Exkurs Aufbau von Gewässern
Fließgewässer (Fluss)
Informationen zum Fließgewässer
Zu den Fließgewässern zählen offene Gewässer, also solche, die nicht unterirdisch verlaufen. Im Gegensatz zu Stehgewässern wie Seen befindet sich das Wasser in Fließgewässern ständig in Bewegung. Zu den natürlichen Fließgewässern gehören in aufsteigender Größe Rinnsal, Bach, Fluss und Strom.
Die genaue Abgrenzung dieser Begriffe ist in der Fachliteratur nicht einheitlich. Je nach Autor werden unterschiedliche Kriterien verwendet, zum Beispiel die Länge, die Breite, die Fließgeschwindigkeit oder die Größe des Einzugsgebiets.
Oberlauf, Mittellauf und Unterlauf
Ein Fluss wird vom Anfang bis zum Ende in mehrere Abschnitte unterteilt. Diese Abschnitte unterscheiden sich deutlich in ihren Umweltbedingungen.
Quelle
An der Quelle entspringt der Fluss. Häufig fließen mehrere kleine Quellen zusammen und bilden zunächst einen kleinen Bach, der mit zunehmender Länge größer wird.
Oberlauf
Der Oberlauf beginnt an der Quelle. Das Gelände ist hier meist steil, wodurch das Wasser sehr schnell fließt. Die starke Strömung führt dazu, dass der Fluss ein tief eingeschnittenes, V-förmiges Tal bildet. Der Untergrund besteht oft aus Fels und grobem Gestein.
Mittellauf
Im Mittellauf nimmt das Gefälle ab und die Fließgeschwindigkeit wird geringer. Der Fluss beginnt, große Schleifen zu bilden. Diese entstehen durch seitliche Erosion und Ablagerung von Material. Das Tal wird breiter und die Ufer sind häufig von Auen und Pflanzen geprägt.
Unterlauf
Im Unterlauf ist das Gefälle sehr gering, sodass das Wasser nur noch langsam fließt. Der Fluss ist hier besonders breit. Feine Sedimente wie Sand und Schlamm lagern sich ab, und die Ufer sind meist stark bewachsen.
Mündung
An der Mündung geht der Fluss in ein Meer oder einen See über. Häufig entsteht dabei ein Flussdelta. Dieses bildet sich durch die Ablagerung von Sand, Schlamm und Geröll, die der Fluss transportiert hat. Mit der Zeit verzweigt sich der Fluss in mehrere Arme.
Unterteilung anhand von Leitarten im Fluss
Eine weitere Möglichkeit, Fließgewässer zu gliedern, ist die Einteilung nach Leitarten. Leitarten sind Tierarten, die typisch für einen bestimmten Lebensraum sind und fast nur unter diesen speziellen Umweltbedingungen vorkommen. Da die Bedingungen entlang des Flusses relativ konstant bleiben, besiedeln verschiedene Tierarten jeweils die für sie passenden Abschnitte.
Forellen-Region
Dieser Bereich liegt zwischen Quelle und Oberlauf. Das Wasser ist kalt, klar und nährstoffarm. Durch die starke Strömung ist der Sauerstoffgehalt sehr hoch. Der Untergrund besteht überwiegend aus Fels. Typische Leitfischart ist die Forelle.
Äschen-Region
Auch hier ist das Wasser kühl, klar und sauerstoffreich. Der Boden setzt sich aus Fels und grobem Kies zusammen. Die Leitfischart dieser Region ist die Äsche
Der Aufbau eines Flusses
Ein Fluss ist ein fliessendes Gewässer. Sein Aufbau wird meist in drei Abschnitte eingeteilt: Oberlauf, Mittellauf und Unterlauf.
Der Oberlauf liegt nahe der Quelle. Das Wasser fliesst hier schnell, ist meist kalt und enthält viel Sauerstoff. Der Fluss ist schmal, und der Untergrund besteht aus Steinen und Kies. Pflanzen kommen nur wenige vor, dafür leben hier Tiere, die sich an die starke Strömung angepasst haben.
