Citavi-Stil für Jura an der MLU

Der Citavi-Stil für deine Jura-Hausarbeit

Wer kennt es nicht… Man schreibt eine Hausarbeit und hat super viel recherchiert – und dann kommt das Zitieren und Bibliografieren. Hier die Übersicht zu behalten kann eine schwieriges Unterfangen sein. Gott sei Dank, gibt es Programme wie Citavi, die uns diese Arbeit so gut geht abnehmen. Ich zeige Dir, worauf es beim juristischen Zitieren in Citavi ankommt.

Für die, die Citavi noch nicht kennen: Es handelt sich hierbei um ein extrem potentes Literatur- und Wissensverwaltungs-programm. Schluss sind hiermit die Zeiten, wo man noch mühselig die Bibliografiedaten manuell eintragen musste – Citavi macht einen Großteil automatisch. Das funktioniert vor allem dann am besten, wenn man die ISBN, DOI etc. zur Hand hat oder zumindest Titel und Autor kennt. Auch Webseiten kann Citavi generell gut importieren.

Aber kommen wir nun zu dem Zitieren. Citavi beherrscht die gängigsten Zitierstile und bietet darüber hinaus hunderte andere vorgefertigte Stile an. Für Jura ist besonders der „Citavi Basis-Stil Jura DE“ interessant. Ich habe ihn bereits für die juristische Fakultät der MLU angepasst und stelle ihn für Dich bereit. Diesen kannst du für Citavi übernehmen. Über den Link gelangst du in die Cloud, wo du die Datei downloaden kannst.

Falls der Link in der Box nicht funktionieren sollte, klickt bitte hierauf:

https://1drv.ms/u/s!AlqbOksCMeJEoiwsaLlwb2FYIh8C?e=lgQj1h

Die Citavi-Benutzeroberfläche
so kann man aus einem PDF ein Zitat erstellen

Citavi ist ein (für Studenten:innen) kostenloser Literatur- und Wissensverwaltungsdienst sowie eine mächtige Zitatieranwendung. Das Programm ist vornehmlich für Windows-Betriebssysteme entwickelt worden – für Mac ist es nur über Umwege lokal zu benutzen.
Seit neustem gibt es auch Citavi Web (im Beta-Status) und den Citavi-Assistant. Über Citavi Web kannst du plattformübergreifend deine Literatur verwalten und Zitationsstile auswählen. Mit dem dazugehörigen Citavi-Assistant, den du dir als Add-In in Word integrieren kannst, ist es möglich, dein Projekt von Citavi-Web abzurufen und in Word zu benutzen. Schau für mehr auf Citavis Webseite nach: https://www1.citavi.com/sub/manual-citaviweb/de/index.html?citavi_assistant_overview.html

Was macht Citavi gegenüber anderen Programme der Art (wie Zotero, Mendeley etc.) so besonders:

  • Einfaches Hinzufügen und Anpassen der Literatur
  • Große Auswahl an Zitationsstilen sowie vor allem das einfache Anpassen dieser Stile über ein Baukastensystem
  • Viele Einstellungsmöglichkeiten in Hinblick auf Zitate
  • Sehr gute Add-Ins für Word, Adobe Acrobat und Browser

Sobald du den Citavi-Stil heruntergeladen hast, verschiebst du ihn in den Ordner unter Dokumente → Citavi 6 → Custom Citation Styles.

Du findest auf der Citavi-Benutzeroberfläche in der oberen Leiste das Feld „Zitation“. Klickst du darauf, und lässt den Zeiger auf Zitationsstile, erscheint eine Liste mit verfügbaren Stilen. Sobald du den Stil installiert hast, müsste er in dieser Liste erscheinen. Klicke auf den gewünschten Stil und es erscheint links daneben ein Haken. Dann ist dein Stil einsatzbereit. 

Für Word: In Word hast du die Möglichkeit, ebenfalls den Stil zu wechseln. Gehe dafür bei Word in den Reiter „Citavi“ und wenn du das Citavi-Projekt bereits mit dem Word-Dokument verbunden und geöffnet hast, kann man dort ebenfalls den Stil bequem ändern. 

Da man für juristische Hausarbeiten meistens nur indirekt zitiert, sollte man bei Word bei „Citavi“ auf „Optionen“ klicken und dann bei „Wissenselemente zitieren“ auf „nur Nachweis“ auswählen. Dann macht Citavi standardmäßig nur Fußnoten. Wer dennoch das Zitat oder die Kernaussage zitieren möchte, der wählt beim Zitat das Feld „Mit Optionen einfügen“ aus und klickt dann auf die gewünschte Zitierweise wie „Kernaussage und Nachweis“. 

