19. Jan 2011

Hurra für Piwik

Verfasst von

Bisher war es in unserem Dienst allen Admins möglich, optional Nutzungsstatistiken ihres Blogs über Google Analytics zu erfassen, wenn das entsprechende Plugin aktiviert wurde. Ab sofort haben wir aus verschiedenen Gründen Google Analytics im Blog-Dienst komplett entfernt und durch Piwik ersetzt.

Warum das denn?

Der Grund liegt in der, sagen wir, unklaren Rechtslage bezüglich Google Analytics und Fragen des Datenschutzes. Auch das Datenschutzgesetz Sachsen-Anhalt enthält Anforderungen, an die sich eine Institution wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg natürlich auch zu halten hat.

Und diesen Bestimmungen folgend, ist Google Analytics gleich in mehrfacher Hinsicht problematisch:

  1. Speicherung der IP-Adressen der Besucher, die laut deutschen Gerichten eine eindeutige Zuordnung zu einer Person ermöglicht
  2. Speicherung der erfassten Daten inkl. IP außerhalb des Servernetzes der Uni und außerhalb Deutschlands
  3. Kein Widerspruch in Form eines Opt-Out möglich

Google hatte auf diese Bedenken mit einem Analytics Deaktivierungs-Add-On und der Möglichkeit für Seitenbetreiber in Analytics die IPs zu verschleiern reagiert, dies sei nach Aussage deutscher Datenschutzbeauftragter aber noch nicht ausreichend.

Anstatt hier auf eine Einigung zwischen deutscher Jurisdiktion und Google zu warten, haben wir Google Analytics nun komplett aus dem Blog-Dienst entfernt und somit kann das Google Analytics WordPress-Plugin nicht mehr benutzt werden. Nutzungsstatistiken können ab sofort auschließlich über unsere eigene Piwik-Installation erfasst werden.

Mehr Spaß mit Piwik

Durch den Einsatz der Open Source Software Piwik können wir allen Bedenken gegenüber Google Analytics begegnen, ohne auf sinnvolle Nutzungsstatistiken verzichten zu müssen.

Zunächst wird Piwik von uns selbst gehostet, d.h. alle erfassten Daten landen ausschließlich auf einem Server im URZ, auf dem eine Piwik-Installation für den Blog-Dienst läuft.

Von diesen erfassten Daten wird die IP-Adresse vor dem Schreiben in die Datenbank komplett verschleiert, indem alle Oktette aller IPs durch eine 0 ersetzt werden. Dadurch gelangt keine einzige IP-Adresse in die Datenbank, sondern es wird lediglich 0.0.0.0. für alle erfassten Zugriffe abgespeichert. Die auf IP-Adressen basierten Statistiken wie z.B. Herkunftsland sind aufgrund der Funktionsweise von Piwik nicht verfälscht und funktionieren dennoch.

Und wir können mit Piwik einen Opt-Out für Besucher anbieten. Auf unserer Datenschutz-Seite könnt ihr der Erfassung eurer Nutzungsdaten mit einem einfachen Häkchen widersprechen.

Piwik in eurem Blog

Alle Blog-Admins können ohne weitere Konfiguration die Statistiken ihres Blogs unter Dashboard > WP-Piwik einsehen. Diese sehen natürlich noch leer aus, werden aber ständig automatisch aktualisiert. Wir denken, dass diese Ansicht und die dort einsehbaren Statistiken für die meisten Admins mehr als ausreichend sein werden.

Sofern aber weitergehende Zugriffe direkt auf die Piwik-Installation notwendig sind (z.B. zur Nutzung der überaus praktischen Apps für iOS & Android), könnt ihr euch gerne bei uns melden (Kontaktformular oder Mail an blogs@urz.uni-halle.de) und wir richten euch einen Account für euren Blog ein.

Über Matthias

5 Kommentare

  1. Cujo sagt:

    Ich setze Piwik schon seit über 2 Jahren ein. Zwar wird die Datenbank mit der Zeit doch sehr groß und es gibt immer noch kleine Fehler, aber das Wichtigste ist doch, dass die Daten auf dem eigenen Server gespeichert werden. Das allein ist für mich schon Grund genug, Piwik anstatt Google Analytics einzusetzen.

    • Matthias sagt:

      Hi Cujo, genau, das Speichern auf dem eigenen Server ist quasi die Zen-Variante des Trackings :-) Aber das mit der Größe der Datenbank ist interessant. Macht sich das bei dir irgendwie bemerkbar? Solange die Datenbank trotzdem effektiv funktioniert, ist es eigentlich nicht schlimm

  2. Cujo sagt:

    Es macht sich vor allem beim Backup bemerkbar. Ich habe keinen eigenen Server, sondern nur einen normalen Webspace. Meine Datenbanken sichere ich per Cronjob mit MySQL-Dumper. Bei Piwik ist das leider nicht mehr möglich, da das Backup durch die Größe der Datenbank zu lange dauert und das Skript deshalb mittendrin abbricht.

  3. Andreas sagt:

    Google Analytics ist amtlich datenschutzkonform http://is.gd/RtQfWZ

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