Campus der Martin-Luther-Universität
Universitätsplatz (Halle (Saale), Saxony-Anhalt, Germany

Führungskultur an Universitäten wirkt sich auf alle Mitarbeitenden, Studierenden und Lehrenden aus. Sie beeinflusst Motivation und Arbeitserfolg maßgeblich. Gute Führung legt die Basis für eine innovative Lern- und Forschungsumgebung. Sie fördert die Zusammenarbeit zwischen Fakultäten, Mitarbeitenden und Studierenden. Zudem unterstützt sie den Wissensaustausch und stärkt die Identifikation mit der Universität.

Seit dem 1. April 2026 widmet sich die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Rahmen des Projekts Führungskultur dem Thema Führung. Gemeinsam mit Menschen aus Wissenschaft und dem wissenschaftsunterstützenden Bereich entwickelt die Universität ein Führungsleitbild sowie darauf aufbauende konkrete Maßnahmen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird vom Stifterverband Change begleitet.

Warum braucht die MLU das Projekt Führungskultur?

Verschiedene Umfragen und Analysen der vergangenen Jahre zeigen, dass Führung ein zentrales Thema an der MLU ist. Dazu zählen unter anderem die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen aus dem Jahr 2021 sowie die Befragung zur Personalentwicklung im nichtwissenschaftlichen Bereich aus dem Jahr 2022. Hinzu kommen Erkenntnisse aus Arbeitssituationsanalysen (ASitA) sowie aus der Evaluationsordnung für Junior- und Tenure-Track-Professuren. Dort ist festgehalten, dass mit dem Ende der Qualifizierungsphase auch der Rollenwechsel hin zu einer Führungskraft erfolgreich vollzogen sein soll.

Die Hochschulleitung bekennt sich ausdrücklich zu dem Projekt. Dies zeigt sich unter anderem in den Zielvereinbarungen 2025–2029 sowie im Hochschulentwicklungsplan 2024–2029 (Link).

Was hat das Projekt Führungskultur mit mir zu tun?

Führung betrifft den Arbeitsalltag vieler Menschen an der Universität – in sehr unterschiedlichen Rollen und Kontexten. Drei Beispiele zeigen, warum das Projekt für viele Beschäftigte relevant ist:

Beispiel 1

Sie arbeiten als Sekretär*in und sind eine wichtige Schaltstelle in Ihrem Arbeitsbereich. Zugleich verändert die Digitalisierung Ihren Arbeitsalltag zunehmend. Oft fehlt jedoch die Zeit, um sich die dafür nötigen Kompetenzen in Weiterbildungen anzueignen. Wie können Sie dieses Thema gegenüber Ihrer Führungskraft ansprechen? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Und in welchem Rahmen kann darüber gesprochen werden? Im Alltag stehen häufig andere Aufgaben im Vordergrund: Vertragsverlängerungen, Elternzeitvertretungen, Berichtsfristen, Terminabsprachen, Reisekostenabrechnungen oder Drittmittelanträge.

Das Projekt Führungskultur bringt Wissenschaft und wissenschaftsunterstützenden Bereich ausdrücklich zusammen und fördert den Blick auf beide Perspektiven. Mit einem gemeinsamen Leitbild kann tägliche Führungspraxis reflektiert und weiterentwickelt werden. Dabei spielen sowohl Führungsinstrumente – etwa regelmäßige Feedback- und Entwicklungsgespräche – als auch zentrale Zukunftsthemen wie die Digitalisierung eine wichtige Rolle.

Beispiel 2

Sie leiten ein Drittmittelprojekt. Mehrere Teilprojekte und ihre Leiter*innen müssen regelmäßig koordiniert, Ergebnisse zusammengeführt und fristgerecht in Berichte überführt werden. Doch nicht alle Beteiligten halten sich an Vereinbarungen. Welche Rolle haben Sie in dieser Situation? Welche Handlungsmöglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung? Diese Fragen stellen sich in der Projektleitung immer wieder.

Das Projekt Führungskultur nimmt unterschiedliche Formen von Führungsverantwortung in den Blick: neben disziplinarischer, also formaler Führung mit Personalverantwortung, auch laterale Führung ohne formale Weisungsbefugnis – zum Beispiel in der Leitung von Drittmittelprojekten.

Beispiel 3

Sie sind Professor*in und verstehen Führung als etwas, das entsteht, wenn Menschen sich gegenseitig inspirieren, Verantwortung übernehmen und gemeinsam über sich hinauswachsen. In Ihrem Arbeitsbereich erleben Sie aber auch, dass Verantwortung nicht immer übernommen werden kann oder will, dass Arbeit nicht von allen als inspirierend empfunden wird und Motivation sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Vielleicht fragen Sie sich deshalb häufiger: Warum sind nicht alle Menschen intrinsisch motiviert?

Das Projekt Führungskultur lebt von Partizipation, Mitwirkung und dem bewussten Perspektivwechsel. Vorstellungen von guter Führung sind nicht bei allen gleich. Ziel des Projekts ist es deshalb, gemeinsame Aspekte eines Führungsverständnisses für Wissenschaft und wissenschaftsunterstützenden Bereich an der MLU sichtbar zu machen. Ein transparentes Führungsverständnis kann als Orientierung für Gespräche dienen und helfen, Themen wie Inspiration, Verantwortung und Motivation im Team offen anzusprechen.

Mehr erfahren. Mitwirken. Mitgestalten.

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