Unsere Stimme verändert sich. Ein Leben lang. Und so kann es manchmal sein, dass etwas unstimmig ist. Durch Krankheit, durch Überbelastung oder durch Stress beispielsweise. Häufig stellt sich dann die Frage: wann zum Arzt? Warum das knifflig sein kann und welche Fragen bei der Entscheidung helfen, darum soll es gehen.
Unsere Stimmlippen besitzen fast keine Schmerzrezeptoren, wir spüren auf den Stimmlippen selbst also keine Schmerzen. Bei Halsschmerzen ist es das umliegende Gewebe, welches den Schmerz sendet. Als Marker für die Entscheidung zum Arzt zu gehen, taugt ein Schmerzempfinden daher nur sehr bedingt. Selbst bei größeren Schäden an den Stimmlippen spüren wir keinen Schmerz.
Durchaus gibt es Zahlen und Normwerte, um eine Stimme als gesund und belastbar einzustufen. Diese Werte lassen sich für Lai*innen jedoch nur schwer erheben und richtig interpretieren.
„Dann bleibt es also beim Gefühl“ monierte ein Lehrer in einem meiner Workshops. Die Antwort lautet: ja und nein. Drei Kriterien können euch dennoch eine Richtung weisen.
- Heiserkeit oder andere klangliche Veränderungen deiner Stimme. Beispiel: du bist seit mehr als 3 Wochen heiser, deine Stimme klingt rau oder dünn und du erkennst sie nicht wieder.
2. subjektive Missempfindungen beim Sprechen. Beispiel: seit einigen Wochen räusperst du dich hochfrequent, hast ein Kloßgefühl im Hals oder ein starkes Trockenheitsgefühl.
3. Leistungseinschränkung. Beispiel: Du hast seit einiger Zeit zunehmend Schwierigkeiten den schulischen Alltag stimmlich zu meistern. Spätestens am Freitag ist deine Stimme matt und angestrengt.
Diese 3 Kritierien können erste Hinweise für dich sein, um einen Arzt zu konsultieren. Dabei reicht es aus, wenn eines der drei auf dich zutrifft.
Hier noch einmal ein Entscheidungsbaum für einen noch besseren Überblick:

Was dich beim Arzt erwartet und wie dein Weg in die Stimmtherapie aussehen könnte, erfährst du im nächsten Blogartikel im März.