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Hallo Welt!

Dieser Informationsblog beschäftigt sich mit der Neuen Synagoge im Zentrum Magdeburgs. Das Bauvorhaben hat eine jahrzehntelange Geschichte und wird voraussichtlich im November 2023 zu einem Abschluss kommen. Wir haben uns für das Projekt einerseits entschieden, weil zwei unserer Gruppenmitglieder aus der umliegenden Umgebung stammen und sich dementsprechend besonders für das Bauprojekt interessieren. Andererseits interessieren wir uns auch für das Judentum per se sowie für das Leben innerhalb einer jüdischen Gemeinde. 

Am 16. November 2022 haben wir uns mit den verantwortlichen Personen des Bauprojekts zu einem Interview getroffen, der Vorsitzenden der Synagogengemeinde Eva Malyschewski, dem Vorstandsmitglied des Fördervereins „Neue Synagoge Magdeburg“ Helmut Seibert und der Sekretärin der Synagogengemeinde Maria Schubert.

Das äußerst interessante Gespräch hat unsere Gruppe dazu inspiriert, uns mit dem Thema der personalen Begegnungen und deren didaktischer Funktion für den Ethikunterricht zu beschäftigen. Grund hierfür war, dass die verantwortlichen Personen als eine ihrer Leitmaximen betont haben, dass die Synagoge als Stätte der Begegnung für alle Menschen gedacht ist, ob nun für Anhänger*innen des jüdischen Glaubens und deren verschiedenen Ausprägungen oder auch für Christen, Muslimen, Buddhisten, Atheisten usw. Die Begegnung soll einerseits dabei helfen, gewisse Ängste, Vorurteile oder Ressentiments abzubauen und andererseits den besonderen Wert religiöser und kultureller Vielfalt betonen. Wichtig ist hierbei stets ein respektvoller Umgang miteinander und ein angemessenes Verhalten innerhalb der Synagoge. Religiöse “Bekehrungsversuche” sind hierbei untersagt. 

Gerade dieser Grundgedanke der Offenheit für alle Menschen, ungeachtet ihrer Glaubensvorstellungen, geht mit dem Pluralismus-Anspruch der Ethik- und Philosophiedidaktik konform. Zukünftige Exkursionsprojekte mit Schulklassen jeglicher Klassenstufe zu jener Synagoge könnten sich also als fruchtbar erweisen, da sie das religiöse Lernen der Lernenden durch personale Begegnungen mit Anhänger*innen des Judentums fördern können.  

Informationsnachweise:

Haase, Volker: Betroffenen-Interviews im Ethikunterricht. In: ZDPE, 2/2012. S. 115-126, Dresden: Thelem 2012.