Das Gewässerlabor

Einzeller Wissen-to-go

Einzeller sind Organismen, die aus nur einer Zelle bestehen, welche alle Lebensfunktionen erfüllt: Stoff- und Energiewechsel, Reizaufnahme, Bewegung und Fortpflanzung.

  • Sie kommen in allen Lebensräumen der Erde vor, besonders häufig in aquatischen Ökosystemen.
  • Größenbereich meist 1–500 µm, daher nur mit Mikroskop sichtbar.
  • Viele Einzeller gehören zu den Protisten (Protista).

Grundlegende Zellbestandteile sind die Zellmembran, das Cytoplasma, der Zellkern (Nucleus) und Ribosomen. Manche besitzen Vakuolen zur Verdauung von Nahrung oder Osmoregulation.

StrukturFunktionBeispiel
PseudopodienFortbewegung & NahrungsaufnahmeAmoeba proteus
Cilien (Wimpern)koordinierte BewegungParamecium caudatum
Flagellen (Geißeln)aktive FortbewegungEuglena gracilis
Tab. verschiedene Bewegungsstrukturen von Einzellern

Unterschiede beim Stoffwechsel

Autotrophe Einzeller stellen organische Stoffe selbst her, bsp. über Photo- oder Chemosysnthese.

Photosynthese-Gleichung: 6 CO2 + 12 H2O → C6H12O6 + 6 O2 + 6 H2O

Typische autotrophe Einzeller

Deutscher NameLateinischer NameBesonderheit
AugentierchenEuglena gracilismixotroph möglich
GrünalgenChlamydomonas reinhardtiizwei Flagellen
KieselalgenNavicula spp., Diatoma spp.Silikat-Zellwand
Euglena gracilisChlamydomonas reinhardtiiverschiedene Kieselalgen

Sie gehören zum Phytoplankton, produzieren Sauerstoff und bilden häufig die Basis differenter Nahrungsketten auqatischen Ökosystemen.

Heterotrophe Einzeller nehmen organische Stoffe aus der Umwelt auf und nutzen Energie aus bereits vorhandenen organischen Molekülen.

Methoden

  • Phagozytose – Aufnahme fester Nahrungspartikel
  • Osmotrophie – Aufnahme gelöster Stoffe
  • Räuberische Ernährung – Aufnahme anderer Mikroorganismen

Typische heterotrophe Einzeller

Deutscher NameLateinischer NameErnährungsweise
AmöbeAmoeba proteusPhagozytose
PantoffeltierchenParamecium caudatumBakterienfresser
GeißeltierchenBodo saltansbakterivor
Amoeba proteusParamecium caudatumBodo saltans

Sie gehören zum Zooplankton und zersetzen organisches Material.

Einzeller vermehren sich meist ungeschlechtlich. Typische Formen sind die Zweiteilung (binäre Spaltung). Die Zelle teilt sich in zwei genetisch identische Zellen im Gegensatz zur mehrfachen Teilung. Paramecium caudatum teilt sich beispielsweise durch Konjugation (sexueller Austausch).

Bedeutung von Einzellern für Ökosysteme

Allgemeine ökologische Funktionen

  • Bestandteil von Stoffkreisläufen
  • Zersetzer organischer Substanz
  • Nahrungsquelle für größere Organismen
  • Stabilisierung von Mikro-Nahrungsketten

Bedeutung für Gewässerökosysteme

Einzeller sind zentrale Bestandteile des Planktons.

Phytoplankton sind autotrophe Einzeller z. B. Chlamydomonas, Navicula, die photosysnthetisch aktiv sind und Sauerstoff produzieren.

Zooplankton hingegen sind heterotrophe Einzeller wie Paramecium und Amoeba, die organische Stoffen bsp. Bakterien und Algen verstoffwechseln.

Insgesamt können sie je nach Art zur Selbstreinigung von Gewässern beitragen, Nährstoffkreisläufe reguliern und als Bioindikatoren für die Wasserqualität bei der Beschreibung der Wassergüte helfen.

Einzeller in deutschen Süßgewässern

OrganismusLateinischer NameGruppe
PantoffeltierchenParamecium caudatumCiliaten
AmöbeAmoeba proteusRhizopoden
AugentierchenEuglena gracilisFlagellaten
GrünalgeChlamydomonas reinhardtiiChlorophyta
KieselalgenNavicula spp.Diatomeen

Einzeller können zur Gewässerbewertung genutzt werden, beispielsweise:

OrganismusAussage über Wasserqualität
Euglenanährstoffreich / organisch belastet
Kieselalgengute Wasserqualität
Parameciumhohe bakterielle Aktivität