heiligenerz\u00e4hlungen auch\nweiterhin im Mittelpunkt stehen. Der Autor diagnostiziert hier einen Paradigmenwechsel.\n<\/p>\n\n<p>Zweitens wird die Beziehung zwischen Immanenz und Transzendenz in der neueren Forschung\nnicht mehr als absolute Dichotomie aufgefasst, sondern beide Seiten werden in einem\ngemeinsamen Spannungsfeld gesehen, was Ber\u00fchrungspunkte zul\u00e4sst. Legendarisches\nErz\u00e4hlen l\u00e4sst sich als \u00bbeine narrative Bearbeitung der zwischen ihnen verlaufenden Grenze\u00ab\n(14) umschreiben. Diese Auffassung erm\u00f6glicht eine grunds\u00e4tzlich andere Perspektive auf das\nlegendarische Erz\u00e4hlen, welche die Wechselwirkungen zwischen Gott und Heiligen viel\numfassender betrachten kann.\n<\/p>\n\n<p>Drittens kommen die Texte nun verst\u00e4rkt selbst zu Wort. Die \u00e4ltere Forschung hatte mit dem\nmethodischen Problem zu k\u00e4mpfen, dass die \u00fcberlieferten Legenden eine enorme Textmenge\ndarstellen, die doch kaum je konkret bearbeitet wurde. Man machte sich vielmehr \u00bb\u00fcber \u203adas\u2039\nWesen der Texte\u00ab (15) Gedanken, wodurch sich dann allzu h\u00e4ufig wertende und aneignende\nLesarten ergaben. Mangels differenzierter Betrachtung wurde der Variantenreichtum \u00fcbersehen\nund die Legende als \u203aSchemaliteratur\u2039 abgetan. Wieder andere Lesarten tendierten dazu, die\nLegende allzu sehr als Text zur eigenen Andacht zu nehmen.\n<\/p>\n\n<p>Sliepens Arbeit baut auf neueren Forschungsans\u00e4tzen auf, wie sie im Sammelband\n<i>Legendarisches Erz\u00e4hlen. Optionen und Modelle in Sp\u00e4tantike und Mittelalter<\/i>\nzusammengetragen wurden und bezieht sich, wenn auch kritisch, auf Edith Feistners Arbeit\n<i>Historische Typologie der deutschen Heiligenlegende des Mittelalters von der Mitte des 12.\nJahrhunderts bis zur Reformation<\/i>. Feistners Ergebnisse werden von Sliepen dabei zum Teil\nweiterverfolgt und durch seine Untersuchungen auch best\u00e4tigt. Wo Feistner dem legendarischen\nErz\u00e4hlen aber eine universelle Struktur unterstellt, beschreitet Sliepen allerdings neue Wege.\nDas betrifft insbesondere Interpretationen, bei denen Feistner mit einer strikteren\nUnterscheidung von M\u00e4rtyrer- und Bekennerlegende argumentiert, die inzwischen als \u00fcberholt\ngilt.\n<\/p>\n\n<p>Sliepen stellt seinen Korpus dementsprechend nach anderen Parametern zusammen. Die\nuntersuchten Legenden stammen sowohl aus der fr\u00fchchristlichen Antike (2. Kapitel, Martyrium\ndes Bischofs Polykarp und Martinsvita) als auch aus dem Mittelalter als wiedererz\u00e4hlte\nmittelalterliche Legenden (3. Kapitel, Silvesterlegenden aus der <i>Kaiserchronik<\/i>, dem <i>Passional<\/i>\nund dem <i>Silvester<\/i> Konrads von W\u00fcrzburg). Komplement\u00e4r dazu wird weibliche Heiligkeit\nanhand der Margaretenlegende (4. Kapitel, Wallersteinische <i>Margarete<\/i>, Wetzels von Bernau\n<i>Margarete<\/i>, Hartwigs von dem Hage <i>Margarete<\/i> und der <i>Margarete<\/i> eines unbekannten\nVerfassers) untersucht. Die Legendenstoffe werden zu Beginn der Kapitel jeweils\n\u00fcberblicksartig vorgestellt, wobei die Textauswahl \u00fcberzeugend begr\u00fcndet wird. Sliepen gelingt\ndamit die Erstellung eines Korpus, der einerseits die Vielf\u00e4ltigkeit des legendarischen Erz\u00e4hlens\nber\u00fccksichtigt, andererseits gen\u00fcgend eingegrenzt ist, um tiefgehend <i>close readings<\/i> vornehmen\nzu k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus werden bekanntere sowie weniger popul\u00e4re Texte und sowohl\nEinzellegenden als auch solche aus Legendarien ber\u00fccksichtigt.