Das Gewässerlabor

Physikalische Eigenschaften

Die physikalischen Eigenschaften eines Gewässers liefern wichtige Informationen über seinen Zustand und seine Lebensbedingungen. Merkmale wie Temperatur, Strömungsgeschwindigkeit, Trübung, Farbe, Geruch oder die elektrische Leitfähigkeit werden sowohl von natürlichen Gegebenheiten als auch von menschlichen Einflüssen bestimmt. Sie beeinflussen unter anderem den Sauerstoffgehalt, die Verteilung von Nährstoffen und die Lebensräume von Pflanzen und Tieren.

Die Untersuchung dieser Eigenschaften ermöglicht eine erste Einschätzung der Gewässerqualität und hilft dabei, mögliche Belastungen oder Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Zusammen mit den chemischen und biologischen Untersuchungen entsteht so ein umfassendes Bild des untersuchten Gewässers.

  1. Geruch

Zur Bestimmung des Geruchs deiner Wasserprobe fächelst du die Dämpfe mit der Hand in Richtung Nase, sodass nur eine geringe Menge eingeatmet wird. 

  1. Trübung

Zur Bestimmung der Trübung deiner Wasserprobe benötigst du: 

  • Becherglas 
  • Probe mit Leitungswasser
  • weißes Papier 

  1. Farbe 

Zur Beschreibung des Färbung deiner Wasserprobe brauchst du: 

  • Becherglas 
  • Probe mit Leitungswasser
  • weißes Papier

  1. Wassertemperatur

Zur Beschreibung der Wassertemperatur benötigst du: 

  • ein Thermometer
  • 3 Wasserproben

Durchführung: 

  • Miss die Temperatur einer Wasserprobe mit Hilfe eines Thermometers kurz nach der Entnahme. 
  • Wiederhole die Messung bei jeder der drei Proben und bilde den Mittelwert

  1. Strömungsgeschwindigkeit 

Zur Beschreibung der Strömungsgeschwindigkeit des Fließgewässers benötigst du:

  • Stoppuhr
  • 2 Markierungen 
  • Stück Holz 

Durchführung: 

  • Markiere eine Strecke von 10 Metern entlang des Fließgewässers
  • Wirf ein Stück Holz ins Wasser und messe mit einer Stoppuhr, wie schnell das Stück Holz diese Strecke entlang schwimmt. 
  • Wiederhole die Messung fünfmal und bilde den Mittelwert.

  1. Leitfähigkeit 

Zur Beschreibung der Leitfähigkeit des Fließgewässers benötigst du:

  • Wasserprobe
  • Leitfähigkeitssensor

Durchführung:

Miss die Leitfähigkeit einer Wasserprobe mit Hilfe eines Leitfähigkeitssensors.

Regenwasser5–100 µS/cm
Grundwasser100–1900 µS/cm
Leitungswasser150–800 µS/cm
Meerwasseretwa 50.000 µS/cm

Da die Leitfähigkeit stark von der Temperatur abhängt, wird sie für Vergleichszwecke immer auf eine festgelegte Referenztemperatur umgerechnet (für Oberflächengewässer meist 25 °C).

 Aufgaben:

  1. Miss und dokumentiere die physikalischen Eigenschaften des Gewässers in einer übersichtlichen Tabelle.
  2. Vergleiche die gemessenen Werte mit den angegebenen Richt- oder Referenzwerten. Beurteile, ob die Ergebnisse auf ein möglicherweise belastetes Gewässer hindeuten.
  3. Beschreibe das Erscheinungsbild des Gewässers (z. B. Wasserfarbe, Trübung, Geruch und Fließverhalten) mit eigenen Worten und halte besondere Beobachtungen fest.
  4. Erläutere, welche Bedeutung die einzelnen physikalischen Eigenschaften für die Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren im Gewässer haben.
  5. Leite aus deinen Messergebnissen mögliche Ursachen für auffällige Werte oder Beobachtungen ab. Berücksichtigt dabei sowohl natürliche Einflüsse (z. B. Wetter, Geologie oder Vegetation) als auch mögliche menschliche Einwirkungen (z. B. Landwirtschaft, Abwassereinleitungen oder Gewässerausbau).
  6. Bewerte abschließend den physikalischen Zustand des untersuchten Gewässers. Begründet eure Einschätzung mithilfe eurer Messwerte und Beobachtungen.