#5 – Autographics als visuelles Narrativ

Jede/r Leser/in dieses Blogs sollte mit dem Konzept einer Autobiographie vertraut sein und hat sich eventuell sogar schon einmal mit Graphic Novels, also oft einbändigen, inhaltlich anspruchsvollen Comicromanen, auseinandergesetzt. Nun ist es möglich, diese beiden Kunstformen unter Einbeziehung eines professionell geleiteten Interviews, ganz im Stile der Oral History, oder bei einer fortwährenden Zusammenarbeit von Illustrator und Autobiograph zu einem Gesamtwerk zu verschmelzen.

Wichtig: Autographics und Graphic Memoir sind identisch.

Die australische Professorin Gillian Whitlock subsumierte diese Amalgamation von Memoiren und Illustration unter dem Begriff „Autographics“ und attestiert der Vielzahl an Texten, die sich dazu zählen lassen – unter Anderem Alison Bechdels „Fun Home“, Marjane Satrapis „Persepolis“ und Art Spiegelmans „Maus“ – die besondere Fähigkeit, kulturell schwierige Narrative einfühlsam und verständlich zu erklären und dabei in einem überschaubaren Format zu bleiben, das den roten Faden und damit das unmittelbare Interesse des Lesers nicht verliert.

Wichtig: Autographics findet man hin und wieder auch unter dem Fachbegriff „Graphic Memoir“.

Literatur:

  • Whitlock, Gillian. „Autographics.“ Comics Studies – A Guidebook. Ed. Hatfield, Charles, and Bart Beaty. New Brunswick: Rutgers UP. 2020. 227-241. Print.

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