\n<\/p>\n\n<p>Das Neue, das die Studie an diesen Texten herausarbeitet, liegt in der narrativen Funktion des\nMinnebundes mit Gott. Dieser Minnebund entwickelt sich im legendarischen Erz\u00e4hlen\nsukzessive in Form eines Erkenntnisprozesses, der als Akt der Selbst- und Gotterkenntnis\ngestaltet wird. Herzmetaphern sind dabei in allen Legenden von gro\u00dfer Bedeutung, um die\nEntstehung des Minnebundes zwischen Heiligem und Gott zu erz\u00e4hlen. In verschiedenen\nsprachlichen Bildern wird das Herz als wesentliches Verbindungselement zwischen\nTranszendenz und Immanenz gestaltet. So wird in der Silvesterlegende im <i>Passional<\/i>\nbeispielsweise der Name Christus ins Herz eingraviert. An anderer Stelle derselben Legende\nwird das Herz wie ein Stamm gepfropft, was die \u00bbVorstellung einer sich vollziehenden\nspirituellen Befruchtung und Veredelung\u00ab (82) symbolisiert. Daraus wird stimmig\ngeschlussfolgert, dass das Heiligenherz einen Ort der Erz\u00e4hlwelt darstellt, in dem sich\nImmanenz und Transzendenz begegnen k\u00f6nnen. Die religi\u00f6se Liebe und der Minnebund mit\nGott haben daher einen eigenen Ort in der Erz\u00e4hlwelt, wodurch die Perspektive auf die gesamte\nErz\u00e4hlung ver\u00e4ndert und der Blick f\u00fcr legendarische Elemente sensibilisiert wird, die bisher\n\u00fcberlesen worden sind.\n<\/p>\n\n<p>Begleitet werden die Herzmetaphern von bin\u00e4ren Oppositionen, zwischen denen Heilige ihre\nIdentit\u00e4t herausbilden m\u00fcssen: innen und au\u00dfen, oben und unten, s\u00fcndige Vergangenheit und\nerl\u00f6sende Zukunft sowie Konflikte zwischen Christen und \u203aHeiden\u2039 oder Juden. Einige der\nHeiligen sind zun\u00e4chst nicht getauft, wurden aber dennoch, teils sogar als Kind schon, von Gott\nauserw\u00e4hlt, was zeigt, wie diese bin\u00e4ren Oppositionen komplex miteinander verbunden\nauftreten. Weibliche Identit\u00e4ten der Heiligen funktionieren anders als die m\u00e4nnlichen. Der\nMinnebund wird zwar hier ebenfalls als Prozess erz\u00e4hlt, doch wird etwa die Heilige Margarete\nals vergebene Frau inszeniert. Dahinter verbirgt sich die Figur einer paulinischen <i>sponsa<\/i> als\nBraut von Jesus Christus. Die Opposition, auf deren Grundlage das legendarische Erz\u00e4hlen das\nweibliche Heiligkeitsmodell darstellt, ist die zwischen religi\u00f6ser und weltlicher Minne. Die\nKeuschheit wird auf das Niveau einer Marter gehoben, was die Heilige als standfest auszeichnet\nund somit w\u00fcrdig f\u00fcr den Minnebund mit Gott erscheinen l\u00e4sst.\n<\/p>\n\n<p>Das Minnen wird dar\u00fcber hinaus als T\u00e4tigkeit beschrieben, die am ehesten einem liebenden\nErinnern und Gedenken an Christus gleichkommt: \u00bbGemeint ist hier eine geistige Haltung, die\n\u00fcber das Nachdenken und Nachsinnen hinausgeht und auf die Vergegenw\u00e4rtigung und\nVerlebendigung des Geliebten zielt. Damit ist der Minne von vornherein das (aufsteigende)\nStreben nach einer <i>communio<\/i> mit Gott inh\u00e4rent\u00ab (207). In diesem Zustand erh\u00e4lt die Heilige\ndie Kraft, s\u00e4mtliche Pr\u00fcfungen zu \u00fcberstehen, einschlie\u00dflich Kerkerhaft und den Kampf mit\ndem Teufel in Form eines Drachens in jener Kerkerzelle. Im legendarischen Erz\u00e4hlen, so\nSliepens Urteil, wird dadurch ein Frauenbild kreiert, dass der Heiligen Autonomie und irdische\nKraft zugesteht. Das Minnen ist dar\u00fcber hinaus auch eine ganz eigene Erz\u00e4hlweise, welche die\nErz\u00e4hlwelt recht stark beeinflussen kann.