Im Mittellauf wird der Fluss breiter und die Strömung langsamer. Das Wasser erwärmt sich, und der Sauerstoffgehalt nimmt etwas ab. Der Fluss beginnt zu mäandrieren, das heisst, er bildet Kurven. Am Ufer wachsen mehr Pflanzen, und die Artenvielfalt nimmt zu.
Der Unterlauf ist der letzte Abschnitt eines Flusses. Das Wasser fliesst hier langsam, der Fluss ist sehr breit und tief. Der Untergrund besteht meist aus Sand oder Schlamm. Viele Nährstoffe werden mitgeführt, weshalb hier viele Pflanzen und Tiere leben können.
Der Aufbau eines Sees
Der Aufbau eines Sees
Ein See ist ein stehendes Gewässer, das in verschiedene Zonen unterteilt ist. Am Rand des Sees liegt die Uferzone. Dort ist das Wasser flach und lichtreich, sodass viele Wasserpflanzen wachsen können. Die Uferzone ist ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Fische und Amphibien.
An die Uferzone schließt sich die Freiwasserzone an. Sie reicht von der Wasseroberfläche bis in die tieferen Schichten, in die noch Licht gelangt. In dieser Zone leben vor allem Fische und kleine im Wasser schwebende Lebewesen.
Die Tiefenzone befindet sich in den tiefsten Bereichen des Sees. Hier gelangt kaum Licht hin, weshalb Pflanzenwachstum nicht möglich ist. Die Temperaturen sind niedrig, und nur Tiere, die an diese Bedingungen angepasst sind, können hier leben.
Ein See lässt sich außerdem in Freiwasserzone (Pelagial) und Bodenzone (Benthal) unterteilen:
- Freiwasserzone (Pelagial): Sie umfasst alle Wasseranteile des Sees.
- Epilimnion / Nährschicht: Obere, lichtdurchflutete Schicht mit vielen Pflanzen, hohem Sauerstoffgehalt und wenigen Nährstoffen.
- Metalimnion / Sprungschicht: Trennt die obere und die untere Wasserschicht.
- Hypolimnion / Zehrschicht: Tiefe, dunkle Schicht mit wenig Sauerstoff, vielen Nährstoffen und zahlreichen Tieren. Destruenten zersetzen hier organisches Material.
- Bodenzone (Benthal): Sie umfasst den Boden des Sees.
- Uferzone / Litoral: Obere Bodenzone, lichtdurchflutet, viele Pflanzen.
- Bruchwald- oder Erlenzone: Bereich am Seeufer mit Wald oder Wiese.
- Röhrichtzone: Schilf und andere Uferpflanzen, Lebensraum für Wasservögel.
- Schwimmblattzone: Seerosen und andere schwimmende Pflanzen.
- Tauchblattzone: Unterwasserpflanzen, viele Fische.
- Tiefalgenzone: Hauptsächlich Algen, tieferes Wasser, viele Fische.
- Tiefenzone / Profundal: Dunkel, kaum Pflanzenwachstum, Organismen leben ohne Photosynthese.
- Uferzone / Litoral: Obere Bodenzone, lichtdurchflutet, viele Pflanzen.
Der Aufbau eines Weihers
Ein Weiher ist ein kleines, meist künstlich angelegtes stehendes Gewässer. Er ist deutlich flacher als ein See.
Da der Weiher wenig tief ist, kann das Sonnenlicht oft bis zum Boden gelangen. Deshalb wachsen fast überall Wasserpflanzen. Eine klare Trennung in Tiefenzonen wie beim See gibt es meist nicht.
Der Weiher besitzt eine ausgeprägte Uferzone mit vielen Pflanzen. Das Wasser erwärmt sich im Sommer schnell, kann aber auch schneller Sauerstoff verlieren. Weiher sind daher besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen.