Außerdem ist es am Anfang ratsam, unter „Optionen“ den Haken bei „Kein Literaturverzeichnis einfügen“ zu setzen. Den kann man am Schluss der Arbeit wieder entfernen und das Literaturverzeichnis wird dann automatisch erstellt. Dies wird standardmäßig am Ende des Dokuments eingefügt. Um es an eine bestimmte Position zu verschieben, geht bei Word auf den Reiter „Ansicht“, dann auf „Navigationsbereich“ und dort kannst du per Drag & Drop das Literaturverzeichnis an eine beliebige Position zu setzen.

Sicherlich würden viele zuerst einen Rechtsklick machen und dann unter „Absatz“ die nötigen Einstellungen übernehmen. Problem: Sobald sich das LV aktualisiert, dann sind diese Einstellungen weg. Dauerhaft kann man dies wie folgt formatieren:

Unter den Formatvorlagen hast du einen kleinen Pfeil, den du drücken musst, damit du zu den „versteckten“ Formatvorlagen kommst.

Dort siehst du dann die Formatvorlagen für Citavi. Die Vorlage mit dem Suffix „Entry“ ist für die Literaturnachweise da. Mache einen Rechtsklick auf der Vorlage und gehe auf „Ändern“. Unten links kannst du das Dropdown-Feld anklicken und auf „Absatz“ gehen. Dort kannst du dann z. B. einen hängenden Absatz einstellen mit einem Abstand von 0,3 cm. Dann hast du ein kompaktes LV.

Die anderen Vorlagen dienen der Überschriften. Auf demselben Weg kannst du unter der Vorlage mit dem Suffix „Heading“ die Überschrift „Literaturverzeichnis“ formatieren.

Das Problem hat man vor allem bei Monographien und Gesetzeskommentaren. Hierfür hat Citavi das Feld „Kurzbeleg“ entwickelt. Um es zu aktivieren, klickst du in der Benutzeroberfläche von Citavi auf „Extras“, dann auf „Optionen“, dann auf „Zitation“ und setzt dann den Haken bei „Kurzbeleg-Unterstützung einschalten“. Sodann kannst du rechts davon auf „Kurzbelege anpassen“ klicken und diese editieren. Es öffnet sich ein neues Fenster. Du klickst auf „Vorlage für weiteren Dokumententyp hinzufügen“ und wählst als erstes „Monographie“ aus. Dann siehst du, wie eine neue Kurzbeleg-Vorlage erstellt wurde. Klicke auf den blauen Text „Buch (Monographie)“. Es öffnet sich dann das Bearbeitungsfenster. Wähle in der Spalte „Feld“ in der ersten Zeile die Komponente „Autor, Herausgeber oder Institution“ aus. 
Setzt den Haken bei „Einstellungen sind abhängig von der Anzahl der Personen“. Gehe auf den Tab „2 Personen“, wählt im linken Feld „Alle Personen“ aus und gib im rechten Feld („Einstellungen“) folgendes wie im Bild ein: 
Wählt dann „OK“ aus. Für mehrere Personen kannst du folgende Einstellung übernehmen:

Das gleiche Prozedere kannst du auch für Gesetzeskommentare und andere Dokumententypen deiner Wahl machen.

Klickt dann zum Schluss überall auf OK und schließt das „Extras“-Fenster. Es müsste nun ein Pop-Up-Fenster erscheinen, das dich fragt, ob nun alle Kurzbelege erstellt werden sollen, ergänzt oder noch weggelassen werden sollen. Wähle die Auswahlmöglichkeit aus, wo alle Kurzbelege erstellt werden. Dann bist du fertig.

Festschriften und Co. werden in Fußnoten anders zitiert als normale Sammelwerke. Das sieht z. B. so aus:

› bei Festschrift: (zitiert als Bearbeiter, Titel in: FS [Name] Jahr …)

› bei Sammelwerk: (zitiert als Bearbeiter, Titel in: Herausgeber, Titel, …)

Während also Festschriften in Fußnoten immer mit FS + Name des Jubilärs zitiert werden, tritt bei Sammelwerken an dessen Stelle der Herausgeber + Titel usw. Theoretisch kann man bei Citavi die Ausgabe von Zitierungen an bestimmte Bedingungen programmieren, aber ganz ehrlich… das war mir zu kompliziert.

Also habe ich hierfür eine simple Lösung parat. Falls du eine Festschrift oder eine anderes Sonderwerk hast, dann ändere den Titel des Werkes in „FS [+ Name]“ und schiebt die anderen Titel ggf. in Untertitel oder Titelzusätze. Alternativ kannst du auch im Feld Titel schreiben: „FS [+ Name] – [andere Titel]. Das ist dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du in der Titelkarte des Werkes (also in der Festschrift etc.) und in dem dazugehörigen Beitrag unten auf „Weitere Felder…“ gehst und bei Freitext 2 irgendwas hineinschreibst. Hauptsache das Feld enthält Daten. Denn hieran habe ich die Bedingung geknüpft, dass, wenn das Feld Daten enthält, die Ausgabe im Literaturverzeichnis für Festschriften und Co. dementsprechend angepasst wird.

