The Space Between. Das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen. Weder hierhin noch dorthin zu gehören. Nicht ganz abgeschlossen mit dem Alten, nicht ganz angekommen im Neuen. Wer mehr als eine Kultur als Heimat hat, erlebt genau das. Mal ist es die Migrationsgeschichte der Familie, mal die unterschiedlichen Heimatkulturen der Eltern, mal das ganz normale Auslandssemester, aus dem man ein Stück des Anderen mitbringt.

Dieses Gefühl, zwischen den Kulturen zu hängen, ist Thema des Projekts, das aus einem Hörspiel und einem Kurzfilm besteht. In diesen erzählen wir die fiktiven Geschichten von Katja aus Russland und Yash aus Indien, die in Deutschland ihren eigenen Weg finden müssen. Mit unserem Projekt möchten wir alle, die von dem Thema betroffen sind, ermutigen, ihren persönlichen Weg zu gehen. Genauso möchten wir alle Interessierten dabei auch mal zum Schmunzeln oder zum Nachdenken anregen. Das Projekt ist auch ein Zeichen der Zuversicht, dass gemeinsames Leben gelingen kann – trotz und wegen unserer kulturellen Unterschiede.

Wir – Morija, Anna, Jana und Finn – studieren Medien- und Kommunikationswissenschaft und erzählen gerne Geschichten, mal auf Papier, mal mit Mikrofon und Kamera. Und wir haben alle mit Interkulturalität und Fremdheit zu tun gehabt. Hier ein paar Einblicke:

„Nach dem Abitur verbrachte ich zehn Monate in Marseille in der Migrationshilfe und die Herausforderungen der interkulturellen Arbeit, aber auch ihre Chancen haben mich tief geprägt und bereichert. Ich freue mich, diese Themen vor und hinter der Kamera weiter zu entdecken.“

~ Morija Scissek, Story und Regie

„Als ich mit 16 nach Deutschland kam, habe ich selbst erlebt, wie es sich anfühlt, in einem “Space in-between” festzustecken. Die Kernidee unseres Projekts berührt mich zutiefst, weil sie zu großen Teilen auf meinen eigenen Erlebnissen basiert. Die Metapher von “Äpfel mit Birnen” erinnerte mich sofort an die Immigrationserfahrung, an zwei Dinge, die sich ähneln und doch durch ihre unterschiedlichen Bedingungen wie Gegensätze wirken. Es bedeutet mir viel, diese Erfahrungen durch visuelle und akustische Bilder spürbar zu machen. Das Gefühl der Immigration lässt sich nicht in wenigen Minuten vollständig einfangen, aber mein Team und ich haben versucht, so viel echte Emotion und persönliche Erfahrung wie möglich in unsere Arbeiten einfließen zu lassen.“

~ Finn Parshentsev, Ton und Sound Design

„Ich studiere im Hauptfach Interkulturelle Europa- und Amerikastudien und habe selbst eineinhalb Jahre im Ausland gelebt. Ich finde es spannend, wie Kultur als eine Art ‚Brille‘ funktioniert, die uns Dinge in fremd und bekannt einteilen lässt. Unser Projekt beschäftigt sich mit einer solchen kulturellen Fremdheit und erlaubt uns, diese zu hinterfragen.“

~ Jana Barkowsky, Editing, Story und Projektmanagement

„Ich glaube, jeder Mensch hat sich mindestens schon einmal in seinem Leben irgendwie fremd gefühlt. Sei es beim Reisen, nach dem Umzug in eine neue Stadt oder am ersten Tag im neuen Studiengang. Auch wenn es in unserer Gesellschaft häufig lieber gesehen ist, wenn sich alle in die Menge einfügen und nicht durch Andersartigkeiten herausstechen, verbirgt sich auch viel Besonderes hinter diesem „Anderen“. Also sollten wir uns als Gesellschaft trauen, auch das Ungewohnte und Fremde offen aufzunehmen, anstatt es wegzudrängen und somit alle in der Gemeinschaft in ihrer Vielfalt zu feiern!“

~ Anna Languth, Kamera und Videoschnitt

Und immer mit dabei: Forrest!

Gute Laune auf vier Pfoten, emotionaler Support in allen Lebenslagen und absolut tiefenentspannt 😉