\n<\/p>\n\n<p>Denkfiguren wie Margaretes Minnen als Vergegenw\u00e4rtigung Christi sind nicht nur rhetorischer\nSchmuck, sondern lassen sich als ernstzunehmende philosophische und theologische\n\u00dcberlegungen verstehen. Wenn die Heilige Margarete Christus gedenkt und sich ihn\nvergegenw\u00e4rtigen m\u00f6chte, dann d\u00fcrfen hier endzeitliche Vorstellungen mitgedacht werden. Die\nZeit funktioniert demnach so, dass eine abgeschlossene Vergangenheit auf eine noch offene\nZukunft trifft. Legendarisches Erz\u00e4hlen sollte man daher nicht nur in einer strengen\nChronologie verstehen oder lediglich vom erl\u00f6senden, messianischen Ende her denken: \u00bbAn\nder Ausnahmegestalt Margarete wird auf diese Weise exemplarisch veranschaulicht, wie der\nliebende Mensch [\u2026] Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich \u00fcberblickt und so das\ng\u00f6ttliche Sein durch Taten sinnlich erfahrbar machen kann\u00ab (195).\n<\/p>\n\n<p>Es ist ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung, dass Zeitlichkeit im legendarischen\nErz\u00e4hlen grundlegend anders funktioniert als bei anderen Formen des Erz\u00e4hlens, was in den\nWundern am deutlichsten wird. Diesen widmet der Autor einen Exkurs und dar\u00fcber hinaus im\n5. Kapitel in Verbindung mit dem Erz\u00e4hlen von Opfern ein Unterkapitel. Ankn\u00fcpfend an die\nlinguistische Zeichentheorie von Amelie Bendheim und an die Auslegungen des R\u00f6merbriefs\nvon Giorgio Agamben kann gezeigt werden, dass Wunder einen eigenen Erz\u00e4hlrahmen\nschaffen, in dem Transzendenz in die Erz\u00e4hlwelt hereinbricht und sich die chronologische Zeit\nauf einen Punkt (<i>kairos<\/i>) konzentriert. Die erz\u00e4hlte Zeit wird hier der irdischen Handlung\nenthoben: \u00bbDas Wunder erinnert also die Vergangenheit und nimmt die (eschatologische)\nRettung in der Erz\u00e4hlwelt vorweg\u00ab (74).\n<\/p>\n\n<p>Die Studie besch\u00e4ftigt sich aber auch noch auf anderen Ebenen mit Fragen der Zeitlichkeit. So\ner\u00f6ffnet Sliepen epochen\u00fcbergreifende Perspektiven, mit denen man Elemente des\nlegendarischen Erz\u00e4hlens in unterschiedlichen Texten aufsp\u00fcren kann, eingegangen wird hier\nbeispielsweise auf Thomas Manns <i>Der Erw\u00e4hlte<\/i> (1951). Dar\u00fcber hinaus wird in einer l\u00e4ngeren\nFu\u00dfnote (242) auf ein Zitat aus der Bibelszene in Goethes <i>Faust I<\/i> verwiesen, in welchem\n\u00e4hnliche Denkmuster \u00fcber das Verh\u00e4ltnis vom Wort (<i>logos<\/i>) zum Leben zu entdecken sind.\nSliepen gibt dabei zu bedenken, dass nicht jede Liebes\u00e4u\u00dferung oder jegliche Verehrung eines\nIdols aufs Legendarische bezogen werden sollte, da \u00bbdiesen Vergleichen immer ein\nahistorischer und letztlich aneignender Blick zugrunde [liegt]\u00ab (58). Sein Pl\u00e4doyer, mit dem\nLegendarischen nicht allzu unbestimmt umzugehen, ist durchaus berechtigt, da die Gefahr\nbesteht, Methoden zur Bearbeitung des legendarischen Erz\u00e4hlens anderen erz\u00e4hlerischen\nVerfahren \u00fcberzust\u00fclpen. Wie das legendarische Erz\u00e4hlen diachron, nicht ahistorisch, erforscht\nwerden kann, ist ein methodisches Wagnis, das letztlich an konkreten Forschungsgegenst\u00e4nden\n\u00fcberpr\u00fcft werden muss. Dennoch liefert die Studie anregende Impulse, um \u00fcber die Reichweite\ndes legendarischen Erz\u00e4hlens und biblisch-christliche Denkmuster, die dar\u00fcber transportiert\nwerden, nachzudenken.