Die Literarische Welt ...

AUCH RABELAIS EIN FASCIST?

Der Autor greift nach einer Stimme der Vergangenheit, deren Gewicht er 1926 wünscht. Welche Stimmen bräuchten wir – einhundert Jahre später – heute?

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Von H. F. H., in: Jg. 2, 1926, Nr. 46

Originalwerbung d. Ausgabe

Der Verlag Formiggini in Rom annonciert eine italienische Ausgabe Rabelais’ wie folgt: „Mögen die fascistischen Kampfverbände für ihre Bibliotheken das unsterbliche Werk Rabelais’ Gargantua und Pantagruel, erste vollständige italienische Übersetzung von Gildo Passini, erwerben. Rabelais kann als Vorläufer der geheiligten Devise des Fascismus: Je m’en f… betrachtet werden. Und er war in seiner Art ein sehr, aber auch sehr sympathischer Fascist.“ Hätte der göttliche Spötter das vorausahnen können, so wären wir heute, neben seiner genialen Kriegssatire, im Besitze einer unübertrefflichen Mussoliniade.


François Rabelais (1494 – 1553) ist ein bedeutender französischer Prosaschriftsteller des 16. Jahrhunderts. Er rechnet in seinen Satiren vor allem mit der Politik des Papstes ab und vertritt dabei humanistische Standpunkte. Ab 1552 werden seine Schriften verboten. Trotz dessen hält sein Erfolg hält an.


Gibt es Ereignisse und Personen, für die wir heutzutage einer Satire bedürften, wie sie hier für Mussolini gefordert wird?
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