Von TikTok bis Brücke
Zwei Studierende erstellten ein Video, das mit Humor, Dynamik und Schnelligkeit die Kernbotschaften ihres Themas prägnant auf den Punkt bringt.
Hier geht es zum Video-Wissenssnack:
Doch wie kam es zu diesem Beitrag?
Wir alle kennen das Phänomen: Referate, bei denen die spannendste Information die Folienanzahl der PowerPoint-Präsentation ist. Um das zu vermeiden, habe ich meinen Studierenden in diesem Semester eine alternative Aufgabe gestellt: den „Wissenssnack – Wissen, das hängen bleibt!“
Das Konzept: Die Studierenden erhielten kompaktes Fachwissen zu den Themen „Atmung und Lampenfieber“ oder „Stimme und Resonanz“. Die Aufgabe bestand darin, das inhaltliche Fundament kurz, knackig und unterhaltsam zu präsentieren. Ein klassisches Vortragen war explizit verboten. Stattdessen sollten Formate genutzt werden, die die Gruppe abholen und interaktiv einbinden – im Solo-Modus (maximal 3 Minuten) oder als Team (maximal 6 Minuten).
Es ging bei der Aufgabe nicht um ein fehlerfreies Abliefern, sondern um das Ausprobieren von Ausdruck und Präsenz sowie das Priorisieren von Informationen. Die Ergebnisse sprechen für sich.
Weitere Beispiele:
Im Seminar wurden ganz unterschiedliche Ideen umgesetzt. Eine Studentin funktionierte das Ganze spontan in eine Talkshow um: Vor ihrem Snack verteilte sie kurzerhand Skripte an Teilnehmende aus der Gruppe, die bis dahin nichts von ihrem Glück ahnten. Plötzlich fanden sie sich in den Rollen von Lunge, Zwerchfell und Lampenfieber wieder und erklärten gemeinsam mit der Moderation die Atmung. Bei einer anderen Umsetzung standen alle Teilnehmenden mit einem eigenen Auftrag im Kreis und führten diesen eine Minute lang aus. Dadurch entstand das plastische Bild einer Gruppe, die verschiedene Symptome von Lampenfieber zeigte, während einige dazwischen Atemübungen durchführten.
In einer weiteren Präsentation wurde eine Szene gespielt, in der sich die gesamte Gruppe im Backstage-Bereich befand und eine aufgeregte Mitspielerin beruhigen sollte, indem alle zusammen eine Atemübung absolvierten. Eine Studentin veranschaulichte die Funktionsweise des Zwerchfells zudem direkt mit dem eigenen Körper, indem sie die Bewegung in der sportlichen Brückenposition darstellte.
Das war anschaulich und im Wortsinne beMERKENswert.
Mein Fazit:
Die Snacks haben nicht nur geschmeckt, sondern waren gut verdaulich und eine passende und sinnvolle Übungseinheit für die eigene Präsenz und den eigenen Sprechausdruck.
Das Konzept ging auf. Der Verzicht auf Textfolien lohnt. Wenn der Fokus auf der Interaktion und der Reduktion auf die Kernbotschaften liegt, erhöht das die Aufmerksamkeit im Seminarraum deutlich. Da es bei der Aufgabe vor allem um das Ausprobieren von Ausdruck und Präsenz ging, haben die Studierenden diesen Ansatz sehr gut umgesetzt. Im nächsten Semester wird es wieder Wissenssnacks geben!

