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Literatur: „Die gestörte Kommunikation von Emotionen in und durch Heinrich Heines „Buch der Lieder““

2017 April 29
by

Die gestörte Kommunikation von Emotionen in und durch Heinrich Heines „Buch der Lieder“

Julia Kruse

Germanistik, Komparatistik

(Promotion)

 

 

 

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist der Streit um Heinrich Heine und die höchst unterschiedliche Rezeption seiner Gedichte. Während sich viele Leser noch zu Lebzeiten Heines mit den Gedichten aus dem „Buch der Lieder“ und nicht zuletzt mit den darin dargestellten Gefühlen und Emotionen identifizieren konnten, wurde dem Dichter bald die scheinbar einseitige Thematisierung des Liebesschmerzes, seine Ironie und insbesondere seine sprachliche Virtuosität und Kunstfertigkeit, die man als Anzeichen von Empfindungs- und Geschmacklosigkeit im Umgang mit Gefühlen sah, vorgeworfen.

Lässt sich die Wahrnehmung Heines daher zwischen Verehrung und Verachtung ansiedeln, die nicht nur dem besonderen Umgang des Dichters mit Gefühlen zu schulden ist, sondern als Wertung letztlich selbst emotional aufgeladen ist, besteht das Ziel der Arbeit darin, den Streit um Heine mit Hilfe literaturwissenschaftlicher und kommunikationstheoretischer Ansätzeauf den Grund zu gehen, mit der These, dass in den Gedichten Heines als Kommunikationssystem Störungen angelegt sind, die unterschiedliche Interpretationen und Bewertungen zulassen. Dazu wird das literarische Werk mit seinem emotionalen Gehalt selbst als Bestandteil von Kommunikationsprozessen betrachtet, indem ihm und den darin enthaltenden Emotionen Zeichencharakter zugeschrieben werden, womit ich schließlich Kommunikationsstörungen zwischen literarischem Text und Leser aufgedeckt werden sollen.

Besonders spannend dabei ist, dass Literatur- und Kommunikationswissenschaft interdisziplinär aufeinander abgestimmt werden, und nicht nur Beiträge zur Literatur- und Kommunikations-wissenschaft im engeren Sinne geleistet werden können, sondern auch Ergebnisse für die Psychologie im weiteren Sinne erzielt werden können.

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