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Fachdidaktik: „Die ‚Kunst‘ der Balladen erkennen – Entwicklung einer kategoriengestützten Balladenanalyse für den Deutschunterricht“

2017 April 29
by Christoph Richter

Die ‚Kunst‘ der Balladen erkennen – Entwicklung einer kategoriengestützten Balladenanalyse für den Deutschunterricht

Verena Günther

Germanistik, Fachdidaktik

(Staatsexamensarbeit)

 

 

 

Die Ballade ist bereits seit Jahrzehnten nicht mehr aus dem Deutschunterricht wegzudenken und sie stellt einen Themenschwerpunkt dar, der von Schulbuchverlagen mit vielen Materialien für Referendare und Lehrer bedacht wird. Viele Unterrichtsmaterialien sowie -entwürfe sind erhältlich und es werden diverse Ansätze vorgeschlagen, wie die Lehrkraft mit einer Ballade im Deutschunterricht umgehen sollte. Auch in der Sekundärliteratur der Literaturdidaktik wird die Ballade verständlicherweise genannt und dabei der Lyrik zugeordnet, wobei ihr auch hier eine Sonderstellung zugeschrieben wird. Zu den Aufgaben, die der Schule in Bezug auf den Lyrikunterricht zugeschrieben wird, heißt es beispielsweise, dass die „Vermittlungsaufgabe der Schule [darin] besteht […], zu einer gattungsspezifischen Lektüre lyrischer Texte zu befähigen und die Form als Bedeutungsfaktor einsichtig zu machen“ (Swantje: Literaturdidaktik. Eine Einführung).

Die Ballade, die sich hier in ihrem Beitrag als Gedichtform hervorhebt, gehört aufgrund ihrer Handlungsdominanz, Verständlichkeit und ihrer dramatischen Form zu einer der beliebtesten Gattungen, die auf die Schülerinnen und Schüler eine große Wirkung ausübt und in allen Jahrgangsstufen mit verschiedenen Zielen eingesetzt werden kann. Problematisch wird es, wenn man die aktuellen Beiträge der Literaturwissenschaft genauer betrachtet. Seit 1980 gibt es lediglich drei nennenswerte Beiträge zur Balladenforschung. Die gegenwärtig veröffentlichten Materialien und Entwürfe für den Deutschunterricht basieren auf dreißig Jahre alten Ergebnissen und Interpretationen der Literaturwissenschaft. In Aufbrüche der Ordnung, Anfänge der Phantastik. Ein Modell zur methodischen Balladenanalyse behauptet die Autorin Conrad gar, dass der „Mangel an moderner Balladentheorie und geeigneter Forschungsliteratur keinerlei Basis für eine Berücksichtigung neuer literaturwissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden [bietet], die im Unterricht für eine sinnvolle Balladenanalyse eingesetzt werden könnte.“

Das Ziel der wissenschaftlichen Hausarbeit soll daher sein, dass eine Analysemethode entwickelt wird, die, auf den aktuellen Ergebnissen der Literatur- und Fachdidaktik aufbauend, für den schulischen Umgang mit Balladen geeignet ist. Im Fokus soll v.a. die Einordnung der Ballade in der Literaturdidaktik liegen und analysiert werden, inwieweit diese die Ballade als Textsorte bestimmt und welche Kategorien zur Untersuchung und Erarbeitung genannt werden. Ebenso wird hier auch wichtig sein, ob der Ballade im Literaturunterricht eine besondere Rolle zugeschrieben wird und welche Aufgabe sie hinsichtlich des Erreichens der Kompetenzziele erfüllen soll.

In einem zweiten Schritt soll sich die Arbeit direkt mit der praktischen Umsetzung der theoretischen Ergebnisse beschäftigen. Dabei muss auch die Praktikabilität hinsichtlich des Deutschunterrichts untersucht werden. So ist zu erwarten, dass bei der Entwicklung einer Balladenanalyse die genutzten Kategorien reduziert bzw. möglicherweise auch umbenannt werden müssen. Mithilfe der Ergebnisse soll dann eine eigene Balladenanalyse entwickelt werden, welche die Kategorien berücksichtigt, die für das Erreichen der Kompetenzziele und das Erkennen der Kunsthaftigkeit der Ballade relevant sind.

Das Ziel der wissenschaftlichen Hausarbeit ist, die „Kunst“ der Ballade zu benennen und die gattungsspezifischen Merkmale, die in ihr enthalten sind, hinsichtlich ihrer Wirkung, Funktion und Aufgabe zu untersuchen. Es soll insgesamt ein Modell einer kategoriengestützen Balladenanalyse für den Deutschunterricht entwickelt werden, welches die Schülerinnen und Schüler befähigt, die Balladen in ihrer Gänze zu erfassen und ihr Alleinstellungsmerkmal zu erkennen.

 

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