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„Was bleibt – wenn wir aufhören zu sein“

Subjekt-Objekt: Dieses Überthema stand am Anfang unseres Seminars „Grundlagen der Digitalen Mediengestaltung“ im Sommersemester 2026. Unsere Aufgabe war es, ein Video und ein Audio zu produzieren. Als Gruppe haben wir uns aus privatem Interesse für eine Frage entschieden, die uns schon länger beschäftigt: Was bleibt von uns, wenn wir aufhören zu sein, und dürfen wir Tote ausstellen? Was ist ein Subjekt, und wann wird aus einem Menschen ein Objekt?

Die Arbeit daran war für uns sehr lehrreich. Wir haben gelernt, mit Kamera- und Tontechnik umzugehen, und wir haben den gesamten schöpferischen Prozess selbst erlebt, vom ersten Konzept bis zum Schnitt. Dabei haben wir uns auch inhaltlich viel mit dem Thema auseinandergesetzt. Auf dieser Seite zeigen wir das Ergebnis: ein Video zum Sehen und ein Audio zum Hören.

Szene aus „wenn wir aufhören“

Auf dieser Website werden das Audioprojekt wann hören wir auf zu sein sowie das Videoprojekt wenn wir aufhören der drei Studenten der Martin Luther Universität Halle Niklas Barth, Anou Sethi und Selma Albert vorgestellt.

Wenn wir aufhören

Hinweis: Dieser Beitrag zeigt Skelette und menschliche Überreste und behandelt das Thema Tod.

„wenn WIR aufhören“ ist ein Kurzfilm über die Frage, was von uns bleibt, wenn wir nicht mehr sind. Im Mittelpunkt steht eine Person, die durch ein Museum geht und zwischen Schädeln, Knochen und Vitrinen auf einmal sich selbst erkennt. Sie stellt sich vor, sie läge dort als Ausstellungsstück, und fragt sich, was von ihr bliebe.

Dabei wechselt die Hauptfigur: Zuerst ist es ein Mann, dann eine Frau. Der Wechsel ist Teil der Idee. Wer als Skelett ausgestellt wird, verliert Geschlecht, Charakter und Lebensgeschichte. Das Exponat steht für jeden Menschen und für niemanden im Besonderen. Diese Anonymisierung findet auch im Kopf der Betrachtenden statt, oft unbewusst.

Am Ende verlässt der Hauptdarsteller das Museum und legt sich auf eine Wiese, um nachzudenken. In seiner Vorstellung wird er selbst zum Skelett. Dieser Übergang vom Lebenden zum Ausstellungsstück soll zeigen, wie nah beides beieinanderliegt. Aus dem Betrachter wird das Betrachtete, aus dem Subjekt ein Objekt.

Der Film erzählt über Bilder, Licht und Bewegung. Dunkle, warme Museumsräume stehen gegen helles Grün und Tageslicht, was man als Kontrast zwischen Leben und Tod interpretieren kann

Credits: 

Konzeption: Lorena Marfo, Selma Albert, Anou Pepe Sethi, Niklas Barth.

Regie und Kamera: Selma Albert, Anou Pepe Sethi, Niklas Barth.

Hauptrollen: Karla Lorenz, Martin Mihalik.

Schnitt und Musik: Niklas Barth.

Wann hören wir auf zu sein

Der knapp dreiminütige Audiobeitrag nähert sich derselben Frage von der anderen Seite. Er fragt, ob wir Tote ausstellen dürfen. Verschiedene Stimmen tragen den Text vor. Dadurch wirkt der Beitrag wie ein Streitgespräch, an dem Nachrichtensprecher, Fachleute, Besucherinnen und Besucher und ein Erzähler beteiligt sind.

Am Anfang steht eine Meldung: In Spaniens staatlichen Museen sollen keine menschlichen Überreste mehr ausgestellt werden. Als Begründung heißt es, die Überreste seien aus dem Zusammenhang von Bestattung und Tod gerissen und hoben sich nicht klar genug von anderen Objekten ab. Der Anthropologe und Mumienforscher Prof. Albert Zink hält ein generelles Verbot für radikal und übertrieben. Daraus entwickeln sich die Leitfragen des Beitrags: Wird die Würde des Menschen verletzt, wenn Tote noch nach Jahrhunderten gezeigt werden? Wird der Mensch zum Objekt, sobald Schädel und Knochen in Vitrinen liegen?

Es folgen kurze Meinungen, die sich widersprechen. Eine Stimme würde ihr eigenes Skelett gern ausgestellt sehen. Eine andere fragt, ob die ägyptische Geschichte für ein achtjähriges Mädchen ohne Mumie ebenso spannend gewesen wäre. Dagegen steht der Vorwurf, man befriedige nur morbide Neugier. Andere halten eine Ausstellung für vertretbar, wenn sie respektvoll ist und medizinischen, religiösen oder pädagogischen Zwecken dient.

Der Beitrag wechselt dann von der Debatte zur Wahrnehmung. Ein Erzähler beschreibt eine Mumie in ruhiger Haltung auf dem Rücken: die dunkle, lederartige Haut, die leeren Augenhöhlen, die Spuren der Einbalsamierung, die Knochen unter der Hülle und das flache Licht von oben. Am Ende bleibt das Schweigen einer menschlichen Gestalt, „seit tausend Jahren“. Die Hörerinnen und Hörer müssen selbst entscheiden, ob sie vor einem Objekt oder vor einem Menschen stehen.

Hinweis: Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Skeletten und menschlichen Überreste und behandelt das Thema Tod.
Kopfhörer Empfohlen

Wird der Mensch zum Objekt, wenn Schädel und Knochen in Vitrinen liegen ?

Credits:
Konzeption: Selma Albert, Anou Pepe Sethi, Niklas Barth.

Regie und Tonaufnahme: Selma Albert, Anou Pepe Sethi, Niklas Barth.

Sprecherinnen : Selma Albert, Anou Pepe Sethi, Niklas Barth.

Schnitt und Sounddesign: Selma Albert

Das Video zeigt die Begegnung mit den Toten, das Audio die Debatte darüber, ob wir sie überhaupt zeigen dürfen. Eine Antwort geben wir nicht. Was von uns bleibt und wer es betrachten darf, müssen wir am Ende selbst entscheiden.