\n<\/p>\n\n<p>Die Diskussion grundlegender Denkmuster und thematischer Schwerpunkte im 5. Kapitel zeigt\ndas interdisziplin\u00e4re Potential der Erforschung des legendarischen Erz\u00e4hlens. Neben\nLiteraturwissenschaftlern, Historikern und Philosophen kommen auch Theologen zu Wort.\nDass jedoch die Auslegungen zeitgen\u00f6ssischer Theologen und auch Beitr\u00e4ge von Papst\nFranziskus neben sp\u00e4tantiken und mittelalterlichen Texten stehen, wirft methodische Fragen\nauf. Nicht jeder wird sich auf dieses Nebeneinander einlassen k\u00f6nnen, impliziert es doch, dass\nheutige Bibelauslegungen ohne Weiteres zur Untersuchung wesentlich \u00e4lterer Texte\nherangezogen werden k\u00f6nnten.\n<\/p>\n\n<p>Die Diskussion grundlegender Denkmuster und thematischer Schwerpunkte im 5. Kapitel zeigt\ndas interdisziplin\u00e4re Potential der Erforschung des legendarischen Erz\u00e4hlens. Neben\nLiteraturwissenschaftlern, Historikern und Philosophen kommen auch Theologen zu Wort.\nDass jedoch die Auslegungen zeitgen\u00f6ssischer Theologen und auch Beitr\u00e4ge von Papst\nFranziskus neben sp\u00e4tantiken und mittelalterlichen Texten stehen, wirft methodische Fragen\nauf. Nicht jeder wird sich auf dieses Nebeneinander einlassen k\u00f6nnen, impliziert es doch, dass\nheutige Bibelauslegungen ohne Weiteres zur Untersuchung wesentlich \u00e4lterer Texte\nherangezogen werden k\u00f6nnten.\n<\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Christopher_Tersch_Quadrat-297x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-751\" width=\"215\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Christopher_Tersch_Quadrat-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/files\/2024\/11\/Christopher_Tersch_Quadrat-510x510.jpg 510w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><figcaption>Christopher Tersch<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n\n\n<p style=\"text-align: center\"><i>Nach einem Bachelorstudium in Deutsche Sprache und Literatur sowie Europ\u00e4ische Kunstgeschichte studiert <strong>Christopher<\/strong> (geb. 1993) Deutsche Sprache und Literatur im Master. Er interessiert sich besonders f\u00fcr die germanistische Medi\u00e4vistik und unterst\u00fctzt diesen Bereich an der MLU als Tutor und wissenschaftliche Hilfskraft.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><i>Kontakt: christopher.tersch@student.uni-halle.de<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Volker Sliepen: Der Minnebund mit Gott. Modelle religi\u00f6ser Liebe im legendarischen Erz\u00e4hlen. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2024, 279 S. https:\/\/www.esv.info\/978-3-503-23789-0 Volker Sliepen: Der Minnebund mit Gott. Modelle religi\u00f6ser Liebe im legendarischen Erz\u00e4hlen Erich Schmidt Verlag, Berlin 2024, 279 S. Legenden waren lange ein randst\u00e4ndiger Forschungsgegenstand und galten sogar als \u203aliteraturunf\u00e4hig\u2039. Nun entdeckt die neuere Forschung, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6130,"featured_media":1092,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/789"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6130"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=789"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/789\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1186,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/789\/revisions\/1186"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/zsbblog2024\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}