Nehmen wir die Bundestagdrucksache (BT-DS) V/4095 als Beispiel. Parlamentsdrucksachen gehören zum Dokumententyp „Zeitschriftenaufsatz„. Gib in das Feld „Zeitschrift“ „Deutscher Bundestag Drucksache“ oder „Bundestagdrucksache“ ein. Mache einen Rechtsklick auf das eben ausgefüllte Feld und gehe auf „Zeitschrift […] bearbeiten“. Dort tippst du unter „Abkürzung 3“ „BT-Drucks“ oder anderweitig geläufige Abkürzungen hierfür ein. Danach gehst du zurück in die Titelkarte. Gib bei der Heftnummer die Zahlenfolge ein. Das wäre hier „V/4095„. Danach könnt ihr noch das Veröffentlichungsjahr bei „Jahr“ eingeben. Das war`s. Citavi macht den Rest.

Dieser Fall betrifft vor allem die Lehrbücher, also die Monographien. Hierfür trägst du bitte in das Feld „Paralleltitel“ unter „Weitere Felder“ in der Titelkarte die Titelabkürzung (z. B. StrafR AT) ein. Dies gilt auch für (Beiträge in) Sammelwerke und Gesetzeskommentare.

Bei Eingabe eines Zitats hast du bei der Seitenangabe die Möglichkeit, durch das Klicken auf das blau unterstrichene „Seiten“-Feld den Typ der Ortsangabe zu bestimmen (Paragraphen, Randnummern, Spaltennummer, Andere). Möglicherweise musst du, um an das richtige Fenster zu kommen, wo du die Einstellung tätigen kannst, zuerst auf „Zitate, Kommentare, …“ bei deinem Werk gehen und dann beim Hovern des Zitats auf den blauen Pfeil klicken, der rechts oben ist, oder Alt + Doppelklick drücken. Für Jura sind eigentlich nur die Randnummern, Paragraphen und Seiten interessant.

Für alle Literaturformen dieses Stils wurde die Zitierkomponente eingerichtet, das, je nach dem welcher Typ bestimmt wurde, automatisch den richtigen Präfix vor die Zahl bei der Ausgabe setzt. Heißt: Du musst lediglich bei dem Seitenangabenfeld die Zahl eintippen (also z. B. 23, nicht: Rn. 23). 

Etwas anderes gilt, wenn du wie z. B. beim Rengier den Paragraphen und die Randnummer angeben musst. Schreibe dann in das Feld nur sowas wie: „13 Rn. 4“ und nicht „§ 13 Rn. 4“. Setze den Typ auf „Anderes“ und gib in dir Titelkarte unter „weitere Felder“ des Werkes irgendetwas bei „Freitextfeld 3“ ein. Dieser etwas umständliche Weg muss gemacht werden, da Citavi diese Zeichenkette nicht als Zahl erkennt.

Falls ihr mehrere Paragraphen zitieren wollt (also §§), dann gib stattdessen etwas in das „Freitextfeld 4“ ein. Falls dein Werk keinen abgekürzten Titel wie „StrafR AT“ hat, musst du für einen Paragraphen etwas in das „Freitextfeld 5“ und für mehrere Paragraphen etwas in das „Freitextfeld 6“ eintragen.

Du kannst dir Citavi-Tutorials auf YouTube anschauen oder, wenn du es persönlicher magst, eine von der Uni angebotene Citavi-Schulung besuchen. Termine findest du unter https://learnit.bibliothek.uni-halle.de/events/

Ja, das geht. Schau dir dafür am besten ein paar Tutorials oder Webseiteneinträge an. Es ist zwar im Endeffekt ziemlich simpel, braucht aber am Anfang doch etwas Übung, um es zu beherrschen.

Im Zitierstil-Editor kannst du außerdem nachschauen, welche Bedingungen für bestimmte Ausgaben eingestellt wurden (z. B. in welches „Freitextfeld“ man etwas eintragen muss).

Vielleicht weißt du schon, dass die Mehrheit der Zeitschriften anders zitiert werden als, vor allem, Archivzeitschriften. Bei letzteren musst du den Jahrgang angeben, bei ersteren das Jahr.
Für diesen Fall habe ich im Zitationsstil ein Skript angelegt, dass die erst genannten Zeitschriften wie die JA, JuS etc. erkennt und automatisch den Zitierstil ändert. Es kann jedoch möglich sein, dass ich nicht alle Zeitschriften kannte und sie somit in diesem Skript fehlen. Du kannst mir im so einen Fall einen Kommentar da lassen oder eine E-Mail schreiben.
Ansonsten musst du einfach nur in der Titelkarte der Zeitschrift, je nach dem von welchem Typ diese ist, das Feld „Jahr“ oder „Jahrgang“ leerlassen.

Für weitere Fragen bezügliches des Zitierstils kannst du mir gerne per E-Mail schreiben oder unter dieses Eintrag einen Kommentar schreiben.

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