Call for Papers

Die Jubiläumstagung des ZLB widmet sich dem Spannungsfeld von Haltungen als zentralem Professionalisierungsziel und beleuchtet Herausforderungen einer Lehrer*innenbildung, die angehende Lehrkräfte auf eine Schule der Zukunft vorbereitet und zugleich Impulse für die Weiterentwicklung von Studiengängen aufnimmt.

In einer Schule, die gesellschaftlich-soziale und technisch-technologische Vielfalt sowie Transformationsprozesse im Sinne von Chancengerechtigkeit und Teilhabe berücksichtigt, rücken Haltungen als grundlegende Aspekte von Lehrer*innenprofessionalität in den Fokus. Der Tagung möchten wir einen breiten Haltungsbegriff zugrunde legen. Haltungen verweisen auf die Verantwortung von Lehrkräften für die Gestaltung von Unterricht, Schule und Gesellschaft. Neben der Anwendung von Fähigkeiten und Kompetenzen (z. B. Sprech-  und Kommunikationsfähigkeit, Differenzierungs-, Innovations-  und Problemlösungskompetenz) bilden Haltungen als Orientierungen zentrale Momente professionellen Handelns, etwa für Unterrichtskonzeption und -gestaltung unter Bedingungen von Ungewissheit (Helsper 2021) oder für die Elternarbeit.  Haltungen stehen auf einer handlungspraktischen Ebene in Beziehung mit Überzeugungen, Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen und unterstützen ein verantwortungsvolles pädagogisches Handeln.

Entsprechend der Multidisziplinarität in der Lehrer*innenbildung werden Haltungen dabei unter anderem bildungswissenschaftlich, fachwissenschaftlich und –didaktisch sowie querschnittsthematisch fundiert entwickelt. Fachkulturell geprägte Haltungen beeinflussen, wie (angehende) Lehrkräfte fachliche Inhalte verstehen, bewerten, auswählen und vermitteln sowie in gesellschaftliche und unterrichtliche Zusammenhänge einbetten.

Wie kann Lehrer*innenbildung auf gesellschaftliche, fachliche und technologische Entwicklungen reagieren und Lern‑, Reflexions‑ und Praxisräume schaffen, in denen professionelle Haltungen entstehen und sich weiterentwickeln? Welche theoretischen, interdisziplinären, empirischen und praxisbezogenen Zugänge tragen dazu bei?

Darauf aufbauend fokussieren wir Haltungen in drei ineinandergreifenden Bausteinen:

Beiträge können sich beispielsweise mit inklusions- und differenzierungssensiblen oder digitalitätsbezogenen Haltungen, Haltungen in Kommunikationsprozessen (Sprache, Stimme, Körper, Affekte, assistive Technologien) und bei Demokratiebildung sowie mit nachhaltigkeitsorientierten und fachkulturell geprägten Haltungen beschäftigen.

Im Mittelpunkt stehen beispielsweise Reflexionsanlässe in schulischen Praxisformaten, professionelle Orientierungen im Umgang mit Diversität, Interkulturalität, Medien- und Demokratiebildung, (hoch)schulische Unterstützungskonzepte (etwa Mentorate/Hospitationen), Beispiele aus Kooperationen mit Schulen. Willkommen sind dabei auch Beiträge, die Herausforderungen, Spannungen, Scheitern und nicht intendierte Entwicklungen thematisieren.

Gesucht werden Beiträge z.B. zu innovativen Lern- und Reflexionsgelegenheiten, zur curricularen Verankerung professioneller Haltungen, zu fachübergreifenden Seminarkonzepten (z.B. zu Kontroversität, Diversität oder Nachhaltigkeit) sowie zu Studienstrukturen, die die Entwicklung und Reflexion professioneller Haltungen fördern.

Beitragsformate und formale Anforderungen an Einreichungen

Wir laden Beiträge unterschiedlicher Formate ein und schlagen die Folgenden mit je einem Zeitrahmen von insgesamt 90 Minuten vor:

ca. 30 Min. Vortrag oder Impulsvortrag (ca. 10-15 Min.) sowie Fragen und Diskussion im Anschluss

Kurzimpuls und anschließender thematischen Bearbeitung und/oder gemeinsamer Reflexion

Austausch zwischen Teilnehmenden entlang von Fragestellungen, Perspektiven oder Erfahrungen

Berichte aus Schulen, Studienprojekten oder Kooperationen, in denen Erfahrungen, Herausforderungen und ungelungene Beispiele (hoch)schulischer Praxis im Mittelpunkt stehen

Neben Einzelbeiträgen begrüßen wir ausdrücklich auch fach- und themenübergreifende Gruppenbeiträge. Bitte reichen Sie ein Abstract (max. 1.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) mit folgenden Angaben ein:

    • Name, ggf. Institution, Kontaktadresse sowie Titel des Beitrags
    • Format (Vortrag, Workshop, Dialogformat, Praxisimpuls)
    • Thematischer Bezug zu einem der drei Bausteine
    • Kurzbeschreibung der Fragestellung, Zielsetzung und des Beitrags

Timeline für Einreichung und Auswahlprozess

Kontakt

Zentrum für Lehrer*innenbildung (ZLB)
Martin‑Luther‑Universität Halle‑Wittenberg
E-Mail zur Einreichung: tagung@zlb.uni-halle.de
Web: https://www.zlb.uni-halle.de

Wir möchten die Tagung so barrierearm und inklusiv wie möglich gestalten: Wir verzichten auf einen Tagungsbeitrag, achten auf die Zugänglichkeit der Veranstaltungsorte und bemühen uns um ergänzende Betreuungsangebote und Rückzugsoptionen während der Tagung. Sollten Sie für Ihre Teilnahme spezifische Bedarfe haben, können Sie uns diese im Rahmen der Anmeldung mitteilen.

Wir freuen uns auf vielfältige Perspektiven, Erfahrungen und Erkenntnisse und laden herzlich dazu ein, mit eigenen Beiträgen die Tagung mitzugestalten.

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