Ein Projekt aus dem Seminar „Kollaborativ, interaktiv, intuitiv? Digitale Medien im Deutschunterricht“
Wie lassen sich klassische Texte so aufbereiten, dass sie für heutige Schüler*innen relevant, verständlich und motivierend werden? Im Rahmen des Seminars habe ich ein Medienprodukt entwickelt, das Shakespeares Romeo und Julia in die Lebenswelt heutiger Jugendlicher überträgt – mit digitalen Tools, interaktiven Aufgaben und einem klaren Fokus auf Lebensweltbezug.
Warum Romeo&Julia heute noch funktionieren
Obwohl die Geschichte über 400 Jahre alt ist, berührt sie auch heute noch zentrale Themen, die Jugendliche unmittelbar betreffen. Verbotene Liebe, familiäre und soziale Konflikte, emotionale Entscheidungen ohne erwachsene Unterstützung sowie Missverständnisse durch verzögerte oder fehlende Kommunikation – all das sind Motive, die in der Lebenswelt junger Menschen wiederkehren. Ob familiärer Druck, kulturelle Erwartungen oder die Suche nach eigener Identität: Die Tragödie bleibt aktuell.
Digitale Umsetzung: Romeo & Julia im Jahr 2025
In meinem Medienprodukt habe ich zentrale Elemente der Geschichte modernisiert und in das Jahr 2025 übertragen. Die klassische Kommunikation über Boten und Briefe wird ersetzt durch WhatsApp-Nachrichten, Emojis, Video-Calls und geheime Chats. Zwar lösen digitale Medien manche Probleme der Vergangenheit, doch sie bringen neue Herausforderungen mit sich, wie etwa Missverständnisse durch Screenshots oder falsch interpretierte Emojis. Auch die Angst, entdeckt zu werden, bleibt bestehen, wenn die Beziehung gegen familiäre oder gesellschaftliche Regeln verstößt.
Kreative Aufgabe: Ein moderner WhatsApp‑Chat
Eines der kreativen Elemente des Projekt ist die Aufgabe, einen modernen WhatsApp-Chat zwischen Romeo&Julia zu gestalten. Die Schüler*innen verstehen sich in die Figuren und schreiben einen authentischen Messenger-Verlauf, in dem Gefühle, Konflikte, heimliche Pläne und Unsicherheiten werden sichtbar. Dafür eignet sich der Fake-Chat-Generator, der die digitale Kommunikation realistisch darstellt.
Ziel des Projekts
Ziel des Projekts ist es, klassische Literatur zugänglich zu machen, digitale Kompetenzen zu fördern und kreative Ausdrucksformen zu ermöglichen. Gleichzeitig regt es zur Reflexion über Liebe, Regeln, Freiheit und soziale Normen an – damals wie heute.

Die Herzen sprechen dieselbe Sprache – damals wie heute.